Frage der Woche: Wo ist das Problem?

17. Juni 2011 | Kategorie: Frage der Woche, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber wer sich keine Sorgen macht, ist nur selten gut vorbereitet. Die meisten Menschen werden sich vermutlich Gedanken über ihre Zukunft und die Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft machen. In den Medien zeigt sich alldieweil wöchentlich mindestens ein neues größeres Problem. Selbst die mediale Halbwertzeit von Kernschmelzen scheint in den letzten 25 Jahren im Gegensatz zur Dauer der Folgen deutlich geschrumpft zu sein…

Die Angebot an Sorgenmachern ist derzeit reichhaltig. Der Schwelbrand im Nahen Osten etwa, ein von diversen „Roadmaps“ unterbrochener Dauerkonflikt, begleitet die Menschen bereits seit Dekaden. Die zahlreichen aufgeflammten Aufstände in den Ländern Nordafrikas und Arabiens, garniert mit einem selektiven militärischen Angriff westlicher Staaten, gewinnen nach wie vor an Schärfe. Direkt mit diesem Wirtschaftsraum verknüpft ist ein bedeutender Teil der westlichen Energieversorgung.

Auch die Schuldendebatte ist mitnichten auf dem Gipfel angelangt. Teile der EU sehen sich bereits jetzt mit massiven Bürgerprotesten konfrontiert, die ihre Gründe in verfehlter Politik, Korruption und Misswirtschaft haben dürften. Die Schuldenkrise und zwanghaft durchgepeitschte Stützungen des Banken- und Versicherungssektors erhöhen nicht gerade den Eindruck, das politische Handeln hätte etwas mit Bürgerinteressen zu tun. Das in höchstem Maße undemokratische Verhalten, gut zu erkennen unter anderem an der Vokabel alternativlos, bestätigt schon jahrelang gehegte Einschätzungen breiter Schichten. Die Berichterstattung öffentlicher Medien über die Unruhen und die zu Grunde liegenden Beweggründe ist dünn, teilweise werden Massendemonstrationen mit mehreren hunderttausend Teilnehmern schlicht ignoriert. Da darf die Frage gestellt werden: Wie stabil ist das System wirklich?

Alte Probleme, wie die bei sinkenden Leistungen munter ansteigenden Kosten im Gesundheitssystem oder zahlreiche stetig wechselnde Arbeitskreise, die sich mit dem Thema Bildung beschäftigen, bleiben im Hintergrund aktiv, die Probleme ungelöst. Derweil greift die Grenzschutzagentur Frontex mit Unterstützung der EU zu offensichtlich mehr als fragwürdigen Methoden im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen auf dem Mittelmeer. Exponierte Länder wie Malta werden mit ihren Problemen dabei weit gehend allein gelassen. Aus den Augen aus dem Sinn.

Aber wie so vieles liegt auch die Beurteilung der größten gesellschaftlichen Probleme im Auge des Betrachters! Daher unsere Frage an Sie, geschätzte Leserschaft: Was denken Sie?

Über die Kommentarfunktion besteht die Möglichkeit, Ihre Beweggründe darzulegen und mit anderen zu diskutieren. Wir sind gespannt!

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

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16 Kommentare auf "Frage der Woche: Wo ist das Problem?"

  1. stonefights sagt:

