Falsche Freunde?

19. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Man kann sich ja seine Freunde oft nicht aussuchen. Sie laden sich selbst ein, melden sich per Post oder Kontoauszug wie GEZ, IHK und das Finanzamt. Es sind Freunde und Helfer und immer dann da, wenn man sie nicht braucht….

Das einzig wahre Menschenrecht ist das Recht, in Ruhe gelassen zu werden – von jedem, den man nicht eingeladen hat oder den man nicht willkommen heißt… (Roland Baader)

Sie laden sich ein, ruinieren das Netto-Einkommen, die Nerven oder demontieren große Teile des gesunden Menschenverstandes – bis man ihren Raub als alternativlose und gute Tat feiert. Sie mischen sich ein, schreiben vor, kontrollieren und sanktionieren. Ihr zweifelhafter Ruf besteht lediglich darin, es gut mit uns zu meinen, wobei „gut gemeint“ nicht wirklich gut sein muss – und auch nicht richtig.

Warum ich das schreibe? Am letzten Samstag jährte sich zum 75. Mal der Geburtstag von Roland Baader, der 2012 verstarb. Von wegen, dass Tote wirklich tot sein müssen…. Baader ist ziemlich lebendig für die Untoten. In Kirrlach, wo Baader lebte, fand am letzten Wochenende ein Gedenktreffen statt.

Kreide für den Wolf. Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus

Baader mag zu früh verstorben sein, jedoch ist er mit seinen Büchern, Aufsätzen und Ideen ziemlich quicklebendig. Seine Schriften zu Freiheit passen wahrscheinlich besser in die heutige Zeit als damals, als sie geschrieben worden sind. Von daher kann man ihn auch Visionär nennen. Der Begriff der Freiheit hat sich gewandelt hat. Freiheit klingt heute irgendwie nett und erinnert an so etwas wie Abwesenheit von Gitterstäben oder der Umgang mit der VISA-Kreditkarte und der Freiheit, die man sich nimmt, wobei diese gerade von anderer Seite genommen wird. Ich mag mir gar nicht vorstellen was wäre, begnügte sich der Staat mit einem Zehnt an Abgaben statt dem Vielfachen von heute.

Roland Baader meinte, ein Staat wäre nicht ein Freund, sondern ein Räuber. Trotzdem gibt es immer die Rufe nach mehr Staat immer dann, wenn etwas Schlimmes passiert. Offenbar passiert viel Schlimmes. Deshalb gibt es inzwischen auch so viel Staat. Und es wird vermutlich noch viel mehr davon geben.

Selbst in der Wirtschaft zeigt der Staat seinen zunehmenden Einfluss, ablesbar an der steigenden Staatsquote. Geht irgendetwas schief, dann kommt der Staat als vermeintlicher Beschützer bzw. Freund und Helfer. Aber wer schützt einen vor dem Staat? Sein Gesetz?

Jedoch gibt es nicht mehr als 100 Prozent Staat, selbst in Nordkorea nicht oder unter Stalin. Immer, wenn sich die Staatsquote in diese Richtung (Vollstaat?) bewegt hat, kennen wir das Ergebnis. Seine (Dauer)Interventionen sind legendär. Dabei bedingt eine seiner Interventionen weitere, viel größere Interventionen, bis es ein Vollstaat am Ende geworden ist. Später dann werden wie so oft Gedenkstätten gebaut.

Erinnern Sie sich an die Staaten, die man früher hierzulande Entwicklungsländer genannt hat? Mit weniger Staat sind deren Völker inzwischen real reicher geworden – im Gegensatz zu den entwickelten Ländern. Sie werden heute nur durch Statistik und Druckerpressen reicher, aber real (dadurch) ärmer. Das ist übrigens eine These von Marc Faber, aber nicht massentauglich, wenn auch logisch. Das einzige, was wirklich wächst, ist die Macht des Staates und seine Befehlsgewalt, seine Vorschriften und das mit einem Freiheitsbegriff auf der Fahne, die nicht das ist, was länst schon früher gegeißelt wurde. Die Mehrheit will es offenbar so. Und Mehrheiten entscheiden schließlich in einer Demokratie…


Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar