Fahrt ins Ungewisse

31. Januar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Könnte mal bitte jemand das Jahr 2017 abschalten? 2018 wird doch bestimmt besser, denn 2017 war wohl bislang nix! Erst der Trump, dann das Wetter und jetzt der Schulz! Bald leitet Ronald Pofalla die Bahn! Schlimmer geht immer…

Moment! 2018 wird wahrscheinlich noch Donald Trump US-Präsident sein, außer es kommt etwas oder jemand dazwischen. Dass in Berlin Angela Merkel weiter regiert, ist mehr als gewiss. Außer, Europas lupenreiner Zentral-Demokrat Martin Schulz beerbt sie. Genügend Versprechen macht er ja. Dann wären wir 2018 der DDR ein Stück näher. Dort hat man sich bekanntlich nur überholt – ohne einzuholen. Übrigens ein netter Wahlkrampf-Slogan für die SPD… Meinen Sie nicht auch?

Mit Blick auf die Börsen wird eines immer wieder deutlich: Wer hat, dem wird gegeben, wenn auch nicht über die Zinsen. Und wer nichts hat, dem wird erst einmal nichts genommen. Selbst die Zahlen auf den Euroscheinen sind sehr geduldig. Und trotzdem bleibt am Ende weniger übrig als gehofft. Komisch. Entweder lügt die Statistik oder die Realität – wobei ich da eine Vermutung habe.

Die Politik läuft sich für 2017 schon mal warm, die kleinen Leute mit großen Worten und noch größeren Hoffnungen anzufüttern wie Affen mit billigen Erdnüssen. Dabei sind es nur Worte und nicht mal Erdnüsse!

Zwei Dinge werden 2017 wichtig: Zum einen wird der mögliche Ärger weniger über die Finanzmärkte kommen, sondern eher aus dem gesellschaftlichen Bereich. Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Gegend läuft, spürt das Grummeln der Leute und ihre Unzufriedenheit. Es wird Zeit, die Zweige am Busch der Vorschusslorbeeren abzuschneiden und mit Vorschuss an Vertrauen sparsam umzugehen. Es wird auch Zeit, das Maßband herauszuholen, und die Worte aus der Vergangenheit mit den Taten der Gegenwart zu vergleichen. Fällt was auf?

Schließlich sind Wahlk(r)ampfjahre eine Art sportliches Großereignis, wo versucht wird, den Leuten so viel wie möglich Bären auf die Nase zu binden. Wäre die Lüge börsennotiert, sie hätte den größten Börsenwert- mit besten Aussichten auf weitere Kurssteigerungen.

Zum anderen wird es auch 2017 wieder schwieriger für die meisten, mit dem Einkommen auszukommen, obwohl überall von einem Boom die Rede ist, es aber in den Geldbeuteln kaufkrafttechnisch „Bumm!“ machen wird. Wir werden höhere Preisen sehen, die mehr und mehr Leute nicht mehr bezahlen können – und dann nach dem Staat rufen.

Ablenkungen

Derzeit sind die Blicke auf den neuen US-Präsidenten gerichtet. Was wird er tun? Keine Ahnung! Vielleicht ist es der falsche Mann mit den richtigen Entscheidungen? Er hat neue Schulden angekündigt für Investitionen. Man stelle sich vor, das würde hierzulande Wolfgang Schäuble tun mit einem „Make Germany Great Again!“ Um Gottes Willen! Da drüben geht das aber.

Neuesten Zahlen zufolge war Deutschland 2016 Kapital-Exportweltmeister! Was haben wir davon? Nix! Obwohl wir 297 Milliarden Euro Überschuss in der Leistungsbilanz ausweisen. Wir haben also für diese Summe Forderungen gegenüber anderen Staaten. Forderungen. Super!

Ich warte ja auf den Show Down zwischen Trump und der FED-Chefin. Wird er sie anrufen und sagen, sie wäre gefeuert? Na, so einfach ist es nicht. Aber das Geld, was er künftig nicht von der FED bekommt, wird er sich über die Geschäftsbanken holen. Einfach mal „Geldschöpfung“ nachschlagen. Diese drucken es ihm. „Yes, they can!“ Hat er nicht angekündigt, deren Regulierung zurückzufahren? Ich glaube schon, dass von den Billionen etwas an den Börsen hängenbleiben wird. Und auch beim Gold.

Überhaupt kündigt Trump viel an. Doch an den Taten werden ihn die Geschichtsbücher später messen und nicht an den Zeilen in ehemaligen Nachrichtenmagazinen.

Riechen Sie den Protektionismus? War der nicht die Voraussetzung für Angebots-Schocks und dann steigende Preise? Und gehörte dieser nicht zu den Voraussetzungen für einen Crack Up Boom? Wir werden sehen. Nun freuen wir uns erst einmal auf die Zinswende…

Zinswende? Jeder Prozentpunkt an höheren Leitzinsen verteuert die US-Zinsausgaben um 200 Milliarden US-Dollar. Und wenn, wen stört es? Aber was kümmert uns die USA?

