Frage der Woche: Markt oder Filz?

27. Juni 2011 | Kategorie: Frage der Woche, RottMeyer

 

 

 

 

Viel ist in diesem unserem Lande, wie es jemand, der es mit dem Recht nicht allzu genau nahm, einmal sagte, von Marktwirtschaft die Rede.  Leistung, Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Wettbewerb werden gern bemüht – vor allem verbal. Versprühen diese Begriffe nicht schon von ganz alleine den Charme des Wirtschaftswunders? Gehen Sie mit der Konjunktur und so, knick knack, Sie wissen schon? Ein kurzer Blick auf das Programm der aktuellen  Liedertafel.

Da soll sich Leistung lohnen, und doch gibt es in der gleichen Firma für Zeitarbeiter und gewerkschaftlich organisierte Schlosser Lohnunterschiede, die so hoch sind wie die Niagarafälle. In den Parlamenten und den Vorstandsetagen ist aber eine Leistung in der Tat beeindruckend: Die praktische Umsetzung der Relativitätstheorie. In Tagen, die für Menschen, die sich nicht so nahe an der geistigen Lichtgeschwindigkeit bewegen, nur 24 Stunden dauern, bringen Abgeordnete und so genannte Führungskräfte neben dem „24-Stunden-Job“ mal eben weitere Aufsichtsratsmandate, Stellvertreter- und Beraterpöstchen unter. Durch die geübte Beherrschung  schnöder physikalischer Gesetze können viele sogar simultan Abgeordneter sein und bei  Versammlungen im eigens gebauten Abgeordnetenhaus gar nicht vor Ort sein.  Weg sein, schon wieder hier sein. Zackig, wie beim Militär. Das ist Leistung 2011. Global, vernetzt und inhaltsleer – denn gerade letzteres steigert die Übertragungsrate.

Von Verantwortung ist die Rede in einem Land, in dem so manche Bankvorstände entweder unfähig sind oder ein Gedächtnis haben, das von der Wand bis zur Tapete reicht. Ich kann mich nicht erinnern ist in vielen Gerichtssälen ein oft gehörter Satz. Es gab sogar schon einige, die sich nicht erinnern konnten, welche Beträge sie erhalten hatten. Da hat aber mal jemand wirklich nur an die gute Sache gedacht! Zum Glück für die Betroffenen haben sie in ihren Verträgen keine gedächtnisorientierten Vergütungen abgesegnet.

Ansonsten ist die Verantwortung ein derart heiliges Gut, dass es zum guten Ton gehört, alle Schultern daran teilhaben zu lassen, ein Prozess, der Sozialisierung genannt wird. Damit steht die Verantwortung übrigens im krassen Gegensatz zum Besitz, der ja bekanntlich belastet. Daher kann dieses Joch ausschließlich von auserwählten, ganz Hartgesottenen geschultert wird.

Glaubwürdigkeit sei ein hohes Gut, so hört man es gern und laut aus den Firmen und Parlamenten. Wer im Mercado eine Maultasche auf dem Weg zwischen Tisch und Abfalleimer abfängt, wird an den Pranger gestellt. Die Glaubwürdigkeit sei nun einmal dahin. Gleichzeitig hocken Parlamentarier mit gefälschten Doktorarbeiten in Parlamenten und wollen die Tatsache, ertappt worden zu sein, zu allem Überfluss  auch noch als Zeichen der eigenen moralischen Überlegenheit verstanden wissen. Klauen ist böse, als Dieb ertappt zu werden ist gut. Eine ebenso seltene wie interessante Rechtsauffassung.

Auch der Wettbewerb spiele eine starke Rolle. Einige Stromfirmen teilen sich derweil den gesamten Markt auf, verspekulieren einige Milliarden mit peinlichen Auslandsinvestitionen, verkaufen Strom aus implizit mit Steuergeldern subventionierten Kraftwerken und zahlen weder Versicherungsprämien noch Endlager, fühlen sich aber trotz offensichtlich monopolistischer Umtriebe als Global Player, der auch in Deutschland seine Stellenanzeigen am liebsten in englischer Sprache veröffentlicht.

