Frage der Woche: Demo vor der Haustür?

1. Juni 2011 | Kategorie: Frage der Woche, Kommentare, RottMeyer

Viele so genannte Rettungs- oder Stützungspakete sind eingeführt worden. Ein Großteil davon fällt in die Kategorie mehr oder weniger verdeckter direkter Subventionen des Finanzsektors.

Die Sozialisierung von Verlusten und die damit verbundene massive Ausweitung staatlicher Budgetdefizite hat einige Staaten de facto in die Insolvenz getrieben. Andere sollen über Garantien und Finanzierungen Teile dieser Risiken übernehmen. Die verschuldeten Länder sollen nun Tafelsilber verkaufen umd Teile der Kosten der Subventionierung von Banken zu finanzieren.

Die Kombination aus der Kürzung von Staatsausgaben, Erhöhung von Steuern und dem Abstoßen von „Tafelsilber“ führt gemeinsam mit deutlich weiter reichender gesellschaftlicher Kritik derzeit zu massiven Demonstration in Griechenland und Spanien. Auch in London kam es bekanntermaßen zu Massendemonstrationen. Befeuert wird die Diskussion durch die generelle Fragwürdigkeit zahlreicher Stützungspakete.

Während die „Revolutionen“ im afrikanischen oder arabischen Raum gerne als „Demokratiebewegungen“ gefeiert werden, kanzeln weite Teile der Medien die Demonstrationen innerhalb der EU gerne als „Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Rente“ oder ähnlichem ab. Der Kern der Sache allerdings, der könnte wesentlich ernster sein.

Werden sich die Entwicklungen auf weitere Länder ausbreiten, vielleicht auch in den deutschsprachigen Raum? Was denken Sie?

PS: Eine kleine Anmerkung am Rande. Man kann natürlich nicht mit ein paar Fragen das ganze Thema abarbeiten. Aber sollte sich über die Kommentare eine größere Diskussion unter der Leserschaft ergeben, würden wir das sehr begrüßen.

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

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22 Kommentare auf "Frage der Woche: Demo vor der Haustür?"

  1. p.koslowski sagt:

    Mich würde ja mal interessieren welche Bevölkerungsschichten/Personengruppen diesen „Unmut“ in Deutschland zum Ausdruck bringen und ihn auch anführen sollten… Studenten? Parteien?? Arbeitslose??? einzelne Politiker???? Gewerkschaften????? Ich würde es den einen nicht zutrauen und anderen keinen glauben schenken.

  2. hughunter sagt:

    Ich denke, „Unmut“ ist ein sehr sanftes Wort für das, was in den Bürgern brodelt. Sicher sind die Deutschen eher faul, was Demonstrtionen angeht…aber wenn es wirklich aufkochen sollte, ist so schnell kein Halten mehr in Sicht. Und gruseligerweise weiß unsere Regierung das anscheinend sehr gut. Ohne daß man Verschwörungstheoretiker sein muß, kann jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, sehen, in welche Richtung die Reise gehen soll und leider auch gehen wird:
    – „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein…“ daher muß und soll das Netz, welches sich augenscheinlich sehr gut dazu eignet, Revolutionen in Gang zu setzen, unbedingt unter Kontrolle gebracht werden…läuft
    – Die Wehrpflicht wird abgeschafft, da eine Freiwilligenarmee sich besser dazu eignet, unter dem Vorwand des Terrorismus auch im Inneren eingesetzt zu werden…läuft
    – Im Vertrag von Lissabon steht, daß bei Aufständen (wann immer auch eine Demo zu einem Aufstand wird…) Waffengewalt legitim ist…läuft
    – Demos z.B. gegen Stuttgart21 werden schon jetzt unbarmherzig niedergeknüppelt…das hat doch mit Auflösen einer Demonstration nichts mehr zu tun…läuft
    – Achja…Vorratsdatenspeicherung: Damit alle, die sich über Handy zu Demonstrationen verabreden, schon im Vorfeld ermittelt werden können…läuft

    Tja…

    Und dann die Situation des „kleinen“ Bürgers, also meine:
    Ich bin seit heute offiziell Arbeitslos (hatte nach 12 Jahren als kritischer Ingenieur keinen Platz mehr in unserem amerikanischen Unternehmen). Ich bewerbe mich seit November auf viele Konstrukteurs- und Projektingenieursposten. Nun habe ich von einem Personalvermittler signalisiert bekommen, daß ich anscheinend schon zu alt und sowieso überqualifiziert bin (und sowieso zu teuer)…Hallo? Ich bin im Januar 40 geworden!! Ich muß warscheinlich noch mindestens 30 Jahre arbeiten…ich muß mein Häuschen abbezahlen und auch noch was essen…und da ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe, muß ich auch noch mit einer 3-monatigen Sperre des Arbeitslosengeldes rechnen…und von der Abfindung bleibt nach Steuer auch so gut wie nichts mehr übrig…und nu?

