Florian Grummes: Die Technologie der Blockchain als weiterer Quantensprung

23. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Metallwoche

Wir wollen uns heute erneut mit dem Thema Kryptowährungen und der Technologie der Blockchain auseinandersetzen. Gerade in einem Hype sieht man ja leider häufig den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unser heutiger Gast sieht die Technologie der Blockchain als nächsten Quantensprung, der die Dezentralisierung von Macht und Kontrolle und damit auch die Dezentralisierung von Geld bringen wird.

Wer wird der neue Superstar am Kryptohimmel? Wir wissen es nicht und darum soll es im heutigen Podcast auch gar nicht gehen. Kaum einer ist dabei, aber fast alle „reden“ darüber, die einen voller Begeisterung, die anderen voller Ablehnung. Nur ein Spekulationshype oder ein Quantensprung oder vielleicht auch beides? Wir wollen wissen: Wie sieht das große Bild aus und was muß man in dieser ganzen Thematik vielleicht erst einmal verstehen?

Zugeschaltet aus München ist uns dazu Florian Grummes, Inhaber der Midas Touch Consulting, uns durch seine regelmässigen pro Aurum Gold- und Silbereditionen, aber auch durch seine frühzeitigen Analysen und Aussagen zum Bitcoin, den Kryptos und der Blockchain bestens bekannt. Viel Spaß!

Das Interview wurde am 05.Dezember 2017 aufgenommen und erschien zuerst auf der Metallwoche.

Themen der Sendung

Sind Kryptowährungen für Normalanleger jetzt zur „No-Go-Area“ geworden?
Das große Bild: Das Internet als Quantensprung für die Menschheit…
Wenn der Kühlschrank mit dem Auto kommuniziert…
Die Dezentralisierung von Macht und Kontrolle – ein unglaublich starkes Tool!
Das falsche Geldsystem und ein paar ergraute Herren im Hinterzimmer…
Ein Wettbewerb der freien Marktgelder um die Akzeptanz des Publikums
Kryptowährungen: Eine neue Assetklasse…?
Bitcoin-Transaktion: Was ist mit dem hohen Elektrizitätsaufwand?
Die Bitcoin Blockchain: Veraltet aber…
Vorsicht vor Betrug!
Soziale Netzwerke: Für Beiträge bezahlt werden durch „Likes“
Faustregel: Die Positionsgröße steuert Dein Risiko!
Die Sache mit der Akzeptanz: Deutschland hinten dran…
Alle wollen „rein“, aber wissen nicht „wie“…
Es wird noch eine krasse Übertreibungsphase geben
Der Crash wird kommen, aber die Party beginnt gerade erst
Wenn Schall und Rauch verzogen sind…
Marktkapitalisierung der Kryptos vs. Apple oder der monatlichen „Euro-Kreation“ der EZB…
Die Sache mit der Volatilität…
Ein Gefühl dafür bekommen: Wissen, was man macht…
Florian Grummes: Wie ich mit Bitcoin & Co. angefangen habe

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8 Kommentare auf "Florian Grummes: Die Technologie der Blockchain als weiterer Quantensprung"

  1. cubus53 sagt:

    Kryptowährungen … „werden geschürft“ … „in einem Social-Media-Netzwerk aus dem Content gezogen“. Wo ist da der Unterschied zu dem vehement verteufelten Fiat-Money ?

    Außerdem verbraucht das Generieren eines Bitcoins zwischen 7000 und 36000 Kilowattstunden, jeder weitere Währungstransfer zusätzliche 250 Kilowattstunden. Diese Stromleistung würde ausreichen, um zwei bis zehn Haushalte in Deutschland ein Jahr lang zu versorgen.

    Und das soll uns in Anbetracht der Schieflage unseres Planeten als Quantensprung, als Sprung in eine neue Dimension verkauft werden ?

    Nein danke, ich lebe (leider) in einer globalen Klapsmühle.

  2. Argonautiker sagt:

    Wenn man die Überschrift wörtlich nimmt, dann stimmt es.

    Ein Quantum ist ein klitze, klitze kleines Teilchen. So gut wie NIX. Also ist ein Quantensprung ein Sprung der quasi auf der gleichen Stelle bleibt. Und da stimme ich den anderen Kommentatoren zu. Da wäre es besser beim Fiat money zu bleiben.

    Ein neues Geld sollte aus den jeweiligen Märkten aufgrund der jeweiligen Bedürftigkeit selbst hervorgehen. Das letzte wirklich gute Geld, und da gehe ich nicht ganz mit den Edelmetall Begeisterten mit, war Muschelgeld. Das durfte und konnte jeder herstellen. Die Edelmetall Geld Herstellung war nur dem König und einem Teil des Adels vorbehalten.

