Frage der Woche (KW20): Stützen oder Abwickeln?

20. Mai 2011 | Kategorie: Frage der Woche, RottMeyer

Einige Themen der Woche sind schnell ausgemacht. Dafür genügt ein Blick in eine der überregionalen Gazetten.

Eine bunte Melange der Themen, die beim Betrachter alle möglichen Gemütszustände von Wut bis Ekel auslösen kann. Die anderen Themen, denen Sie im Verlaufe einer von Radio oder TV begleiteten Woche sicher zur Genüge ausgesetzt waren, wollen wir an dieser Stelle gar nicht erwähnen. Viel lieber möchten wir Ihnen in eine Frage zum Thema Stützen oder Abwickeln stellen.

Die aktuellen Zahlen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) zeigen, dass die Stützung von Finanzinstituten nicht kostenlos zu haben ist. So schloss der SoFFin dasJahr 2010 mit einem Fehlbetrag in Höhe von 4,80 Mrd. Euro ab. Die Anleihenkäufe der EZB werden im Falle einer Insolvenz oder Umstrukturierung mit einem hohem zweistelligen Milliardenbetrag zu Buche schlagen. Dies sind nur einige Beispiele für direkte Kosten, die bei einer Stützung von Banken – oder anderen Firmen – entstehen können. Indirekte Kosten einer Stützung sind sowohl ökonomischer als auch sozialer Natur (moral hazard).

Auch eine Abwicklung hätte unbestritten finanzielle Folgen, denn ein Kreditausfall bedeutet einen Kapitalverlust für Investoren. Eine insolvente Nation oder eine kollabierende Großbank würde beispielsweise den Versicherungssektor schwer treffen. Die sozialen Folgen sind in beiden Fällen sehr unterschiedlich und schwer zu messen. Die Belastung des Staates, sprich der Bürger, für Risiken, die in der Privatsektor aufgenommen wurden ist ein nachvollziehbares Diskussionsthema. Zusätzlich spielt das Thema Kapitalfehlallokation mit allen Folgen eine große Rolle. Die direkte Belastung der Wirtschaft im Falle einer Abwicklung würde ebenfalls deutliche ökonomische Folgen hinterlassen.

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

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2 Kommentare auf "Frage der Woche (KW20): Stützen oder Abwickeln?"

  1. wolfswurt sagt:

    Eine Abwicklung nach heutiger Sichtweise bedeutet ein möglichst schmerzfreies Ende einer Unternehmung deren Führer nicht die Strafe, sprich Schmerzen, für ihre falschen Entscheidungen tragen sollen.

    Nein, eine Abwicklung nach solcher Vorstellung hilft für die Zukunft gar nichts, werden doch alle anderen ermutigt ohne Konsequenzen ruhig Fehlentscheidungen treffen zu können.

    Besser wäre da öffentliches Auspeitschen…

  2. der_Berliner sagt:

    Guten Morgen,
    für eine der nächsten Umfragen wäre doch die Frage sehr interessant, welches Land als nächstes frische Rettungseuros benötigt. Für mich ist Belgien noch vor Italien und Spanien ein heißer Kandidat.

    Viele Grüße aus Berlin

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