Hier fragt man sich, ob der Euro Bestand hat. Offiziell schon, nur was er dann noch wert sein wird, das wissen wir nicht und auch nicht, was man damit kaufen kann. Der Goldpreis in Euro ist ein passender Indikator. Doch wie wahrscheinlich ist, dass der Euro scheitern wird? Dieses politische Experiment mit uns Bürgern als Versuchskaninchen geht weiter, bis es endet. Ob wir in einigen Jahren den Euro in seiner heutigen Form noch erkennen können? Wahrscheinlich nicht. Aber Gelddrucken macht ja bekanntlich reich, zumindest nominal gesehen.

Abseits der Breaking News wird gerade an den Eurobonds gearbeitet. Kein Europäischer Gerichtshof und auch kein buntes Verfassungsgericht wird diese stoppen. Nein, niemand hat die Absicht, Europas Schulden zu vergemeinschaften.

Was kann man tun?

Die Dinge, so gut es geht, in die eigenen Hände zu nehmen und Optionen zu sammeln. Damit sind nicht die Optionsscheine an den Börsen gemeint. Damit vergrößert sich der Handlungsspielraum und die persönliche Freiheit.

Man kann auch etwas lassen, muss es aber nicht. Wahlmöglichkeiten sind angenehmer als Abhängigkeiten! Die Chefs mögen das nicht.

Mal kurz nachdenken…

1) Ersparnisse in Sicherheiten bringen, also die Geldeinheiten, solange sie noch etwas wert sind in etwas zu tauschen, das noch da ist, wenn die Geldeinheiten weg sind – oder die Währung nicht mehr als diese zu erkennen ist. Wikipedia hilft weiter…

2) Dafür zu sorgen, dass die Einnahmeseite stabil bleibt…

3) Dafür zu sorgen, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen.

4) Wer unseren Rat in den letzten acht Jahren beherzigt hat, dürfte inzwischen etwas zur Seite gebracht haben und über mehr Optionen verfügen als jemand, der in finanziellen Dingen immer im heute lebt und das „heute-journal“ als den Hort der Wahrheit und Erkenntnis ansieht.

5) Das, was man heute nicht ausgibt, kann man in einer werthaltigen Form auch in die Zukunft transportieren. Nein, Sparbücher taugen dafür nicht. Auch nicht der andere Papiergeldkram, der angeblich sicher ist. Dazu braucht man Hardware, dessen Preisschwankungen man aber aushalten muss.

6) Schulden machen abhängig, binden fest und verhindern genau das Sammeln von Optionen – also dass man etwas kann, aber nicht muss.

Das schließt sich übrigens mit dem ersten Punkt kurz. Wer etwas in der Rückhand hat, muss nicht jeden Mist mitmachen, der ihm der Chef als Befehl austeilt. Man kann auch mal „Nein“ oder Tschüss!“ sagen. Welch ein Luxus!

7) Und wer wenig braucht, muss auch nicht so viel oder so lange arbeiten, also bis zum 100. Geburtstag oder bis zum Umfallen. Oder sehe ich das falsch?

In gewisser Hinsicht hat jeder die eigene Freiheit, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen statt darauf zu warten, dass ihm gesagt wird, was zu tun wäre. Die Werbeindustrie lebt davon! Und wenn man etwas nicht weiß, hey, man kann sich schlau machen. Das ist investierte Zeit, für die es eine Rendite gibt … oder mehr Lebenserfahrung. Und wenn Sie unseren Blog erst heute kennenlernen, dann ist es (noch) nicht zu spät, damit anzufangen. Nur Mut!

 

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3 Kommentare auf "Fahrt ins Ungewisse"

  1. mikap sagt:

    wie immer ein top Kommentar.
    aber bei den Punkten zum Nachdenken hat sich ein Fehler eingeschlichen:
    die Einnahmen sollten die Ausgaben übersteigen und nicht umgekehrt.
    LG

  2. bluestar sagt:

    „Die Politik läuft sich für 2017 schon mal warm, die kleinen Leute mit großen Worten und noch größeren Hoffnungen anzufüttern wie Affen mit billigen Erdnüssen. Dabei sind es nur Worte und nicht mal Erdnüsse!“
    Mit klein ist sicherlich das geistige Vermögen und Gedächtnis gemeint, deshalb funktioniert das ganze Theater der Scheindemokratie mit all den Kulissenschiebern ja so toll. Alles wird auf die Bedürfnisse und das Niveau der Verbraucher, also den sogenannten Souverän abgestimmt, welcher sich faul und bequem durch den vormundschaftlichen Staat geistig und oft auch wirtschaftlich betreuen lässt.
    Das Zukunftsduo dürfte Mutti & Martin heißen. M & M, oh wie spannend. „Martin machts“ wäre auch ein toller Spruch für diesen Traditionsverein zur Bewahrung des Stillstands und Rückschritts, den immerhin ca. 20% der Wähler als Fortschritt empfinden. Gestern habe ich zwangsläufig Radionachrichten aus Sachsen gehört. Die Topmeldung: Es gibt einen Schulz-Effekt. Nachdem der Europa-Experte seine Kandidatur verkündet hat, hat die Sachsen SPD 60 Neumitglieder und das stimmt den SPD-Obergenossen sehr optimistisch…
    Hat dieses fleißige Volk der Blockparteienfetischisten, Schlafschafen und Untertanen tatsächlich bessere Politiker verdient ?

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