    Die vorgegebene Einschränkung auf drei Ursachen war gut, sie nötigte mich meine vier Eindrücke auf drei einzudampfen (priorisieren).
    Die Regierungspolitik ist für mich ein „Reagieren“ auf vorhersehbare Ereignisse, mein Verständnis für eine nachhaltig unabhängige Führung in unsere Zukunft wäre ein entschiedenes „Agieren“ gegenüber allen gesellschaftlichen Entwicklungspotentialen. Meine Beobachtungen ergeben ein klares Bild, wer das Tempo und Richtung vorgibt. Nicht die Mehrheit an Köpfen, sondern die Stärke an wirtschaftlichen Mitteln ergibt die tatsächliche Gewalten(ver)teilung. Die Forderung an unser Finanzsystem nach kleinen (flexiblen) Einheiten (Stichwort „to big to fail“) könnte auch die Richtige innerhalb von Konzernen und völkerrechtlich organisierten Stämmen sein (Stichworte wie „UDSSR“, „Globalisierung“, „EU versus Einzelstaaten“, etc.). Solange jedoch Vereinigung(en) von Staaten auf Kosten der übrigen Welt ihre militärische Überlegenheit oder sagen wir mal Notwendkeit nicht verliert, wird es auch keinen Welt-Frieden geben, das war bereits im römischen Reich so.
    Die damit einhergehende Einschränkung demokratischer Rechte (Stichwort „EU: Deutschland stimmt ab“) führt spätestens innerhalb ein- bis zwei Generationen zum Disaster (Geschichtliche Entwicklungen sind ein iterativer Prozess).
    Ein Geldsystem war (!) und ist schon immer in der Geschichte ein Mittel zur Gewaltenausübung, in unserer Zeit ist dieses jedoch (leider) scheinbar in die „falschen Hände geraten“, die Auswirkungen werden uns noch Generationen „beschäftigen“ (was für ein ironischer Begriff .-)
    Unglaubwürdige Medien sind eine Folge der Unterwanderung unserer Gewalten-Säulen. Welche Masse hat vor Einführung von global aggierenden Print-Medien, Fernsehen in den 50-er Jahren, etc. etwas von dem anderen Teil der Ereignis-Scheibe mitbekommen (wollen) ? Wer damit einhergehend mal über die Aussage „…internet ist die grösste Gefahr nationaler Sicherheit…“ einschlägig bekannter Politik- und Wirtschaftsspieler philosophiert, wird voraussichtlich erkennen, welche demokratischen Vernetzungsmöglichkeiten und Wissensbildung in Zukunft der Masse vorbehalten sein werden, die es gilt zu schützen, immer unter der Prämisse, alles besteht aus 0 und 1, true or false !
    lg, stonefights

  2. conan sagt:

    Geldsystem, Geldystem und nochmals Geldsystem!!!

    Aus meiner Sicht könnte man zwar bei vielen Dingen ein Kreuzchen setzen aber die URSÄCHLICHE WURZEL Allen Übels ist meiner Ansicht nach das Geldsystem. Fast alle anderen Probleme sind Folgen (Symptome) von diesem einen Problem.

    Nur ein Beispiel, das augenscheinlich NICHTS mit dem Geldsystem zu tun hat: Die Überalterung vieler großer Industriegesellschaften.

    Nun durch unser Schuldgeldsystem und den Zinseszinseffekt wird ein immer höherer Gewinndruck auf alle Wirtschaftsteilnehmer ausgeübt. Dieser Druck wird von den Unternehmen an die Mitarbeiter weiter gereicht. Dies wirkt sich zum einen in einem real stagnierenden Gehalt und zum anderen in einer vom Arbeitnehmer eingeforderten „flexibilität“ aus, die es dem einzelnen relativ schwierig macht eine Familie zu gründen.

    Da kann man nun „Elterngeld“ und „Herdprämien“ und sonstwas beschliessen — am Grundproblem ändert das nichts. Diese minimalen Anreize können nichts ausrichten. Wenn die Menschen einfach gar keine ZEIT mehr haben. Die Menschen sind mit dem täglichen Geld verdienen beschäftigt, da können sie auch niemanden kennen lernen um eine Familie zu gründen.

    Wenn in einer immer mehr wachsenden Unterschicht die Gehälter immer weiter schrumpfen (Stichwort Aufstocker), dann werden diese Menschen GANZ SICHER KEINE Familie gründen…

    Die Folge: Überalterung der Gesellschaft.

    Eine ähnliche Wirkungskette liese sich für viele der in eurem Poll genannten Punkte aufbauen. Deshalb: GELDSYSTEM, GELDSYSTEM, GELDSYSTEM!!!

    • Fnord23 sagt:

      Richtig: Geldsystem! Alles andere hängt hinten dran. Wirklich Alles! Die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, fast alle Kriege, die immer kürzeren Produktzyklen, der Werteverfall der Gesellschaft, und und und…

      Alternative finden langsam Zugang zu den öffentliche rechtlichen Medien.