Schlussendlich bleibt noch der Markt. Ach, als Einziger ist dieser viel gescholten worden. Die Einkaufspreise müssten doch viel tiefer sein, und die Verkaufspreise höher. Der Liter Milch soll den Kunden 10 Cent kosten, der Molkerei aber einen Euro bringen.  Dabei sind die Vorstellungen doch weit vom Markt entfernt. Immobilienpreise dürfen nicht fallen, aber gleichzeitig sollen die Mieten nicht steigen. Die Zinsen sollten niedrig sein und gleichzeitig sollten Risikoreserven aufgebaut werden. Seltsam, seltsam.  Irgendetwas war da doch mit diesen widerborstigen Zwillingen Angebot und Nachfrage.

Was denken Sie, wie frei ist die Marktwirtschaft in der BRD? Wir stellen hier übrigens nicht die Frage, wie Sie das persönlich finden. Das können Sie natürlich gerne, wie bei den anderen Umfragen auch, per Kommentarfunktion mit den Mitlesern und Leserinnen diskutieren!

Zur Erläuterung. Eine freie Marktwirtschaft soll in diesem Kontext bedeuten, Preise  – und zwar alle, auch Löhne – bilden sich gemäß Angebot und Nachfrage. Aufträge und Stellen werden nach bestem Wissen entsprechend der Leistung der Menschen und der Qualität der Auftragnehmer besetzt. Zur Leistung zählen alle Fähigkeiten, also natürlich auch die soziale Kompetenz, falls erwünscht. Die 10 bedeutet, die entsprechende Verteilung erfolgt nach den Regeln des Filzes, auf Grund von Bekanntschaften –Vitamin B – oder auch durch korrupte Machenschaften. Statt Leistung regieren Absprachen und das „eine Hand wäscht die andere“-Prinzip.

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

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24 Kommentare auf "Frage der Woche: Markt oder Filz?"

  1. Andre sagt:

    Ich kann nur jedem raten, mal einen Wochenendausflug nach Brüssel zu unternehmen. Dabei sollte man mal darauf achten, wer da alles so angesiedelt ist. Jeder, der dies gesehen hat, kommt zwangsweise zu diesem Fazit – WILLKOMMEN BEI DEN LOBBYISTEN!

    Deshalb ist Ihre Frage:“Wie würden sie die BRD auf einer Skala von 1 (freie Marktwirtschaft) bis 10 (lobbyistische Planwirtschaft) einstufen?“ eher sekundär anzusiedeln.

  2. Fnord23 sagt:

    Wenn ich micht richtig an L. Erhard erinnere, dann bezieht sich das „freie“ im bezeicheneten Begriff „freie Marktwirtschaft“ auf den Menschen.

    Der Gesetztgeber hat dafür Sorge zu tragen, dass jeder Eigentum durch Arbeit bilden kann (leistungsloses Einkommen?). Ein Mensch mit Eigentum ist natürlich in gewissem Sinne freier in seinen Entscheidungen. Darauf bezieht sich das „freie“.
    Der Gesetztgeber hat sich darauf zu beschränken, bestimmte Regeln-Ordokapitalismus- festzulegen, denen sich ALLE Marktteilnehmer zu unterwerfen haben.

    Die Marktwirtschaft ist aus sich heraus schon eine freie, natürliche Wirtschaftsordnung und ständig gefährdet. z. B. durch Lobbyismus
    Dieses System neigt dazu, Monopole und Kartelle zu bilden. Diese müssen verboten werden.
    In einer Marktwirtschaft sind Subventionen untersagt.

    Das verkürzt zur Theorie……

    Ich hab hier mal die 10 vergeben und hätte auch noch die 11 für „Diktatur des Geldkapitals“ genommen. Das Ganze ist schwerlich nur auf die BRD einzugrenzen.

    Das Finanzsystem ist grundsätzlich über den Preis fürs Geld, also die Leitzinsen, manipuliert.
    Die Wirtschaft ist grundsätzlich über den Ölpreis manipuliert.

