Frau Lagarde als Vorreiterin?

20. Mai 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Was ist nur aus dem TIME Magazin geworden? Henry Luce, der das Magazin erfand – das erste wöchentliche Nachrichtenmagazin in den USA – wäre entsetzt darüber, was aus ihm geworden ist. Geistlos, kriecherisch, infantil… Die reichen Angeber, die Cronies und Zombies als Zielgruppe – ist es zu einer einzigen journalistischen Katastrophe mutiert…

Mitläufer und Abgehalfterte… Zu diesem vernichtenden Urteil sind wir gekommen, als wir eine Ausgabe des Magazins in der Flughafen-Lounge gefunden haben. Auf dem Titelbild ist ein Foto der IWF-Chefin Christine Lagarde zu sehen. Weiter wird versprochen, dass im Magazin die weltweit „100 einflussreichsten Menschen“ aufgelistet würden.

Von Anfang an haben die Redakteure Schwierigkeiten damit. Jeder einzelne der „einflussreichsten“ Menschen in der Welt ist eine praktisch eine Berühmtheit … ein Mitläufer… oder abgehalftert.

Ms. Lagarde, zum Beispiel.

Wir sind nicht sicher, in welche dieser drei Kategorien sie eingeordnet werden kann. Aber da sie – wie fast alle anderen, die in der Zeitschrift aufgeführt werden – verpflichtet ist, das System zu erhalten und Veränderung zu vermeiden … fällt es uns schwer einzuschätzen, welche Art von Einfluss denn sie haben könnte. Vielleicht ist ihr Einfluss ja ähnlich wie bei Blähungen oder Kakerlaken: Man bekommt sie ohnehin. Ohne sie würde die Dinge genauso sein, wo sie heute sind.

Die Hagiografie von Frau Lagarde wurde von einer anderen Meisterin des Status quo geschrieben, der Fed Chefin Yellen.

Yellen sagt uns, dass „keine andere Organisation für die Stabilität der Weltwirtschaft von so entscheidender Bedeutung wie der Internationale Währungsfonds sei.“

Erneut müssen wir den Atem anhalten.

Stabilität ist ein irreführendes Wort.

Ähnlich wie die Mafia arme Viertel in Palermo stabilisiert … oder kostenloses Heroin Süchtige stabilisiert… hält der IWF das System am Laufen – egal, wie viel Schaden dabei angerichtet wird. Das ist das Thema, das sich wie ein Roter Faden bei allen 100 „Einflussreichen“ durchzieht.

Alle behaupten von sich, dass sie gutes tun würden. Und dabei ist es oft ähnlich wie bei Milliardräen, die mit ihren wohltätigen Spenden eigentlich nur Steuern sparen wollen. Aber es gibt keinen Beweis dafür, dass die, die wir kennen, nur eine einzige verdammte Tat dafür getan haben, um ihren eigenen Ruf und Einfluss nicht zu polieren und zu verbessern.

Frau Yellen bezeichnet Frau Lagarde als „Vorreiterin.“ Aber welche Art von Vorreiterstellung hat sie eigentlich inne?

Lagarde ist die erste Frau, die dem IWF vorsteht, sagt Yellen

Die anderen 99 „Einflussreichen“ sind eine Mischung aus Entertainern, Politikern, „yahoos“ und „Affenputzer“.

Der gemeinsame Nenner ist, dass sie alle Menschen sind, deren Name in der Zeitung steht.

US-Airforce General Lori Robinson „schützt unsere Heimat“ …

Senator Ted Cruz „wird die Hindernisse, die der Schaffung von mehr Arbeitsplätzen im Weg stehen, beseitigen und für mehr Freiheit und Sicherheit für das amerikanische Volk sorgen.

Romanautorin Marilynne Robinson „ist entschlossen, so intelligent wie möglich zu sein“ …

… die indische Tennisspielerin Sonia Mirza „hat eine Generation von Indern inspiriert, ihre Träume zu leben“ …

… Universitätspräsident Diana Natalicio „war ihrer Zeit voraus, die Zukunft von Amerika in den Gesichtern ihrer Schüler zu sehen“ …

… Ford Foundation Präsident Darren Walker will „Ungleichheit bekämpfen“ …

… FBI-Direktor James Comey versucht, „den internationalen Terrorismus und neue Cyber-Sicherheitsbedrohungen“ zu bekämpfen …

… und noch in Jahrzehnten werden die Menschen auf die Arbeit der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama zurückblicken und „sehen, dass ihre Idee der Schöpfung und der Unendlichkeit zeitlos ist.“

Blah. Blah. Ja ja.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Frau Lagarde als Vorreiterin? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Frau Lagarde als Vorreiterin?"

  1. Insasse sagt:

    „Blah. Blah. Ja. Ja.“

    Treffender kann man die „Daseinsberechtigung“ dieser Leute nicht beschreiben. Zeit für Veränderung.

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