Frische (Geld)Blüten im Winter

19. Oktober 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Am Bankautomaten bekommt man heute meist nur noch Geldscheine, die ganz frisch nach Druckerpresse riechen. Das ist auch wenig erstaunlich, nimmt doch die Zahl der Euroscheine im Umlauf sprunghaft zu…

So vervierfachte sich die Bargeldmenge in Euroland in den letzten 13 Jahren von einst 286 auf jetzt 1.082 Milliarden Euro. Dabei gibt es aber für den gleichen Schein von damals heute oft nur noch die Hälfte an Waren und Dienstleistungen, ganz ohne Inflation. Hurra!

Meine Tankstelle nimmt übrigens schon länger keine großen Scheine mehr an – zu MEINER Sicherheit. Neulich in Paris war es äußerst problematisch, einen 100-Euro-Schein wieder loszuwerden. Sie kennen doch sicherlich auch die Blicke der Verkäufer hierzulande, die auf einen Generalverdacht des Bösen schließen lassen, wenn man mit einem Schein über 50 Euro bezahlt.

Haben Sie ab 24. November schon etwas vor? Dann kommen die neuen 20er-Scheine in Umlauf – 4,3 Milliarden Stück – und so kunterbunt wie Krawatten von Finanz-Experten. Bis zum Jahr 2019 werden dann alle Scheine der ersten Euroserie durch buntere und noch weit sichere Baumwoll-Papiere ersetzt. Irgendwann wird dann die erste Serie aus dem Verkehr gezogen. Schlecht für diejenigen, mit auf den alten Lappen unter der Matratze schlafen und für diejenigen mit Schwarzgeld. Das muss irgendwann in den nächsten Jahren umgetauscht werden.

Auch wenn es heißt, die neuen Geldscheine wären noch sicherer, ist dieser Werbeslogan doch relativ. Schließlich weiß man doch nicht, was man in einigen Jahren für einen solchen Schein noch kaufen kann, wenn es diese überhaupt noch gibt. Der Diebstahl durch die Hintertür ist aber legitim, ja sogar gewünscht, und sogar eines der obersten Ziele unserer sogenannten Währungshüter.

Der 20er wird übrigens am häufigsten gefälscht. Genau genommen, ist jeder Geldschein eine Fälschung, denn Geld, das nicht als dauerhafter Wertspeicher taugt, ist kein Geld, sondern eine Illusion bzw. genau betrachtet ein Gemisch aus Baumwolle und viel Glaube. Anders ausgedrückt, man macht mit der neuen Euo-Serie das Falschgeld noch fälschungssicherer. Das hat schon was!

Früher hieß es noch:

„Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft.“

Heute gibt es dafür eher den Wirtschafts-Nobelpreis.

Die Forderungen nach Abschaffung von Bargeld reißen unterdessen auch nicht ab. Inzwischen sind auch die kleinen Münzen in Verruf gekommen und es wird über ihre Abschaffung diskutiert. Ja, weil es zu lange an der Kasse dauert. Oder weil die Logistik zu teuer ist. Zudem liegen die Prägekosten für das kleine Klimpergeld inzwischen schon über seinem Nennwert. Warum das so ist, das fragt sich kaum jemand. Vielleicht erst dann, wenn auch die 1- bzw. 2-Euro Münzen verschwunden sind. Ach ja, dann ist das Bargeld wahrscheinlich auch weg und wir bezahlen mit Karte – oder die ganz hippen Typen mit einem Chip im Arm.

Bei der Abschaffung des Bargeldes taugt inzwischen jedes Argument, und sei es noch so dämlich. Vermutlich geht es auch weniger um kriminelle Aktivitäten, sondern um eine lückenlose Überwachung von Geldströmen und die Durchsetzung von Negativ-Zinsen. Dass man nicht mehr flüchten kann aus dem Geldsystem und dass man ihm und seinen Protagonisten schutzlos ausgeliefert ist.