    Insofern sind wir von einer Marktwirtschaft weit entfernt.
    Gab es diese eigentlich schon mal?

    VG aus Sachsen

  3. samy sagt:

    Moin,

    ich denke eine „7“ ist angemessen. Das weil eben der komplette Banken- und Versicherungssektor nach Lehman seitens staatlicher Eingriffe vor dem Kollaps bewahrt wird. Eine „10“ halte ich für übertrieben. Mal noch sind deutsche Produkte ein Exportschlager und ds ist ein starkes Indiz dafür, dass sich dt. Unternehmen dem internationalen Wettbewerb stellen.

    ein wenig aussagekräftiger wäre die Umfrage übrigens, wenn wir hier Punkte für „vor“ und „nach“ Lehman hätten verteilen können.

    VG

  4. holger sagt:

    Ui da unterbreche ich sogar mal meinen „Urlaub“.

    Wer schon mal Selbst und Ständig war, schließt die Ziffern 1-7 aus. Wer weiß wie man Ausschreibungen für Väterchen anfertigt auch. Planwirtschaft? So würde ich es nicht nennen. Hört sich so nach LPG an. Oligopolistische Golfplatz-Wirtschaftsvereinigung würde ich es nennen. Wobei ich sagen muss, wer würde denn schon in der Lage sein, zB Siemens zu ersetzen als „Newcomer“? Ich „kenne“ nun beruflich bedingt, einige dieser Riesen. Also auf der Skala würde ich die 8 bis 13 anklicken. Und seien wir mal ehrlich: Sind wir nicht alle ein wenig „Lobbyisten“? Nur das wir eben den Einfluss dazu nicht haben? Eine wirklich freie Marktwirtschaft wird es wohl nie geben können.

    Und nur so als Bemerkung zu Angebot und Nachfrage:

    Der eine hat ein Angebot an Geld (Käufer), der andere eine Nachfrage nach Geld (Verkäufer). Der eine hat ein Angebot an Waren (Verkäufer), der andere eine Nachfrage nach Waren (Käufer). 😀 Und nun könnte man daraus ja mal einen Chart machen.

    Und wieder ab in die Sonne.

    LG

    P.S. 9

    (edit) ich will mich wirklich nicht hervorheben. Aber ich habe mal ein Angebot an die obengenannte Firma in Höhe von ca. 35 Millionen erstellt und überbracht. Das hat dann der Mutterkonzern Caterraupe eins zu eins übernommen. Tja, da war die Provision für klein holger futsch.

    Also munter und fröhlich bleiben 😀

    • samy sagt:

      Moin,

      „Oligopolistische Golfplatz-Wirtschaftsvereinigung“? Gut, man könnte weiterhin unterscheiden zwischen dem Wettbewerb dem sich kleinst-, klein-, und mittelständische Unternehmen stellen und dem Wettbewerb der Global Player, also z.B. DAX oder Dow Unternehmen oder den Banken und Versicherern. Für letztere könnte ich mir auch mehr als die „7“ vorstellen.

      Jedoch die anderen stellen sich dem Wettbewerb. Man sehe sich doch mal die Insolvenzen an. Wäre sowas in einer Planwirtschaft oder für das „VEB-Erdmöbel“ denkbar? Außerdem gibt es Studien, wonach mittelständische Familienunternehmen über die Jahre hinweg nachhaltiger und erfolgreicher Wirtschaften. Die scheinen sich Muskeln im Wettbewerb antrainiert zu haben. Gerettet wurden in letzter Zeit doch eher die Großen. Ein Blick in die USA reicht. Ich sag nur Chapter 11 + Steuergelder und dann geht es weiter (AIG, Fannie+Freddie, General Motors…).

