Frank Schäffler: Staatliches Geldmonopol muss fallen!

7. Juni 2011 | Kategorie: RottMeyer

Der deutsche FDP-Politiker und Finanzexperte Frank Schäffler hat in einem Vortrag am 6. Juni 2011 die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols gefordert. Vor über 150 geladenen Gästen im Berner Hotel Bellevue Palace führte Schäffler aus, dass die jüngste Weltfinanzkrise und die Überschuldungskrise von Staaten und Banken maßgeblich auf die Politik der Zentralbanken zurückzuführen sei…

Angeheizt werde diese Entwicklung der Geldmengenexpansion durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Niedrigzinspolitik sei eine Politik der staatlichen Preisfestsetzung, also ein Eingriff in das freie Marktgeschehen. Zu niedrige relative Preise für Kredite führten zu einem falschen Produktionsaufbau und d. h. zu Investitionsblasen. Denn die künstlich niedrigen Zinsen führten dazu, dass auch Investitionen rentabel erscheinen, die sich unter dem freien Marktzins nicht rentieren. Durch künstlich niedrige Zinsen werde den Entscheidungsträgern in den Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen das Vorhandensein von Ressourcen vorgespiegelt, die in Wahrheit gar nicht existieren; denn das aus dem Nichts geschöpfte Geld ist nicht durch reale Ersparnisse gedeckt. Geschaffen werde somit lediglich Scheinwohlstand.

Deren falsche Geldpolitik fördere die Entstehung von Investitionsblasen. Im heutigen System des staatlichen Papiergeldmonopols, was der Liberale Frank Schäffler auch staatliches Zwangsgeld nennt, könne die Zentralbank das Geld- und Kreditangebot beliebig ausweiten, was Schäffler als eine Form der Falschmünzerei bezeichnete, die noch weit über die Falschmünzerei im 14. Jahrhundert, das als das Jahrhundert der Falschmünzer-Könige bekannt geworden sei, hinausgehe.

Die Alternative zum derartigen staatlichen Geldmonopol und dem staatlichen Zwangspapiergeld besteht für Frank Schäffler in einer marktwirtschaftlichen Geldordnung und der Zulassung von konkurrierenden Privatwährungen oder freiem Marktgeld, was bedeutet, dass das staatliche Geldmonopol fallen müsse. Bei Gewährung von vollständiger Produzenten- und Konsumentenfreiheit im Finanzsektor werde es den einzelnen Menschen ermöglicht, in dezentralen Entdeckungsverfahren, die sich parallel zu den staatlichen Währungen entwickeln und aus denen Schritt für Schritt für die staatlichen Währungen Konkurrenz erwächst, zu lernen, welche Geldart je nach individueller Situation und Bedürfnis und individueller Transaktionskostenlage jeweils für sie sinnvoll ist.

Da niemand freiwillig schlechtes Geld hält, werde der sich entwickelnde Währungswettbewerb die privaten, aber auch die staatlichen Geldproduzenten dazu anhalten, besseres Geld zu produzieren. Die Produktion von schlechtem Geld und die Verschlechterung von gutem Geld werde von den einzelnen Menschen aufgrund ihrer freien Wahlmöglichkeit zwischen unterscheidbaren privaten und staatlichen Währungen, also aufgrund ihrer Konsumentenfreiheit, sofort durch Abwanderung zu konkurrierenden Geldproduzenten bestraft werden. Dies ist im derzeitigen staatlichen Geldmonopol nur höchst eingeschränkt und in der Regel nur für reiche Menschen möglich.

Die individuelle Nachfrage nach gutem Geld würde bei einem allumfassenden Währungswettbewerb und der Möglichkeit für alle Menschen, die Produzenten von schlechtem Geld durch Abwanderung zu bestrafen, auch dazu führen, daß sich evolutionär eine neue Geldordnung entwickelt, in der die Möglichkeiten zur Geld- und Kreditschöpfung aus dem Nichts aufgrund von Wettbewerb beschränkt sind und dadurch die Wahrscheinlichkeit von Investitionsblasen und Scheinwohlstand sinkt.

Freies Marktgeld würde also Scheinwohlstand und Investitionsblasen verhindern, weshalb die wichtigste liberale Aufgabe in der heutigen Zeit darin bestehe, die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols zu fordern und sich für die Schaffung einer marktwirtschaftlichen Geldordnung einzusetzen.