    Muschelgeld war wirklich demokratisch. Man benutzte es erst dann, wenn ein direkter Tauschhandel nicht möglich war. Letztendlich versuchen all die Kryptos, ähnlich wie Fiat money, mit etwas künstlich Konstruiertem, was recht wenig Eigenwert besitzt, sich zum Bewerter der Werte aufzuspielen.

    Ein gutes Geld sollte selbst nicht wertlos sein, weil sonst der Tauschhandel zwischen Geld und Gut nicht stimmt. Wenn man Geld ganz leicht herstellen kann und damit Zugriff auf teure zeitaufwendige Werte bekommt, dann kann das nicht gut gehen, weil die getauschten Werte eigentlich ungleich sind. Wenn man für Hundert Euro 50kg Kartoffeln kauft, möchte man ja auch alle 50 kg Kartfoffeln wirklich haben, und nicht bloß Ein Kilo und den Rest als Illusion.

    Bei jedem Handel, den man über eine Währung abwickelt, tauscht man ja einen wirklichen Wert/Leistung, gegen diese Währung. So lange die Währung ebenso einen wirklichen Wert hatte, war das einigermaßen ok, denn um zum Beispiel schöne Edelmetall geprägte Münzen herzustellen, braucht es Arbeit, Zeit und Wertstoff. Und das sind exakt die 3 Parameter mit denen man auch andere Werte misst, die man mit einer Währung bezahlt. Man könnte diese drei Parameter, die Trinität der Werte nennen.

    Seit man die Goldbindung der Währungen aufgehoben hat, tauscht man einen wirklichen Wert gegen keinen wirklichen Wert mehr, sondern gegen einen Imaginären Wert, den man der Währung andichtet, weil in der Herstellung eines 100 Euro Scheins nur noch minimal die drei Wertfaktoren Arbeit, Zeit, Wertstoff, enthalten sind. Ein 500 Euro Schein hat einen wirklichen Wert von maximal, wenigen Watt Energie, ein paar Sekunden Zeit, und ein paar Cent Papier und Farbe, zum drucken. Der Rest ist Einbildung.

    Wenn man nun in vollkommen bargeldlose Währungen gehen will, wie den Blockchains, die noch nicht mal mehr einen geringen realen Wert haben, wie es z.B. im Papiergeld zu mindest noch rudimentär vorhanden ist, dann besteht der Wert gegen den man dann alle wirklichen Werte eintauscht, nur noch in der Vorstellung von einem Wert.

    Was ist denn eine auf Blockchains basierte Währung ohne die konstruierte Vorstellung des Wertes, den man in ihn hineindenkt? Was kann ein Bitcoin aus sich selbst, ohne daß man in ihn einen Wert hineinglaubt? Worin liegt also der wirkliche Wert eines Bitcoins den er aus sich selbst hat, wenn man den kollektiven Glauben mal weg lässt ?

    Auch wenn @Avantgarde da eine andere Ansicht hatte, möchte ich es trotzdem noch einmal wiederholen, Dinge, an die man glauben muß, damit sie einen Wert haben, obwohl sie in Wirklichkeit aus sich selbst keinen Wert haben, kann man mit Fug und Recht eine Ideologie nennen. Eine Ideologie, die etwas in Etwas hineinglaubt, ohne das dies wirklich vorhanden ist, wird irgendwann von der Wirklichkeit eingeholt werden. Selbst ein Liter Wasser hat einen höheren wirklichen Wert, als sämtliche Blockchains zusammen, weil Wasser etwas sehr sinnvolles aus sich selbst kann, ohne das man daran glauben muß. Was kann ein Bitcoin aus sich selbst? Macht er satt, löscht er Durst, erzeugt er leben, kann man darin baden,…? Nein, er hat aus sich Null Wert oder Bedeutung.

    Wenn man die wirklichen Werte anfängt zu vertauschen, und einer Blockchain Währung einen höheren Wert zuspricht, als dem Wasser, dann wird man diese Blockchain auch irgendwann mehr achten als das Wasser, und dann kommt man irgendwann an den Punkt, an dem der Satz stimmen wird, den irgendwelche Indianer einst gesagt haben sollen, „erst wenn der letzte Baum gefällt ist,… werden die Weißen merken, daß man Gold/Geld/Blockchains nicht essen kann“. Etwas was aus sich keine Bedeutung für die Welt hat, dem sollte man auch keine Bedeutung beimessen, weil man die Welt sonst verwirrt, was irgendwann da endet, wo wir gerade sind. Verwirrt mit Wahnwitzigen Entscheidungen als Resultat.

