Frank Schäffler: Zurück zu den Grundfreiheiten!

15. April 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Für Politiker mag es hilfreich sein, wenn ihr Volk die Thematik „Umbau von Europa hin zu einem Zentralstaat“ nicht versteht und so auch nicht die damit verbundenen Dimensionen für ihr künftiges Leben einschätzen kann bzw. will. Es gibt wachsenden Widerstand gegen dieses politische Europa-Projekt, was über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden wird. Ich sprach mit Frank Schäffler von der FDP…

Frank Schäffler von der FDP ist eine laute und weithin geachtete Stimme aus einer Partei, deren Lokführer aufs Abstellgleis gefahren sind. Mit ihm habe ich mich über Europa, Politik, Demokratie, Geldsystem und Europa unterhalten…

[audio:http://www.rottmeyer.de/wp-content/uploads/2012/04/Frank-Schaeffler.mp3|titles=Frank Schaeffler]

Internetseite von Frank Schäffler

Und Neuigkeiten gibt es auch schon wieder…

Franktionen planen Maulkorb für Abgeordnete ( Süddeutsche Zeitung)

Wie man den Bundestag kaputt macht (Süddeutsche Zeitung)

Themen der Sendung

Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht
Wie groß sind die Anfeindungen?
Libertäre Kräfte als eine Grundlage der FDP
In der FDP noch gut aufgehoben?
Neue Partei zu gründen – Eine Option?
Politiker und Volk
Was können „Rebellen“ überhaupt bewirken?
Europa in fünf Jahren
Werden Europäer mit Füßen abstimmen?
Target 2 -Salden
Die Piraten: Sehnsucht nach Ehrlichkeit
Demokratie in Deutschland. Wie lange noch?

Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , , , , ,

19 Kommentare auf "Frank Schäffler: Zurück zu den Grundfreiheiten!"

  1. Reiner Vogels sagt:

    MdB Schäffler ist ein hervorragender Mann. Schade, dass er in der FDP regelmäßig ins Abseits gestellt wird.

    Man kann nur darauf hoffen, dass die FDP in SH und in NRW (dort gibt es als Alternative immerhin die „Partei der Vernunft“) aus dem Landtag fliegt. Dann hat Schäffler vielleicht eine Chance. Denn dann dürfte Rösler mitsamt seiner unfähigen Führungsmannschaft in die Wüste geschickt werden.

    • pat sagt:

      Die FDP hat leider nur das Problem, dass ihre Internetpolitik komplett von Unverständnis und der Lobbyarbeit der Rechteverwerter gezeichnet ist.

      Ich habe selber die Diskussion mit FDP Politikern gesucht um über deren Netzpolitik zu diskutieren. Meistens kam nicht mal eine Antwort.

      Die Piraten sind im Grunde nichts anderes als Netzliberale und deshalb sehr kompatibel zur FDP. Dies hat die FDP allerdings nie verstanden und deshalb ziehen die Piraten in einem Parlament nach dem anderen ein, in dem Maße wie das Internet in unserem Leben an bedeutung gewinnt.

      Wen kann ein Netzliberaler denn heute wählen, außér den Piraten?

  2. Fnord23 sagt:

    Solange es Politiker gibt, gibt es Parteien.
    Solange es Parteien gibt, gibt es die Herrschaftsform (Volk).
    Solange es die Herrschaftsform (Volk) mit der Regierungsform „parlamentarische Demokratie“ gibt, gibt es unfreie Bürger.
    Solange es diese unfreien Bürger gibt, gibt es Zwangs-Steuerzahler.
    Solange es Steuerzahler gibt, gibt es Bürgen für Staatsschulden.
    Solange es Staatsschulden gibt, kann dieses Finanzsystem weiter aufschulden….
    Solange das Finanzsystem weiter aufschulden kann, werden die 99% finanziell ärmer.

    Gegen die Herrschaftsform „Volk“ist prizipiell nichts einzuwenden. Außer das:
    «Das grösste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem durchschnittlichen Wähler.» Winston Churchill

    aber er sagt auch das:
    «Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, ausgenommen all diese anderen, die man von Zeit zu Zeit ausprobiert hat.»

    So sehe ich das auch, bei aller berechtigten Kritik.

    Wenn die FDP wieder zur Partei der freien sozialen Marktwirtschfaft zurückkehren will, dann sollte sie ihre Mitglieder schulen, was sich dahinter verbirgt.