      VG

      • holger sagt:

        Moin Samy

        die Sache ist doch die, ich red jetzt nicht vom „Malermeister“, dass die meisten Betriebe Zulieferer sind. Dh was ganz oben ausgeheckt wird, daran müssen sich die „da unten“ halten. In manchen Berufsfeldern würde ich sogar die 1 anklicken. Nur im Großen und Ganzen eben nicht. Ich beobachte nun seit geraumer Zeit (15 Jahre) die Entwicklung in der Industrie. Und ich habe sogar damals meinen eigenen Arbeitsplatz weg rationalisiert 😀 auch ne Kunst. Das habe ich sogar gelernt als Industrie-Meister mit anschließendem „BWL“ Kurs. Ich habe gesehen wie das System „Lopez“ funktioniert. Sonst würde ich den ganzen Krams nicht schreiben. Heute bin ich in der Position nur mit „Entscheidern“ reden zu können. Da fällt der Hammer (ja oder nein). Ich will auch nicht hochnäsig klingen, bitte nicht falsch verstehen. Unterhalb der Entscheider rede ich mit keinem mehr. Das ist verlorene Zeit. Nur noch CEO oder CFO oder Direktor. Ist so. Dafür musste ich aber lange Stricken im Netzwerk. Und nun gehts seit seit ca. 1 1/2 Jahren wieder steil Bergauf. Das geht aber nur wenn man die „Regeln“ akzeptiert. Und diese haben mit „freier Marktwirtschaft“ wenig am Hut.

        (edit) noch zu Chapter 11 or 7 … das betrifft die Insolvenzverordnung in den USA. Die sind ja nicht mit DE vergleichbar. Da sind die USA „locker“. Chapter 7 ist genial. Während in DE der Restart ziemlich schwierig ist, (ich weiß wo von ich spreche) ist es in den USA ziemlich einfach gehalten.

        • samy sagt:

          Aloha noch einmal,

          „Nur im Großen und Ganzen eben nicht.“
          Dann stellt sich mir aber ganz aktuell die Frage, wer denn das Große und Ganze vertritt? Sind es z.B. die 50 Vorstände von Großunternehmen, die neulich für teuer Geld inserierten, man möge doch unbedingt den Euro schützen? Oder sind es die mittelständischen Familienunternehmen, die erst gestern Merkel attackierten, man solle doch dem schlechten Geld kein Gutes mehr hinterher werfen?
          Zahlenmäßig bildet der Mittelstand das Rückrat unserer Volkswirtschaft! Wenn wir das übersehen, sind wir dann nicht bhereits Opfer einer erfolgreichen Lobbyarbeit der Marketingabteilungen der Großunternehmen und Verbände?

          Ich bleib dabei, die große Masse der deutschen Unternehmen stellst sich dem Wettbewerb. Schließlich muss ja einer die Bail-Outs der wenigen großen Lobby’s erwirtschaften:-).

          So, und jetzt geh ich mal in die Sonne, wird Zeit.

          VG

  5. silberlocke sagt:

    Liebes Bankhaus Rott,
    die einleitenden Worte sind wieder einmal hervorragend gelungen. Ich bin begeistert, so wie von vielen Ihrer Kommentare.
    Allerdings bin ich bei der Definition zur Marktwirtschaft etwas gespalten, denn einerseits hat sich der Staat in den letzten beiden Jahrzehnten von immer mehr Aufgaben getrennt wodurch scheinbar mehr Marktwirtschaft entstanden ist, andererseits haben gleichzeitig Lobbyismus und Marktkonzentration in einer solchen Geschwindigkeit zugenommen, dass von freien Marktverhältnissen keine Rede mehr sein kann. Nach meiner Meinung brauchen wir wieder einen starken Staat mit echten Experten, der sich auf bestimmte Kernfelder konzentriert und wesentliche Rahmenbedingungen für das freie wirtschaftliche Handeln setzt. Allerdings glaube ich, dass dies nur in Verbindung mit einer grundlegenden Änderung unseres Geldsystems gelingen kann.
    Denn im derzeitigen System regiert Geld tatsächlich die Welt mehr denn je.
    VG

  6. Stuelpner sagt:

    Was soll den nun wieder dieser Spruch mit der Planwirtschaft? Ist die denn so verabscheuungswürdig? Jeder Privat- bzw. Familienmensch muss planen, seine Ausgaben, seinen Urlaub, seine Rentenfinanzierung, sein Dasein … soll er das alles der Marktwirtschaft überlassen so wie bei den Amis, eine Kreditkarte ist leer kommt die nächste dran.
    Die Chinesen stehen mit ihrer ach so schlimmen Planwirtschaft auch nicht so schlecht da, wie würde es denn gehen, wenn das solch böses Teufelszeug ist?

