Finanzkrise: Wie dieses großartige Rennen zum Desaster am Ende ausgeht

16. Januar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die Menschen werden das denken, was sie denken sollen, wenn es nötig wird, es zu denken. Aber was denken sie jetzt? Wieso denken sie, Aktien seien so wertvoll?

Wie es scheint, glauben sie, dass Janet Yellen, Mario Draghi und Haruhiko Kuroda, die Machthaber, damit fortfahren werden, die Aktien steigen zu lassen. Die Fed hat die aktive Liquiditäts-Ausschüttung gestoppt. Aber sie haben immer noch die Hand auf dem Pumphebel, nur für den Fall.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verspricht und bereitet sich auf Ausschüttungen von Liquidität vor, sobald sie die Deutschen aus dem Weg schieben können. Und die Japaner – die globalen Anführer der modernen Staatsfinanzenlehre – schütten mit beiden Händen Geld aus.

Spiel mit dem System

Seit 2009 haben die Feds mehr als 3,5 Billionen Dollar ins System gepumpt, damit es zugunsten der Investoren arbeiten kann. Das, zusammen mit der Hilfe der Europäischen Zentralbank, der Bank von Japan, der Bank von England und der Chinesischen Volksbank, usw., hat geholfen, die Marktkapitalisierung der Aktienmärkte um 18 Billionen Dollar zu steigern. Nach den Ferien wieder zurück in ihren bequemen Sesseln, leihen die Firmenchefs mehr Geld, um ihr eigenen Aktie zu kaufen. Sie haben mehr als irgendjemand sonst verstanden, wie man mit dem System der Feds spielt. Sie nutzen die zinslosen Kredite der Fed. Und sie setzen sie ein, um ihre eigenen Aktien zu kaufen. Das steigert den Wert der übrigen Anteile. Das Ergebnis sind dicke, fette Bonuszahlungen.

So liegt eines der Wunder der modernen Finanzwelt direkt vor unseren trüben Augen: man leiht Geld von jemandem, der keines hat, rechnet es an auf das Konto von jemand anders und streicht einen guten Teil des Geldes in die eigene Tasche ein. Unterdessen steigt der Dollar und fremde Investoren tragen ihr Geld in amerikanische Aktien und Anleihen, auf der Suche nach Sicherheit und Kapitalverzinsung auf einem Markt, wo die einen illusionär und die anderen verlogen sind.

Viel Glück ihnen allen!

Früher oder später wird Mr. Market das Sagen haben. So ist es immer. Blasen platzen immer

Dies bedarf einer Erklärung…

Wenn die Zentralbanken verpflichtet sind, mehr Geld in das System zu pumpen (Vögel werden fliegen, Fische werden schwimmen und die Feds werden pumpen), wieso sollten Aktien dann jemals fallen? Eine gute Frage. Unter diesem erfundenen Markt, der durch künstliches Eingreifen geschaffen wurde, gibt es einen echten Markt. Echte Käufer und Verkäufer. Irgendwann kommt der Punkt, wenn das Angebot die Nachfrage übertrifft. Dann werden die klügsten Leute im Raum hellhörig. Sie bewegen sich zur Tür… ganz leise.

Die Klugen bemerken, dass die Genies den Raum verlassen haben… und dann beginnen auch sie zur Tür zu schleichen. Dann treten die Baisse-Spekulanten auf den Plan. Die Kurse sinken. Dann, sehr bald, ist der Markt in freiem Fall. Das ist es, was immer passiert. Blasen platzen immer. So war es mit den Dot.coms, mit Immobilien, mit Subprime-Hypotheken Unternehmen, mit Öl und mit den damit verbundenen Schulden. (Seite 2)



 

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3 Kommentare auf "Finanzkrise: Wie dieses großartige Rennen zum Desaster am Ende ausgeht"

  1. Sandra sagt:

    Ganz meine Ansicht.
    Die einzige Verschwörung, die in der Tat besteht, ist die der in Unwirtschaftlichkeit verbundenen gegen die real wirtschaftlichen Mr. Markets und Ms. Markets.

  2. Sandra sagt:

    Sollten und werden die Mr. und Ms. Markets der Welt auf die Idee kommen, sich auf Basis individuell interpretierter Wirtschaftlichkeit zusammen zu tun, dann bitte ich doch alle darum, nicht zu klagen und niemanden zu verurteilen. Alle haben stets im besten Interesse, d.h. zum Vorteil der Um- und Durchsetzung dieser Möglichkeit, gearbeitet.

    Vielen Dank!

  3. shrike sagt:

    🙂 Hallo ,Sie schreiben man habe die Sklaverei abgeschafft,dass stimmt so nicht,die Sklaverei wird heute nur anders genannt,nämlich Zinsen und Rendite,die „BÖRSE“ ist nichts anderes als Sklavenhandel und Zinsen sind Sklavenhaltung,denn Geld arbeitet nicht. 🙂

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