 

 

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32 Kommentare auf "Frank Schäffler: Staatliches Geldmonopol muss fallen!"

  1. Krisennews.com » Frank Schäffler: Staatliches Geldmonopol muss fallen! sagt:

    […] Freies Marktgeld würde also Scheinwohlstand und Investitionsblasen verhindern, weshalb die wichtigste liberale Aufgabe in der heutigen Zeit darin bestehe, die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols zu fordern und sich für die Schaffung einer marktwirtschaftlichen Geldordnung einzusetzen. ———————————- Artikel auf: rottmeyer.com […]

  2. Bummbumm sagt:

    Was ist an unserem Geld eigentlich so schlecht? Es ist doch die Verschuldung, die uns die Probleme bereitet. Hätten wir nicht die amerikanische Häuserkrise importiert, in dem wir schlechte CDOs gekauft hätten, dann wäre das Problem ein amerikanisches geblieben.

    Hätten nicht die amerikanischen Banken ohne Sicherheiten Kredite gegeben, dann würden wir heute gar nicht über das staatliche Geldmonopol reden.

    Gegen Dummheit gepaart mit krimineller Energie hilft auch kein privates Geld.

    • SpanischerGaul sagt:

      „Was ist an unserem Geld eigentlich so schlecht? Es ist doch die Verschuldung, die uns die Probleme bereitet. “

      Du hast echt Humor 🙂

      Geld und Schuld sind doch immer gleich hoch!
      Also Geldmenge und Verschuldung ist gleich hoch.
      Wenn du die Verschuldung senken willst musst du entweder in einer Bilanz etwas abschreiben (z.B. bei einer Insolvenz) oder einen Kredit zurückzahlen. Anders kriegst du die Verschuldung nicht weg. In gleicher Höhe wird dann natürlich die Geldmenge kleiner.

      Aber ich glaub was du meinst ist das eine „ungedeckte“ Verschuldung das Problem ist. Wenn das Haus 100.000 Wert ist aber zu 500.000 Schulden drauf sind ist ja nicht die Verschuldung an sich das Problem sondern nur das die Schuld nicht in gleicher Höhe mit realen Werten „unterfüttert“ ist.

      Da gibts ne Klausel in Haus-Kreditverträgen die nennt sich Nachbesicherung. Die wird auch in Deutschland bald vielen Immobilienbesitzern das Genick brechen. Denn auch hier gehen die Preise nicht endlos nach oben.

  3. bigpuster sagt:

    Was verstehst Du unter „unser Geld“? Den zu 80% durch US-Dollar gedeckten Euro?
    Die Probleme bereitet uns die Art und Weise wie unser Geldsystem aufgebaut ist. Entstehung von Geld nur durch Kredit/ Schuld, das Giralgeldsystem ( Gelschöpfung durch Privatbanken ) und der damit verbundene Zins sowie die Möglichkeit Geld unbegrenzt horten zu können und nur gegen Zins herauszugeben, so dass man leistungslos immer reicher wird und immer mehr Geld demWirtschaftskreislauf entzieht…..obwohl wir mittlerweile froh sein können, dass das Geld ungenutzt herumliegt. Wenn es sich über uns ergießt, möchte ich nicht meine Lebensersparnisse zu 2% angelegt haben.

  4. Zaubrberg sagt:

    Da werden Tatsachen verdreht: Die Teilnehmer an der Marktwirtschaft haben doch das Fiasko verursacht – die Banken haben das Geldmonopol, nicht der Staat. Und die sollen noch mehr Macht erhalten und der Staat komplett aus seinen Aufgaben gedrängt werden? Lächerlich!

    Weil „der Staat“ nicht reguliert hat, die Umverteilung von Vermögen von unten nach oben nicht verhindert hat, läuft sich das Geldsystem gerade tod.
    Hätten die Staaten im Interesse der Bürger gehandelt ständen wir jetzt nicht vor dem Scherbenhaufen den die Banken angerichtet haben!

    • Bummbumm sagt:

      Nö. Zwischen den Banken und dem Staat der USA besteht kein großer Unterschied. Zb. Robert Rubin: Goldman Sachs (Vizepräsident), Citibank, amerikanischer Finanzminister. Oder Henry Paulson: Goldman Sachs (Präsident) und später amerikanischer Finanzminister.

      Bevor da die Interessenskonflikte nicht verhindert werden, in dem es weniger Durchlässigkeit gibt, braucht man gar nicht darüber zu diskutieren, wem von beiden man welche Schuld zuschieben will.

