Fragen, die sich aufdrängen, und die passenden Antworten

24. Juni 2011 | Kategorie: RottMeyer, Slideshow

von Manfred Gburek

Aktuell stehen einige Fragen im Raum, deren Beantwortung in den gängigen Medien von Professionalität oder wenigstens von ernsthaftem Bemühen um die Wahrheitsfindung über Stimmungsmache und Hilflosigkeit bis zur Ignoranz reicht. Es geht bei den Frage im Wesentlichen um die Themen Staatsschulden (Griechenland & Co., aber auch USA), Euro, Konjunktur, Inflation, Öl, China und Gold incl. Silber…

Die Staatsschulden der USA sind zwar viel ernster zu nehmen als die einiger hoch verschuldeter Euro-Länder, aber drüben müssen sich nur zwei Parteien (Demokraten und Republikaner) einigen, um noch in diesem Sommer die Obergrenze der Verschuldung zu erhöhen oder andere Lösungen zu finden, während in Europa die sog. Troika (EU, Europäische Zentralbank EZB und Internationaler Währungsfonds) zurzeit erst einmal kreuz und quer taktiert. Schließlich wird jedoch auch hier, ausgehend von der zu erwartenden Rettung Griechenlands, eine Einigung erzielt – mit der Folge, dass die Schuldenberge weiter wachsen.

Der Euro wird die ganze Prozedur zunächst unbeschadet überstehen, das heißt, er wird gegenüber dem Dollar nicht zur Schwäche neigen. Seine Kaufkraft wird allerdings ebenso sinken wie die des Dollars. Das nennt man Inflation. Die EZB dürfte schon im laufenden Jahr mit geldpolitischen Maßnahmen, auch mit höheren Zinsen, immer heftiger gegen die Inflation ankämpfen, weil für sie die zurzeit in Europa grassierenden Inflationserwartungen ausschlaggebend sind. Der Euro kann dadurch in naher Zukunft sogar wieder gegen den Dollar gewinnen.

Diese Entwicklung wird sich erst dann umkehren, wenn die USA ein umfangreiches Programm zur Konjunkturbelebung schaffen. Das dürfte kaum vor 2012 gelingen. Vorher zieht die Weltmacht indes alle Register, um einen totalen Konjunktureinbruch zu vermeiden. Nur so ist zu verstehen, warum sie jetzt – wie andere Länder auch – in Abstimmung mit der Internationalen Energieagentur einen Teil ihrer strategischen Ölreserven freigibt und mehr kostspielige Truppen als ursprünglich geplant aus Afghanistan abzieht. Weitere Manöver zur Konjunkturbelebung einerseits und zur Kostenbegrenzung in Bereichen mit weniger Konjunkturrelevanz andererseits sind bereits in den kommenden Monaten zu erwarten.

Die europäische Konjunktur wird von Deutschland dominiert. Das ergibt sich einmal mehr aus dem ifo-Geschäftsklima-Index, der im Juni stieg, während die Konjunktur in den meisten anderen Euro-Ländern vor sich hin dümpelte oder, wie in den besonders hoch verschuldeten Ländern, sogar kräftig einbrach. Die von ifo befragten zirka 7000 Manager gaben sich jedoch skeptisch in puncto Geschäftsaussichten. Das ist ein Warnsignal, ebenso wie der Deutsche Aktienindex Dax, der auf hohem Niveau stagniert und offenbar nicht genug Kraft hat, nennenswert über die bisherigen Höchstwerte zu steigen.

Geht man den Dingen auf den Grund, taucht in Gesprächen mit Managern immer wieder der Name eines Landes auf: China. Dort gibt es seit dem Frühjahr dieses Jahres einen neuen Fünfjahresplan. Doch bevor ich auf ihn komme, möchte ich Sie auf ein Phänomen aufmerksam machen, das uns Westlern üblicherweise nur in der einen oder anderen Schlagzeile begegnet: China forciert vor allem die Geschäfte mit anderen Ländern aus Fernost. Dazu ein Beispiel, das diese Entwicklung verdeutlicht: Während beispielsweise in Peking und Shanghai VW-Taxis die Straßenszene beherrschen, sind es in der chinesischen Sonderzone Hongkong Taxis von Toyota und in Hangzhou westlich von Shanghai Taxis des südkoreanischen Konzerns Hyundai… (Seite 2)

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