Beruhigt es da, dass die Bundesbank das Bargeld immer wieder verteidigt? Was sind die Worte der Bundesbank wie die aus der letzten Woche wert, wenn es von höherer Stelle heißt, das Bargeld müsse weg und der Umgang damit verboten werden? Zur Sicherheit der Bürger natürlich, weil die Finanzlobby wieder mal stärker war? Ja, sie wollen dann unser Bestes, also die letzten Reste unserer finanziellen Freiheit. Und wenn man nicht aufpasst, nehmen sie sich das einfach. So wie immer…

 

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18 Kommentare auf "Frische (Geld)Blüten im Winter"

  1. cubus53 sagt:

    Dass die wahren Geldfälscher in der Finanzlobby sitzen, darüber wird natürlich in den Medien nicht berichtet. Oder wie sollen wir es nennen, wenn man Geldscheine ohne echten Gegenwert in Umlauf bringt ?

  2. Insasse sagt:

    Bargeld ist ein Ausdruck von Freiheit und Freiheit ist heutzutage politisch nicht korrekt. Der über Jahrzehnte zur politischen Korrektheit umerzogene Bürger hat ja nichts zu verbergen. Deshalb hat er auch nichts gegen seine lückenlose Überwachung und den damit einhergehenden Verlust seiner Freiheit. Nein, er fasst diese Maßnahme sogar noch als „gemeinschaftliches Event“ auf, das seiner Sicherheit dient. Freiheit ist für ihn immer mehr ein Synonym für Angst. Deshalb tauscht er diese auch gerne gegen die vom Staat „garantierte“ Sicherheit. Mitbürger, die ihre Freiheit behalten wollen, sind in seinen Augen im besten Fall „Abweichler“, schon eher Kriminielle. Dieser dem Bürger seit Langem antrainierte Reflex Pawlowscher Art hat zur Folge, dass jedes noch so dämliche Argument staatlicherseits taugt, wenn es um die Abschaffung von Freiheiten – seiner Freiheiten! – geht.

  3. waltomax sagt:

    Nochmal zu Kondratieff:

    Der sog. „VW – Abgas -Skandal“ bestätigt die Richtigkeit der Lehren des russischen Wirtschaftswissenschaftlers.

    Der DIESEL ist optimiert und sozusagen eine „suspendierte“ Technologie, die bereits in alle möglichen Differenzierungen (Schiffs – DIESEL, Automotoren, Generatoren, etc.) gegangen ist. Dieser „Strukturbaum“ wächst nicht mehr und kann auch keine neuen Zweige mehr bilden.

    Nun kann man sich also von Konkurrenten am Markt nicht mehr recht abheben und scheint auf miese Tricks angewiesen.

    Daher die Gretchen-Frage: Ist ein gesättigter Markt durch Gelddrucken und billigste Kredite wieder anzufachen?

    Natürlich nicht. Man muss einen völlig neuen und besseren Motor erfinden, damit wieder gekauft wird.

    Das gilt exemplarisch und analog für die gesamte Wirtschaft!

    Mit besten Empfehlungen an die Notenbanken…

  4. Argonautiker sagt:

    Also Herr Meyer, sie stellen sich vielleicht an, diese ganze Diskussion um das Geld,…, was für eine Verschwendung. Eigentlich wäre es doch viel einfacher, und vorallendingen auch sozialer, wenn alles verdiente Geld, zu 100% versteuert würde, und es dann gemeinschaftliche Essensausgaben und große Schlafsäle gäbe. Natürlich kostenlos.

    Da es dann aber auf Dauer kein Wirtschaftswachstum mehr gäbe, sollte man nicht nur zu 100% versteuern, sondern zu, – sagen wir,… 110%. 10% Wirtschaftswachstum pro Jahr,…, ein Traum. Dazu müßte jeder einfach freiwillig, nach seinem Pflicht Pensum von soundsoviel Stunden pro Tag, nur noch 10% mehr leisten. Ich meine ein bißchen Engagement kann man für das Leben in einem sozialen System schon erwarten.

    Und sollte man irgendwann mit einem 24 Stunden Tag, an das Limit gestoßen sein, könnte man erstens das Schlafen Outsourcen, und auch ruhig mal realistisch über 25, – oder, sind wir nicht kleinlich, 28 Stunden Tage nachdenken. Rein rechnerisch, sollte das für unsere Planer doch kein Problem darstellen. Und die Umsetzung,…, ich hätte da eine Idee.

    Wir können zum Beispiel die Umdrehungsgeschwindigkeit der Erde herabsetzen. Dazu bräuchten wir lediglich von der Masse Jupiters etwas abtragen und es auf den Mond transportieren, damit dieser dann durch seine erhöhte Masse, die Erde etwas bremst. Natürlich schön gleichmäßig, damit der Mond keine Beulen kriegt. Alles nur eine Frage der Feinjustierung. Damit bräuchten wir uns über Arbeitslosigkeit in den nächsten Äonen auch keine Gedanken mehr zu machen. Kosmonaler sozialer Bergbau.