    Eine Marktwirtschaft ist eh schon frei. Dazu braucht es diesen Zusatz „frei“ eigentlich nicht.

    Das „freie“ bezieht sich laut Definition auf den Menschen, der nur frei ist, wenn er (jeder) in die Lage versetzt wird, Eigentum bilden zu können. Das ist dann auch sozial. Da sind wir aber weit entfernt von.

    VG ins Land

    • Avantgarde sagt:

      Hallo Fnord!

      Zwischen sozialer und freier(welch Euphemismus) gibt es durchaus einen Unterschied.

      Der Heiner Geissler, der jetzt als alter Mann die Wahrheit sprechen darf kann das wohl am besten erklären.
      http://www.youtube.com/watch?v=Q-lRL7gFw7w

      Wir hatten hier im Westen aus gutem Grund nämlich genau nicht diese „freie“ neo-liberale Form des Kapitalismus.

      Man sieht den Unterschied noch heute: Im gelobten „freien“ Amerika haben die Leute keine Krankenversicherung, leben z.T. in Slums und Zeltstädten….
      Oder um es mal etwas humorvoll mit Pispers zu sagen:
      http://www.youtube.com/watch?v=ecgeW2ILR0k

      • Fnord23 sagt:

        Hallo Avantgarde,

        unter „frei“ versteh ich nicht vogelfrei, sondern frei bzw. autonom in meinen Entscheidungen.
        Wenn ich finanziell auf guten Füßen stehe, dann bin ich frei und relativ unabhägig. Das ist dann auch sozial.
        Ich finde es zutiefts unsozial, die großen Masse erst über Steuern und Abgaben zu enteignen, gleichzeitig den Billiglohnsektor (manche sagen dazu Sklavenarbeit)zu befördern, und dann als Staat hinzugegen und Almosen an die Bedürftigen zu verteilen.

        Die Parteien verteilen entweder Steuergeschenke an die Hotelerie, oder Subventionen an die Autoindustrie, oder Almosen ans Volk.
        Auf alle Fälle sichert man sich damit die Abhängigkeit seiner Wähler.

        NEHMT DEN POLITIKERN UNSERE STEUERGELDER WEG!

        Die Politk soll für die Rahmenbedingungen sorgen, dass sich die Wirtschaft, nicht die Großkonzerne, frei entfalten können. Heute ist es doch umgekehrt.
        Großkonzere haben riesen Spielräume. Wenn was schief geht, kommt der Staat(wieder wir).
        Und der Mittelstand wird mit immer mehr Bürokratie geknebelt. Wenn ich sehe, was ein Unternehmen heute für Zeit und Aufwand in die vom Staat geforderte Verwaltung stecken muß. Man, das ist alles Zeit und Geld, was mit dem Produkt oder der Dienstleistung nichts zu tun hat.

        Aber das ist nur ein Teil unserer Probleme.

        VG aus dem Erzgebirge

        • Avantgarde sagt:

          Das Probelm ist nur, daß du einen Modus finden musst um Ungleichgewichte wieder abzubauen – und dazu sind Steuern nun mal das Mittel der Wahl.
          Oder aber derart krasse Ungleichgewichte erst gar nicht entstehen zu lassen – was ich aber für ein schwieriges Unterfangen halte.

          Ansonsten bekommst du eine Konzentration von Kapital auf wenige – was wir ja heute sehen.
          Mit allen Konsequenzen.

          Alleine schon anhand des Zinseszinses kann man erahnen wie eine Kapitalkonzentration wirkt – und daß es für die wenig besitzenden keine Chance mehr gibt ohne Umverteilung aufzuschliessen.
          Zudem wir durch diese Kapitalakkumulation das Geld aus dem Kreislauf gezogen – was weiter Probleme verursacht.
          Deswegen ja auch der Denkansatz von Freigeld.

          • Fnord23 sagt:

            Ganz deiner Meinung. Ich spreche es eben gern radikal an. Es wird einen modus vivendi geben. Damit müßen aber die 99% gut leben können.

            So 3 Steuerarten dürften reichen und ein BGE zur Umverteilung der ganz krassen Ungleichgewichte. Der Drang zu „Mehr“ darf nicht abgewürgt werden.

