Expansion des Polizeistaats

4. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Während der Sozialstaat expandiert, macht das auch der Polizeistaat. Eine weitere Maßnahme die im Kongress diskutiert wurde, die die USA selbst zum Schlachtfeld oder Kriegsgebiet erklärt. Das würde dem Militär das Recht geben zu tun, was sie tun ohne nach Übersee zu müssen… und es würde dem Präsident die Macht geben, seine Tötungs-Liste gegen seine einheimischen Feinde zu lenken…

Dann können Drohnen über Kansas oder Ohio fliegen…. Und umnieten wen auch immer die Feds wollen.

Aber wen werden sie töten? Keinen…oder fast keinen…der sich gegen die militärische Agenda in den USA wendet. Dort gibt es keine ernsthaften Terroristen… und keine ernsthafte Herausforderung für die Geldausgebe-Maschine.

Beide Präsidentschaftskandidaten sind sich bei dieser essenziellen Sache einig – dass das Geld weiterhin in die Zombie-Industrien fließt… Militär… Bildung… Gesundheit… und Finanzen. Ach ja, und gelegentlich schmeißen sie auch ein paar Dollar in industrielle Geschäfte – wie GM – wenn es genug gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter hat.

Warten Sie… die USA haben auch in Übersee keine ernsthaften Feinde. Und das macht den Schwindel nicht weniger effektiv. Im Gegenteil, es hilft. Ohne ernsthaften Feind kann die Rüstungsindustrie ihr Geld für jedes verdammte Ding ausgeben, dass sie will. Eine Menge Geldverschwendung. Eine breite Gewinnmarge. Geringe Verluste. Was kann man daran nicht mögen?

Aber wo war ich?

Ich sprach über Ökonomen. Genauer gesagt habe ich es gelassen Ihnen zu sagen, dass die Angaben zu den BIP-Zahlen fast komplett wertlos sind. Sie sagen Ihnen etwas; aber sagen sie Ihnen irgendetwas Wichtiges? Offensichtlich nicht.

Sie mähen meinen Rasen. Ich bezahle Sie. Ich mähe Ihren Rasen. Sie bezahlen mich. Wir haben beide einen Job. Und jeder von uns zahlt einen Teil des Verdienten an die Regierung. Das BIP steigt. Die staatlichen Einnahmen steigen. Und die Ökonomen erzählen uns etwas von .

Erst kürzlich zitierte Paul Krugman die Erfahrung der amerikanischen Wirtschaft in den frühen 1940er Jahren. Ein Ausbruch von Staatsausgaben zwischen 1940 und 42 produzierte einen Aufstieg von 20% in der Produktion, erzählte er zustimmend. Mehr Jobs, höheres BIP…nach den Maßnahmen der Ökonomen wurden die Dinge besser und besser.

Wurden sie das wirklich? Natürlich nicht. Die Regierung gab Geld für das Militär aus. Ein Ökonom kennt sicher nicht den Unterschied zwischen einem Tiger-Panzer und einem BMW. Ein Passagier kann das. Es dauert nicht lange bis er bemerkt, dass ein Panzer keine gute Art zu Reisen ist.

Es gibt Zeiten, da ist es nötig Panzer zu bauen. Aber das ist dann nicht die Zeit Wohlstand und Reichtum zu anzuhäufen. Stattdessen gibt man den Wohlstand her um sich selbst zu schützen (theoretisch zumindest, praktisch sind die meisten Kriege Schwindel…für beide Seiten). Das ist das was die USA in den frühen 40er Jahren gemacht hat – Wohlstand aufgeben, statt ihn zu erzeugen.

Was meinen Standpunkt veranschaulicht:

Wenn sogar ein Nobelpreis gekrönter Ökonom nicht den Unterschied zwischen Wohlstand bilden und aufgeben erkennt, welche Hoffnung bleibt da für den gesamten Berufsstand?(Seite 2)

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12 Kommentare auf "Expansion des Polizeistaats"

  1. Bummbumm sagt:

    #Aber ist Wachstum etwas Gutes? Ist es das Gleiche wie Fortschritt und Wohlstand? Braucht die Welt wirklich noch mehr Krempel?#

    Eine merkwürdige Frage. Wir „investieren“ doch gar nicht in Krempel. Unser schuldenfinanziertes „Wachstum“ sorgt doch dafür, dass wir noch mehr Leute haben, die bei irgendetwas mitentscheiden und andere Leute vom Arbeiten abhalten. Oder schafft die BA neuerdings Arbeitsplätze? Schaffen unsere Finanzgesetze arbeit? Wird dadurch Krempel erzeugt? Naja, Fahrtenbücher meinetwegen. Aber Fernseher, Kaffeemaschinen usw. kommen aus China oder der Türkei. NOCH gibts bei uns den Maschinenbau.