    Sollten das System aber selbst die Äonen überleben, und uns der Jupiter ausgehen, dann wäre da auch noch der Neptun, oder,… Also wozu Geld, oder gar etwas so schmutziges wie Bargeld? Man muß sich schon auch mal trauen und ins ganz Große denken.

    Wenn sie mir ihren Geburtstag und Adresse verraten, dann schenke ich ihnen schon mal eine Schaufel. 🙂

    Beste Grüße

  5. waltomax sagt:

    Dieser „Strukturbaum“ der Wirtschaft wächst wohl ganz global nicht recht und scheint auch insgesamt nicht mehr genügend neue Zweige bilden zu können. Gemeint sind neue Produkt – Nischen und Märkte.

    Das bedeutet, wir haben ein Problem auf der kreativen Ebene.

    Es mangelt nicht an Geld, sondern dieses wird vielmehr völlig falsch eingesetzt. Es bedarf sehr viel Risikokapitals, um neuen Erfindungen und Geschäftsideen zu ihrem Durchbruch zu verhelfen.

    Eigentlich sollte man Noten-Bankern schon ein Bewusstsein dafür unterstellen können, wie eine Wertschöpfungskette überhaupt initiiert wird und dass dies keine Frage billigen Geldes ist, das in die Spekulation gepumpt wird.

    Leider reicht dieses „Strukturproblem“ bis in tiefe Fragen philosophischer und naturwissenschaftlicher Art. Denn es ist durchaus möglich, dass unser augenblickliches Weltbild
    wirklich epochale Sprünge gar nicht mehr zulässt, wie sie z. B. die Dampfmaschine darstellte.
    Einen vergleichbaren „Quanten – Sprung“ wie von der Postkutsche zur Eisenbahn scheinen wir nicht mehr machen zu können.

    Damit könnte sich hinter den Problemen in der Wirtschaft und der Finanzwelt sehr fundamentalere Größen verbergen, die mit Geldpolitik nicht einmal im Ansatz erreichbar sind.

    Und was hilft da das Starren auf Kurse, die reales Wachstum immer weniger widerspiegeln, weil es fast keines mehr gibt?

    Na ja, villeicht ist die „Elite“ doch weniger elitär, als sie selber so gerne glaubt…

    • Argonautiker sagt:

      @Waltomax
      Das schreiben sie schön,

      “ Eigentlich sollte man Noten-Bankern schon ein Bewusstsein dafür unterstellen können,…“

      Ego verhindert in der Tat wirkliches Bewußtsein, da es erst will und dann denkt, wodurch die aus sich bestehende Hierarchie umgekehrt wird. Dadurch wird das Bewußtsein, dazu unterjocht, eine Lösung zu finden, wie das Ego am Besten dominieren kann. Wirkliches Bewußtsein hingegen denkt jedoch, wie ist das Ganze zusammengefügt? Und aus dem Erkannten, entsteht dann das, woran man seinen Willen heften kann. Dadurch sucht es sich in das Ganze einzufügen, und kann, oh Wunder, ohne sich sozialisieren zu müssen, dabei sogar Individuum bleiben.

      Ich fürchte also ähnliches wie Sie, selbst ein komplett neuer „Motor“ würde ohne vollkommen neue Philosophie nicht ausreichen, das würde den „Falschen“ lediglich ein noch besseres Mittel zu Verfügung stellen. Ich denke, wir haben es da mit Menschen zu tun, die das Auf und Ab, das sich Zusammenziehen und wieder Ausdehnen, des Lebens, für sich, und ihre Nachkommen verweigern, und um das zu verwirklichen, ein äußerst Komplexes System geschaffen haben, welches derzeit mittels Steuerung des Sozialwesens, immer mehr Profit aus dem Sozialverhalten entstehenden Überschuß, für sich privatisieren, und im Gegenzug ihre persönlichen Abstiege sozialisieren. (Siehe, was nun aus dem „to big to fail“ entstanden ist)