      Letzte Woche auf n-tv ein kurzer Beitrag zum Vorteil von Regiogeld mit Beispielen aus Deutschland. Ohne das ins lächerliche zu ziehen.
      Heute im Deutschlandfunk eine Sendung zum BGE.

      Es geht voran.

      VG
      aus Sachsen

      Wenn du den Fnord nicht siehst, dann kann er dich auch nicht fressen.

  3. Frank2 sagt:

    Schuldenkrise, Flüchtlingsproblematik, Rentensystem
    aber alle anderen auch und noch mehr.

    Meine Entscheidung beruhte darauf, wie lange die Politik bereits Probleme verschleppte.
    Rente: Ich erinnere die Warnung eines väterlichen Freundes nicht zu studieren, dann würden mir so viele Rentenjahre fehlen. Ich lachte und sagte, daß es für meine Generation sowieso keine Rente geben würde – das war 1986!
    Schuldenkrise: Ich erinnere nicht ein Jahr, in dem meine Regierung mit ihrem Geld ausgekommen wäre. Nun sind wir an dieser Stelle. Und müssen (mal wieder) sparen.
    Flüchtlinge: Ich verbinde dieses Problem mit unserer dunklen Nazivergangenheit. In Deutschland kann man viele Dinge nicht einmal im Ansatz angehen, weil man dann zurücktreten müßte. Also schweigen wir manches Thema tot. Mir erscheint D an vielen Stellen zu wenig nationalbewußt, andere Länder würden solche Probleme mit größerer Selbstverständlichkeit lösen können. Ist doch manchmal wie bei Monty Pyton: Er hat Jehova gesagt – steinigt ihn.

    Ich bin fest davon überzeugt, daß wenn einer käme und würde den Deutschen schonungslos die Wahrheit sagen und entsprechend handeln, wäre er, bei allen Einsparungen und Opfer im Volke, Kanzler auf Lebenszeit.

    • conan sagt:

      Genau DASS mit dem Kanzler auf Lebenszeit glaube ich eben nicht. JEDES MAL wenn ein Politiker auch nur ansatzweise versucht hat dem deutschen Volk „reinen Wein“ einzuschenken ist er nicht gewählt worden. Oder umgekehrt — Die Partei, die die unmöglichsten Versprechung vor einer Wahl macht, gewinnt.

      Es schein ein menschliches Bedürfnis der Mehrheit zu sein sich mit unangenehmen Dingen nicht auseinander zu setzen.

      Ich habe dieses Erfahrung auch schon im eigenen Bekanntenkreis gemacht, wo ich mit einzelnen über die Lage im Finanzsystem diskutiert und den Kauf von Edelmetallen empfohlen habe. Die Reaktion die mir oft entgegenschlägt — sogar dann wenn mir die Leute zustimmen — ist folgende: „Jooo — es wird schon nicht so schlimm werden. Und Wenn, dann haben ja alle das gleiche Problem.“ … und Themenwechsel.

      Die Leute WOLLEN Belogen werden. Und derjenige der es am dreistesten treibt bekommt bei der nächsten Wahl die meisten Stimmen (vgl. „Psychologie der Massen — Gustave Le Bon“).

  4. VickyColle sagt:

    Den Ausführungen von CONAN ist nichts hinzuzufügen, denn hier liegt die eigentliche Ursache von allem anderen.

    Ich habe dennoch zusätzlich noch „Einschränkung demokratischer Rechte.“ angekreuzt, da Reste von Mitbestimmung dennoch bleiben könnten, trotz Geldsystem (wie man ab Beispiel der Eidgenossen sehen kann).

