Frage der Woche: Eurobonds?

15. August 2011 | Kategorie: Frage der Woche, Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Bevor man einen Fehler eingesteht, versucht man in der Politik in der Regel die Folgen falscher Entscheidungen auf der Zeitachse nach rechts zu verschieben. Kriegseinsätze werden so im Zeitverlauf mit immer neuen Argumenten begründet. Bei Einsätzen an der Finanzfront ist es nicht anders. Als Tiger abgesprungen und als Bettvorleger gelandet, das trifft auf viele Repräsentanten zu…

Wenn die Folgen auf Dauer nicht so schwerwiegend wären, könnte der Betrachter das dargebotene Lustspiel noch wesentlich entspannter genießen. Leider wird in diesem Kino beim Herausgehen bezahlt.

Im Gewusel aus Rettungspaketen, Bankenstützung, Staatsschulden und Eurobonds haben nicht wenige Abgeordnete scheinbar völlig die Übersicht verloren. Da bringen Ministerpräsidenten in Reden vor einem Finanzforum die einfachsten Sachen durcheinander fühlen sich aber groß in Form. Andere von wem auch immer gewählte wollen heute „Anleihemärkte“ stützen, morgen die EZB auspeitschen und nach Garantien für mehrere hundert Milliarden für die Schulden anderer Länder nun auch noch einen Schritt weiter in die Gesamthaftung gehen. Die ständige Wiederholung des Sätzleins „gerade Deutschland habe doch vom Euro am meisten profitiert“ wird leider durch häufige Wiederholung nicht richtiger. Aber für Fans von schwachen Währungen ist dies unerheblich, schaffen sie es doch auch Importe und Exporte unter Währungsgesichtspunkten vollkommen anders zu betrachten.

Nun ist sie wieder da, die Diskussion um Eurobonds. Unter solchen Papieren versteht man Anleihen, die von der Eurozone gemeinsam emittiert werden und für die die Eurozone gemeinsam haftet. Dazu gibt es zwei wesentliche Gesichtspunkte. Diese Papiere sind im Grunde wie die Institutionalisierung der staatlichen Garantien für Anleihen anderer Staaten. Länder, die durchaus berechtigterweise höhere Zinsen zahlen müssen, als andere, werden so mit künstlich reduzierten Zinssätzen versorgt. Die Kosten dafür fallen in anderen Eurostaaten an, die besser aufgestellt sind. Im Grunde wird der Konstruktionsfehler der Eurozone wiederholt. Andererseits ermöglichen diese gemeinsamen Papiere ein konsistenteres Vorgehen der EU Behörden. Die Frage ist, ob dieses in einem derart heterogenen Wirtschaftsraum sinnvoll und dauerhaft machbar ist.

Was denken Sie? Sollen Eurobonds eingeführt werden?

Wie auch immer Sie über Eurobonds denken. JETZT ist die Zeit die Abgeordneten Ihres Wahlkreises Ihre Meinung mitzuteilen! Dies kostet nur wenige Minuten Ihrer Zeit! Fragen Sie den Abgeordneten ihres Wahlkreises und lassen Sie sich nicht abspeisen.

Gerne können Sie die Antworten der Politiker über die Kommentare an dieser Stelle einstellen! Wir sind gespannt.

Und nun zur Umfrage!

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

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