    Auf der anderen Seite werden Milliardengewinne in den Banken verbucht und trotzdem fließen knapp 25.000 € aus meiner Abfindung nach Griechenland, damit die Banken noch höhere Milliardengewinne abschöpfen können, um damit die griechische Infrastruktur zu kaufen um diese dann auspressen zu können, um danach Staatshilfen zu kassieren, damit das Land nicht den Bach runtergeht…

    Zugegeben, das war jetzt Jammern auf (noch relativ) hohem Niveau…aber mit Blick auf die Gesamtsituation, von „Unmut“ zu sprechen, ist wirklich ein Euphemismus, der eigentlich schon in http://neusprech.org/ behandelt werden sollte…

    So…nun kauf ich nen Kompressor, damit ich für die morgige Vatertagstour mein Fahrrad aufpumpen kann 😀

  3. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo zusammen,

    @hughunter

    Die Stimmung hunderttausender Menschen mit einem Wort zu beschreiben, ist eine schwierige Aufgabe. Den einen plagt der Unmut als sanftere Form des Zorns, den anderen mag der blanke Hass treiben. Unter Neusprech würden wir dies aber sicher nicht einordnent, dorthin gehören unserer Meinung nach eher Dinge wie etwa die Bezeichung Sondervermögen für bestimmte Arten von Schulden. Schlussendlich soll es an dieser Stelle jedoch nicht darum gehen, sprachliche Haare zu spalten. So ist es jedem freigestellt, das Wort „Unmut“ als Variable zu betrachten, die dem jeweils als passender empfundenen Begriff Platz macht.

    Zu den anderen von Ihnen angesprochenen Punkten. Die von Ihnen genannten Gefahren für die Demokratie und die persöniche Freiheit sehen wir auch als gegeben. Mit der Verteidigung von Freiheitsrechten – das beliebte politische Deckmäntelchen – haben viele Maßnahmen in der Tat wohl so wenig zu tun wie der Begriff „alternativlos“ mit einer demokratischen Meinungsfindung.

    Ihnen persönlich alles Gute!

    Beste Grüße an die Leserschaft
    Bankhaus Rott

  4. Austrian sagt:

    Ich habe eure Website gerade erst entdeckt. Endlich eine deutsche Website, die mit den US sites mithalten kann! Klasse. Mein Info-Katalog: goldseiten.de, Market Oracle, The Burning Plattform, Financial Sense, John Mauldin, Rick Ackerman, Krisennews.com, ZeroHedge, LewRockwell.com, Martin Armstrong, Gary North, Jim Willie, Daily Reckoning, Daily Bell etc….

  5. rolandus sagt:

    Ich habe Nr 2 angeklickt, weil ich gerade aus einer Diskussion im Krankenhaus komme, wo es um Urlaubsperre aufgrund von EHEC ging.

    (Das Pflegepersonal als Kanonenfutter gewissermassen)

    Keiner hat was dagegen, keiner merkt, das man erst die Leute einspart, dann schlecht bezahlt, und dann wieder von anderen Orten einbestellt, wenn die Pharmaindustrie mit ihrem Antibiotikawahn wieder mal blossgestellt wird.

    Die Trägheit und gleichzeitige „Beschäftigung“ wird die Leute abhalten auf die Strasse zu gehen, es sei denn es brennt bereits hell unterm Dach und das TV Programm ist abgeschaltet und MC Doof in einem Lieferprobelm steckt, dann könnte, aber auch nur könnte, es etwas lauter werden oder kurz…weil dann ja mal wieder viel zu spät.

    Schon Epimetheus, der Bruder von Prometheus(dem Voraussehenden) mußte stets im Nachhinein lernen.

    Es ist sehr schwer jemand aus einer Hypnose herauszuholen, aber leicht ihn hineinzubekommen.

    Schön‘ Gruß ins Ried dem baldigen Geburtstagskinde
    rolandus

  6. kranich05 sagt:

    Ich habe auch zwischen den Antwortmöglichkeiten 2 und 3 geschwankt.
    Manches spricht dafür, daß sich die Auseinandersetzungen in Deutschland zögerlicher entwickeln.
    Wer aber die Entwicklung 1988/90 bewußt mitgemacht hat, den Prozess des Untergang der DDR, der weiß, daß die Deutschen genauso wie alle anderen Menschen, zur Empörung fähig sind und daß eine Massenbewegung entstehen und zur reißenden Flut werden kann.

  7. holger sagt:

    Tja, diese Umfrage ist nicht leicht zu beantworten. Ich will gewiss auch keinen Wort-Spliss betreiben und um Wörter streiten. Ich füge mal die Unzufriedenheit ein. @ Hughunters Beispiel oben, kann man ja sehen, was so passiert oder passieren kann. In der BWL heißt das wohl „Kostenoptimierung“.

    Ob es in DE auch zu ähnlichen Zuständen kommen kann wie im Süden? Ja/Nein wenn nämlich jetzt durch das weitere Exkludieren der „Mittelschicht“, durch die Reduktion des Einkommens, „Leistungsträgern“ so zwischen 40 und 53, gesagt wird: Adieu war schön mit dir. Versuch mal Aufstocker zu werden. Man sollte sich nichts vormachen, Nicht-Spezial-Spezialisten werden zunehmend durch die Generation „Praktikum“ ersetzbar. Salopp formuliert: Früher wurde noch instand-gesetzt, heute werden nur noch fertige Teile ausgetauscht. Und so hat sich das auf Personal-Ebene auch durchgesetzt… einfach austauschen. Das ist aber in 90% der Fälle in der Produktion so und hat sich in den letzten 20-25 Jahren etabliert. Dienstleistung, das weiß ich nicht. Prekäre Arbeitsplätze brummen.

    Das ZDF hat mal einen „guten“ Film gemacht, „Aufstand-der-Alten“ oder so ähnlich. Und ich befürchte „wir“ werden das sein. Vermutlich regional unterschiedliche Auswirkungen. Ob Morgen oder Übermorgen, wer weiß das schon. Es brodelt aber gewaltig. Gerade in der „Generation“ die ich angesprochen habe. Es sind nicht die „Loser“ die jetzt sich schon mit Hartz IV geeinigt haben oder auch schon wissen, was Hartz IV bedeutet. Es sind die, denen ganz brutal die Augen geöffnet werden. Die sich in den letzten Jahren eine Existenz aufgebaut haben. Vielleicht sogar ein kleine Familie gegründet haben. Und alles wieder verlieren werden. In kürzester Zeit.

    Es gäbe einige Alternativen das Ganze zu verändern. Und es eben nicht passieren zu lassen. Nur sind die vielen Eigen/Einzelinteressen wohl stärker, als das Gemeinwohl aufrecht zu erhalten. Unmutig mit einer Portion Ohnmächtigkeit ausgestattet, sind wir wohl alle. Schlimm wird es vermutlich erst dann, wenn der Zeitpunkt der Resignation/Gleichgültigkeit eintritt. Dann, wenn die Angst vor dem Verlust weggespült worden ist. Wenn man eh nix mehr zu verlieren hat. Wenn die Politik (ich red gar nicht mal von der Demokratie) die Perspektivlosigkeit auf die Spitze getrieben hat, dann, erst dann wird der Verwaltungsapparat wackeln.

    Kurzum: Ich habe mich für den Punkt 3 entschieden, weil es unterschiedliche Gruppen betrifft. Im Süden scheints ehr die Jugend zu betreffen, und hier in DE das „Mittelalter“.

  8. EDE sagt:

    Bei uns wird es nur wieder mal etwas länger dauern…

  9. stonefights sagt:

    Sozioökonomisch betrachtet steht die Generation der zwischen 40-60 Jahren begonnene Lebenszeit wirtschaftlich genau an dem Punkt, an dem sie auch sozial in unsere Zeit verkettet wurde.
    Da gilt es, die eigene (Alters-)Zukunft abzusichern, und die Eltern zu „tragen“.
    Noch eine Generation früher bestand das unumkehrbare Paradigma des sozialen Generationenvertrags, der nicht nur im ländlichen Bereich auf dem Bauernhof von nebenan gelebt wurde.
    In Zeiten des egoistisch getriebenen Freitzeitlebensstils ohne Nachhaltigkeitssorgen glaube ich eher an die jüngere Generation auf den Strassen, wenn die Zinsen der letzten 20 Jahre eingetrieben werden. Die heute (o.g.) ältere Generation ist es gewohnt, die Lasten der Reperationszahlungen, sozial eingerichteten Hängematten, sowie der Einheit zu stemmen. Sie werden auch den EURO bis zum Grabe aufrechten Hauptes tragen, ohne beim Nachbarn auffallen zu wollen.
    lg, stonefights

  10. hannesb sagt:

    Ich habe mich für Antwort 2 entschieden, denn es gibt da einen kleinen Unterschied:
    Die Spanier bekommen ein Jahr Arbeitslosengeld und danach nichts mehr. Die haben Existensängste.
    Der deutsche Michel „A“ bekommt von Michel „B“ 364 Euro im Monat und ne warme Wohnung. Er hat immer was zu futtern.
    Monatliches Hartz-Valium beruhigt ungemein.

