EZB wird ihre Politik im März vermutlich noch weiter lockern

21. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Prof. Thorsten Polleit

Auf seinem heutigen Treffen hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) die Leitzinsen zwar unverändert gelassen.
Aber EZB-Präsident Mario Draghi hat in Aussicht gestellt, dass die EZB-Geldpolitik auf dem nächsten EZB-Ratstreffen Anfang März „überdacht“ wird…

Damit hat er in Aussicht gestellt, dass die Geldbehörde (1) zu weiteren Zinssenkungen greifen wird (beispielsweise einer weiteren Senkung des negativen Einlagenzinses) und (2) die Aufkäufe von Anleihen und damit die Geldmengenvermehrung noch weiter treiben wird.

Bereits am 11. September 2015 haben wir einen Degussa-Marktreport veröffentlicht, der den Titel trägt „Die 4.760.000.000.000 Euro Lücke“:

Das darin ausgebreitete Szenario – das Schaffen von ungefähr 5 Billionen zusätzlichen Euro – scheint durch die Andeutungen, die EZB-Präsident Draghi heute gemacht hat, nun langsam Formen anzunehmen.

Das sind schlechte Nachrichten für den Euro – insbesondere auch für seinen Außenwert. Wir meinen, eine Abwertung des Euro in Richtung Parität gegenüber dem US-Dollar beziehungsweise ein Fall unter die Parität ist nach wie vor wahrscheinlich.

Anleger sollten daher ein „Euro-Klumpenrisiko“ vermeiden. Das Halten von Gold ist dazu eine mögliche und praktikable Alternative: Gold ist eine Versicherung gegen die Entwertung des Euro, ist eine Versicherung mit Preissteigerungspotential.

Das Vermehren der Geldmenge schafft keinen Wohlstand. Es führt lediglich zu einer Umverteilung von Einkommen und Vermögen, durch die einige besser gestellt werden auf Kosten anderer.

Und es sorgt dafür, dass die Güterpreise höher ausfallen (im Vergleich zu einer Situation, in der die Geldmenge nicht ausgeweitet wird), und das ist zweifellos nicht im Interesse der Euro-Bürger. Inflation hat keine positiven Wohlfahrtseffekte. Das gilt für hohe, aber auch für geringe Inflation.

© Prof. Dr. Thorsten Polleit – Marktreport Degussa Goldhandel GmbH

Goldpreis pro Feinunze in Euro
eurgold56

Euro-Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar
eur56

 

6 Kommentare auf "EZB wird ihre Politik im März vermutlich noch weiter lockern"

  1. Insasse sagt:

    Euro…Was war das gleich nochmal? Ach ja, darin bekomme ich ja derzeit mein Gehalt ausgezahlt (das kam auch schon in zwei anderen vergänglichen Währungen) und ich gehe noch damit einkaufen. Mehr nicht. Im Übrigen habe ich umgeswitcht von Euro-Klumpenrisiko auf Gold-Klumpenversicherung. Das scheint mir in diesen sehr unruhigen Zeiten, in denen niemand weiß, was über- und unterbewertet ist, was überhaupt nachhaltig werterhaltend ist und wie es überhaupt weitergeht, noch die beste Wahl zu sein. Die Lust aufs Zocken ist mir, genau wie die Lust aufs Shoppen, schon seit einiger Zeit vergangen. Schaun mer mal, was es wird…

  2. cource sagt:

    sobald es beim dax mal brenzlig wird erfolgen stützkäufe durch die ezb, na wenn das kein sozialismus für reiche ist ? warum hat die ezb nicht schon 2008 solche stützkäufe getätigt, dann hätten viele kleinanleger ihr geld nicht verloren, reine willkür der machthaber

    • Insasse sagt:

      @cource: Es ist nicht nur ein Sozialismus für Reiche, sondern für alle, die ihren Lebensunterhalt durch vom Staat zuvor zwangseingetriebener Steuern bestreiten. Zu den (typischen) Kleinanlegern: Das sind immer die Dummen. Sie kaufen teuer und verkaufen billig. Warum sind sie nicht einfach im DAX geblieben? Dann wären sie – genau wie „die Reichen“ – gerettet worden.

  3. Incamas SrL sagt:

    Die Gelddrucker geben nochmal richtig Gas. Aber auch der Gesetzgeber ist aktiv um die Menschen um Ihr Erspartes zu bringen. Wer nicht aufpasst wird wohl alles verlieren die nächsten Jahre. deshalb raus aus dem Bankensektor mit dem Ersparten.

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