    Weiter entfernt von einer freien Marktwirtschaft wie die BRD kan ein zivilisierter Staat gar nicht sein. Durch staatl. Eingriffe und Willkür werden Löhne unter das Existenzminimum „korrigiert“, massive Subventionen direkt oder indirekt an die „fähigen“ Global Player gezahlt, wo ist da was frei und was hat das mit Planwirtschaft zutun? Zum Glück gibts ja die INSM und ähnliches… die retten uns vor Planwirtschaft, unnötigen Reichtum und lebenswürdigen Dasein
    Das ist einfach nur lobbyistischer Imperialismus. 14Punkte

    Übrigens gabs ja auch in der DDR Planwirtschaft, das diese aber nicht 100% funktioniert hat, war nicht Schuld der Planer sondern äußerer Einflüsse wie z.B. das ständige Einmischen des großen Bruders aus dem Osten, sowie der primitiven Sanktionen und Boykotts der Amis und ihrer Helfershelfer den BRD-Schergen. Dann zu sagen die Planwirtschaft ist soooo p ö s e, ist etwas … (editausweichend).
    Da hatte die DDR ja noch Glück, den Irak haben diese Boykotts 500.000 tote Kinder gebracht.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo zusammen,

      @Stuelpner

      Planwirtschaft bedeutet die Planung von Produktionsmengen durch zentrale Instanzen. Das funktioniert auch ohne großen Bruder und andere Begleitumstände nicht. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, dass so zu sehen oder nicht. Schlussendlich gilt systemunabhängig, dass ein Staat keine Werte erzeugt, sondern nur eine Umverteilung unter mehr oder weniger hohen Reibungsverlusten vornimmt. „Die Regierung zahlt“ bedeutet in allen Systemen nur eines: Einem wirds genommen, dem anderen gegeben. Auch eine Steuer ist schließlich nur eine Art institutionalisierter Enteignung.

      Wie weit die Chinesen mit ihrer zentralen Planung kommen, wird sich übrigens zeigen. Leere Städte zu bauen, damit man den Anschein von realem Wachstum erweckt ist Unsinn.

      Die Begriffe Planwirtschaft und Planung in einen Topf zu werfen ist vielleicht emotional verständlich, aber leider in der Diskussion wenig hilfreich.

      Grüße an die ganze Leserschaft
      Bankhaus Rott

      • Stuelpner sagt:

        @BH Rott
        Zuerst vielen Dank für die bisher geleistete Arbeit und Mühen, hoffentlich gehts noch lange so weiter, trotz meiner Anwesenheit 😉

        Es gibt ja nun zig, sagen wir Auslegungen wie PW zu definieren ist.
        Meiner Auffassung am nächsten kommt diese:

        „Der Begriff Planwirtschaft ist den meisten als Wirtschaftsform der Länder des früheren Ostblocks geläufig. Bei dieser Art des Wirtschaftens wird im voraus errechnet, welche Bedürfnisse innerhalb der festgelegten zeitlichen Wirtschaftseinheit zu erwarten sind und was zur Deckung dieser Bedürfnisse an Leistungen erstellt werden muss.

        Im Gegensatz dazu basiert die freie Marktwirtschaft auf individuellen Planungen der einzelnen Wirtschaftsteilnehmer, ohne dass diese sich vorher absprechen. Natürlich erfolgt auch hier insofern eine Abstimmung, dass Unternehmen nicht ohne Auftrag Waren herstellen, aber im Gegensatz zur Planwirtschaft gibt es keine zentralen Stellen, die diese Planungen durchführen.

