Frage der Woche: Insel der Glückseligen?

21. November 2011 | Kategorie: Frage der Woche, Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die BRD wird im Rahmen der zerbröselnden Eurozone von vielen als Hort der Stabilität angesehen. Der größtenteils fehlende öffentliche Unmut und eine stärkere Erholung des Industriesektors als in den Nachbarländern haben dazu beigetragen. Wesentlich für das gute Gefühl wirkt sich auch die Kapitalflucht aus anderen Mitgliedsstaaten nach Deutschland aus, die für steigende Bundesanleihen sorgte. Wie aber ist es dem Bürger in den letzten Jahren ergangen?

In anderen Ländern ist die Frage für die breite Masse meist schnell zu entscheiden. Neben den finanziellen Einschnitten als direkte Folge Dekaden langer Schuldenpolitik wirkt sich zunehmend auch der sich vervollkommnende Vertrauensverlust in die Politik negativ aus.

Ein Blick auf die Vereinigten Staaten. Das Bild der vergangenen Jahre wurde geprägt durch geringes Wachstum und schwache Investitionen. Der Kreditabbau des privaten Sektors fordert seinen Tribut. Die steigenden Gewinne zahlreicher Unternehmen sind zum Großteil auf Kostenreduktion zurückzuführen. Dazu zählen geringere Investitionen genauso wie Entlassungen. Der Arbeitsmarkt in den USA ist daher in einer bemitleidenswerten Verfassung. Auf die finanzielle Situation der Menschen hatte diese Gemengelage keinen positiven Einfluss, was wenig überraschend ist. Etwas mehr als ein Fünftel der US-Bürger bewerten ihre persönliche finanzielle Situation als schwach.

Beachtlich ist die Veränderung in diesem Segment. Der Wert befindet sich derzeit auf einem neuen Hoch. Von einer zwischenzeitlichen Erholung im Nachgang des Krisenbeginns ist nichts zu sehen. 7% sehen ihre Lage als excellent an, 37% fallen in die Kategorie good. Mittlerweile gehen 48% von einer Verschlechterung ihrer Lage aus.

Als Kernprobleme werden generelle folgende Punkte ausgemacht:

  • Mangel an Einkommen, niedrige Gehälter
  • Zu viele Schulden, nicht genügend Geld um diese zu bedienen
  • Hohe Lebenshaltungskosten/Inflation
  • Gesundheitskosten
  • Arbeitslosigkeit

Zu hohe Zinsen beklagten übrigens nur ein Prozent der Befragten. Soviel zum Thema aktiver Zinsmanipulation und Eingriffe in die Zinskurve.

Wie hat sich die Beurteilung der persönlichen finanziellen Situation der Menschen in der BRD verändert? Spüren die Bürger dauerhaften Gegenwind oder ist für viele alles in Butter? Was sagen Sie: Wie empfinden Sie die Tendenz seit dem Jahr 2007?

Wie immer freuen wir uns auf die Diskussion im Kommentarbereich!

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.


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8 Kommentare auf "Frage der Woche: Insel der Glückseligen?"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Eine herzliche Bitte: Benutzen Sie bitte nicht für Deutschland oder Bundesrepublik Deutschland das Kürzel „BRD“.

    Dieses Kürzel ist eine Erfindung der kommunistischen Halunken in der „DDR“. Man wollte durch den sprachlichen Gleichklang „BRD-DDR“ sprachlich den Eindruck erwecken, als sei die eigene Diktatur der Demokratie im Westen ebenbürtig.

    In einer Zeit, in der die Nachfolgepartei der Mauermörder in fast allen Parlamenten vertreten ist, sollte man wachsam bleiben. Nicht nur im Blick auf die Nazidiktatur, sondern auch im Blick auf die kommunistische Diktatur gilt: „Nie wieder!“

    Sprache ist wichtig. Sprache formt das Denken. Das haben die Herrschenden zu allen Zeiten gewusst und sie haben entsprechend Sprachregelungen durchzusetzen versucht.

    • drossirot sagt:

      Komisch, mir versetzt es immer beim Lesen des Wortes „BRD“ einen Stich ins Herz, hätte mir aber nie getraut es zu erwähnen.
      Ansonsten fühle ich mich hier sehr verstanden.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo,

      „Das haben die Herrschenden zu allen Zeiten gewusst und sie haben entsprechend Sprachregelungen durchzusetzen versucht.“

      Na dann erübrigen sich doch ihre ersten Sätze. Oder wer herrscht heute?

