Fatale Abhängigkeit vom Konsum

27. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Wie in Amerika ist die Produktion in Großbritannien stetig zurückgegangen. Im Vergleich zu Deutschland oder Amerika fällt sie dort schon seit Ende des 19. Jahrhunderts. Und in den letzten dreißig Jahren ist die Produktion in allen drei Ländern gefallen. Das hat dazu geführt, dass die Wirtschaft vom Konsum abhängig wurde.

Sobald die Verbraucher aufhören, Dinge zu kaufen, verlieren die Verkäufer und Verkäuferinnen ihre Stellen. Ohne eine starke Produktionsindustrie – die auch viel ins Ausland verkauft – lässt sich in keine Wirtschaft stärken, und es gibt keine echte Möglichkeit, die Verbraucherausgaben zu steigern – außer, man lockt die Verbraucher immer tiefer in die Verschuldung.

Diesem zugrundeliegenden Problem haben sich alle großen Wirtschaften des Westens zu stellen – insbesondere die angelsächsischen – die den Konsumerismus und die Verschuldung immer stärker betont haben als Europa. Die Wirtschaft kann nur wachsen“, wenn mehr konsumiert wird. Um jedoch Geld ausgeben zu können, brauchen die Konsumenten ein Einkommen.

Wie können sie das verdienen, wenn nicht länger produziert wird? Sie finden keine Arbeit, weil ihre Stundenlöhne zu hoch liegen, als dass sie in einer globalisierten Wirtschaft noch wettbewerbsfähig wären.

Und dann gibt es neben der Konsumindustrie noch den staatlichen Sektor. Ich bin in der Nähe einer der größten Wachstumsindustrien des 20 Jahrhunderts aufgewachsen – der US Bundesregierung. In den Fünfzigern war Washington DC weit weg. Aber es wuchs sehr schnell. Schon in den 1970ern hatten sich die Vororte Washingtons durch das ganze Prince George County bis zum Chesapeake Bay ausgebreitet. Und in den Neunzigern schien es so, als hätte jeder in der Region irgendetwas mit der Regierung zu tun.

Ich habe es nicht die ganze Zeit gewusst, aber Washington wurde zum politischen Zentrum eines riesigen Imperiums – der einzigen Hegemonie der Welt im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. Natürlich sind auch die Immobilienpreise gestiegen – da die Gegend Strichmädchen, Anhänger und Gelegenheitsarbeiter nicht nur aus der gesamten Gegend, sondern von überall aus der Welt anzog. Jedes noch so kleine Land und jede große Industrie wollte in der Hauptstadt des Imperiums vertreten sein.

Diese beiden Sektoren – privater Konsum und staatlicher Sektor – sind übermäßig gewachsen, und genau das ist zu einem Problem geworden.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Fatale Abhängigkeit vom Konsum (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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2 Kommentare auf "Fatale Abhängigkeit vom Konsum"

  1. crunchy sagt:

    Nun, von Amerika habe ich immer nur gehört. Von der Insel war ich als Gymnasiast mehrfach begeistert.
    Ich sage nur: „Youlgrave“! Harry Dotter hätte dort.. .
    Vor gut 40 Jahren verbrachte ich dort als Kind(?: Im Pub habe ich wegen meiner Körpergrösse Bier bekommen, mit 14(!)) 3 Wochen. Himmlisch gastfreundlich, Alle dort. Der Ort, wie über 500 Jahre konserviert. Was konnte man dort unternehmen? Angeln, Crickett, Reiten oder nach Bakewell mit einer Coach chauffiert werden. Dort war man der Gegenwart näher. Kino, Mädchen in der Kirche, an der BusStation und im Bus, aber Vorsicht! Was findet man heute dort?
    Es ist zum Abwenden:
    Einen vermöchtegernindustrailiseiten Ort
    (Youlgrave) mit zerstörter Landschaft, der einen auf Erholungsgebiet machen will. Wie lange, hat das nochmal gedauert?
    Genau, ich musste das noch erleben: 40 Jahre!
    Worauf sollten wir Alle jetzt achten?
    Auch, natürlich auf liebenswerte (zuleibende)Mitmenschen, zuerst aber auf unsere Umwelt. In Frankfurt heisst das: Scheiss auf die Lust, Hansa!
    Von wegen Leibzisch geht nisch. Damit den Menschen die Vögel(n) noch zu lieben sinn, geh´t dort mit
    Eurem nächtlichen Gevögel hin! Denn gut is für den
    Lufttransport nur die Ruhe, nicht der Landeort.

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