        Planwirtschaften gab es zum Beispiel schon in „vorzivilisierten“ Gesellschaften (Sippen, Dorfgemeinschaften, aber sie finden auch im Innenverhältnis jedes Unternehmens statt und zwar im Rahmen der Planung und Koordinierung der internen Abläufe.“ ausgerechnet von INSM

        Was nun bei der freien Marktwirtschaft, wo dagegen auch gern auf Halde produziert wird an der Nachfrage vorbei, besser ist, erschließt sich mir nicht ganz. Erinnern wir uns auch an die Nahrungsmittelüberproduktion, die dann um die Preise zu halten im Meer „entsorgt“ wurde, in einer Planwirtschaft undenkbar.

        China baut leere Städte, wie in Spanien, wie man sieht gewinnt in China die kapital. Marktwirtschaft immer mehr an Einfluss, wohin sie das bringen wird werden wir tatsächlich sehen.

        „Einem wirds genommen, dem anderen gegeben. Auch eine Steuer ist schließlich nur eine Art institutionalisierter Enteignung.“
        Absolut korrekt, nur leider wird hierzulande die Verhältnismäßigkeit total außer acht gelassen, um so mehr ich das Geld von unten bzw. vom Staat zu den Wirtschaftsverbr…. transverriere, um so mehr sind diese auf ausländisches Gedeih und Verderb angewiesen, da die nationale Nachfrage ständig sinkt. Die hiesigen Nachfrager werden quasi verhungern und als Nachfrager ausfallen, dann stehen sie alleine da mit ihren ausländischen Fachkräften und ihren riesigen Profiten, das wird ihnen zumindest in D das Genick brechen.

        Ein Verständnisproblem habe ich dennoch:
        „Planwirtschaft bedeutet die Planung von Produktionsmengen durch zentrale Instanzen.“
        zu
        „Die Begriffe Planwirtschaft und Planung in einen Topf zu werfen ist vielleicht emotional verständlich, aber leider in der Diskussion wenig hilfreich.“
        *grübel*

        Och wie langweilig wäre die Diskussion hier, wenn alle der gleichen Meinung sind 😉

  7. holger sagt:

    So, der Grill ist angefeuert, bald gibts happa happa.

    @ Herr Ponzi

    —>>>Wie weit die Chinesen mit ihrer zentralen Planung kommen, wird sich übrigens zeigen. Leere Städte zu bauen, damit man den Anschein von realem Wachstum erweckt ist Unsinn.“

    Zeige er mit dem Finger nicht so weit auf andere bitte. In dem DE Schland werden auch Brücken gebaut und Häfen, wo kein Auto drüber fahren kann, und ein Schiff nicht anlegen wird. Jedes Jahr werden ca. 40 Mrd. an Steuergeldern „verpulvert“. Na gut, mindestens 30 Mrd. Frag den Däke. Aber das schafft ja Arbeitsplätze. „Sozial ist was Arbeit schafft“. Und „alternativlos“ so scheint es zu sein. Was nun Unsinn ist und was nicht, da rüber kann man trefflich reden. Filosofisch kann man eigentlich nur von einer ABM reden.

    Mahlzeit und immer locker und fröhlich bleiben.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo,

      @Stuelpner
      >>Och wie langweilig wäre die Diskussion hier, wenn alle der gleichen >>Meinung sind

      Das sehen wir auch so!

      >>“Die Begriffe Planwirtschaft und Planung in einen Topf zu werfen >>ist vielleicht emotional verständlich, aber leider in der >>Diskussion wenig hilfreich.”
      >>*grübel*

      Stimmt, da kann man schon mal grübeln!
      Gemeint ist natürlich Planwirtschaft und der Begriff der Planung generell. Wenn jemand seine nächste Mietzahlung in sein Budget einplant, ist dies ja kein Beleg für eine Planwirtschaft im ökonomischen Sinne.

      @all
      Frohes Weiterdiskutieren. Immer dran denken, eine Frage ist nie allumfassend und gibt immer Anlass zu Kritik, Freude oder Ärger. Aber keine Sorge: Neue Woche, neue Frage!

