Frechheit! Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden…

16. Mai 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Ich hab zwar selbst schon ein Buch geschrieben, aber noch niemals eine Rezension. So werde ich es auch künftig halten. Es gibt jedoch Bücher, zu denen muss ich etwas schreiben, und das passiert nicht allzu oft – vor allem, wenn es sich um monetären Sprengstoff handelt…

Der geneigte und studierte Literaturwissenschaftler wird gleich einwenden, dass das keine Rezension sei. Vielleicht ist es eine Rezession? Die Öffentlichkeit wird heute das eine vom anderen ohnehin nicht mehr unterscheiden können. Also Schwamm drüber. In Sachen Geld ist es heute ohnehin chic geworden, gnadenlos unwissend zu sein und das tunlichst zu pflegen – allein schon aus Selbstschutz.

Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden: … und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen

ÖS-Buch-Cover-192x300Eine Warnung! Am Ende Ende des Buches „Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden“ werden Sie „etwas anders drauf sein“ als zuvor. Andreas Marquart und Philipp Bagus machen sich auf die Suche nach der Quelle, den Flüssen und den Wirkungen des Geldes, welches heute ja ganz ohne Aufwand aus der Steckdose kommt. Aber wo hin fließen die Billionen? Nicht zu Ihnen? Da gehören sie auch nicht hin. Was erwarten Sie?

Es ist das heutige moderne, aber schlechte Geld, was Märkte verzerrt, die Wirtschaft fehlleitet und die Gesellschaft beeinflusst? Warum haben immer weniger Leute immer mehr und warum haben immer mehr Leute immer weniger? Wieso arbeitet man inzwischen die Hälfte des Jahres für den Staat und warum reichen Rekordeinnahmen des Staates von über 600 Milliarden Euro aus Steuern und Abgaben immer noch nicht zum Verfeuern? Warum steigen die Preise ständig stärker als die Löhne? Und ist man der Depp, wenn man sich auf die staatlich verbogenen Statistiken verlässt? Warum ist das Geld knapp, obwohl davon so viel ständig neu geschaffen wird? Fragen über Fragen und klare Antworten…

Das Gefährliche an diesem Buch ist jedoch, dass es meine und auch Ihre Nachbarn verstehen können – ja sogar sogar diejenigen, die ich täglich vor der Kamera befrage. Ob sie dann aber noch ihren Job in der herkömmlichen Form ausüben können? Ich weiß es nicht, wohl aber, dass die meisten aus der Branche des Geldes vom Funktionieren unseres modernen Geldsystems abhängig sind.

Geschriebenes in Sachen Geld und Wirtschaft ist der Öffentlichkeit heute ohnehin suspekt. Die Fachausdrücke erinnern eher an Krankheiten – und das sind diese auch, wenn man zweimal hinschaut. Vielleicht nicht ganz unabsichtlich hat man durch die komplexe Komplexität das Thema mit dem Geld so komplex schwierig gemacht – dass es niemand hinterfragt – und das aus gutem Grund. Von daher fehlte schon lange Zeit ein Buch, welches das Thema so erklärt, dass es auch meine Nachbarn, Freunde und Bekannten verstehen. Aber wer will das schon? Dann sollten sie sich später auch bitte schön nicht beklagen!

Dennoch redet man darüber, dass etwas nicht stimmen könnte. Klagen über steigenden Druck im Arbeitsmarkt, schlechte Bezahlung und zunehmenden Stress sind Alltag. Man meckert über Symptome, ohne die Ursachen zu kennen und ihnen auf den Grund zu gehen. Schlimmer noch, die Mehrheit konsumiert heute Antworten auf drängende Fragen ausgerechnet von denen, die Marquart und Bagus als Verursacher der Probleme ausmachen: Zentralbanker, Experten und andere „Weltverbesserer“ – vor allem aber Politiker, die am dichtesten an der Geldquelle sitzen. Sie flimmern zur besten Sendezeit über die Bildschirme und beantworten Fragen auf Probleme, die sie selbst verursacht haben. Zynisch? Das ist unser modernes Geldsystem auch.

Wohl nur freie Menschen können sich auch frei äußern – das sind meistens Leute, die auch unabhängig/lohnabhängig arbeiten können. Oder kennen Sie eine Auftragsarbeit, die es nachhaltig in die Bestsellerlisten geschafft hat? Ich weiß nicht, ob die Bücher von Andreas Marquart und Philipp Bagus zum Bestseller werden, aber verdient hätte es das Buch – gerade in vermeintlich glücklichen Zeiten nach der letzten bösen Finanzkrise. Ohnehin ist es eine Frage der Zeit, wann die nächste Finanzkrise, und zwar eines größeren Kalibers vor der Tür steht. Vielleicht sogar ein Misstrauen in unser „Geld“? (—> Seite 2)



 

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Ein Kommentar auf "Frechheit! Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden…"

  1. FDominicus sagt:

    Ich hoffe, Herr Piketty liest es auch. Dann könnte er vielleicht auch etwas weniger blöde Vorschläge und Formeln aufstellen.

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