    Noch.

  2. mfabian sagt:

    So wie ich Bill Bonner verstanden habe geht es ihm um den Unterschied zwischen Wachstum und Wohlstand. Beides wird oft als dasselbe betrachtet. Ist es aber nicht.

    Beispiel:
    Du hast eine Familie mit 2 Kindern. Nun wirst Du befördert und verdienst pro Jahr €10’000 mehr.
    Jetzt hast Du zwei Möglichkeiten:
    a) Ihr leistet euch ein drittes Kind. Wachstum
    b) Ihr bleibt eine 4-köpfige Familie und könnt euch mehr leisten. Wohlstand

    Daraus ergibt sich, dass Länder mit sinkender Bevölkerung eigentlich den Wohlstand steigern können müssten, wenn die Wirtschaftsleistung konstant bleibt. Schliesslich haben wir eine Produktivitätssteigerung (weniger Menschen produzieren so viel wie zuvor mehr) bzw. es bleiben pro Kopf mehr Ressourcen und Lebensraum.

    Wären da nicht die leidigen Zinsen, die uns dennoch zu Wachstum zwingen.

  3. Futur sagt:

    Vielen Dank für den Artikel!
    Das herrschende Finanz-, Geld, Wirtschaftssystem wurde von des Wirtschaftswissenschaftlern nie fundamental hinterfragt und analysiert. Die anhand von stabilen Verhältnissen konstruierten empirischen, mathematischen, induktiven Theorien versagen in einer instabilen Realität. Die Ökonomen müssen sich mit dem Thema: „Wie kann man sicherstellen, dass die verwendeten Theorien die Wirklichkeit beschreiben“ auseinandersetzen. Das ist das Thema der Wissenschaftstheorie (Karl Popper). Da ich mich schon Jahrzehnte mit der Wissenschaftstheorie beschäftige, weiß ich, dass das Interesse und auch die Kenntnisse dieser Methodenanalyse bei den Wirtschaftswissenschaftlern nur sehr gering vorhanden sind.
    Wenn eine ökonomische Theorie mit der mathematischen Methode begründet wird, dann muss berücksichtigt werden,
    1….dass es nicht nur „die“ eine Mathematik gibt (z.B. euklidische und nicht-euklidische Mathematik, usw…)
    2. Empirische Erkenntnisse können nur bei stabilen Bezugssystemen (Wirklichkeit) gelten.
    3. Die induktive (empirische) Methode, mit den die bekannten ökonomischen Theorien konstruiert wurden, funktionieren nicht in einer instabilen Wirklichkeit. Da die Märkte aus vielen unterschiedlichen Gründen nicht stabil sind, immer instabiler werden, versagen also alle aufgestelllten ökonomischen Theorien.
    Beispiele aus der Medizin verdeutlichen das Problem: Gängige Antibiotika versagen immer häufiger, weil die Krankheitserreger instabil (bei nichtlinearen Mutationen) sind. Komplexe Erkrankungen (Krebs, etc.) werden aus diesen Gründen auch niemals mit „der einen“ Therapie heilbar sein. Die medizinische Forschung hat wenigstens die richtige Methode, nämlich die evidenzbasierte Medizin gefunden….

  4. MARKT sagt:

    Da kann ich nur sagen Wow!

    Endlich spricht (schreibt) einer etwas was als absolutes Tabu gilt.

    Die Masse kann, wird und will es aber nicht verstehen.

    Warum auch, wenn man etwas (auch Unsinn?) über JAhre (Jahrezehnte) von allen Seiten vermittelt bekommt, weshalb sollte man Zeit damit verschwenden dies zu hinterfragen. Ist doch wohl Zeitverschwendung.

