Fragen zum Anschlag auf den BVB Mannschaftsbus

27. Mai 2017 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Der Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB vor einigen Wochen mündete in großer Emsigkeit der Ermittlungsbehörden. Das bis dato finale Ermittlungsergebnis ist von geradezu grotesker Natur. Laut Sport1.de stellt nun auch der Geschäftsführer des börsennotierten Fußball-Clubs das öffentlich genannte Tatmotiv in Zweifel.

Wer erinnert sich nicht an die Meldungen nach der Ergreifung des Beschuldigten, die offenbar von einer großen Erleichterung zeugten, nicht von einem anders motivierten Anschlag berichten zu müssen. 

So hieß es bei Telepolis:

Ein Deutsch-Russe wurde festgenommen, der auf fallende Kurse der BVB-Aktie gewettet haben soll

(Telepolis) Viel wurde nach dem Anschlag mit drei Bomben auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB) vor dem Spiel gegen den AS Monaco über die Täterschaft spekuliert. Da wurde auf merkwürdige Bekennerschreiben verwiesen, die in der Nähe des Tatorts gefunden wurden, die auf einen islamistischen Hintergrund hindeuten sollten. (…)

Das genannte Bekennerschreiben wird als merkwürdig bezeichnet, der vermeintlich reale Hergang verdient sich dieses Attribut jedoch ebenfalls.

(Telepolis) Aber der Plot, der sich nach der Festnahme eines Deutsch-Russen abzeichnet, könnte eigentlich eher aus der Feder von Thriller-Autoren wie Henning Mankell, Jo Nesbø oder Petros Markaris stammen, die sich ähnliche Vorgänge schon ausgemalt haben. Die Ermittler gehen nun nämlich davon aus, dass an der Börse das große Geld über den Anschlag gemacht werden sollte, indem die Kurse der BVB-Aktie über den Anschlag manipuliert werden sollten.

Ja, der Michel liebt halt seinen Wallander mindestens so wie das Billy Regal. Ausgemalt hat sich freilich schon mancher Autor so manches. Hier wird dann lieber Mankell zitiert als Houellebecq.

Laut Sport1.de sagte Watzke nun:

(Sport1.de) „Das kommt mir sehr obskur vor. Ich finde das wirklich krank, total ballaballa“, sagte Watzke bei einer Talkrunde im Berliner Axel-Springer-Haus. Der logistische Aufwand lasse sich nicht mit den Aussichten auf einen möglichen Gewinn von 200.000 Euro vereinbaren. 

Das wiederum klingt doch wirklich vom Inhalt bis zur Wortwahl überaus vernünftig. Man darf gespannt sein, wie die Sache weitergeht. Der vermeintliche Täter bestreitet die Tat übrigens weiterhin.

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