  11. Frank2 sagt:

    Irgendein Russe soll mal gesagt haben, daß Deutsche nicht demonstrieren oder protestieren, weil sie dafür auf den Rasen treten müßten und dort stünde „Betreten verboten“.
    In unserem Land schafft es nur jeder zweite zur Wahlurne, da sehe ich für die Organisation auf der Straße schwarz.

  12. Hal 9000 sagt:

    Der „Russe“ war Georgier und hieß „Väterchen“ Stalin.

    • Hagen aus Dresden sagt:

      Ich kann mich noch gut entsinnen, als in Dresden nach den „Auseinandersetzungen“ am Dresdner HBF bei der Durchfahrt der Prag-Züge am 3./4. 10.1989 Tage später die Leute vorm Rathaus standen und Antworten forderten, hat niemand die gepflegten Blumenrabatten und den netten Rasen davor kaputtgelatscht… der Wucht der Demo tat das keinen Abbruch… es führte zur Bildung der ausserparlamentarischen „Gruppe der 20“ am 08.10.1989 und am Montag den 9.10.1989 zur Montagsdemo in Leipzig…

      Von deutscher Einheit war da noch lange keine Rede, wohl aber davon daß das Volk nun offensichtlich erkannt hatte das es einer prügelnden und lügenden Politmafia gegeüberstand, die am Rande der Pleite steht…

      Was feht ist also der „AUSLÖSER“ und davor haben die Damen und Herren an den Schalthebeln Angst!!! …Denn sie wissen schon lange was sie tun… um es nicht zu wissen (oder so zu tun), gibt es zu viele kluge Köpfe die mittlerweile die Wahrheit sagen!

      Noch funktionieren EHEC, Atomaustieg, Energiewende, Kachelmann, Frauenfussball und alle anderen Ablenkungsmanöver… stellt sich für mich die Frage: WAS WIRD DER AUSLÖSER SEIN?

      • Frank2 sagt:

        Stimmt Hagen, ich gebe zu, der Osten wäre auch meine Hoffnung (gewesen). Die Ossis haben bestimmte Dinge noch drauf. Sich zu organisieren oder aus den Resten von x und y kurz mal z zu zaubern (ich erinnere meinen neuen Nachbarn der mir zurief „das willste doch wohl nicht wegschmeißen“).
        Aber viele der Ossis wurden Wessis. Heute schmeißen die genauso weg. Und 1989 ist auch schon lange her.

        Ich sehe eher den Wunsch im Volke nach einer Führungsfigur. Alte Werte/Tugenden verbunden mit dem frischen Wind von morgen – doch nun ist die Hoffnung als Abschreiber enttarnt worden und persona non grata.

        Wir sind kein Volk der Selbständigen, wir wollen Beamte sein – 40 Stunden Arbeit, bitte nicht körperlich und ein sicheres Gehalt. Der Staat regelt doch alles, oder?
        Und wenn es doch schiefgeht? Dann wird es der Staat schon regeln. Und die auf der Straße? Das sind Spinner, naja sie haben auch recht, aber ich, nee für mich ist das nichts, ich bin dafür zu ….

        • Aussteiger sagt:

          Ist auch meine Meinung. Liegt daran, dass den Deutschen seit Jahrzehnten beigebracht, förmlich aufgezwungen wurde, sich immer auf Vater Staat verlassen zu können. In keinem mir bekanntem Land ist das Anspruchsdenken gegenüber denm Staat und seinen Einrichtungen so ausgeprägt wie in Deutschland und das wurde gezielt durch die Politik gefördert. Es ist ein Recht,Leistung zu beziehen. Schließlichen profitieren die Politik und ihre Wohlfahrtseinrichtungen vom Heer der Abhängigen. Vor allem aber sind Abhängige schön zu kontrollieren und steuerbar. Solange, wie man über Genarationen hinweg völlig leistungslos sein Dasein warm und satt vor dem Flat TV verbringen kann, wird sich kein Mensch auf die Strasse bewegen. Dazu müsste man ja erstmal wissen, worum es geht. Und die, die es wissen, haben keine Zeit und -da schließe ich mich ein- keine Lust. Man wird sehen, wie lang es weitergeht. Zwei der wesentlichen Staatsausgaben sind Sozialausgaben und Schuldzinsen. Beide wachsen, wobei die Schuldzinsen schneller wachsen. It`s a question of time. Irgendwann ist dieses Schuldgeldsystem am Ende und erst dann kommen die Veränderungen, die die Menschen auf die Strassen treiben wird. Kann aber noch ein paar Jahre dauern.