            VG

  3. kob sagt:

    So sehr ich Frank Schäffler schätze und seinen Einsatz gegen die Euro-Transferunion, letztlich wird er in seiner Partei scheitern, da die Mehrheit der FDP ihm offensichtlich nicht folgen will, sondern weiter im Euro-Wahn jeden Rechtsbruch mittragen wird.
    Insofern wäre jede Wählerstimme vergeudet.
    Wenn er das nicht einsehen möchte – schade um den Mann.

    Bei den Piraten weiß man nicht genau, wofür sie stehen.
    Ich wünsche der Partei der Vernunft alles Gute.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo kob,

      wir sollten allen Parteien äußerst kritisch gegenüber stehen. Kann es sein, dass eine Gruppierung die Vernunft auf allen Gebieten gepachtet hat?
      Wenn ich mir das etwas dünne Programm der PDV durch lese, kommen mir schon beim Punkt Finanzsystem ernste Zweifel.

      Die PDV:
      „Wenn die Menschen hier frei wählen, setzt sich automatisch das
      wert stabilste Geld durch (Greshamsches Gesetz). Das Geldmonopol entfällt.“

      Mit Verlaub, das ist Schwachsinn: Das besagte Gesetz meint genau das Gegenteil.
      „Das Greshamsche Gesetz, auch Gresham-Kopernikanisches Gesetz genannt, im 16. Jahrhundert formuliert, verallgemeinert die zur Zeit der Edelmetallstandards beobachtete Tatsache, dass „schlechtes Geld das gute Geld aus dem Umlauf verdrängt“.
      Begründung hier: h t t p ://de.wikipedia.org/wiki/Greshamsches_Gesetz

      Dann haben wir 300 Währungen in D. Das ist echt praktisch im 21. Jahrhundert. Und wenn sich dann das schlechteste Privatgeld durchgesetzt hat, siehe Begründung, dann nennen wird das Weltreservewährung, alternativ auch Dollar, und terrorisieren damit die ganze Welt. Super Idee.

      Die PDV:
      „Der Staat darf nicht länger bestimmen, welches Geld die Bürger als Zahlungsmittel annehmen müssen.“

      Wenn er es nur täte. Er könnte zum Beispiel das Fiatgeld auf deinem Konto zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklären. Nichts gegen untergeordnete Komplementärwärungen. Der Staat lässt diese ja schon zu. Gute Sache.

      Die PDV:
      „…Im heutigen System entsteht Geld ausschließlich durch Kreditvergabe. Die Geldmenge wird dabei seit Jahrzehnten stetig erhöht…“

      Ich denke, „ausschließlich“ ist nicht ganz korrekt. Dass die Geldmenge erhöht werden muss liegt am Zinseszins und an der Geldschöpfung in den Händen privater Institutionen.

      Die PDV:
      „Das Resultat sind Preisinflation, Kaufkraftverlust,Enteignung aller Sparer, Verarmung der breiten Bevölkerung, Verwerfungen und Exzesse auf den Finanzmärkten, Depressionen, Fehlinvestitionen, gesteigerter militärischer Interventionismus und Bankenrettungen zu Lasten unserer Kinder.“

      Bei der Menge bedeutungsschwerer Substantive verneigt sich der Wähler augenblicklich bedenkenlos. Was ich vermisse sind wirkliche Lösungsvorschläge. Die einzige Lösung ist die Neuordnung des Geldsystems durch alternative Währungen? Dünn, sehr dünn. Dabei wäre das so einfach.

      Die PDV:
      „Die Neuordnung des Geldsystems wird dazu führen, dass zum Beispiel Gold, Silber oder andere Sachwerte von den meisten Menschen als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Sachwerten steht keine Schuld gegenüber.“

      Joh genau, und wenn dann wieder alles Gold oder a. Sachwerte auf ein paar Halter vereint ist, dann geht es der Masse super.

      Geld ist nicht nur ein universelles Tauschmittel, Schmiermittel der Wirtschaft, und heute Kredit, sondern eben auch ein Gemeingut. Das gehört in die Hände des Volkes. Respektive des Staates oder besser in die Obhut einer vierten Gewalt.

