Fertigmachen für den nächsten Crash der Schwellenländer

4. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Geben Sie Argentinien die Schuld! Einige Leute denken, dass es der 15%ige Rückgang des Pesos war, welcher den jüngsten Selloff der Märkte versursachte…und den in den USA…

Der Dow Jones hatte innerhalb von zwei Handelstagen fast 500 Punkte verloren. Ich sitze hier und frage mich, ob das Anfang vom Ende jetzt kommt…oder später. Und wenn es kommt, dann werde ich nicht Argentinien die Schuld geben.

Argentinien scheint zu besonders zu sein, um der Anführer von irgendetwas sein zu können. Zum Beispiel ist es der einzige Ort, den ich kenne, an dem man bessere Bankdienstleistungen auf der Straße erhält als in der Bank.

Jedes Mal, wenn ich dorthin reise, nehme ich ein großes Bündel grünes Papier mit dem Bild von Ben Franklin drauf mit mir. Ich fahre dann direkt zum Marktplatz nach Salta (nicht weit von unserer Familien-Ranch). Da halte ich dann einfach an, und wende mich an einen der vielen Schwarzmarkt-Geldwechsler, welche vor der Bank stehen.

Vor einem Jahr gab mir ein Ben Franklin neun Papierstücke mit dem ehemaligen argentinischen Präsidenten Julio Argentino Roca darauf, in lila.

Roca war keine Herausforderung für Franklin. Berichte aus Salta sagen mir, dass das Verhältnis auf über 13 gestiegen ist. Auch der offizielle Wechselkurs. Vor einem Jahr lag der bei fünf Rocas für einen Franklin. Letzten Freitag waren es 8. Aber Moment…es gibt weitere offiziellen Wechselkurse. Einen für Sparer, der liegt bei 9,2. Und einen für Reisende, der liegt bei 10,8.

Warum so kompliziert?

Das ist eine lange Geschichte. Aber die einfache Version ist, dass die Stadt Buenos Aires groß und ausgefeilt ist. Und wie New York oder San Francisco hat sie sozialistische Tendenzen.

So funktioniert es: Die urbane Intelligentsia liefert Ideen. Das urbane Proletariat liefert die Wählerstimmen. Und die Exporte von landwirtschaftlichen Produkten liefern das Geld.

Aber der ländliche produktive Sektor kann nicht genug Geld liefern, um die Bedürfnisse von Buenos Aires zu befriedigen. Die Farmer und andere Produzenten arbeiten unter solchen Einschränkungen – wie Import/Export-Restriktionen -, dass es sogar in einem Bullenmarkt wie vor drei Jahren dazu kam, dass Brasilien landwirtschaftlich gesehen Marktanteile verlor.

Jetzt, ohne viel neues Geld durch die Exporte, druckt die Regierung Geld, um ihre Rechnungen zu bezahlen, und sie lügt in Bezug auf die Inflation. Die Geldmenge wächst in Argentinien um ca. 40% pro Jahr. Und dennoch soll die Inflation der Konsumentenpreise bei weniger als 10% pro Jahr liegen.

Als jeder mitbekam, dass die Preise offensichtlich stärker als 10% pro Jahr stiegen, da versuchte die argentinische Regierung, die Preise zu kontrollieren…und auch die Statistiken, die die Inflation messen. Letztes Jahr wurden „freiwillige“ Preiskontroll-Maßnahmen ergriffen.


Keynes aus marxistischer Perspektive

Das war die Arbeit des 42jährige argentinischen Wirtschaftsministers Axel Kicillof. Er ist wahrscheinlich ein vernünftiger Mann. Er lehrte Wirtschaft an der Universität Buenos Aires. Die Zeiten sagen, dass er „Keynes aus marxistischer Perspektive neu interpretiert hat“. Er sagt, dass er die Lage unter Kontrolle habe mit diesen intellektuellen Werkzeugen.

Am wahrscheinlichsten hat mein Mann vor Ort – Miguel – ein klareres Bild. Er berichtet:

„Mein Kindle Reader ist hingefallen und kaputt gegangen. Ich wollte einen neuen bei Amazon bestellen. Aber die Regierung hat eine 50%ige Importsteuer eingeführt. Dies zu der 35% Strafe, die ich zahlen muss bei Kreditkartenkäufen im Ausland. Man muss also (zu einem Büro der Steuereintreiber) gehen und Stunden warten für die Papierarbeiten. Das ist nicht so viel wert.“

Deshalb hat Amazon diesen Umsatz verloren. Und die argentinische Wirtschaft ihre Verbindung zur Vernunft.

„Dies ist erst der Anfang“, so Miguel weiter. „Wir nehmen Kurs auf eine weitere richtige Krise. Die Leute sind unruhig und die Regierung verzweifelt. Es stehen größere Verhandlungen mit den Gewerkschaften bevor. Es würde mich nicht wundern, Unruhen zu sehen… Plünderungen… und einige Pleiten.“ (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schreibe einen Kommentar