      Der gesamten Leserschaft noch eine schöne Woche
      Ihr Bankhaus Rott

      @Holger
      >>In dem DE Schland werden auch Brücken gebaut und Häfen, wo kein Auto >>drüber fahren kann, und ein Schiff nicht anlegen wird

      Richtig, daher auch die Frage, ob oder wieweit es sich um eine Markwirtschaft handelt.

      • holger sagt:

        @ Mr.Ponzi

        —>>>Richtig, daher auch die Frage, ob oder wieweit es sich um eine Markwirtschaft handelt.“

        Ich möchte es mal so sagen… eine freie Marktwirtschaft wäre für mich eine Wirtschaft, in dem jeder verdienen darf was er will, ohne einen Euronen an Steuern zahlen zu müssen. Die frei von Subventionen ist. Und sich der Gesetzgeber nur darauf beschränkt, die „Sicherheitsbestimmungen“ zu definieren. (zB Berufsgenossenschaften).

        Eine Planwirtschaft wäre für mich, wenn der Gesetzgeber die Produktionsauslastung direkt bestimmt. In dieser Marktwirtschaft macht er es aber indirekt über Gesetze/Verordnungen/Subventionen. zB Solarstromerzeugung. Wäre die Erzeugung von Solarstrom nicht gesetzlich in der Vergütung festgelegt worden, (die übrigens alle Stromkunden bezahlen müssen) hätten wir nicht so viel Panels auf den Dächern.

        Es ist nicht zu bestimmen, wo wir nun sind. Aber eine wirklich „freie“ Marktwirtschaft können wir auf Grund der Legislative und Judikative gar nicht sein. Auch eine „soziale“ Marktwirtschaft ist irreführend. Der einzige der in Richtung „freie“ Marktwirtschaft gedacht hat, war der berühmte Prof. aus Heidelberg mit seiner Steuerreform. Nur ist er ja damit gescheitert. In dieser Marktwirtschaft braucht man vor allen Dingen eines: Einen guten Advokaten.

        Plus Gruß

        (edit) P.S. die einzige freie Marktwirtschaft die ich kenne liegt im Schatten 😀

  8. Frank2 sagt:

    Das ist eine ausgezeichnete Frage liebes Bankhaus, und sauberst aufgedröselt. Ich habe mit ihr große Probleme.
    Intuitiv wollte ich eine acht geben, weil es anderswo noch schlimmer ist, aber gilt das?
    War es vielleicht schon immer so, nur gab es keine Blogger, kein Internet – eben keine Info?
    Habe ich früher über diese Dinge nicht nachgedacht / nicht beachtet, weil ich schlechtere Bildung besaß als heute?
    Ich habe sicher das Gefühl, daß mein Korsett enger wird, aber haben nicht schon meine Großeltern gesagt, daß früher alles besser war?
    Wir hatten doch nie freie M. sondern soziale Marktwirtschaft.
    Wir sind sicher überreguliert, aber ich erinnere, daß ich vor 30 Jahren mit Papa im Wald war und ihn einer fragte, ob er einen Pilzsammelschein besäße.
    Haben die großen Tiere früher besser geschummelt/gelogen/vertuscht?

    Ich kann diesesmal nicht mit abstimmen; mir fehlt ein Maßstab.

  9. Hans im Glueck sagt:

    Ich sage nur „23“.
    Es ist alles ein „Plan“ und zwar ein gewaltiger!
    Aber wir hier unten wissen leider fast nichts.

  10. jose-macho sagt:

    Hallo an alle ich versteht euch nicht, so viel Streiterei über Wirtschaft und Gesetze, wir alle sind nur Bauern auf dem Schachbrett. Merkel und alle Abgeordnete sind nur Vertreter von die Banken und Industrie.