      Die PDV:
      „Spürbare Preisinflation, also der andauernde Wertverlust des
      Geldes, gehört der Vergangenheit an.“

      Die PDV will eine nichtspürbare Preisinflation? Was ist das? Verarsche, aber eben weniger davon? Das bei Geldhaltung der Wert des Geldes sinkt, sollte man nicht als schlimm betrachten, sondern als natürlich ansehen. Die Freigeldtheorie beruht darauf. Jeder Ware hat ihren höchsten Wert beim Ende der Herstellung. Bei Lebensmitteln und auch bei technischen Geräten ist das so. Warum sollte es beim Geld, dass der Menge an Waren und Dienstleistungen gegenüber steht anders sein?
      Unser Geldsystem funktioniert auch so. Aber eben auf unehrliche Art und Weise. Da find ich mein Regiogeld ehrlicher. 2% nach 3 Monaten, wenn ich das nicht ausgegeben habe. Da weiß ich woran ich bin. Heute werden doch die Teuerungsraten gemacht, wie man es brauch. Leider ist die Regiowährung an den Euro gekoppelt. Aber so zum probieren, wie es funktioniert, ist das ok.

      Die Piraten sind da wohl auch nicht besser. Im Moment versuchen da alle möglichen Leute die Macht an sich zu reißen, bzw. Einfluss zu gewinnen. U-Boote aller etablierten Parteien sind da am Start.

      Bleibt wachsam!

      VG ins Land

      • Avantgarde sagt:

        Chapeau!

        So schnell ist die PDV entzaubert 🙂

        Schäffler denkt übrigens in der gleichen Richtung – aus diesem Grund wird er auch aus diesem Lager umworben.

        Und bezüglich dem Geld – mal so als Denkanreiz.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Bancor
        Dieses Alternative Konzept gib es schon recht lange – nur wurde damals eben leider der Dollar und nicht der Bancor Weltwährung.
        Die Folgen spüren wir heute…

        Ein Bancor richtig umgesetzt hätte die Kernprobleme vor denen wir heute stehen vermieden – und das sind die Handelsbilanzüberschüsse, die Ungleichgewichte.

        Man muß also das Rad nicht neu erfinden – es ist alles da.

        Bei all diesen Weltverbesserern, Besserwissern und Geldsystemneuerklärern muß der Normalbürger wirklich aufpassen nicht einer bestimmten Interessengruppe aufzusitzen – da kochen nämlich einige von den politischen Rändern angefangen bis zu handfesten Kapitalinteressen viele ihr eigenes Süppchen.

        Das Dumme ist halt, daß all die, die vorgeben irgend ein merkwürdiges Geheimwissen zu haben einfach die spannenderen Geschichten verbreiten.
        Die Realität ist halt etwas trockener.

        Mir geht es auch immer so – erkläre ich was dann wollen die Leuts lieber die spannenden Geschichten um irgendwelche Verschörungen hören. 🙂

  4. kob sagt:

    @Fnord23
    Ach, ihr Freigeldträumer!

    Geld ist etwas, was ich gegen meine Arbeit eintausche, um mir später davon die Arbeit anderer kaufen zu können. Also habe ich ein Interesse daran, dass es seinen Wert behält. Und zwar längerfristig, für schlechte Zeiten oder für das Alter. Oder um es an Menschen weiterzugeben, die mir was bedeuten.

    Welcher vernünftige Mensch würde freiwillig Ihr Schwundgeld akzeptieren?

    „Geld ist ein Gemeingut und gehört in die Hände des Volkes“ Was sind denn das für Sprüche? Hört sich an wie Karl Marx oder Lenin.
    Und die „Obhut der vierten Gewalt“. Wer soll das denn sein? Die Partei oder der Gouverneursrat des ESM, der demnächst geplant ist?

    Ich empfehle die Lektüre von Roland Baader „Geld, Gold und Gottspieler“ oder eines seiner anderen Bücher. Vielleicht entdecken Sie dabei etwas Neues.

    • Avantgarde sagt:

      Ich habe keine abschliessende Meinung zum Freigeld.

      Der Denkansatz beim Freigeld berücksichtigt jedenfalls die Problematik des Geldhortens und das Entziehen aus dem Wirtschaftskreislauf.

      Ausserdem hätte dieser Ansatz den Vorteil, daß die Wertschöpfung innerhalb einer bestimmten Region bleibt und nicht so leicht durch Global-Players abgezogen werden kann.

      Es ist schon ein ernstzunehmender Ansatz.

      Ein anderes Mal gerne mehr zu dem Thema.

      • FDominicus sagt:

        „Der Denkansatz beim Freigeld berücksichtigt jedenfalls die Problematik des Geldhortens und das Entziehen aus dem Wirtschaftskreislauf.“

        Sie wollen nichts anderes als den Leuten vorschreiben was Sie tun müssen. Nämlich das Geld so schnell wie möglich im Umlauf zu halten? Sparen? Wofür? Als ob gespartes Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen würde. Käme ja niemand auf die das Geld irgendwo anzulegen.