  5. Silberdax sagt:

    Das Problem liegt ganz eindeutig beim Geldsystem selbst, das auf
    Totalkollaps programmiert ist – aufgrund des Zinseszinseffekts.
    Ich bin wirklich kein Kirchen-Fanatiker, aber in Anbetracht der
    aktuellen Ereignisse sollte dieser link wenigstens zum Nachdenken anregen.
    Es gibt bereits Geschäftsmodelle, die eine Ähnlichkeit zum zinsfreien Geld aufweisen bzw. dessen absolut gerechter Verteilung – sprich ohne Systemfehler mit Totalkollaps und Profiteuren an der Spitze der Pyramide. Aber dazu etwas später mehr.
    Vorerst mal was zum NACH – denken:

    Sollen die Kirchen eine eigene, zinsfreie Währung einführen? Sie sollen, denn es heißt: „Du
    sollst von deinem Bruder und von deiner Schwester nicht Zinsen nehmen, weder für Geld
    noch für Speise noch für alles, wofür man Zinsen nehmen kann“ (Dtn 23,20). Das ist
    eindeutig. Aber längst schon haben sich Christen abgewöhnt, der biblischen Weisung zu
    folgen. Gründe dafür haben sie genug: Gilt die Tora denn nicht nur für Juden? Kann denn eine
    Regelung aus einer agrarischen, vormodernen Gesellschaft heute noch Gültigkeit haben?
    Sagen uns nicht die Ökonomen, dass der Zins für die Wirtschaft notwendig ist – als Preis fürs
    Geld, als Mittel um das Kapital auf den Markt zu locken (Umlaufsicherung), als
    Entschädigung für den entgangenen Gewinn des Kapitalbesitzers, als Preis für
    Liquiditätsverzicht in der Gegenwart? In den Augen der Wirtschaftswissenschaften ist das
    Zinsverbot schlicht Torheit.
    Die Torheit Gottes macht die Weisheit dieser Welt zunichte (1Kor 1,17-21). Das kann man
    heute wieder live erleben. Denn die globale Finanzkrise mit ihren dramatischen Folgen beruht
    auf dem automatischen Wachstum der Geldvermögen durch Zinsen. Wachsen die Vermögen
    stärker als die Realwirtschaft, müssen die Banken die Zinsgewinne auf dem Kapitalmarkt
    erwirtschaften (oder, wie, die Hypo-Banken in den USA, Kredite zu ungesicherten
    Bedingungen vergeben). Es kommt zur Abkoppelung der Finanzökonomie von der
    Realökonomie. Zwar sind die Gewinne auf dem Kapitalmarkt heute nur noch zum kleinsten
    Teil Zinsgewinne. Die großen, milliardenschweren Renditen werden mit Derivaten, Devisen,
    Aktien, Zertifikaten und all den anderen Instrumenten und Methoden gemacht, deren
    Komplexität oft nicht einmal mehr die Finanzmanager durchschauen. Voraussetzung all
    dessen aber ist die Entstehung eines von der Realwirtschaft (wo allein Mehrwert geschaffen
    wird) abgekoppelten Geldmarkts, und dies ist die Folge des vom realen Ertrag unabhängigen
    Wachstums der Vermögen durch Habenzinsen. Der Zins bewirkt Wachstum, er zwingt dazu
    und verlockt dazu.
    Eine Antwort auf den systembedingten Wachstumszwang, der zugleich die Begierlichkeit
    weckt, wäre ein zinsfreies Geldsystem. Genauer: ein Geldsystem ohne positive Habenzinsen.
    Die oben genannten Funktionen des Zinses können auch durch einen „negativen Zins“ erfüllt
    werden, eine Geldhaltegebühr, die auf den Besitz von Geld zu entrichten ist und die dazu
    führt, nicht benötigtes Kapitel schnell wieder in den Geldumlauf einzuspeisen. Dazu gibt es
    theoretisch durchdachte Modelle und ermutigende Beispiele aus der Praxis. Selbstverständlich
    sind auch Kredite in diesem System möglich: Der Gläubiger überträgt die Gebühr auf den
    Kreditnehmer. Sein Kapitel bleibt erhalten, vermindert sich nicht. Aber es wächst auch nicht
    automatisch, und darauf kommt es an.
    Die Kirchen könnten ein solches zinsfreies Geldsystem als komplementäre Währung
    einführen. Eingeführt werden muss eine Währung, damit sie auch angenommen wird. Der
    Handel mit in den Kirchen erzeugten Waren (z.B. Klosterprodukte) und Dienstleistungen
    könnte in dieser Währung abgewickelt werden. Gehälter von Kirchenangestellten könnten
    zum Teil in dieser Währung ausgezahlt werden. Nach Lage der Dinge könnte es nur eine
    zusätzliche, komplementäre Währung sein. Die kirchlichen Vermögensbestände müssen nicht
    angegriffen werden.
    Was wäre damit gewonnen? Nun, bedenkt man den Umsatz kirchlicher Einrichtungen, würde
    schon eine ansehnliche Zweitökonomie entstehen. Und bald könnten auch nichtkirchliche
    Akteure in den Geldkreislauf einbezogen werden. Caritas- und Diakonieeinrichtungen würden
    ihre Lieferanten in dieser Währung bezahlen, diese bemühen sich, ihre Waren damit zu
    erwerben, denn sie wollen im Geschäft bleiben. Und doch wäre der kirchliche Geldumlauf
    marginal im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft. Aber er bedeutete eine Störung, eine Irritation!
    Durch fortgesetzte Irritationen verändert man, so sagt es die Gesellschaftswissenschaft,
    Funktionssysteme wie die Wirtschaft. Christen würden durch abweichendes Verhalten
    auffallen, wären wieder erkennbar. Klöster hätten wieder eine Funktion. Sicher gäbe es auch
    Konflikte. Ich stelle mir genussvoll einen Prozess vor: Europäische Zentralbank gegen
    Europäische Bischofskonferenz. Dann würde endlich wieder wahr, was Jesus ankündigte: „…
    sie werden euch den Gerichten überliefern“ (Mt 10,17).
    Es bleibt ein Einwand: Wenn das zinsfreie Geld den Ausweg aus der Krise weist, warum
    kommen dann nicht auch die Ökonomen darauf? J. M. Keynes, immerhin einer der
    bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, hat schon seinerzeit dafür
    plädiert, und nicht nur er – warum ist man ihm nicht gefolgt? Die Antwort liegt nahe: Weil
    zinsfreies Geld einen Verlust für jeden bedeutet, der sein Geld wachsen lassen will. Und das
    gilt nicht nur für die gierigen Manager, das gilt für jeden Sparbuchinhaber, für jeden, der
    seine Rente am Kapitalmarkt finanziert. Die Gerechtigkeit geht nicht mit dem Eigeninteresse
    der Leute einher. Deshalb ist sie von Gott geboten. Hier nun kommen die Christen ins Spiel.
    Die Gebote hält man nicht aus wirtschaftlichem Kalkül, sondern aus Liebe zu Gott und seiner
    Gerechtigkeit, aus Gottesfurcht. Erst, wenn man sie tut, wird ihre Weisheit offenbar, denn es
    heißt: „Gottesfurcht ist aller Weisheit Anfang“ (Spr 1,7