    In Argentinien war das Motto „Mejorar la competitividad“, das wegen hatten wir nur 9 Feiertage am Jahr, 15 Tage Urlaub (Samstag und Sontag einschließlich) arbeiteten 9 Stunden am Tag + Samstag 6 Stunden. und?, nicht, haben alles gestohlen und hier? was ärgert mich am meisten, wenn es eine Wahl morgen wgabe, wer würde Ihrer Meinung nach gewinnen? die Linken?.

    Tauscht eure Vermögen in Schweizer Franken, Gold und Silber, einpacken, und Weg, nach, Panama, Costa Rica oder Uruguay, aber hier?,
    chau chau

    • Stuelpner sagt:

      Zum Verständnis vielleicht ein paar Denkanstöße.
      In Deutschland gibt es noch ein paar wenige Ureinwohner die heimatverbunden sind, so was kann auch in manchen Augen wie Fanatismus aussehen. Dazu kommt, hauptsächlich in östl. Gebieten z.B. Sachsen, das Problem, das man gar nicht das Geld hat um nach SA zukommen und dort zu überleben (außer der sachse aka Fnord 😉 ) der hat genug Geld und ist immer noch da. Weiterhin gibt es dort unten Schlagen, brrrr an einem Schlangenbiß verrecken, das kann man hier auch ohne Schlange. Heimatverbundenheit gepaart mit fehlenden Fluchtmitteln bringen zwei Arten von Mitbürgern hervor, die einen springen irgendwo runter, rein oder rüber, aber die zweite Sorte ist die für die Schachspieler die Unbequemere.

      „Tauscht eure Vermögen in Schweizer Franken, Gold und Silber, einpacken, und Weg, nach, Panama, Costa Rica oder Uruguay, aber hier?“
      Hab kein Vermögen, wie komme ich zur Fahrkarte nach…

      „wer würde Ihrer Meinung nach gewinnen? die Linken?.“
      Nee mit Sicherheit nicht, das wäre ja mal Neues in D nachdem sich Pseudochristen und Pseudosozialdemokraten seit 60J. abwechselnd bereichern. Außer in Sachsen, da können sich die Pseudochristen auf ewig allein bereichern. Warum soll man jemanden anders wählen, wenn man sch an die Schläge und Verars… der einen gewöhnt hat.

  11. Hans im Glueck sagt:

    @ Frank Meyer

    Ich meine das wir hier bzw. unsere lieben „Politiker“ rein gar nichts zu Entscheiden haben, sondern das die „ENTSCHEIDER“ die Welt regieren.
    Manche nennen Sie auch die „Erleuchteten“ ;-).

  12. Hans im Glueck sagt:

    oder sind es die Bilderberger?

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/06/die-anreise-der-bilderberger.html

    Ich schau gleich mal ins Bilderbuch ;.)

    • Fnord23 sagt:

      Hallo HIG und stofi,

      dann sollte man aber schon die Ursprungsidee des Filmes nennen. Die Illuminaten Tilogie von Shea und Wilson.

      Teil 1.Das Auge in der Pyramide
      Teil 2.Der goldene Apfel
      Teil 3.Leviathan

      Wer das liest muss gaga sein. Hinterher ist er es auf alle Fälle.:-)

      Ich bin kein VTler, weil ich daran nicht glaube. Aber Mittlerweile halte ich Alles für möglich.

      Noch mal zum Thema:
      Selbst auf kleiner Ebene, also nicht mal da, wo es um großes Geld geht, werden Aufträge auch im öffentlichen Bereich vergeben, weil einer einen kennt. Ist das Marktwirtschaft?
      Es ist aber auch völlig normal, dass sich mit zunehmender Laufzeit eines recht stabilen Systems Abhängigkeiten und Bekanntschaften ergeben und entwickeln. Das führt dann zwangsläufig zu Fehlentwicklungen und zu einer zunehmenden ungesunden Ordnung ( siehe auch System- und Chaostheorie) mit den Zuständen,wie wir sie im Moment erleben.

      Das alles wird dann im nächsten Abschnitt, dem Zusammenbruch, durch ein heilsames Chaos wieder zurecht gerückt.

      Mit diskordianischen Grüßen aus Sachsen

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