    Wenn ein Außerirdischer unsere Situation auf Erden betrachten würde, und sehen würde, daß man sich für bunt bedruckte Papierlappen gegenseitig belügt, betrügt, und sogar Massenmorde für legitim hält, der würde sich zu recht fragen ob die Erdbewohner sie noch alle an der Waffel haben.

    Lichterketten statt Blockchains.
    Frohe Weihnachten aus Bremen

    • Avantgarde sagt:

      Zum Thema Wert möchte ich gerne noch etwas sehr Substanzielles hinzufügen.

      Bitcoin hat inzwischen (selbst nach dem jüngsten „Crash“) eine höhere Marktkapitalisierung als Weltkonzerne wie z.B.:Toyota, IBM, Coca-Cola, BP, BHP oder GE.

      Das sieht mir nach wie vor alles sehr nach Tulpenmanie oder dot-com aus.
      Aber das mag nur meine bescheidene Meinung sein. 🙂

      • Argonautiker sagt:

        Lieber Avantgarde,
        was für ein Wort, „Marktkapitalisierung“. Uff.
        Gibt es das am Stück oder nur in Scheiben, oder muß man das 3x tägl. einnehmen? 🙂

        Das mit der Manie ist für die Seele so eine Sache, denn die Manie ist dualistisch angelegt, und hat einen bösen Bruder, denn irgendwann folgt dann der Kater auf die Manie, und dieser Kater schnurrt nicht, sondern singt den Blues.

        Aber so lange man Politregler hat, kann man den Kater ja immer schön wo anders hinregeln. Allerdings verliert man in den Partyräumen der Welt immer mehr den Realitätsbezug und bekommt nicht mit, wenn’s unten so sehr kriselt, daß die Basis der Pyramide bröckelt, und dann Merkelts halt doch auch irgendwann am eigenen Leib.

        Daß das eine Mega Blase ist, da gehe ich mit. Die Frage taucht auf, ob diese beabsichtigt ist, oder nicht. Da finde ich @samy’s Gedankengang, von einem Misanthropen ausgelegte Köder recht interessant.

        Geld wurde jahrelang via Zentralbanken aus dem Nichts erzeugt, und die Währungen somit verwässert. Wenn man das nun wieder ausgleichen wollen würde, um sie zu stabilisieren, dann wäre es doch eine gute Idee, massenweise Köder auszuwerfen, in denen sich so herrlich das nun zu viele Geld wieder verbrennen ließe. Und zwar das Geld der Anderen.

        Kurzzeitig Geld reinpumpen, einen Hype erzeugen, das die Anderen lockt, vielleicht sogar ein paar Kurseinbrüche setzen, und überstehen lassen, weil es erzeugt Vertrauen, wenn Krisen, wenn auch mit Blessuren, überstanden werden, um dann irgendwann, je nach Marktkapitalisierung, wieder massiv raus zu gehen. Die Angst der Kleinanleger besorgt dann den Rest und Milliarden sind verbrannt. Wieviele Blockchains gibt es mittlerweile? 🙂

        Das setzte aber voraus, daß man die Währung noch erhalten will. Und dabei liegt die Betonung auf dem „noch“, denn Grundsätzlich glaube ich das weniger, aber bis der Krieg ausbricht, möchte man sie wohl schon noch erhalten, denn brächen die vorher zusammen, wie wollte man mit entwertetem Geld Waffen finanzieren? Das wäre zwar nicht unmöglich, so man in den entsprechenden Realwirtschaften wieder gut positioniert ist, wovon anhand der jüngsten Megafusionen auszugehen ist, aber doch erheblich schwerer.

        Ich denke in den kommenden Iden des Märzes, dürfte sich diesbezüglich einiges bewegen, jedenfalls dann, wenn ich die Zeitzyklen, die ich dabei deute, richtig deute.

        Schöne Grüße aus Bremen, natürlich auch ins Land des Ahornblattes.

  3. samy sagt:

    Der Bitcoin wird untergehen oder das Netz zusammenbrechen.
    Ist der Bitcoin ein denkbares Zahlungsmittel oder reines Spekulationsobjekt?
    Rechnen wir einmal. Wie viel Strom würde der Bitcoin verbrauchen, wenn es das Geld – also elektronische Transaktionsmittel- der Zukunft wäre. Gehen wir die Sache sachte an. Unterstellen wir, dass nur (!) 1% der heutigen elektronischen Transaktionen/des bargeldlosen Zahlungsverkehr zukünftig via Bitcoin abgewickelt werden. Im Jahr 2015 wurden weltweit 472,6 Milliarden Transaktionen im bargeldlosen Zahlungsverkehr getätigt. Das sind ca. 1.3 Mrd. am Tag. Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/71256/umfrage/anzahl-bargeldloser-transaktionen-weltweit/

