FED an Amerika: QE Täuschung wird weitergehen

5. Januar 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Die Investoren freuen sich darüber, dass die Fed ihre Anleihenkäufe nicht substanziell zurückfahren möchte. Nicht so schnell. Ben Bernanke sagte, dass die aktuelle Geldpolitik angemessen sei…

Mein Freund David McWilliams – einer der wenigen irischen Ökonomen, welcher das Platzen der Spekulationsblase in seinem Land voraussah – erklärte, was für ein Schwindel das QE-Programm der Fed ist. Er vergleicht die Fed mit terroristischen Kidnappern.

Das ist wie Obamacare und der Krieg gegen den Terror – erschaffen, um Reichtum von der Öffentlichkeit hin zu Insidern (welche von der Fed bevorzugt werden) zu transferieren.

Und dieser Schwindel soll laut Fed weitergehen. Die monatlichen Anleihenkäufe sollen sich zwar von 85 Mrd. Dollar auf 75 Mrd. Dollar verringern – aber gleichzeitig wurde uns gesagt, dass die Nullzinspolitik noch länger als erwartet weitergehen soll. Und zwar deutlich über die Zeit hinaus, in welcher die Arbeitslosenquote unter die 6,5% Marke sinken mag, was auch immer das bedeutet.

Als Mitglied der oberen 1% des Landes bin ich erfreut zu wissen, dass dreckige Raubgüter weiterhin zu mir kommen werden. Aber als Finanzphilosoph finde ich diese ganze Show ziemlich schäbig und geschmacklos.

Nicht nur, dass dieses Programm Einkommen von der Öffentlichkeit hin zu den Insidern schafft – es maskiert auch die wirklichen Probleme in der Wirtschaft und es verhindert reale Korrekturen.

Wie niedrig ist die Inflation?

Das Wall Street Journal macht sich Sorgen: Niedrige Inflation testet die Zentralbanken der Welt.

Die meisten Leute mögen fallende Preise. Sie sind glücklich, dass sie mehr von dem, was sie wollen, kaufen können mit dem, was sie haben. Aber Zentralbanken und Volkswirte bezeichnen fallende Preise als Problem, für das es eine Lösung geben muss. Ohne steigende Preise…wie kann da der Schwindel weitergehen?

Zentralbanken setzen auf Inflation, um den Topf der Wirtschaft kochen zu lassen…und um die Öffentlichkeit zu kochen. Höhere Preise veranlassen Konsumenten eher zum Geld ausgeben als zum Sparen. Steigende Preise reduzieren den Wert von Löhnen und Einkommen. Niedrigere reale Arbeitskosten veranlassen Unternehmen, mehr Leute einzustellen…was die Lage am Arbeitsmarkt und die Konsumausgaben verbessert.

Fallende Preise hingegen sind eine Drohung. Sie erhöhen die Reallöhne – und veranlassen die privaten Haushalte dazu, eher zu sparen als Geld auszugeben. Deshalb wollen die Zentralbanken die Inflation wieder steigen lassen. Disinflation passt da nicht zu den „Schulden, Schulden, Schulden…Konsum, Konsum, Konsum“-Phantasien.

Die Konsumentenpreis-Inflation in den USA ist nun seit 33 Jahren im Abwärtstrend. Jetzt steigen die Preise so langsam wie seit 2008 nicht mehr – was schon das niedrigste Niveau seit mehr als einem halben Jahrhundert war.

Im November waren die Konsumentenpreise in den USA im Jahresvergleich um nur 1,2% gestiegen. In Europa liegt diese Zahl noch niedriger, unter 1%. Und Japan hat es seit Jahren mit einer Deflation zu tun. Die japanische Zentralbank hat es als Ziel, die Inflation über die Marke von 2% zu hieven. Bis jetzt sind sie „auf halbem Weg“, laut Haruhiko Kuroda, der die Bank of Japan führt.

Warum ist die Inflation so niedrig?

Niemand weiß das genau. Aber wahrscheinlich ist eine Kombination mehrerer Dinge; alternde Bevölkerung in der entwickelten Welt und die Niedrigpreis-Produktion in China werden oft erwähnt.

Weniger oft erwähnt wird das Einmischen von Zentralbanken und Politik an den Märkten und Volkswirtschaften.

Indem die Öffentlichkeit beschwindelt wird und mehr Reichtum zu den Reichen transferiert wird, nimmt die Fed das Geld aus den Händen der durstigen Trinker und gibt es zu den Abstinenzlern.