      Würde man sich jedoch dazu entschließen dem Ego wieder seinen Platz zuzuweisen, der ihm gebührt, dann hätte man zwar Ego, denn ohne dieses geht es auch nicht, aber der Wille würde wieder dem Bewußtsein dienen, und nicht umgekehrt. Dadurch würde, anstatt dem Sozialen, welches sich an der Menge des Habenden orientiert, die Nächstenliebe wieder höher gestellt sein, da diese sich nicht über das Ego vergleicht, sondern das eigene Ego als Teil des Ganzen sieht, und nicht denkt wie schaffe ich es, das möglichst das Ganze mir gehört. (Der Irrtum Luzifers, dem alten Gleichnis, des Egos)

      Es versteht sich von selbst, daß in einer von Nächstenliebe geprägten Welt, ganz von alleine neue und vollkommen andersartige „Wirtschaftsmotoren“ entstehen würden. Die Derzeitige motorisierung dient ja nicht dem Ganzen, und damit seinen Teilen, also den Einzelnen, sondern, sie dient vornehmlich dem, damit die Einzelnen noch effektiver den Wenigen dienen können, welche möglichst Alles für sich wollen.

      Mit ihrer Aussage, “ Eigentlich sollte man Noten-Bankern schon ein Bewusstsein dafür unterstellen können,…“, liegen sie also leider nur dann richtig, wenn man die Betonung des Sinns auf das „Eigentlich“ bezieht, denn dies Leute simulieren nur Bewußtsein. Sie HABEN selbst kein Bewußtsein, sondern sie BENUTZEN das Bewußtsein Anderer, und lassen sie Werkzeuge bauen, mit der sie die Welt noch besser dominieren können. IHR Werkzeug dazu, ist das Geld.

      Und genau da, ist der Punkt, wo man die Egos quasi „austrocknen“ könnte. Denn ihnen fällt nichts ein, weil sie Bewußtsein eben nur simulieren und zum wirklichen Quell keinen Zugang haben, aus dem das Neue entspringt. Wenn all die Erfinder, nichts mehr erfinden würden, was dem Ego, sondern der Nächstenliebe dient, dann…

      Aber das gilt natürlich nicht nur für die Erfinder, sondern für Alle. Das Ego sollte bei jeder Entscheidung dem Bewußtsein dienen, da dieses sich wirklich am Ganzen zu orientieren sucht, und damit den Anderen mit einschließt. Und genau das, tut das Ego nicht. Exakt da liegt der Hase im Pfeffer begraben, wodurch die Welt immer mehr aus der Balance gerät.

      Da würde also auch kein Ändern der Funktion des Systems etwas helfen, wie es das Erzeugen einer neuen Funktion, wie es die Dampfmaschine 2.0 darstellen würde, sondern das geht nur, indem man die Motivation ändert. Man braucht das Ego also nicht vernichten, man sollte es jedoch wieder dem Bewußtsein unterstellen. Die Frage des Profites, sollte also vorrangig nicht an erster Stelle für eine Handlung stehen. Sie gehört dazu, aber wenn Ego zum Selbstzweck wird, dann führt das exakt da hin, wo die derzeit sind. In die Alternativlosigkeit des bedingungslosen Gehorsams gegenüber der Maxime des Egos, dem Profit.

      Wenn man dies jedoch ungeschminkt tun würde, würde dies von den Meisten verachtet werden, deshalb verschaukelt man gerade die ganze Welt, indem man durch einen sozialen Anstrich den Anschein vorgibt, daß man sich am Ganzen orientiere, während man nichts anderes, als den Ausbau der eigenen Dominanz im Sinn hat.

      Eigentlich wären all die, die derzeit die Welt knechten pleite. Lehman hätte den Dominoeffekt eingeleitet, hätte man das nicht mittels des Falschgeld Druckens und jede Menge anderer Betrügereien, verzögert, indem man mittels dieses Scheingeldes ein Scheinwirtschaftswachstum erzeugt.

      Dadurch hat man Zeit gewonnen, die man nutzt, um diesen, durch die Egos erzeugten Untergang, zu sozialisieren. Dazu bedient man sich der Regierenden, welche dies über den Ausbau der Sozialeinkünfte (Steuern/Sozialeinnahmen) und deren neu Verteilung realisieren.

      Und alles nur, weil einige Wenige, sich dem Auf und Ab des Lebens entziehen wollen und immer Oben bleiben wollen. Die Feigen regieren derzeit die Welt, die seelisch schwachen, die kein Leid, im Ertragen, von der Welt zu nehmen gedenken.