    • Hauki sagt:

      Hallo,

      eine interessante Ausführung. Die Evangelische Kirche schreibt zum Zinsverbot folgendes auf ihrer Homepage:

      Zinsverbot
      „Wenn dein Bruder neben dir verarmt und nicht mehr bestehen kann, so sollst du dich seiner annehmen wie eines Fremdlings oder Beisassen, dass er neben dir leben könne; und du sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Aufschlag, sondern sollst dich vor deinem Gott fürchten, dass dein Bruder neben dir leben könne. Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen…“
      So lautet das biblische Zinsverbot (3. Mose 25,35-37), das auch über die Jahrhunderte im christlichen Abendland Geltung fand.
      Mit dem Beginn der Neuzeit jedoch änderte sich dies. Der steigende Kapitalbedarf einer schnell wachsenden Wirtschaft war ohne den gewerblichen Geldverleih nicht mehr möglich. Die moderne Wirtschaft kommt ohne die zinsnehmende Geldwirtschaft nicht aus. Das Zinsverbot sollte dem Schutz der Armen dienen – einen solchen Schutz braucht es auch heute noch. Der Zinsmechanismus ist es allerdings, der einerseits die Konzentration immer höherer Guthaben und andererseits einen immer größer werdenden Schuldenberg bewirkt. Deshalb engagieren sich die Kirchen für einen Schuldenerlass der ärmsten Länder. Da die Kirchen selbst Geld verzinslich anlegen, stellt sich die Frage nach der Geltung des Zinsverbotes auch in dieser Hinsicht: Eingebunden in das geltende Wirtschaftssystem können sie sich dem heutigen Finanzsystem kaum entziehen. Als Teil der Gesellschaft sind sie auch Teil des Systems. Eine Lösung wird nicht in einem Systemausstieg, sondern in einem verantwortlichen Umgang mit Geld gesehen.