      • Zaubrberg sagt:

        Wenn der Staat die Summe der Bürger eines Landes ist, dann sind die Banken eben nicht gleich Staat.
        Hätte der Staat die Geldhoheit, wie im Ausgangsartikel behauptet, dann hätte er keine Schulden! Der Staat hat aber Schulden und die Bürgen sind erst einmal die Steuerzahler, später die Sparer.
        Was ich sagen will ist – der FDP Mann wirft Nebelkerzen

    • Gandalf sagt:

      Sorry Zaubrberg,’Du‘ verdrehst Tatsachen, bzw. erkennst (noch) nicht die Zusammenhänge.

      Nicht die „Teilnehmer an der Marktwirtschaft“ haben das Fiasko verursacht, sondern diejenigen die eine Martkwirtschaft systematisch (im sozialistischen Sinn) verhindern. In einer Marktwirtschaft können Banken und Konzerne pleite gehen (auch die Agrar-Konzerne, die letzlich für das EHEC verantwortlich sind), – aber wie in der DDR 1.0 gehen nicht die „VEB’s“ und „LBG’s“ pleite, die jetzt „Konzerne“ heißen (diese bekommen ja „Entschädigung“), sondern, die kleinen Handwerksbetriebe und Bauernhöfe. (Die zudem noch Steuern hier in unserem Land zahlen … müssen)
      Banken haben kein Geldmonopol, sondern die Macht Regierungsentscheidungen und Gesetze zu bestimmen. Das ist ein Riesenunterschied! Meine Steuer-SCHULD muß ich nicht an die Bank zahlen, sondern an den einen Staat, der behauptet, dass er weiterhin demokratisch (also durch mich) legitimiert – in einer Währung, die eben dieser Staat durch sein Gewlatmonopol festsetzt.

      Frank Schäffler hat also völlig Recht, wenn er hinterfragt, – ‚wer‘ bestimmt in welcher Währung die Steuer-SCHULD zu zahlen ist … und wie sich die Markwirtschaft (wieder) frei entfalten könnte, wenn dieses Monopol gebrochen werden könnte…

      Grüße

      • Juan sagt:

        Zaubrberg hat schon recht. Wir sind Staat und wir zahlen unsere Steuerschuld an den Staat und dieser bezahlt sie an die Bank. Das Geld mit dem wir aber arbeiten und das Du dem Staat gibst ist eine Schuld bei der Bank die der Staat nur zurückzahlt.

        Jeden cent den Du bekommst wird bei einer Bank erschaffen und dort als Schuld gebucht und ausgezahlt, darum gibt es auch immer genau soviel vermögen wie schulden.
        Wenn wir eine Schuldenkrise haben, haben wir also genau so eine Vermögenskrise.

        Der Vorschlag das sich jede Bank ihr eigenes Geld drucken darf ist Wahnsinn. Worin soll man denn dann sein erspartes anlegen, wenn die Währungen alle gegeneinander konkurieren und ständig Währungen verschwinden und neue kommen? Der Markt würde sich selber regulieren, aber das mit ständigem Verlust der erarbeiteten werte.

  5. Stuelpner sagt:

    Was meint er eigentlich mit privatem Geld? Der private Dollar ist doch nun auch nicht besser.
    Gutes Geld, schlechtes Geld? So wie früher die Könige Gold- die Adligen Silber- und das „Volk“ Kupfermünzen?
    Es ist nicht das Geld allein, es ist nur ein faulender Bestandteil dieser faulenden Gesellschaft.
    Dieser Hr. F.Schäffler hatte auch schon bessere Zeiten bzw. Verkündungen. Was zum Geier ist eine „liberale“ Aufgabe, im polit. Sinn kann er es nicht gemeint haben, sonst wäre er nicht in der FDP und im ökon. Sinn lief es doch mit dem Geld für seine Klicke und Wähler ganz gut.
    Versteh nicht was der Typ will, hab heute weder was alkoh. getrunken noch nettes geraucht.

    Zaub(e)rberg hat Recht, so hätte ich es auch noch geschrieben, wenn der Platz gereicht hätte 😉

  6. Bummbumm sagt:

    Unter „Unserem Geld“ verstehe ich das, was Schäffler darunter versteht.