      Schöne Grüße

      • waltomax sagt:

        Vielen Dank für diesen „Augenöffner“. Tatsächlich könnte man einen „DIESEL 2.0“ nur nach einem Paradigmenwechsel erfinden, da die alten Paradigmen uns an eine Stufe des Bewusstseins binden,
        die epochale Erfindungen unmöglich machen. Und das hat -wie Sie sehr richtig bemerken- mit der Wahrung von Besitzständen zu tun. Denn auch die Verfechter wissenschaftlicher Lehrgebäude hängen an ihrem Job und erstreben Steuermittel für ihre Forschungen. Querdenker werden bekämpft, da es sich auch bei der Wissenschaftsmafia um einen „closed shop“ handelt.

        Diesen Paradigmenwechsel, der seiner Natur nach an den Fundamenten ansetzt, kosmetisch u. a. durch Gelddrucken ersetzen zu wollen, hat schon fast etwas Rührendes…

        Ansonsten ist Ihrem sehr geschätzten Kommentar nichts hinzuzufügen.

  6. waltomax sagt:

    Könnte es sein, dass eine Zivilisation, welcher die Ideen ausgehen, um sich selber zu erneuern, immer mehr auf alle Arten von Krieg als „Ersatzkonjuktur“ angewiesen ist?

    In diesem Sinne wäre Krieg, egal ob es sich um einen Wirtschaftskrieg oder gar einen „heißen“ handelte, ein Ausdruck mangelnder Kreativität und damit der Blödheit.

    Ahnten wir’s doch…

    „Die Bäume wachsen in der gesamten Natur nicht in den Himmel“ und trotzdem prügeln sich ganze Volkswirtschaften mit allen Mitteln um schrumpfende Märkte, wobei diese Limits schlicht natürlichen Regeln folgen.

    In völliger Ignoranz dessen kann man natürlich ein Millionen – Heer von Armen in das Land lassen, die dann zu Sub – Dumping – Löhnen Dinge herstellen oder Dienstleistungen ermöglichen, welche sie sich selber nicht leisten können und die auch sonst keiner will oder braucht. Sicher werden die Unternehmen dafür kräftigst Kredite aufnehmen, um einen Markt zu befriedigen, der nicht mehr existiert.

    Herzlichen Glückwunsch an alle Größen in Politik und Wirtschaft…

    • Argonautiker sagt:

      Krieg bringt diesen Leuten in vielerlei Hinsicht Nutzen, es verschleiert vor Allendingen ihr Tun, und ermöglicht das Abräumen und Neustarten des Spiels, aber es ist auch eine Chance für die Überlebenden. Die, die es durchleben, brauchen nur zu sagen, nein, ich habe keine Lust mehr auf eine weitere Partie Monopoly.

      Denn final ist das, was derzeit passiert nichts Anderes, als das Installieren eines neuen Schneeballprinzips, bei dem bekanntlich nur Die einen wirklichen Nutzen haben, die die Urheber sind, oder zu mindest, nah dabei sind.

      Leider decken die Regierenden dieses Spiel, weil sie mit zu dessen Nutznießern gehören, denn wo wird man sonst noch dafür recht gut entlohnt, wenn man Regeln aufstellt, und diese zu Gesetzen erklärt, die den Einzelnen verhindern, und Tributpflichtig machen, damit sich die selbst Auserwählten, wieder ungehindert an deren Leistungen weiden können.

      Angesichts dessen, daß diese derzeitige Umverteilung der Schuld auf die Völker, dahin führt, daß diese nach dem Krieg wieder auf einem Berg Schutt sitzen werden, ist das Nein sagen zu Krediten wiederum keine leichte Aufgabe, weil es einen persönlich mitten durch Golgatha führt, anstatt sich wie Faust, auf ein Bündnis mit dem Teufel einzulassen, der ihm, in der Neuzeitversion, mittels eines Kredites, einen Vorsprung vor den Anderen gewährt, was es ihm wiederum ermöglicht, durch die Weitervergabe von Krediten, Andere zu versklaven, sodaß er so zwar zu Reichtum und Macht gelangt, es ihn aber auch zu einem Zuspieler anderer Seelen macht, indem er mit seinem Wunsch nach Reichtum und Macht, die Konkurrenz zwischen die Menschen installiert, was von je her das Hauptziel Luzifers war, und ist.