Reiche Leute geben nicht mehr Geld aus, wenn sie mehr Geld erhalten. Sie haben bereits die Häuser, die Fernseher und die Autos, die sie wollen. Wenn man Geld von den unteren 90% der Gesellschaft nimmt, um es den oberen 10% zu geben, dann reduziert das die Nachfrage – und hält die Preise unten.

Auch wenig erwähnt werden die Auswirkungen der niedrigen Zinsen auf das Sparen. Sparer – besonders Rentner – geben einen Großteil ihrer Zinserträge aus. Wenn die Zinserträge sinken, dann können diese weniger ausgeben.

Und die Entwicklung ist auch ein Ergebnis der Weigerung der Fed, eine wirkliche Korrektur zu erlauben.

Wichtiger noch: Das lässt den Amerikanern weniger gute Jobs und niedrigere Löhne.

Und da tut der Schwindel wirklich weh. Wählen Sie zufällig zehn amerikanische Haushalte aus. Neun von denen haben weniger Geld zum Ausgeben als noch vor 10 Jahren. Und der durchschnittliche Arbeiter hat noch mehr erleiden müssen.

Laut einer Studie der Brookings Institution, welche ich bereits erwähnt hatte, liegen die Reallöhne unter dem Niveau von 1964. 1974 verdiente ein durchschnittlicher Arbeiter pro Woche 350 Dollar, gemessen in Dollar des Jahres 1982. Heute liegt dieser Wert nah bei 290 Dollar. Autsch!

Wollen Sie wissen, warum die Preise nicht so stark steigen, wie die Fed es möchte? Die Antwort ist einfach: Die meisten Leute haben kein Geld, um es auszugeben.

Wer ist Schuld? Mehr als jeder andere die Fed selbst.


Quelle: Kapitalschutz Akte

FED an Amerika: QE Täuschung wird weitergehen (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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3 Kommentare auf "FED an Amerika: QE Täuschung wird weitergehen"

  1. 4fairconomy sagt:

    Kopfschütteln: „Sparer – besonders Rentner – geben einen Großteil ihrer Zinserträge aus. Wenn die Zinserträge sinken, dann können diese weniger ausgeben.“ Von wem erhalten die Sparer die Zinsen? Es sind die Erwerbstätigen und Steuerzahler, welche die Zinsen finanzieren. Müssen diese mehr Zinsen (z.B. Hypothekarzinsen, Mietszinsen usw.) zahlen, können sie weniger konsumieren. Und die Sparer bekommen Zinsen mindestents proportional zu ihrem Vermögen: wenige (ca. 10%) kassieren über 50% der Zins- bzw. Vermögenserträge. Diese 10% konsumieren kaum mehr, wenn sie mehr Zinsen erhalten, sondern wollen die meisten Zinserträge reinvestieren – oder horten diese, falls die Erträge zu gering erscheinen. Dass höhere Zinsen den Konsum ankurbeln sollen, diese Aussage ist schon ziemlich schräg.

    Natürlich ist die Gelddruckerei der FED abzulehnen – wie das ganze Geldsystem bzw. seine heutigen Rahmenbedingungen. Aber das Problem sind sicher nicht die niedrigen Zinsen. Angesichts der Ersparnisse, des Anlagenotstandes und der Cashhaltung der Unternehmen müssen die Zinsen sinken, aber eben ohne Geldmengenausweitung (im Gegenteil!), denn Geld bzw Liquidität hat es schon zuviel…

  2. Michael sagt:

    Die Ungleichheiten bei den Einkommen nehmen sich weit weniger dramatisch aus als die Ungleichheiten bei den Vermögen. Es bestätigt sich auch ganz klar die Tendenz, dass jene die mehr Vermögen (Wealth) für sich verbuchen können dieses auch leichter ausweiten.

    Richtig. Wenn öffentl. Gelder einem Abschöpfungprozess zugeführt wird, der es bisher erlaubte einigen wenigen mehr Vermögen anzuhäufen so kann man in einer statischen Betrachtung getrost davon ausgehen, dass sich die Vermögen zumindest im gleichen Verhältnis weiter ausweiten. Die Verschuldung der breiten Masse wird vermutlich massiven Einfluss auf das Nettovermögen nehmen.

    Wenn jetzt billiges Geld mit ins Spiel kommt, dann wird sich die Abschöpfung der öffentl. Mittel beschleunigen. Aufträge vom Staat bezüglich der Umverteilung sind nichts anderes als die Bezahlung von ‚Beamten‘. Die Quote ist in den U.S. bereits ähnlich der von .de.