    Und Nein. Die Krise ist nicht verursacht durch das Giralgeldsystem, an sich, sondern dadurch, dass man die Pleitekandidaten nicht hat pleite gehen lassen, weil man die Gläubiger schützen wollte. Das waren die amerikanischen Haus-Kredit Banken, die die faulen Kredite an Fanni Mae und Freddi Mac abgegeben haben, usw. die waren dann systemrelevant für die Amis und die HRE für uns. Wären die amerikanischen Kleinbanken pleite gegangen, statt das Zeugs zu verpacken, dann wüssten wir heute gar nichts davon, was man mit dem Giralgeldsystem alles anstellen kann.

    • bigpuster sagt:

      Ich denke schon, dass die Möglichkeit der Banken mit einem maximalen Hebel von 50 eigenes Geld zu hebeln und zu investieren ein wichtiger Grund der Krise ist.
      Gäbe es diese Möglichkeit nicht und würde der Zins als Prämie für eventuelle Ausfälle zu verstehen sein, wäre die Welt ein Stück mehr in Ordnung. Banken könnten nur mit ihrem Eigenkapital bzw. Hinterlegung IHRES Vermögens Kredite vergeben und darauf eine Risikoprämie verlangen.Das wäre fair. Es gebe dann auch kein Problem Banken pleite gehen zu lassen. Es wäre ja ihr Geld.

      Findest Du es eigentlich fair, dass Banken mit einem Eigenkapital von sagen wir 4000,- Dein Haus für 200.000 finanzieren und dafür im Rahmen der Laufzeit den Gegenwert von mehr als einem weiteren Haus erhalten NUR für die Schaffung des Geldes aus dem Nichts. Als Sicherheit wird übrigens DEIN Haus hinterlegt. Die Bank tut nichts anderes als Dein Haus zu Geld zu machen mit einem Eigenkapital von 4000 Euro und verlangt auf die gesamte Summe 5% Zinsen. Das restliche Geld hat sie sich für unter 1% selbst geliehen.

      Vielleicht irre ich mich ja auch.

    • Bummbumm sagt:

      Ob ich es fair finde? Naja, wenn es funktioniert, dann haben alle was davon. Wenn allerdings diese Kredite vergeben werden und mein Haus gar keine Sicherheit darstellt, dann ist es einfach nur dumm. Oder Kriminell.

    • Juan sagt:

      Nunja wir haben folgendes Problem.
      Die Gläubiger sind wir alle. Jeder gespaarte oder angelegte cent ist irgendworein investiert worden. jede private altersvorsorge liegt in immobilien, staatsanleihen, aktien, anderen krediten die renditebringen usw. wenn jetzt hier bestimmte banken pleitegehen weil sie zuviel staatsanleihen hatten, sind auch die verbindlichkeiten anderer an die bank weg usw. usw. das ist eine riesenspirale und räumt einmal den halben tisch leer. siehe damals 2007 subprime. nur durch massives zuschustern von uns konnte der table swap aufgehalten werden.
      es gibt einfach viel zu viele vermögens und altersvorsorgepositionen die irgendwo als schulden rumliegen müssen. je mehr vermögen, je mehr schulden und ebenso andersherum.

  7. rolandus sagt:

    Ich bin gespannt wie der weitere Lebensweg des Herrn Schäffler verläuft…immer wieder mutig, dass was viele ahnen und manche wissen dann doch so laut auszuposaunen. Also entweder verlässt er bald die F ast D rei P rozent partei oder etwas „völlig Unvorhergesehnes“ passiert.

    Schön Gruß nach FFM
    rolandus

    p.s: Die Bahn rief mich an und stellt 20 Euro in Aussicht… soviel zu Emails die direkt nach Abenteuern mit der Bahn geschrieben werden. Wir sehen also: Meckern und rütteln (an welchen Zäunen auch immer) hilft

  8. tizian sagt:

    Der Schäffler ist schon mal auf dem richtigen Weg. Und das ist gut so.
    Liberal sein/ libertär zu sein heisst: <Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Mut zu haben – konträr zur ach so deutschen Absicherungsmentalität die hier all zu sehr herrscht.

    Was wir (alle) brauchen ist ein "ehrliches Geld"; ein "knappes Geld".
    Es kann doch nicht sein, das die Volkswirtschaften in ihrem Wachstum einem exponentiell wachsendem Papiergeld quasi "hinterherhecheln", um letztlich doch zu scheitern im großen Knall (Kollaps) der Papierwährungen!
    Das "Geld" muss sich als Tauschmittel und als Wertbewahrungsmittel (qualitativ) beweisen, in dem es sich an das Wirtschaftswachstum rein quantitativ anpasst.
    Nach oben, als auch nach unten(rein von der Geldmenge her).

