Frage der Woche: Das Leserportfolio (4/4) – Anleihen

27. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bankhaus Rott) Einmal werden wir noch wach – die vierte Runde wird mit der aktuellen Frage der Woche eingeläutet. Nach Rohstoffen, Edelmetallen und Aktien entscheiden Sie heute über die Aufteilung des letzten Viertels. Es dreht sich um Anleihen.

Zunächst werfen wir einen Blick auf die durch die gesammelten Antworten festgelegte Aufteilung des Aktiensegments. Die deutschen Aktien haben sich im breiten internationalen Teilnehmerfeld als klare Favoriten entpuppt.

Die rote Laterne geht an Japan, das nur einen marginalen Stimmenanteil erhalten hat. Nach vielen über viele Jahre verteilten Erholungsversuchen und ebenso vielen Abstürzen ist eine gewisse Zurückhaltung nachvollziehbar. Ansonsten zeigt sich eine breite internationale Streuung. Durchaus bemerkenswert ist der Anteil Afrikas, der nur knapp hinter dem Chinas zurückbleibt. Zudem vereinen russische Aktien einen größeren Anteil als ihre US-amerikanischen Gegenstücke.

Kommen wir zu den Anleihen. Diese Assetklasse wird von vielen Anlegern generell verschmäht. Die Performance der Vergangenheit ist somit offensichtlich an so manchem vorbeigegangen. Erst kürzlich überholte die Performance von US Treasuries – erstmalig seit dem amerikanischen Bürgerkrieg – auch auf Sicht von dreißig Jahren die der Aktien. In den vergangenen Jahren entwickelten sich auch in Europa die Unternehmensanleihen der Krise zum Trotz sehr positiv. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung eines Index von Unternehmensanleihen inklusive Kuponzahlungen im Verlauf der Krise. Zur Einordnung haben wir den DAX eingefügt.


Nun kann jeder von Anleihen halten was er mag, einige Punkte sprechen für diese Papiere, einige dagegen. Ein theoretisches Konstrukt wie den „risikolosen Zins“ gibt es nicht, allerdings darf man auch nicht jede Aktie zum „Sachwert“ (v)erklären. Dies bringt neben der Gefahr des Irrtums auch die des Totalverlustes mit sich.  Ein Blick auf die Entwicklung griechischer Anleihen und griechischer Aktien zeigt, dass man durchaus auch mit beiden Gattungen gleichzeitig schmerzhafte Erfahrungen sammeln kann.

Vielleicht liegt es an der für viele Privatanleger eher schwer zu durchschauenden Struktur des Bondmarktes. Während es den Medien zumindest eine Zeit lang gelungen ist, den Investoren den Aktienmarkt nahezubringen, wird dies beim Anleihemarkt wohl nicht gelingen. Bei den Aktien hält sich das bekannte Muster ein bisschen hoch, ein bisschen runter, Trend oder kein Trend. Anleger „greifen beherzt zu“ und alle freuen sich anders als sonst, wenn alles teurer wird. Früher hieß so etwas inhaltsleer, heute „Infotainment“. Bei Zinspapieren haben die meisten Berichterstatter sich zwar einige griffige Wörter wie Ratings, Hedge Funds und Spekulanten angeeignet, ansonsten aber vermutlich auf Grund der Komplexität des Marktes aufgesteckt.

Die Zeiten am Anleihemarkt sind jedoch in der Tat spannend. Die dauerhaften Eingriffe der Zentralbanken am Anleihemarkt, die überdimensionierten Bankbilanzen sowie ein um sich greifendes Deleveraging des privaten Sektors dürften weiterhin für gute Unterhaltung sorgen – in welche Richtung auch immer. Angesichts der extrem niedrigen oder negativen Realzinsen ist die Frage, für welche Risiken man eigentlich noch bezahlt wird, durchaus berechtigt. Europäische Corporate Indizes mittlerer Laufzeit rentieren immerhin in etwa mit 4%, deutsche Bobls hingegen mit 0,90%, italienische Staatstitel mit knapp über 5%.

Wir haben eine kleine Auswahl aus dem internationalen Anleihemarkt herausgegriffen.
Wie beurteilen Sie die einzelnen Anleihesegmente und verteilen das vierte Viertel des Geldes auf diese Assetklasse?
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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

Wir freuen uns wie immer auf eine lebhafte Diskussion im Kommentarbereich!


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Ein Kommentar auf "Frage der Woche: Das Leserportfolio (4/4) – Anleihen"

  1. marco mountain sagt:

    …am liebsten hätte ich einen großteil des Geld in Staats- und Unternehmensanleihen aus dem BRIC bereich gepackt.

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