  13. exbrainwashed sagt:

    Hallo zusammen,
    danke für diese gute Auflistung. Sie ist allgemein gehalten und ich denke bei jedem Punkt wird sich einiges realisieren.

    Meine Beobachtungen möchte ich gerne schildern- zumindest aus der Realität in der ich mich begebe Tag täglich- im Raum Mainz.

    Da kann ich mitterweile wirklich täglich beobachten wie die Gegend immer krimineller wird und das ganz offen. Diese Entwicklung lese ich nirgends. Das zum Beispiel einzelne Gruppen durch Real , REWE ,Schlecker ziehen und einsacken was Sie eben grad brauchen. Man macht sich noch nicht mal die Mühe etwas zu verstecken sondern die Sachen werden vor den Augen aller einfach in einer anderen Tüte , nicht die des Geschäftes , rausgetragen. Dann draußen auf den Parkplätzen, mal abgesehen dass man manchen Aldi Parkplatz nach 18UHR hier in der Gegend meiden sollte wenn man nicht bewaffnet ist, wird das geklaute Zeug verteilt. Ja es sind richtige Trauben die den Jungs mit den Taschen folgen. Nein und hier fließt kein Geld. Bezahlt denke ich wird mit „Gegenleistungen“ . Ok oftmals sind es dann wahrscheinlich berauschende Substanzen die hier auch aus jedem vierten Auto herauswinken. – Die Polizei, ja die liebe Polizei blitzt zeitgleich ein paar hundert Meter weiter und in noch größerer Entfernung genießt man wohl seinen Kaffee während man intensiv den vorbeistauenden Verkehr beobachtet.
    – Ich habe den Eindruck die Versorgungslage von so manchem Schwarzmarkt hier, ist besser als die der kronisch leeren Regale der Schleckerfilialen. Welch nettes Bild sich dort mir immer zeigt, wie artig man immer das letzte Produkt ganz nach vorne schiebt damit das Regal voll aussieht. Vor kurzem wurde ich dort gebeten nicht das letzte Babypulver zu kaufen, der nächte Kunde könne ja nicht sehen das dies im Sortiment ist. Ne ist klar Ausstellungsware. Immerhin war noch was in der Packung, ich hab es mitgenommen, meine Kleine hatte Hunger.

    Beste Grüße
    exB.

  14. Gandalf sagt:

    Hallo!

    Ich habe Antwort 3 gewählt, da ich ‚befürchte‘, dass es (wieder mal) zu einer „nicht vergleichbaren“ Situation kommt.

    Der Dt. Michel wird so lange für dumm verkauft, bis das er – mit ‚dt. Gründlichkeit‘ alles nachholt, was er verpasst hat. Das gibt möglicherweise Raum für „extreme Kräfte“, die wir uns alle nicht wünschen und für einen ungewissen Ausgang sorgen werden. Aber scheinbar führt daran kein Weg vorbei. Das Pendel wurde und wird weiter überdehnt und das bisher nichts passiert ist, scheint denjenigen recht zu geben, die es überdehnen. Wehe, wenn es zurückschlägt.

    Etwas sybillinisches: Nur wenn man durch eine Krankheit hindurch geht, hat man die Chance von ihr erlöst zu werden.

    Viele in meinem Bekanntenkreis scheinen auf irgendetwas (eine Fanal, eine Partei, die man „endlich wählen“ kann) zu warten – vergleichbar mit der Situation kurz vor Untergang der DDR: Bis zuletzt wurden – offen – die System-Fähnchen geschwenkt, obwohl – insgeheim – keiner mehr an das Selbige geglaubt hat.

    Bloß: Damals gab es „Profis“, die die allgemeine Ungewissheit der „Ossis“ aufgefangen und in wohl definierte Bahnen kanalisiert haben (mit dem bleibenden Gefühl der Bevormundung und Ungerechtigkeit) – aber wer wird „uns alle“ nach dem wohl unvermeidlichen „Rückschlag „führen“?

    Was können „wir“ (hier) tun (wir, die wir wissen, das es so kommen wird, wenn niemand was tut)?

    nachdenkliche Grüße aus Oberfranken

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