    Bestimmt werden wir aus der Misere „herauswachsen“ und gleichzeitig auch noch die Umwelt schonen und schützen.
    Daran wollen wir doch nicht ernsthaft zweifeln es kommt schließlich ständig aus dem Ether. (Wenn wir nicht gerade mittels Apple oder Facebook selbst aktiv sind)

    Dazu fällt mir nur der Spruch ein: Die eine Hälfte der Menschheit ist zu faul zum Denken, die andere zu dumm. (Hoffentlich gehöre ich der Zweiten Gruppe an, habe mal irgendwo gehört Dummheit kann auch schützen)

    • Futur sagt:

      Die Masse wird das niemals verstehen, weil sie gelernt hat, mit der sogenannten induktiven Methode zu lernen. Diese Methode ist außerordentlich erfolgreich in der Findung von Theorien in stabilen, homogenen Systemen (Klassische Mechanik, Newtons Gravitationstheorie).
      Bei nichtlinearen und instabilen Bezugssystemen (z.B. größere Räume, komplexen Systemen) müssen Theorien angewandt werden, die mit einer anderen Methode gefunden werden.
      Aber die Newtonsche Gravitationstheorie ist genauso wenig falsch wie die ökonomischen Theorien. Sie sind nur bei instabilen Systemen unzwechmäßig.
      Von einem Wissenschaftller ist zu erwarten, dass er sich für die Gültigkeit von Theorien interessiert.

      • wolfswurt sagt:

        Das Bezugssystem des Menschen ist seine Erbanlage und seine Umwelt.

        Erbanlage und Natur sind instabil. Ohne Instabilität gäbe es kein Leben, weil keine Anpassung an veränderte Lebensbedingungen möglich wäre.
        Da der Mensch keinen Einfluß auf Naturgesetze und Lebensbedingungen hat, bleibt ihm nichts anderes übrig als eine größtmögliche Instabilität seines Daseins zu wahren.

        Lebensgrundlage ist die Instabilität.
        Theorien versuchen Instabilität in eine feste Form zu pressen.

        Das diese Versuche zum scheitern Verurteilt sind, zeigt dann nach einiger Zeit die Realität der Instabilität.

        • Futur sagt:

          Die Stabiltät ist als Grenzfall der Instabilität anzusehen. Grundsätzlich ist die Instabiltät also allumfassend. Niemand der sich in der Quantentherie auskennt, würde dies bestreiten. Es gibt allerdings sehr viele stabile Wirklichkeiten, wie z.B. der homogene, dreidimensionale Raum, der uns umgibt. Da können wir die uns bekannten Theorien (Z.B. Satz des Pythagoras, Newtonsche Gravitationstheorie, alle empirischen Theorien) anwenden. Bei instabilen oder nichtlinearen Bezugssystemen (größere Räume, Distanzen, instabile Systeme wie Märkte, Börsen, Finanzprodukte, usw.) muss eine Methode angewandt werden, die immer den Bezug zur Wirklichkeit garantiert. Das kann nur die deduktive Methode sen, da diese nachprüfbar ist. Alles Erkenntnisse der Formalen Logik und Wissenschaftstheorie.
          Also müssen die Satellitenumlaufbahnen mit der Einsteinschen Gravitatationstheorie (Relativitätatheorie) berechnet werden. Selbstt ein rechtwinkliges Dreieck wird, wenn es auf die Erdkugel gelegt ist, nicht mehr mit dem berühmten Satz zu berechnen sein. Niemand würde aber die Gültigkeit der euklidischen Mathematik bestreiten. Sie ist aber nur in homogenen dreidimensionalen Räumen gültig. Die parallele Existenz von stabilen und instabilen Wirklichkeiten gibt es in jeder Wissenschaft. Die Wissenschaftler müssen nur in der Lage sein, zu differenzieren und dann die zweckmäßigen Theorien anwenden. By the Way: Ohne Einstein hätten wir kein GPS…

          • wolfswurt sagt:

            Ein rechtwinkliges Dreick oder der dreidimensionale Raum mag als stabil angesehen werden.

            Die den Menschen betreffende und für sein Dasein entscheidende Instabilität sind die biologischen Abläufe denen er unterworfen ist.

            Der Mensch ist ein Teilnehmer gleich einer Laus der biologischen Prozesse und unfähig selbige zu analysieren oder gar zu verändern.

            Während das rechtwinklige Dreieck stabil bleibt wird das Menschlein von Sekund zu Sekund instabiler(Zellteilung).

            Im übrigen ist das GPS nicht stabil…, man gebe nur die beiden Wörter „GPS instabil“ in der Welt größten Suchmaschine ein.

  5. Futur sagt:

    Ja, genau das meinte ich!
    Die Satelittenbahnen befinden sich im nichtlinearen Raum. Deshalb ist die Anwendung des Newtonschen Gravitationsgesetz in dem Fall unzweckmäßig. Die Einsteinsche Gravitationstheorie (Relativitätstheorie) muss verwendet werden. (Die Abweichung würde übrigens 10 Meter pro Umlauf betragen). Einsteins Relativitätstheorie hat auch auf der Erde ihre Gültigkeit und enthält die Newtonsche als Grenzfall. An diesen beiden Theorien kann man am besten erkennen, wie wichtig es ist, das jeweilige Bezugssystem einer Theorie zu kennen.