        Und selbst wenn geht Sie das ganz und gar nichts an. Sie wollen Ihre Geld so schnell wie möglich ausgeben? Bitte, aber jammern Sie nicht wenn Sie dann nichts mehr haben.

        Es gibt für Geld nur 2 Aufgaben
        1) Tauschmittel
        2) Wertaufbewahrung.

        Sie wollen 2 auf Ihre Art verbrennen. Das kann ich heute schon zur Genüge mit den Fiat-Geld haben.

        Und Ihr Vergleich mit heute und später hinkt nicht mehr, dem wurden alle Beine abgehakt. Wir haben nicht die geringste Ahnung was wir morgen werden kaufen können oder wollen. Es ist auch völlig uninteressant. Mit einem Geld als Wert brauche ich mir keine Sorgen zu machen ob ich morgen noch etwas bekomme. Mit dem Fiat-Geld und noch schlimmer dem Geld mit eingebauter Inflation hat man nur ein Diebstahl im größten Ausmaß. Nach mir die Sintflut? Selbständigkeit? Eigene Entscheidungen? Zeitpräferenzen?

        Aber nein, das Geld muss weg und jeder versucht es so schnell wie möglich aus den Händen zu bekommen. Hat ja ungeheuer gut bei den letzten Hyperinflationen geklappt. Tut mir leid mit Avantgarde hat das genau nichts zu tun.

        • Avantgarde sagt:

          „Nämlich das Geld so schnell wie möglich im Umlauf zu halten? Sparen? Wofür? Als ob gespartes Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen würde. Käme ja niemand auf die das Geld irgendwo anzulegen“

          SO ist es – ganz genau!
          Und genau so funkitoniert unser bestehendes Kreditgeldsystem.

          Sparen für den Einzelnen mag von Vorteil sein – aber wenn die Masse im grossen Stil spart, oder aber die wenigen sehr gut verdienenden nichts ausgibt dann – genau dann kommt es zur Krise!

          Die Vermögen sind die Schulden der anderen.
          Und nur wenn jemand über seine Verhältnisse lebt können Sie unter ihren Leben.
          Alles andere funktioniert rein Systemisch nicht – und das hat rein gar nichts mit irgendwelchen Ideologien zu tun.

          „Aber nein, das Geld muss weg und jeder versucht es so schnell wie möglich aus den Händen zu bekommen.“

          Das Geld muß im Umlauf gehalten werden – ja.
          Und zwar egal ob Freigeld oder unser jetztiges Kreditgeldsystem.

          Ich habe nichts weiter als ein Teil des momentanen Kreditgeldsystems erklärt – und wenn Sie das verstanden haben dann herzlichen Glückwunsch!
          🙂

          Freigeld wäre freilich eine etwas verschäfte Variante – ich habe wie gesagt kieine abschliessende Meinung dazu – denn es gibt in der Tat ein paar Probelme.
          Der Ansatz ist aber wie gesagt nicht so lächerlich wie manche glauben.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo kob,

      naja, ein paar Träumer mehr bzw. Visionäre könnten uns allen nicht schaden. 🙂

      Wie kommen Sie darauf, dass ich Freigeldanhänger bin? Ich hab einfach nur ein paar Dinge als vernünftig und Zusammenhänge als korrekt erkannt. Das heißt nicht, dass ich die komplette Freigeldlehre befürworte.

      Ich finde z. B. auch ein paar christliche Werte sehr vernünftig. Aber darum gleich glauben?

      „Geld ist etwas, was ich gegen meine Arbeit eintausche, um mir später davon die Arbeit anderer kaufen zu können.“
      Also habe ich ein Interesse daran, dass es seinen Wert behält. Und zwar längerfristig, für schlechte Zeiten oder für das Alter. Oder um es an Menschen weiterzugeben, die mir was bedeuten.“

      Das ist korrekt. Und hier kommt der Faktor „Zeit“ ins Spiel: später

      Sie wollen später die gleiche Gegenleistung erhalten? Wieso das? Jede Jetzt-Ware, die Sie mit ihrer Jetzt-Arbeit erstellt haben, hat in dieser Zeit -später- an Wert verloren. Für den Sofort-Verkauf der Ware hat Ihre Firma Sofort-Geld erhalten. Ein Teil davon ist Ihr Sofort-Lohn.

