Face-Schock bei Facebook

19. Mai 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Good Morning Lemminge! Facebook ist an der Börse. Ist es nicht interessant, wie wild alle auf Facebook-Aktien waren? Wo war gleich noch mal der „Gefällt mir!“-Button? Die Welt steht Kopf, wenn Hoffnung, Glaube, Spieltrieb und Prozente im Spiel sind. Und dann gab es einen Schuss – einen in den Ofen…

Ich habe den Facebook-Hype nie so richtig verstanden. Vielleicht bin ich auch zu alt. Vielleicht ist es auch nur das Misstrauen, seit ich die die Blasen an der Börse direkt platzen sah. Dort ist noch viel Platz für noch mehr und größere platzende Blasen. Doch alles zu seiner Zeit. Facebook ist bislang kein Remake der Börsengänge von LinkedIn und Baidu.com gelungen. Zumindest versprach der Börsengang nicht das, für was er gehalten oder gemacht wurde.

Was vorher nicht klar war…

Den ganzen Freitag über lagen die indikativen Kurse bei Lang & Schwarz zwischen 60 und 70 US-Dollar.Keine Ahnung, wie man dort darauf gekommen war. Lang & Schwarz hatte Optionsscheine auf Facebook begeben. Viele Optionsscheinkäufer dreckten sich schon mal ein. Die Umsätze waren im Vorfeld des Börsengangs hoch. Kann ja nur nach oben gehen.

Im Börsenbüro klingelte das Telefon. Ein rühriger Zertifikateexperte einer Schweizer Bank wies darauf hin, dass sein Bankhaus ebenfalls mit neuen Optionsscheinen draußen war. Die Umsätze in den Scheinen waren gut. Die Herausgeber der Papiere konnten sich nicht beklagen. Und dann?

Facebook kam mit einer halben Stunde Verspätung an die Börse… Als ob es ein Omen sein sollte…  43 US-Dollar. Keine 60? Keine 90? Die Papiere hätten auch mit 100 US-Dollar an den Start gehen können. Niemand konnte das wissen. Taten es aber nicht. Eine misslungene Wette. Mist! (Quelle Godmode-Trader)


Die indikativen Kursen brachen auf das an der Börse gehandelte Aktienniveau von 43 US-Dollar ein und rutschten dann in Richtung Ausgabepreis, bevor die Konsortialbanken eingegriffen haben sollen. (Quelle: Yahoo)

Die Optionscheine jagten gehebelt hinterher. Von 1,80 Euro runter auf 0,20 Euro. Super Ding! Bei Lang & Schwarz dürften die Korken geknallt haben. Glück gehabt, wenn man die Position auf einem rund 40 Prozent tieferen Niveau eindecken kann. (Quelle: Onvista)

Ich höre schon den Sturm der Entrüstung. Wie kann man nur so etwas anbieten? Wahrscheinlich wissen die Anbieter von solchen Handelsinstrumenten auch, dass jeden Morgen ein Dummer aufsteht mit etwas Lust auf ein Spiel und etwas Gier, Abenteuer und Wagemut – vielleicht sogar welche, die auf Banken als ausgemachte Zocker am lautesten schimpfen. Wer hat die Optionsscheinkäufer gezwungen, diese Papiere zu kaufen? Wahrscheinlich waren es die anderen. Mit 100 US-Dollar in der Eröffnung wurde es nichts. Das Leben ist voller Leimspuren. Es kommt darauf an, nicht jede auszuprobieren. Doch wenn Gier Hirn frisst…

Vielleicht ist der ganze Rummel in Sachen Facebook etwas vom Lehrgeld, was man zu bezahlen hat, wenn man an der Börse unterwegs ist oder auch außerbörslich Katzen im Sack kauft – und sich dann wundert, wenn diese dann ausgepackt weder tanzen noch singen können und auch keine Gewinne aus ihrem Fell schütteln, sondern kratzen und beißen.

Keine Sorge. Am Freitag Nachmittag gab es dann schon 678 Optionsscheine auf Zertifikate auf Facebook. Denn auch am Montag stehen wieder ein paar Dumme auf. Wetten?


 

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9 Kommentare auf "Face-Schock bei Facebook"

  1. dork sagt:

    Egal welche Nachrichten man die letzten Tage hörte … Facebook, Facebook, Facebook. Hat mich beruhigt, denn über die Edelmetalle wurde in den letzten Jahren nicht ein einziges Mal so geballt auf allen Kanälen berichtet … also daher … ein Hoch auf die angebliche Goldblase (ironie aus). 🙂

  2. paul4711 sagt:

    Zitat:
    ‚…Viele Optionsscheinkäufer „dreckten“ sich schon mal ein…‘

    HaHa!
    Absicht oder Zufall???

  3. EDE sagt:

    Gab es zu diesem Zeitpunkt auch schon PUTS?

  4. Spongebob sagt:

    Bei diesem Artikel fehlt mir der „Gefällt mir“ Button 🙂
    Richtig klasse geschrieben.

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