      Es bleibt also spannend wie sich die Menschen entscheiden werden.

      Um zu verstehen, wie falsch die derzeitige Philosophie ist, kann man sich mal vorstellen, wie schwächend Politik auf den Menschen wirkt, denn Politik erzeugt das, daß man nur dann einen Anspruch auf sein Dasein hat, wenn man viele Andere findet, mit denen man sich zu einer Partei sozialisiert. Jeder der lebt, weiß, wie schwer das ist, sich zu vergemeinschaften, und wie viel dabei von seinem Individuum auf der Strecke bleibt.

      Politik erzeugt also genau das, daß sie als Einzelner keine Rechte haben. Sie dürfen erst dann Leben was sie leben wollen, wenn sie genügend Andere finden, mit denen sie dann durch dieses „Viele Sein“, dann eine Dominanz in Form einer Partei ausüben.

      Man könnte fast sagen, Politik und Demokratie können gar nicht zusammen gehen.

      Als Mensch sind sie als Individuum angelegt, aber die Politik zwingt sie, sich zu Vergemeinschaften, weil sie von ihnen sonst keine Rechte zugesprochen bekommen. Und für diese Verhinderung des Einzelnen lassen sie sich bezahlen.

      Und die Herren des Monopoly zahlen gut, weil sie genau wissen, daß sie ihr Spiel des „großen Melkens“ nur dann spielen können, wenn die Menschen sich sozialisieren MÜSSEN, weil da einerseits unwahrscheinlich viel kreative Kraft verloren geht, denn was bleibt an seelischer Kraft noch übrig, wenn der Einzelne nur noch das tun darf, was erst durch Alle abgesegnet werden muß? Und Andererseits, zu einer Herde degenerierter Individuen schon in sich verquält, und damit schwach sind, und so geschwächt, mittels Leittieren sehr leicht lenkbar sind, da ihnen durch die Zwangssozialisation die Kraft des Individuums, also des aus sich selbst Seienden, genommen wurde.

      Eins zwei drei marschieren wir, im schnellen Lauf, den Berg hinauf. „Blechbüchsenarmeeeee, Stillgestanden. Rollerolleroll.“ (Augsburger Puppenkiste)

      • waltomax sagt:

        Da liefern Sie auch gleich die Erklärung dafür, dass es viel zu wenige Kreative genialen Zuschnitts gibt, die in unserem System eine Chance bekommen. Eben diese seelische Knebelung des Individuums an irgendeinen hierarchischen Gruppengeist verhindert Kreativität. Demgegenüber funktioniert die Natur aber nicht hierarchisch, sondern „heterarchisch“, also als Netzwerk. Die meisten von uns halten die Hierarchie für die einzig mögliche Ordnung, was das Funktionieren aller möglichen Mechanismen zur Gehirnwäsche bestens belegt. Nun liegt es in der Natur von Hierarchien, die bestehende Ordnung erhalten zu wollen. Diese suchen alles Innovative entsprechend zu kanalisieren, weil das Neue eben alte Ordnungen „natürlich“ immer infrage stellt. Damit sägt man sich den Ast ab, auf dem man sitzt, weil vor allem die Konversion neuer Ideen behindert wird, die das System rebooten könnten.

        Und -angesichts solch fundamentaler Fragen- glauben einige mit dem Bedrucken bunter Papierchen sei alles zu lösen…

        Wie naiv. Wer in den Zentralbanken solch kindlichen Gemütes ist, kann eigentlich nur Mitleid erregen und kaum noch Zorn.

        • Argonautiker sagt:

          Es ist mir ein Genuß ihre Zeilen zu lesen.

          Das ist auch meine größte Sorge, daß man sich wieder dazu entschließt, das System lediglich mit einer neuen Währung zu rebooten, anstatt von Grund auf anders zu gestalten, und somit lediglich ein Werkzeug durch ein Anderes ersetzt, anstatt daß sich die Motivation der Werkzeugnutzer ändert. Mit einem Hammer kann man jemanden erschlagen, oder ihm ein Haus bauen. Werkzeuge haben zwar Eignungen aber keine Motive, das gilt auch für Währungen.