    Dem stehen ungefähr 310 000 tägliche Transaktionen in Bitcoin gegenüber. Quelle: https://blockchain.info . Das sind ca. 1/4220′ stel. 1% sind damit 42. Wir müssten zukünftig also 42 mal mehr Transaktionen via Bitcoin ausführen, um auf die oben genannten 1% zu kommen. Gegenwärtig (2017) wird ungefähr 29.05 Terawattstunden (TWh) Strom zwecks Mining usw. benötigt. Quelle: http://www.businessinsider.de/bitcoin-stromverbrauch-miner-2017-11
    Zukünftig müssten wir dann 29,05 x 42=1220 TWh für das Mining zur Verfügung stellen. Ist das viel? Ja, weil das derzeit größte AKW der Welt (USA/Kernkraftwerk Grand Gulf) ca. 12,34 TWh im Jahr produziert. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_mit_der_h%C3%B6chsten_Jahresproduktion

    (Ich habe es hier unberücksichtigt gelassen, dass die Berechnungen der Transaktionen immer komplizierter und somit energieintensiver werden, umso mehr Bitcoin die Mienen verlassen bzw. die Zahl der Transaktionen steigt. Ist das etwa eine exponentielle Funktion? Dann wäre viel, viel mehr Energie nötig.)

    Es müssten also ca. 100 neue Groß-AKW erbaut werden, damit 1% der weltweiten elektronischen Marttransaktionen via Bitcoin laufen könnten, damit Bitcoin also Geld sein könnte. Das wird aber nie geschehen, weil hier aus volkswirtschaftlicher Sicht schlicht der Grenznutzen nicht die Grenzkosten übersteigt. Es gibt nämlich keinen volkswirtschaftlichen Nutzen. Wieso auch? Es existiert doch ohnehin schon ein weit energieeffizienteres Bargeldloses Transaktionssystem, das konkurrenzlos günstiger aufrecht gehalten werden kann (Kreditkarten, Girokonten usw.). Wer (welcher Staat, welche Politiker?) soll also neue 100 AKW finanzieren, um eine vergleichsweise ineffizientere Technologie zu fördern? Also wird der Staat irgendwann eingreifen und den Bitcoin-Handel verbieten, eben weil er ein energieverschlingendes Spekulationsobjekt ist. Nur wann?

    (Übrigens, könnte der Staat das aus IT-technischen Gründen nicht unterbinden ohne das www. zu lähmen, so könnte man meinen, ein IT-begabter Misanthrop hat die Bitcoins erfunden, um einen „Virus“ in die Köpfe der Menschen zu pflanzen, der „gier getriebene“ und unbelehrbare energie- und informationsabhängige Kulturen in den Abgrund zu führen. Er müsste nur warten bis die Stromproduktion/Stromnetze den Bach runter gehen.)

    • Argonautiker sagt:

      Vielen Dank samy,
      das war mir noch gar nicht bekannt, daß die Rechenaufgaben der Blockchains so umfänglich sind, daß sie einen dermaßen hohen Energieverbrauch erzeugen. Das ist natürlich doppelter Unfug, wenn etwas, was aus sich Wert- und Bedeutungslos ist, auch noch solch immense Verbrauchskosten erzeugt.

      Aber wenn nur genügend Hurra dazu rufen würden, dann wüchsen auch ganz schnell die Begründer wie Pilze aus feuchtem herbstlichen Waldboden, die dann sagen würden, wie gut das doch wäre, denn bräuchten wir mehr Kraftwerke, schüfe das neue Arbeitsplätze, die Wirtschaft käme ins rollen,… etc, etc. Und die Politik wäre sogleich an vorderster Front, so denn absehbar wäre, daß genügend so einen Unsinn glauben würden. Siehe Maisanbau um Kraftstoff daraus zu gewinnen. Irrsinn, aber subventioniert.

  4. bluestar sagt:

    Ist schon irre, wie selbstverliebt und infantil der Mensch jeden sogenannten technischen Fortschritt als Erlösung feiert, sich von den natürlichen Lebensgrundlagen immer mehr entfernt und als sich selbst bedrohende Gattung kurz vor dem Abgrund steht.
    Das Genie Albert Einstein:
    „Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem die Technologie unsere Menschlichkeit übertrifft. Auf der Welt wird es nur noch eine Generation aus Idioten geben.“
    Hoffen wir also auf echten Fortschritt in Sachen Bewusstheit, Verantwortung, Demut, Dankbarkeit, Humanismus, Friede, Mitgefühl und Glaube.

    Frohe Weihnachten aus Sachsen

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