      Was ist das Produkt nach 365 Tagen noch Wert? Ihr Sofort-Lohn soll aber immer noch die gleiche Späterkaufkraft haben?
      Ausweg: Sie legen Ihren Sofort-Lohn an und erhalten Zinsen dafür. Damit erhalten Sie, wenn es günstig läuft, die Kaufkraft Ihres Lohnes. Aber das geht nur, wenn ein anderer einen Teil seines Sofort-Lohnes an Sie ab tritt. Dann haben Sie ein leistungsloses Einkommen.

      Insofern leben wir in einem Schwundgeldsystem. Aber es ist ein verlogenes. Bei Freigeld wissen Sie, dass das Geld einen definierten Wert/Zeiteinheit verliert.
      Oder Sie geben es Nachfrage wirksam aus. Oder Sie schaffen es zur Bank und stellen es als Kreditmittel gegen Zins zur Verfügung. Die Bank tritt als Risikomittler auf und tut das, was sie eigentlich tun sollte. Aber eben kein Geld schöpfen. Heute schöpft sie Kredit und holt sich daür einen Pfand, einen Realwert. Klasse Husarenstück.

      „Welcher vernünftige Mensch würde freiwillig Ihr Schwundgeld akzeptieren?“

      Schwundgeld gehört für mich zu den Totschlagargumenten. Aber insofern sind wir alle unvernünftig, weil wir DEREN Schwundgeld akzeptieren. Nichts anderes passiert mit Ihren EUROS, wenn diese 1 Jahr in der Schublade liegen. Locker 10% Kaufkraftverlust, wenn Sie damit dann nach 365 Tagen Energie oder Lebensmittel nachfragen. Na das nenne ich mal ein schönes Schwundgeld. Sie können es natürlich auch investieren und auf Rendite hoffen. Warum nicht? Aber 10% sollten es schon sein, sonst bleibt es immer noch Schwundgeld. Und wenn das Risiko zuschlagen soll, weil ein Geldgott das so will, dann ist es auch verschwunden, so wie bei Lehmann.

      „Geld ist ein Gemeingut und gehört in die Hände des Volkes“ Was sind denn das für Sprüche? Hört sich an wie Karl Marx oder Lenin.
      Und die „Obhut der vierten Gewalt“. Wer soll das denn sein? Die Partei oder der Gouverneursrat des ESM, der demnächst geplant ist?“

      Naja, Marx hatte schon grundsätzlich Recht. Ich muß gestehen, dass es mir auf Grund einer gewissen ideologischen Abneigung schwer fällt, dies zu zugeben. Was mich bei Marx stört, dass er alles so auf die Sachkapitalhalter abstellt. Geldkapitalhalter aber kaum erwähnt.

      Die vierte Gewalt wäre z. B. eine Monetative. Ich denke, Geld ist ein Gemeingut, weil es die Welt bewegt. Wir haben eine private Geldschöpfung in den Händen weniger. Kann das gut fürs Gemeinwohl sein, wenn ein paar wenige den Daumen heben oder senken?

      „Ich empfehle die Lektüre von Roland Baader „Geld, Gold und Gottspieler“ oder eines seiner anderen Bücher. Vielleicht entdecken Sie dabei etwas Neues.“

      Hab ich noch nicht geschafft. Kommt aber auch noch dran.

      Aber mal so grundsätzlich: Ich hab so das Gefühl, es läuft für die 99% nicht so gut mit zunehmend negativer Tendenz? Oder? Also scheinen ja ein paar Dinge suboptimal zu sein?
      In so einer Situation sich kopfschüttelnd über Menschen zu wundern, die sich mit Alternativen wie Gesell beschäftigen, oder Marx lesen, das wundert mich nun wieder.

      VG aus Sachsen

  5. Reiner Vogels sagt:

    Über Einzelfragen in der wissenschaftlichen Theorie des Geldes kann man gewiss unterschiedlicher Meinung sein.