          Ich weiß, daß man das auf dieser Seite nicht so gerne hört, aber auch ein bloßer Wechsel zu einer Gold gedeckten Währung, schlimmstenfalls Monopolaren Ursprungs, würde nicht wirklich zu einem echten Wandel führen. Es ist ja nicht so, daß es zu Zeiten von reinen Edelmetall Währungen, oder Edelmetall gedeckten Währungen nicht auch zu Desastern gekommen wäre. Die Aufhebung des Goldstandards wurde ja deshalb vollzogen, WEIL es Große Probleme gab, die man dachte mit einem Wechseln des Werkzeuges bereinigen zu können.

          Ein echter Wandel geschieht jedoch nur bei einem wirklichen Wandel der Motivation. Warum erschlug Kain Abel? Ein Gleichnis. Abel hatte Gott etwas geopfert, was er von Herzen geschaffen hatte. Kain hatte etwas viel größeres geschaffen, um Gott zu imponieren, damit Gott erkenne, daß er der Bessere Mensch sei. Gott befand hingegen genau umgekehrt, woraufhin Kain so sauer wurde, sodaß er Abel erschlug.

          Was ist der Sinn dieses Gleichnis? Das es vollkommen ausreicht, wenn man das tut, was im eigenen Herzen liegt. Und wenn man sich hingegen nicht in sich selbst orientiert, sondern sein Handeln an die Motivation knüpft, besser sein zu wollen als Andere, anstatt einfach zu sein der man ist, es final dorthin führt, daß man es sogar in Kauf nimmt, und Andere erschlägt, damit man zu mindest auf diese Weise dokumentiert, daß man besser ist.

          Nun schaue man sich mal gerade die Welt an, das ist nichts anderes, wie die X-Fache Wiederholung dieser Geschichte, die in diesem Gleichnis die Zeiten überdauert hat.

          Sollten sich die Menschen also entschließen, ihre Motivation dahingehend zu orientieren, sich selbst als Individuum auszubilden, und in Nächstenliebe zueinander zu treten, anstatt sich in Konkurrenz zueinander zu sehen, dann wird sich wirklich etwas ändern.

          Sollte man jedoch weiterhin auf ein konkurrierendes Gegeneinander setzen, dann wird auch kein noch so gut konstruiertes Handelswerkzeug, die Welt des Menschen aus dem tierischen Dasein des gegenseitigen Tötens herausholen.

          Der Mensch hat durch sein individuell Angelegt sein, jedoch die Potenz, so individuell zu sein, daß er nicht konkurrieren müßte, weil nur Gleiches miteinander Konkurrieren muß.

          Tiere, sind durch ihrer Art bedingt, gleicher zueinander, und somit wirklich sozialer angelegt. Das ist sowohl in ihrem Ursprung, also ihrer Zeugung, wie auch Geburt, schon so dokumentiert. Es gibt kollektive Zeugungszeiten, wie es auch kollektive Geburtszeiten gibt, folglich stehen sie sozial zueinander. Aber sozial zueinander Sein, heißt eben nicht nur, daß man nur gut miteinander ist, sondern, daß man auch so ähnlich ist, daß man zueinander in Konkurrenz treten muß, weil man eben das gleiche frißt, liebt,…, also konkurriert.

          Beim Menschen ist dies nicht mehr der Fall. Der Mensch hat in seinem so Sein, keine sozial aneinander gebundenen Zeugungs- und Geburtszeiten mehr, und hat dadurch die Möglichkeit, durch Individualität, die Konkurrenz zu überwinden, sodaß er Gemeinschaften bilden KÖNNTE, die sich nicht auf einer Zwangssozialisation aufbauen, sondern sich auf ein durch Diversitäten gefügt sein, gründen könnte.

          Selbstverständlich ist dieser Schritt, vom Tier zum Mensch, eine Entwicklung, und nicht von Hüh auf Hott vollzogen, aber, und da stimme ich ihrem Statement vollkommen zu, wer angesichts solch fundamentaler Vorgänge, glaubt, etwas durch das Wechseln von Handelswerkzeugen wirklich tiefgreifend verändern zu können, dem ist nicht zu helfen, der wird den Irrtum ein weiteres Mal vollziehen müssen.

          Und jemandem der allen ernstes denkt, man könne Flüchtlinge nutzen um die Wirtschaft anzukurbeln, oder gar durch die Destabilisierung der Gegenden auf so etwas spekuliert hat, der wandelt auf Kains Füßen und wird auch so enden.

