Hellmeyer: „Spin“-Doktoren aus London und New York

21. Januar 2011 | Kategorie: RottMeyer

Wenden wir uns dem gestern beherrschenden Thema am Finanzmarkt zu. Unsere „Freunde“ in London und New York bequemten sich, ein Thema des letzten Jahres, das sich als brachiale „Ente“ erwies und auf unseren erbitterten Widerstand traf, wiederzubeleben.

Nachdem China gestern mit leicht positiven Daten überraschte, wurde die „Spin“-Maschine angeworfen. Chinas Wachstum könne/müsse wegen Überhitzungsgefahr weiter eingebremst werden. Das stelle eine Risiko für die Konjunktur Chinas und der Weltwirtschaft dar. Daraufhin nahm Risikoaversion zu. Aktien wurden aggressiv abverkauft. Rohstoffe wurden aggressiv abverkauft.

In der Tat macht es Sinn, dass China weiter einbremst. Nach 10,3% Wachstum stehen 2011 voraussichtlich 8% – 9% Wachstum auf der Agenda. Die Zielzone der Chinesen liegt in dem Bereich zwischen 8% bis maximal 10%.

Chinesische Zinserhöhungen oder Mindestreserveerhöhungen als auch andere Steuerungsmaßnahmen der Regierung sind Ausdruck nachhaltiger unterliegender Stärke der chinesischen als auch der globalen Wirtschaft.

Gerade die angemessene Gangart der Zins- und Liquiditätspolitik der PBoC in der Vergangenheit im Gegensatz zu den Ausrichtungen der Zentralbanken der Industrieländer (maßgeblich Fed, BoJ und BoE) bietet nicht nur die Möglichkeit, sondern eine hohe Wahrscheinlichkeit der zeitlichen Expansion des Aufschwungs.

Die Chinesen agieren so, als hätten sie das deutsche Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 voll verstanden. In der Krise wird fiskalisch, zins- und liquiditätsmäßig unterstützt und im Aufschwung werden Überhitzungsrisiken erkannt und durch angemessene Maßnahmen konterkariert.

Offensichtlich fehlt unseren Kollegen und „Spin“-Doktoren aus London und New York Verständnis für Nachhaltigkeitsansätze.

Bei dem Blick in den Rückspiegel bezüglich der letzten 10 Jahre hinsichtlich der opportunistischen Ausrichtung am Neuen Markt (Cash Burn Rates sind „cool“), dem US-Immobilienmarktfiasko oder der aggressiven Spekulation gegen die Eurozone, die sich markant reformiert, sind die Belege für diesen Mangel an „Common Sense“ augenfällig. Diese Damen und Herren waren in den letzten Jahren gefährlich. Sie waren mit ihrer Aktivität ein Katalysator massiver Wohlstandsverluste in der westlichen Welt. Ergo ist bei Einlassungen von dieser Seite grundsätzlich Vorsicht geboten! Vielleicht sind sie aber auch nur nicht angemessen für die weitere Expansion der Weltwirtschaft positioniert und wollen den „Spekulationsbaum“ noch einmal kräftig schütteln, um ihre Positionierung anzupassen.

Schauen wir mal und bemühen uns, dem logischen Denkvermögen in Europa eine Chance zu geben. Das wäre erfrischender, als helotisch den „Spin-Doktoren“ aus London und New York zu folgen!

via Marktberichte | Euro zieht gegen „Crosses“ an – „Wachstumssorgen“ bezüglich China belasten Märkte … von Folker Hellmeyer | GoldSeiten.de.



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