    Arbeiter ist kein sehr zukunftsträchtiger Job, nicht in irgendeinem Land im Westen.

    Ich denke zwar nicht, dass die F.E.D. oder andere Zentralbanken vorhatten die Wirtschaft zu stimulieren. Die werden sich denken, solange die Ökonomen uns das Wort reden, was solls, so einfach bringen wir das Geld nicht schnell bei unseren Schäfchen unter.

    Wie schaut Wirtschaft aus Sicht der Finanzierung aus. Finde eine Struktur von möglichst kreditwürdigen Wirtschaftsteilnehmern und optimiere die Struktur derfrom sodass möglichst höher Gewinn im Summe über die geleisteten Finanzierungskosten dabei rauskommt. Der Rest interessiert eine F.E.D. vermutlich sowieso nicht, solange das BIP und der damit verbundene Finanzierungsaufwand steigt. Das Bankensystem ist ja auch nicht die Realwirtschaft.

    Arbeit schafft ja auch kein Geld. Es kann allein zu Verwendung führen. Arbeitskosten sind aus Sicht der Finanzierung ein Illusion, genauso wie ein Bruttogehalt. Wenn überhaupt Zahlungsmittel relevant sind, dann Netto. Bleibt die Frage nach der Kaufkraft.

    Der Teufel liegt meines Dafürhaltens in einem anderen Punkt. Es gibt Erwerbstätige die betrachtet man die Staatsschulden ein hohes Maß an den Finanzierungskosten der gesamten Zahlungsmittelmenge tragen. Wenn Konzerne mittlerweile auch schon spar, zahlt denen irgendjemand die Finanzierungskosten. Wenn sie der Teile der Staatsschulden als jenen Teil der Finanzerungsmittel ansehen der die Nettoeinkommen finanziert, dann muss mal die Zinsen für Staatschulden umlegen und sich Fragen wie Konzerne Sparen können. Wenn Erwerbstätige die Zinsen für Staatschulden nicht aufs Sparbuch können legen, finanzieren sie letztendlich Sparguthaben die verwendet werden oder auch nicht. Wer bleibt? Zinsen sind letztendlich die Inflation oder Inflation ist der Zins besser gesagt in dem Zusammenhang. Aus Sicht der Finanzierung stellt kein Unternehmen im Westen mehr die Geldmenge bereit die notwendig ist Arbeitskosten zu decken. Müsste man mal genau nachrechen. Die ‚Zahlung‘ insbesondere der Nebenkosten ist anderer Vorgang. Der Zahlungsmittelrahmen ist bereitgestellt.

    • Michael sagt:

      Ich kann das für die U.S. nicht genau sagen. Es erschließt sich dem Beobachter von außen kaum, wie die bereitgestellten Mittel letztendlich verwendet werden.

      Aber eines ist schon klar. Wenn weniger Marktteilnehmer die selbe Menge ins Summe an den Mann bringen, dann werden mehr Stück jenseits des Break Even Points verkauft. Deswegen ist es auch sinnlos zu versuchen eine Volkswirtschaft als Consumption Hero reich zu kaufen. Wenn ich kaufe, schaue ich zumindest, dass das Zahlungsmittel durch möglichst viele Hände geht. Wenn jeder darauf achtet, dass das Geld lang im Mittelstand verharrt, dann wird auch die Abschöpfung für künstlich großgehaltene Marktteilnehmer schwieriger. Was man dabei muss kapieren, dass nicht der Greißler oder der Ab Hof Verkauf die großen Gegner des Supermarkts sind, sondern der Baum im eigenen Garten.

      Die Idee sich reich zu konsumieren kann nicht gehen. Wenn der Bevölkerung das gefällt … ich kann es mir nicht vorstellen. Genausowenig wie ich mehrere Jobs als volkswirtschaftlich sinnvoll erachte. Nicht Fisch nicht Fleisch nirgendwo. Absteits der Quantitäten, und das überrascht so manchen Ökonomen vermutlich, gibt es Qualitäten die das Leben der Menschen respektive den Aufbau und das Treiben der Welt bestimmten. In dem Sinne ist ein sinkender Preis bestimmt eine gefehlte Konsequenz. Billig heißt nichts anders als den Versuch, das Pferd von hinten aufzuzäumen.

      Solange Bevölkerung in den U.S. mitmacht, wenns meinen, brauchen sie sich keine Sorgen machen…

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