    Frank S. hat Recht: Der Markt und die Rentabilität müssen entscheiden, ob sich z.B. der Wüstenstrom aus Afrika lohnt oder eben die eigentlich sichere deutsche Kernkraft hierzulande.
    Heutige zentralistische Entscheidungen à la Breshnev, Honnecker, Ceaucescu zeigen mir persönl. nur eines:
    Spät. Römisch. Dekadent.
    übersetzt: "Es" muss unbedingt an die Wand fahren, damit was neues+besseres entsteht.
    Gruß aus Bln. Südwest…

  9. Zaubrberg sagt:

    Der Kommunismus funktioniert nicht, der Kapitalismus, mit freiem Spiel der Markkräfte und Ausrichtung auf Rentabilität, genau so wenig, wie gerade jetzt deutlich wird. Es ist so vieles unrentabel, alte Menschen zum Beispiel, Behinderte, Kranke… Weg damit???

    Atomkraft: Ich finde das eine Menge Leute zwangsumgesiedelt werden müssen… Atomkraftbefürworter gehören ans Atomkraftwerk, nicht die Gegner!

    • SpanischerGaul sagt:

      Kann dir hier nicht ganz zustimmen. Wenn man den Kapitalismus konsequent durchziehen würde funktioniert er schon. Denn dann lässt man halt Banken pleitegehen. Und dann würden sich diese beim nächsten mal dreimal überlegen ob sie hohe Risiken eingehen. Das Problem ist doch das man gerade NICHT kapitalistisch agiert sondern alles und jeden sozialistisch „rettet“.

      Die Haftung für Fehler ist ausgeschaltet und das ist ein Unding!

  10. Fnord23 sagt:

    Ha Zaubrberg, richtig. Wir haben gar kein staatliches Geldmonopol und auch keine Marktwirtschaft. Gäbe es das, dann hätte der Staat, also wir, auch keine Staatsschulden, auf die wir Zinsen zahlen müssten. Der Staat könnte natürlich sein Geld selbst schöpfen und dafür z. B. Infrastruktur ausbauen, etc.

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir eine zusätzliche Gewalt, also eine Monetative haben, die über die staatliche Geldschöpfung wacht. Über die Kontrollinstanz müsste man sich unterhalten. Im Moment „wacht“ darüber die private FED. Alles anderen sind nur Clone.
    Eine Nationale Währung mit untergeordneten Regiowährungen, einschließlich Zeitkontenmodelle,etc. Und als Grundlage der Gesellschaft BGE.

    Was ist den nun Marktwirtschaft? Das ist das Gegenteil von dem was wir jetzt haben. Geldmonopoldiktatur! s. FED
    In einer Marktwirtschaft wird es jedem ermöglicht Eigentum bilden zu können. Das schafft freie Menschen und ist sozial. MW ist ein erstrebenswerter Idealzustand, der wahrscheinlich nie erreicht werden kann. Aber das Ziel sollte es sein.

    Ganz naiv:
    Treffen sich 2 auf einem Markt. Der eine hat 3 Äpfel zu viel und der andere einen Keilriemen. Man wird wird sich einig. Alles gut. Geld spielt dabei noch keine Rolle. Das ist einfache Marktwirtschaft.

    Treffen sich 3 auf einem Markt. Der eine hat 3 Äpfel zu viel und 2 bieten jeweils einen Keilriemen an. Der eine Riemenhändler werkelt in der Ehrlichgasse, der andere in der Kungelstrasse. Der in der Ehrlichgasse macht das Geschäft, weil der Riemen besser ist.
    Das ist Marktwirtschaft + plus Wettbewerb.

    Auf alle Geschäfte erhebt die Marktgemeinde den 10en. Ist Ok, weil der Marktplatz muss in Schuss gehalten werden und der Aufseher kostet ja auch was.

    Der Bürgermeister hat eine Tochter. Die heiratet den Riemenmacher aus der Kungelstrasse. Der überzeugt seinen Schwiegervater eine Verordnung zu erlassen, die besagt, dass alle Riemenmacher der Kungelstrasse von der Abgabenpflicht befreit sind. Einen Grund würde man schon finden.
    Marktvorteil durch Subvention über die Abgabenzahler.

    Wo endet die Marktwirtschaft und hat das irgend etwas mit dem System zu tun, was man uns als freie soziale Marktwirtschaft verkauft?

    Insofern ist der Schäffler also auch nur ein Wolf im Schafsfell.

    VG aus Sachsen

    Wenn du den Fnord nicht siehst, dann kann er dich nicht fressen.

  11. stonefights sagt:

    @ Bummbumm

    User „bigpuster“ hats‘ in knappen Worten auf den Punkt gebracht.
    ALLE ACHTUNG !

    Falls du die Grundzüge unseres heutigen „Geldsystems“ begreifen möchtest, empfehle ich dir so einige youtube-Beiträge dazu anzusehen,
    Bücher sollen auch helfen (hat jemand gesagt .-)

    Suche mal nach z.b. „Prof Bernd Senf“, „Fabian“, etc.
    Zum Einstieg hilft auch:
    http://www.neueimpulse.org/dvd-projekte/fabian-film-ansehen/

    Wenn du das verstanden hast, können wir gerne nochmal über die Inhalte deiner ersten Posts diskutieren .-)

    LG; stonefights

    • Bummbumm sagt:

      Hallo Fnord, hallo stonefights,

      die Beiträge von Prof. Senf kenne ich. Allerdings gibt es keine direkte zwingende Kausalität vom Geldsystem zur Überschuldung. Eine Begünstigung mag durchaus sein, aber nichts zwingendes. Auch dass die Tochter des Bürgermeisters für ihren Riemenmacher eine Abgabenbefreiung erreicht hat nichts mit dem Geldsystem zu tun. Das geht auch bei einem Goldsystem oder was anderem.

      Das ist alles so einfach: Zins weg und dann gehts uns gut.

      Nein, das ist es nicht. Das Zinssystem ist nur einer der Bausteine unserer Krise. Und exponentielles Zinswachstum gibt es schon gar nicht. Beispiel Josephspfennig: Warum gibts eigentlich keinen, der allein durch Zinsen über einen derart langen Zeitraum oder sagen wir mindestens 200 Jahre – reich geworden ist?

      Jeder weiß, man soll sein Kapital auf mehrere Beine verteilen. Und es hat schon einen Grund, warum man alleinigen Zinsanlagen misstraut.

  12. Fnord23 sagt:

    Jo stonefights, wir haben alle mal klein angefangen.

    @bummbumm. Die Tipps vom stonefights sind gut. Wenn du mit Fabian durch bist, dann noch mal nach Prof. Bernd Senf kugeln.

    Kurz: Warum wurden die Kredite an Hinz und Kunz ausgereicht?

    Weil dieses System, unsere Art des Wirtschaftens, auf Wachstum ausgelegt ist. Dieser Wachstumszwang der Wirtschaft entsteht durch die exponetielle Vermehrung des Schuldgeldes auf Grund des Zinseszinses. Keine exponentielle Schuldenzunahme, kein Wachstum.

    Da haste jetzt zwei Möglichkeiten:
    1. Die Menge der Schuldner/Konsumenten wird erhöht. Wurde z.B. mit dem Zusammnbruch des Ostblocks erreicht.

    2. Alle Konsumieren mehr auf Pump. z. B. Subprime in USA, aber auch hier bei uns kannst für 8,- pro Monat auf 78 Monatsraten ein Sofa „kaufen“

    In der Anfangsphase eines Zinsezinszykluses ist Kredit noch rar und man ist in der Lage mit normaler Arbeit etwas anzusparen und sich das Produkt dann zu kaufen. In der Endphase, wie jetzt, gibt es Kredit inflationär.

    Das führt dann zu deflationären Schockzuständen, die seit 2008 nur noch durch fluten der Märkte mit frischem Schuldgeld abgewendet werden können. Nur die Staaten sind über Zwangsverschuldung der Bürger in der Lage das System mit neuen Schulden zu stabilisieren.

    So ungefähr hab ich das verstanden. Ist immer schwierig, dass einfach auszudrücken.

    VG
    aus Sachsen

    Wenn du den Fnord nicht siehst,dann kann er dich nicht fressen

  13. rolandus sagt:

    Es werden mehr Schäfflers : http://www.buergeranwalt.com/00-downloads/Offener-Brief-an-BKA-vom-06.06.2011.pdf der Link wird sicher auch bei der Kopie des neuen smart investor weekly hier erscheinen und muß unbedingt verbreitet werden, denn es ist ja das geldmonopol was nicht aufgeben will.