  7. Habnix sagt:

    Ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, dann ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebigen Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.

    Am 1. April 2005 verschwand das Bankgeheimnis in Deutschland nun vollständig.

    Hauptbetroffene sind Rentner, Erben, Studierende, Empfänger von ALG I+II, Sozialgeld, BAföG, Kindergeld und Wohngeld.

    Ein Anfangsverdacht oder ein richterlicher Beschluss sind dann nicht mehr nötig.

    Fünf Tage vor Weihnachten, am 19. Dezember 2004 wurde dieses Gesetz heimlich still und leise von Hans Eichel im Bundestag eingebracht und vollzogen.
    http://board.gulli.com/thread/379284-bankgeheimnis-wird-april-2005-abgeschafft/

    Wenn damals nur mit der Lohnabhängigkeit A. H. alles machte, um wieviel mehr lässt sich mit der Kontoabhängigkeit für Regierungen erreichen?

    Nicht die Regierung muss das Volk regieren, sondern das Volk die Regierung regieren.

    Wenn die Demokratie führt, brauchen wir keine Führer.

  8. Hallo,

    ich möchte erst mal ein Lob aussprechen. Ist wie immer ein sehr interressanter Artikel mit viel Wortwitz geschreiben.
    Jetzt zum Thema der Geldentwertung. Bin mal gespannt wie lange das noch so ist, das sich eigentlich fast niemand dagegen wehrt. Es wird auch viel zu wenig darüber berichtet. Irgendwann ist das Bargeld verschwinden und der Aufschrei wird groß sein (oder auch nicht?). Ich hoffe das es nicht so weit kommt und sich genügend finden die gegen die Abschaffung des Bargelds sind.

    Viele Grüße Klaus-Dieter

  9. malocher sagt:

    Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht……….

    Nun ja von Banknoten kann beim Euro ja nicht die Rede sein.

    Ist er ja nur ein „einfaches“ Copyright mehr auch nicht.

    Er ist nirgends als Banknote gekennzeichnet.

  10. FDominicus sagt:

    Genau wegen solcher Beiträge liebe ich dieses Blog. Es gibt in Deutschland nur wenig Vergleichbares.

    • waltomax sagt:

      Ob die Beiträge wohl einer an verantwortlicher oder einflussreicher Stelle liest…?
      Wohl kaum…

      • FDominicus sagt:

        Selbst wenn es so wäre, erwarteten Sie eine andere Politik? Meinen Sie nicht vielleicht, daß zuviele von dem System doch profitieren?

        • waltomax sagt:

          Noch scheint dies der Fall. Doch liegt es in der Natur des Profites bisheriger Definition, dass er eines quantitativen Wirtschaftswachtums bedarf. Gibt es ein solches kaum noch, dann geht es dem in Schulden – Geld oder in sonstigen Schuldverschreibungen gehorteten Profit direkt an den Kragen. Wenn sich Schuld und Vermögen spiegelbildlich verhalten, dann sieht es für letzeres übel aus, wenn ersteres nicht mehr zunimmt oder abgeschrieben werden muss.

          Momentan scheint der Ofen aus, auch für Politiker…

          Die dritte (konstruktive) Möglichkeit habe ich vergessen. Man könnte natürlich ein paar Millionen Arme ins Land lassen, um neuen Bedarf zu schaffen. An die guten Leute wäre dazu aber vorher ein recht großer Kredit auszureichen, verbunden mit der trügerischen Hoffnung, jene könnten diesen später auch bedienen, nebst Zinsen. Solchen Hoffnungen könnte man in einem Akt der Verzweiflung natürlich aufsitzen…

          Die vierte Möglichkeit wäre, ich zahle Steuern, um neuen Konsumenten einen zinslosen Kredit zu geben, damit ich Arbeit habe. Oder ich verschenke Geld, damit die Leute bei mir einkaufen…
          So wie der Exportweltmeister.

          Das wird die Nomenklatura, die dieses seltsame Unterfangen besteuert, dann jedenfalls noch eine Zeit in Amt, Würden und Pfründen halten.

          Bin ich so blöde? Vermutlich ja.

          Die „allerletzte“ Möglichkeit:

          Für sich arbeiten und vom Lohne Gold und Silber kaufen. Motto: Gedanken und Zitate schwingen zum guten Götz von Berlechingen…

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