      Quelle: http://www.ekd.de/kirchenfinanzen/finanzen/732.html

      Interessant, dass die Kirche sich für eine Entschuldung der ärmsten Länder einsetzt, nicht aber generell der ärmsten Menschen … (?)

      Der Denkfehler bei:
      „die dazu führt, nicht benötigtes Kapitel schnell wieder in den Geldumlauf einzuspeisen.“
      liegt meiner Ansicht nach in der Annahme, wir würden wie vor zweihundert Jahren unser Geld unter dem Kopfkissen aufbewahren.
      Jeder ist doch ohnehin gezwungen, das Geld anzulegen, in welcher Form auch immer. Sonst verliert es eben an Kaufkraft. Das ist leider nicht die Lösung. Es legt ein System zugrunde, das mit dem heutigen nichts zu tun hat. Wie soll man Vorsorge (Krankheit, Alter) finanzieren, wie ein Haus etc…

      Dennoch interessante Gedanken.

      Gruß, Hauki

    • stonefights sagt:

      @Silberdax
      Ich finde es mutig und richtig, dass du die Themen Glaube und Gott mit anbringst. Denn immerhin fehlt diese „Auswahl: Fehlender Glaube und Gottesfurcht“ bezeichnend für UNSERE (!) Engstirnigkeit.
      Ich versuche mal EINEN Spiegel jedem Einzelnen von uns (incl. mir !) zu positionieren im Sinne deines Satzes „Die Gerechtigkeit geht nicht mit dem Eigeninteresse der Leute einher.“ Schaut doch auchmal rein !
      Selbstkritisch wie ich nun mal bin, wäre der Satz für mich richtiger „Die Gerechtigkeit geht nicht mit UNSEREM Eigeninteresse einher.“
      Wirklich nur einige wenige beispielhafte Fragen dazu:
      Wer von uns, sofern er überhaupt in die Kirche geht, egal zu welchem Ereignis, schmeisst einen GROSSEN SCHEIN in den Klingelbeutel ?
      Wer von uns spendet GROSSE SCHEINE in karitative Projekte ?
      Ja, wer von uns drückt seine „Dankbarkeit“ in den Opferstock dieses Blogs unten rechts ?
      Fragt euch doch mal „warum eigentlich nicht ?“.
      Wir sind doch Teil dieser Film-Crew, über deren Film permanent einzelne Szenen heraus diskutiert werden, wie schlecht sie doch sind…Hallo…wir haben eine Rolle zu erfüllen, in diesem Film…
      lg, stonefights

  6. Rainer sagt:

    Komisch, geht es anderen auch so? Da liegt man mit seiner Antwort immer zu 100% im Trend und denkt doch eigentlich man schwimme gegen den Strom. Somit stelle ich nun für mich persönlich fest, dass hier nur Freaks unterwegs sein können, die glauben es läge am Geldsystem.

  7. bille sagt:

    Genau im Geldsystem liegt die Wurzel allen Übels begraben!

    „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“
    Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company

    „Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, dass das System ihnen feindlich ist.“
    – Gebrüder Rothschild, London, am 28.Juni 1863 an US-Geschäftspartner

    „Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.“
    – Mayer Amschel Rothschild (1744-1812), Gründer der Rothschild-Banken-Dynastie

    • Stuelpner sagt:

      Ich denke auch, das sind mit die drei wichtigsten Zitate, um die Situation zuverdeutlichen.

      Wieso heißen die Buntschild, haben die mit den anderen Edelmetall-Steins usw. was zutun, man könnte fast denken da hat sich eine Sekte das ganze weltweite Geldsystem unter den Nagel gerissen, um die „Visionen“ vom Müller Spatz Buntschild zuerweitern.

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