    Schön Gruß ins Ried
    rolandus

  14. Zaubrberg sagt:

    Aus diesem Frank Schäffler werd ich nicht schlau. Im Streitgespräch auf NTV vom 18.5.11 , welches ich grad geschaut habe, macht er einen ganz anderen, guten Eindruck…

  15. Zaubrberg sagt:

    Ich hab da mal ne Frage – kann mir jemand erklären woran eine Bank pleite geht?

    Meine Überlegung wäre dazu: Eine Bank X hat Einlagen in Höhe von 9Y und eigene Mittel von 1Y. Diese 10Y sind das Eigenkapital der Bank. Bei einer Eigenkapitalquote von 5% könnte diese Bank max 200Y an Krediten herraus geben. Das tut sie dann auch, muss aber feststellen das der Kreditnehmer nicht zurück zahlen kann und die Sicherheiten nur einen Wert von 100Y haben.
    Aber das wird die Bank wohl nicht jucken, von diesen 100Y kann sie locker ihre Gehälter zahlen und hat auch noch genug um die Einlagen zu sichern. Also wäre der Ausfall von 50% des Kredites kein Problem.

    Was ist aber wenn die Bankkunden ihre Einlagen abgezogen hätten? Dann müsste die Bank sofort Eigenkapital von der Zentralbank besorgen um die Eigenkapitalquote zu sichern.

    Wenn das was ich bis hier schrieb so stimmt, dann verstehe ich nicht wo das Problem ist wenn eine Bank griechische Staatsanleihen besitzt díe wertlos werden. Das ist doch nur erschaffenes Geld – die Bank schuldet dieses Geld niemandem und kann es einfach ausbuchen.

    Jetzt bin ich gespannt auf Eure Antworten.

    • Bummbumm sagt:

      Yoh, so isses. So lange wir nicht wissen, wie viele wertlose CDOs in den Bilanzen der Bank Z sind, wissen wir nicht, dass die bereits überschuldet sind und die Boni an die Manager sind gerechtfertigt.

      Und wenn die Bank noch irgendwo Kredit kriegt, zb. bei der Zentralbank oder beim Staat, dann geht das noch eine ganze Weile weiter. So lange, bis der Bürge nicht mehr bürgen kann. Die Bank ist dann jedenfalls fein raus. Die kann nicht mehr pleite gehen, außer der Staat geht pleite.

    • askanier sagt:

      „wenn eine Bank griechische Staatsanleihen besitzt díe wertlos werden“

      Vielleicht besteht das Problem darin, dass dafür gutes eigenes Geld hingegeben wurde. Wenn ich Wertpapiere hätte, wäre ich ganz schön sauer, wenn diese Papiere nicht das halten, was sie versprechen. Zumal ich weiß, dass das Geld, das ich für die Wertpapiere gegeben habe, irgendwo „Gewehr-bei-Fuß“ als potentielles Zahlungsmittel bereit steht und auf dem Markt der Realgüter nachfragen kann. Wenn ich die Schulden ausbuche, müßte ich rein rechnerisch auch das daraus generierte Guthaben (das jetzt irgendjemand anderes hat) ausbuchen. Aber genau das passiert eben nicht.
      Eine Frage in die Runde: Was limitiert das „fractional banking“ ? Hier stand der Faktor 50 bei der Kreditvergabe im Raum. Ich bin mir sicher, irgendwo gelesen zu haben, dass die DEPFA mit Faktor 72 im Rennen war. Was hält die Banken davon ab, einfach nur beliebig viel Geld zu generieren? Gibt es irgendein Risiko für die Bank, falls sie übertreibt? Ich meine im juristischen Sinne. Und wenn ja für wen? Die Konsequenzen im Falle Kaupthing sind ja auch nur lächerlich.

    • Gandalf sagt:

      .. sooo issses eben nicht!!

      sorry Zaubrberg, hier gehst Du ebenso wie in Deinem Erstkommentar von falschen Annahmen aus. Das wird so nix!

      Zitat: „Meine Überlegung wäre dazu: Eine Bank X hat Einlagen in Höhe von 9Y und eigene Mittel von 1Y. Diese 10Y sind das Eigenkapital der Bank.“

      Wenn eine Bank „eigne Mittel von 1Y“ hat, dann ist das 1Y genau das Eigenkapital, das sie hat.

