Fed: Jetzt kommt die ganz große Geldflut…

18. November 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Die Schlinge zieht sich zu. Das erkennen allmählich auch die Zentralbankbürokraten und bauen deshalb schon mal vor…

Den 17. November 2017 können sich Anleger rot im Kalender markieren. Vielleicht, weil an diesem Tag „Jamaika“ auf bundesrepublikanischem Boden so gut wie geplatzt ist. Vor allem aber, weil an diesem Freitag im November das große Finale des aktuellen Schuldgeldsystems sozusagen amtlich besiegelt wurde:

Nach eigenem Bekunden will die US-Notenbank künftigen Krisen nämlich mit „aggressiven Maßnahmen“ begegnen.

Aggressive Maßnahmen? Da drängt sich die Frage auf, wie denn die bisherigen Eingriffe der Notenbanker in das Marktgeschehen zu bezeichnen wären. Quantitative Easing (QE) etwa oder rekordtiefe Zinsen über mehrere Jahre. War das nur harmloses Geplänkel? Haben die Zentralbanker mit fröhlichen Sandkastenspielen bislang nur ein wenig geübt?

Wir werden es nicht erfahren, doch das ist auch gar nicht so wichtig, denn was sich da am Horizont abzeichnet, jetzt mit amtlicher Beglaubigung ranghöchster Zentralbankbürokraten, das wird ohnehin in die Geschichtsbücher eingehen, ganz egal, wie man die bisherigen Versuche der Schadensbegrenzung in ferner Zukunft einmal umschreiben wird.

Wie man sich diese Zukunft vorzustellen hat, das erläuterte der Präsident der Federal Reserve Bank von San Francisco, John Williams: Bei der nächsten Rezession werde es nicht mehr ausreichen, die Leitzinsen zu senken. Stattdessen müssten sehr viel weitreichendere Maßnahmen getroffen werden.

Was damit gemeint sein könnte, das ließ der Zentralbanker auch gleich durchblicken: Negativzinsen auf Bankeinlagen seien eine Möglichkeit, einer Rezession zu begegnen. Das kann nun niemanden wirklich überraschen, denn dass negative Renditen unausweichliche Konsequenz eines ungedeckten Papiergeldsystems sind, das pfeifen die Spatzen längst von allen Dächern.

Etwas anders sieht das mit der kryptischen Fed-Ankündigung aus, die Zentralbanken müssten künftig Werkzeuge nutzen, die bislang „noch nie“ eingesetzt worden seien. Dazu gehörten etwa „Price Level Targeting“ oder auch „Nominal Income Targeting“. Im Klartext: Anstatt sich an der Inflationsrate zu orientieren, wären das allgemeine Preisniveau und das nominale Einkommen die neuen Zielgrößen der Notenbanken.

Das nominales Einkommen? Das klingt verdächtig nach dem schon vor einigen Jahren immer wieder einmal diskutierten „Helikoptergeld“. Damit ließe sich das nominale Einkommen der Bürger zunächst einmal, sagen wir mal, beleben.

Und mit etwas Glück könnte der unverhoffte Geldregen tatsächlich für eine Weile die Konsumausgaben beflügeln. Mit etwas Pech könnte aber auch das Vertrauen der Menschen in das Papiergeld an sich den Bach runtergehen, was für die Zentralbanker durchaus wenig erfreulich wäre.

Spielt man dort jetzt also mit dem Feuer, weil alles andere nicht mehr hilft?

Außerdem fragen Sie sich womöglich, warum auch der Goldpreis am 17. November urplötzlich wieder angesprungen ist?

Vielleicht will uns das „Barbarische Relikt“ einfach nur sagen, dass das große Finale in diesem Geldsystem näher ist als viele das für möglich halten – wenn nun schon seitens der Zentralbanken über „extreme Maßnahmen“ nachgedacht wird, die es so zuvor „noch nie“ gegeben hat…

Jetzt haben wir den Salat. Doch das Tollste daran ist:

Das alles konnte man schon seit Jahren wissen…

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

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3 Kommentare auf "Fed: Jetzt kommt die ganz große Geldflut…"

  1. Frank Frei sagt:

    Ich glaube nicht an das Ende dieses Systems. Soweit ich aus der Geschichte erlesen konnte sind Reiche und Imperien immer über hunderte von Jahren „gestorben“. Schleichend. Siehe z.B. das römische Reich.
    Ich rede hier nicht von Einschnitten durch Kriege. Diese haben ja nichts am System an sich geändert, sondern bedeuteten lediglich einen Reset. Enien Neustart des Alten.
    Solange es genügen Menschen gibt, die dieses System mit harter Arbeit finanzieren, am Leben halten, wird es für die Profiteure keinen Grund geben dieses zu ändern.

  2. Ed sagt:

    Die Deutsche Rentenversicherung entrichtet inzwischen ebenfalls Negativzinsen aus zwangsweise erhobenen Beiträgen, ebenso der sog. Gesundheitsfond.
    Leider keine meldefähige News zur Prime-Time.

  3. FDominicus sagt:

    Kann man nur als Terrorankündigung auffassen.

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