      Ich bin mir auch nicht mehr so sicher, wer die größeren herrschenden Halunken waren oder sind. Die SED Diktatur, oder die heutige Geldkapitaldiktatur? Das Spiel der letzteren entfaltet sich doch eben erst richtig. Es ist zu früh das abschließend zu bewerten.

      Ich hab Angst davor, dass ich in 10 Jahren diese DDR Diktatur als relativiert betrachten muß. Leider!

      Übrigens: So lange Ideologien jedweder Art bei uns nicht fruchten, hat keiner eine Chance uns zu beherrschen — Herr Vogels!!!!!

      VG aus Sachsen

  2. p.wurzel sagt:

    Hallo Reiner Vogels!

    Vielleicht erinnern Sie sich dunkel – die BR Deutschland ist ein Rechtsstaat!

    Da verjähren selbst schlimmste Verbrechen. Ein wenig Toleranz scheint mir selbst für Halunken ebenfalls angebracht. Im Moment sollten Sie sich jedenfalls vor dem rechten Mördermob und Verfassungsschutz mehr fürchten als selbst vor den schlimmsten Kommunisten. Das sollte zum Nachdenken für Sie eigentlich ausreichen!

  3. Takuto sagt:

    Was lese ich hier im Kommentarbereich für absurde Dinge: die BRD sei ein Rechtsstaat, sogar eine Demokratie! Wo doch gerade in der jetzigen Krise klar zutage tritt, dass wir von der Geldelite regiert werden, die auch das Rechtssystem immer weiter korrumpiert.

  4. Avantgarde sagt:

    Nach Gründung der Bundesrepublik wurde die Abkürzung BRD dort zunächst wertfrei verwendet….

    …Anfang der 1970er-Jahre begann eine Kontroverse um die Abkürzung, als in einigen Bundesländern der Gebrauch untersagt wurde, da sie durch die häufige Verwendung in der DDR als „kommunistische Erfindung“ und „Agitationsformel“ verfemt sei.[4][5] Mit der Vermeidung der Abkürzung BRD wollte sich die bundesdeutsche Seite vom Sprachgebrauch in der DDR abgrenzen und verhindern, dass west- und ostdeutscher Staat durch analoge Abkürzungen auf eine Stufe gestellt werden…..

    —-Seit dem 4. Oktober 1976 gibt es einen Runderlass des Kultusministers von Schleswig-Holstein (NBl. KM. Schl.-H. S. 274), der die Abkürzung BRD für nicht „wünschenswert“ erklärt…..
    (wiki)

    Damit sollte man es bewenden lassen.
    Es mag nicht wünschenswert sein aber erstens gibt es die DDR eh nicht mehr und jedes Mal Bundesrepublik Deutschland auszuschreiben ist mir persönlich einfach zu lang.
    Ich schreib auch BRD – allerdings ohne bösen Hintergedanken – und ich denke so geht es wohl den meisten.

    Zurück zum eigentlichen Thema 🙂

  5. Avantgarde sagt:

    Wenn wir und im Durchschnitt mit anderen europäischen Länder vergleichen sind wir in der Tat eine Insel der Glückseeligen.

    Das mit dem Durchschnitt ist freilich so eine Sache.
    Bereits 20% der Erwerbstätigen arbeiten im Niedriglohnsektor mit steigender Tendenz.
    Die Schere zwischen Arm und Reich ist inzwischen unerträglich hoch.
    Die Vermögens- und Einkommensverteilung ähnelt einer Exponentialkurve.
    http://www.bpb.de/files/0266KH.pdf

  6. Fnord23 sagt:

    Hallo,
    Zum Thema: Ich persönlich habe es bis jetzt geschafft meine Einkommen ungefähr dem Geldwertverfall anzupassen. Also ca. 10% p.a. oben drauf.

    Das hat aber jetzt ein Ende. Also es dürfte mir 2012 nicht mehr gelingen. Will ich auch gar nicht. Also wird noch mehr gespart. Da geht noch einiges.

    Bei vielen die ich kenne, ist es aber nicht mehr möglich und das wird langsam kritisch. Also die Preisteigerungen im zweistelligen Bereich machen sich bemerkbar.

    Die Preissteigerungen sind ja nicht das Problem, sondern, dass es nicht mehr möglich ist, dies durch höheres Einkommen zu kompensieren. Über das warum haben wir hier ja schon ausreichend diskutiert.

    VG aus Sachsen

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