      Im weiteren bringst Du Eigenkapital, die Höhe der Einlagen mit der Möglichkeit der Kreditausreichung durcheinander. In Deinem Beispielfall wäre sie schon Pleite, wenn sie nur 5% des ausgereichten Kreditvolumens vollständig abschreiben müsste! (die Einlagen der Kunden gehören ihr ja schließlich nicht)

    • SpanischerGaul sagt:

      Du hast da einen Gedankenfehler: Kundeneinlagen sind kein Eigenkapital. Also in deinem Beispiel hat die Bank nur 1Y Eigenkapital. Deshalb sind Banken ja auch so schnell pleite! Und dann werden bei einer Insolvenz die Kundeneinlagen abrasiert! Und dies will man auf Teufel komm raus verhindern und rettet uns alle zu Tode.

    • stonefights sagt:

      @Zaubrberg
      Ein Satz „stört“ mich hier vor allem:
      „Das ist doch nur erschaffenes Geld – die Bank schuldet dieses Geld niemandem und kann es einfach ausbuchen“.

      Wir haben ein „Schuldgeldsystem“ (verständlich erklärt u.a. http://www.youtube.com/watch?v=rYkwoCgI3pk&feature=related , ab ca. 12:30 Giralgeld, Zentralbankbuchgeld, etc. ).
      Sehr einfach ausgedrückt, werden auf der einen Seite „Schulden vernichtet“ (in deinem Beispiel zahlt Griechenland nicht mehr), wird auch „Guthaben vernichtet“. Bei einem 90fachen Hebel z.B.: ca. 100Y „Schulden“ werden nicht bezahlt, hiesse ca. 1Y „Guthaben“ gehen „verloren“.
      Das eigentliche Problem in diesem ganzen System ist das „Vetrauen“, auf das unser System beruht.
      Abstrakt dargestellt, wenn der Nachbar feststellt, dass du 1Y „Guthaben“ im o.g. Beispiel verloren hast, wird er zu seiner Bank rennen, und SEIN 1Y „Guthaben“ abheben und wie im o.g. Film z.B. in Gold anlegen und „vergraben“, also dem System entziehen. Somit hat die ZWEITE Bank dann auch ein „Problem“, die auch 100Y an Kredit vergeben hat, da sie ja die 1Y Guthaben deines Nachbarn aus ihren Eigenmitteln physisch auszahlen muss. Sie muss dann die 100Y vergebenen Kredite einfordern (Stichwort EK-Quote…). So geht die Kette weiter, wie ein Schneeball werden die Auswirkungen immer grösser…, es geht also nicht um irgendwelche „Abschreibungen“ von griechischen Krediten, welche nicht mehr bezahlt werden…
      „Vertrauen der Märkte“ heisst dieses abstrakte Wort in diesem Falle.
      lg, stonefights

  16. Z sagt:

    Für eine arbeitsteilenden Gesellchaft ist ein moeglichst teilbares und gleichartiges Tauschmittel von Nöten. In der Geschichte wurde diese Funktion meistens von Gold und Silber übernommen. Wobei Frank Schaeffler wohl ein Anhaenger der Free Banking Idee von F.A. Hayek ist und daher sicher nicht vorschreiben wuerde, was als Geld verwendet werden muss.

    Ich sehe, in dieser heutigen Welt, das grosse Problem, dass die Banken (inkl. Zentralbanken)den Politikern die Waffe an den Kopf halten und sagen, wenn ihr uns nicht rettet, sind die Ersparnisse eurer Bürger weg. Daher werden die Banken gerettet und die
    Marktwirtschaft ist abgeschafft. Deshalb muessen wir weg vom Franctional-reserve banking und staatlichem Zwangsgeld.

    War sicher eine interessante Veranstaltung und ein Dankeschoen an Micheal fuer den Bericht.

    @ Zaubrberg
    IMHO werden Spareinlagen nicht zu den Eigenmitteln der Bank gezaehlt.

    @askanier
    Der Mindestreservesatz begrenzt das Franctional-reserve banking. Seit der dritten Stufe der WWU liegt der Satz bei 2%. IMHO steigt der Satz mit Basel III. Frage an die Experten: Worin liegt der Unterschied in Tier-1 Capital und Core Tier-1 Capital?

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