    Was die „Entzauberung“ der PDV betrifft, so hat sie sich immerhin im Gegensatz zu den Piraten eindeutig gegen den Euro-Rettungswahn ausgesprochen, der geeignet ist, durch gigantische Fehlsteuerungen von Ressourcen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Wohlstand in ganz Europa nachhaltig zu schädigen und die Generationen, die nach uns kommen zu jahrzehntelanger Schuldknechtschaft zu verdammen. Herr Schäffler hat das auch getan, er hat aber in seiner Partei keine Chance, sich durchzusetzen.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo Reiner Vogels,
      …Schuldknechtschaft….. ist das Stichwort

      ich behaupte:
      fast alle Probleme die wir haben, entstehen aus dem Konstrukt der privaten Geldschöpfung in den Händen weniger. Das ist eine ungeheure Macht. Da dies kaum thematisiert wird, liege ich da wohl richtig, den sonst wäre es kein Tabuthema.

      Was würde passiern, wenn eine Instanz, wie die Monetative, Geld schöpft, nach gewissen Regeln?

      Es gäbe keine exponentiell steigende Staatsverschuldung mit Zwangsenteignung der Bürger. Das Geld, was im Wirtschaftkreislauf umläuft, wäre grundsätzlich Geld. Was von einer Bank gebündelt und als Kredit vergeben werden kann.

      Heute ist Geld Kredit, bis auf die bar Prozent Zentralbankgeld, dass man wie Netto-Geld behandelt. Ein Geldhalter hält einen Schuldkontrakt. Wir tauschen Schuldkontrakte untereinander. Wir lassen uns in Schuldverträgen für unsere Arbeitsleistung entlohnen. In der Hoffnung, dass der Schuldner dieses Kontrakte seiner Verpflichtung nach kommt und es immer genügend Nachschuldner gibt.

      Wenn nun dieser Schuldkontrakt erfüllt wird, das heißt ein Kreditnehmer tilgt und zahlt die Zinsen zurück, dann verschwindet dieses Kredit“Geld“ aus dem Wirtschaftskreislauf.

      FDominicus möchte es aber gern zur Wertaufbewahrung benutzen. Einen zurückgezahlten Schuldkontrakt zur Wertaufbewahrung benutzen? Kann das funktionieren?

      Ich denke nicht. Macht ja auch FDominicus nicht? Oder doch?
      Er tauscht das nämlich in Sachwerte. Als Tauschmittel ist das super.

      Also:
      Ausgeben, um Ware oder Dienstleistung zu kaufen, die mir einen Nutzen bringt. (Jeder akzetiert, dass der mit dem Tauschmittel Kreditgeld gekaufte LCD nach einem Jahr fast nichts wert ist. Aber das Tauschmitel selbst soll seinen Wert behalten, so die Forderung?)

      oder:
      Zur Bank schaffen und für einen Kredit freigeben.

      oder:
      Halten und dafür Kaufkraftverlust akzeptieren, aber extrem liquide sein.

      Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Weder heute, mit der privaten Geldschöpfung, die ein exponentielles Wachstum erzwingt.

      Noch unter einer schuldzinsfreien Geldschöpfung in den Händen einer Monetative.

      Der Unterschied dürfte sein, dass mit ein paar anderen Werkzeugen zusammen, der Wachstumszwang (zumindest nicht aus dem Zinseszinsgrund) nicht vorhanden ist, und wir alle nicht ständig ärmer werden, obwohl die Wertschöpfung, auch durch höhere Arbeistproduktivität steigt.

      Es erübrigt sich zu betonen, dass dies mein Wissensstand von heute ist und kein Dogma.

      VG ins Land

  6. Reiner Vogels sagt:

    @Fnord23

    Ich hätte es gerne praktisch. Ich zwei bis drei Jahren spätestens muss ich mir ein neues Auto kaufen, weil das gegenwärtige dann in die Jahre gekommen ist. Autokauf auf Pump schließe ich aus. Da meine monatlichen Einkünfte wie die der meisten Menschen nicht so gestaltet sind, dass ich das Auto einfach aus der Portokasse bezahlen kann, muss ich etwas zurücklegen. Ich brauche also ein Wertaufbewahrungsmittel. Ich denke, das Geldsystem muss so gestaltet sein, dass ich Geld dafür nutzen kann, ohne dass die Inflation den Bestand auffrisst.

    Wie soll das anders funktionieren als durch eine objektive Eichung des umlaufenden Geldes an einem objektiven Maßstab wie z.B. an Edelmetallen? Oder aber durch eine strikte Begrenzung der Geldschöpfungsmöglichkeiten nicht nur bei den privaten Banken, sondern auch bei den Hauptübeltätern und Falschmünzern unserer Zeit, den Notenbanken?

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.