    Die bei homogener,stabiler Wirklichkeit konstruierten, empirischen Theorien versagen in einer instabilen Wirklichkeit. Es gibt in der heutigen Zeit kaum etwas Instabileres als die ökonomischen Prozesse. Genauso ist es bei hren genannten biologischen Systemen, der Zellteilung.Die Mediziner werden bei einer stabilen, homogenen Krankheit ein Medikament finden. Bei komplexen Erkrankungen können die Therapieerfolge nur durch kontrollierte, randomisierte Studien (evidenzbasierte Medizin)bewiesen werden. Das ist die Anwendung der deduktiven Methode mit Nachprüfung (Falsifikation).

  6. EuroTanic sagt:

    Ökonomie kommt von Oikos = im antiken Griechenland die Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft. Der Oikos umfasste die Familie sowie Bedienstete und Sklaven…

    Aha, habe ich’s doch gewusst. LOL

  7. Futur sagt:

    Sämtliche ökonomischen Theorien sind mithilfe einer Methode konstruiert worden, die nur unter stabilen Bedindungen zweckmäßig ist. Die Realität der Ökonomie ist nicht stabil, sie wird durch viele unterschiedliche Entwicklungen und Veränderungen immer instabiler.
    Alle empirischen Theorien, die von einer stabilen Wirklichkeit ausgehen, sind bei Instabilitäten unzweckmäßig. Dies gilt in allen Wissenschaften.
    Die Zweckmäßigkeit einer Theorie wird folglich von der Beschaffenheit der Realität definiert. (vgl. Kant).
    Warum? In stabilen Bezugssystemen (z.B. Dreidimensionaler Raum, normale Zellteilung, stabile Wirtschaftsverhältnisse, etc.) bleiben die Ergebnisse (Prognosen) innerhalb der konstruierten Theorie.
    Bei instabilen Systemen liegen die Ergebnisse auch außerhalb des Definitionsbereichs einer Theorie. Ein nicht zu kalkulierendes Therapieversagen ist wahrscheinlich. (Formale Logik). Welche Theorien sind also in einer instabilen Wirklichkeit zweckmäßig? Nur die mithilfe der deduktiven Methode konstruierten Theorien, weil sie durch (ständige) Nachprüfungen ( Falsifikationen ) mit der Realität verbunden werden können. Diese Verbindung/ Abfrage ist entscheidend. (Vgl. Methode Doppelblindstudien).
    Warum? Die mithilfe der deduktiven Methode und Nachprüfung aufgestellten Theorien können in einer instabilen Realität angeglichen werden. Die ständige Hinterfragung einer Hypothese spiegelt die einzige Sprache wider, die in der Natur gültig ist : Den binären Code.(Wahrscheinlich ist deshalb auch der Computer so erfolgreich!).
    Für das Wirtschaftsleben konkret heißt das Ergebnis: : Kritik verbunden mit Innovation und Transparenz sind wegweisend.

    • Futur sagt:

      Selbstverständlich kann ich für jede Aussage nachprüfbare Beweise erbringen. Die Deduktion ist die Ableitung vom Allgemeinen auf das Besondere. Eine sinnvolle, möglichst umfassende Aussage wäre eine deduktive Hypothese.
      Beispiel: 1 Medikament A hilft bei Erkrankung B. Falsifikation: 0 Medikament A hilft bei Erkrankung B.
      An diesem einfachen Beispiel kann man die Methode der Deduktion am besten erkennen. Die medizinische Forschung hat mit der Methode der evidenzbasierten Medizin auf die Problematik von komplexen, instabilen Krankheitsbildern reagiert. Der einfache Ursache-Wirkungszusammenhang ist nunmal in einem instabilen System
      aufgehoben. Deshalb können auch keine empirischen, mathematischen (induktiven) Theorien gültig sein. Diese beziehen sich immer auf die Vergangenheit (Wirklichkeit). Wenn sich aber die Wirklichkeit als Bezugsystem ändert, dann können die induktiven Theorien diese nicht mehr korrekt beschreiben. Von der Logik her wäre es so als ob man immer nur 1,1,1 abfragen würde. Korrekterweise muss aber 1,0,0,1,1 usw. abgefragt werden. Die ständige Hinterfragung (Falsifikation) ist also der Immens wichtige Bezug zu einer instabilen Wirklichkeit.

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