Akrobatik mit Luftblasen

17. August 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Europa… eine nette Sache, nur liegt der Kostenfaktor dieses politischen Experiments inzwischen im Billionen-Bereich. Die armen Politiker… Ihre Idee ist in Schwierigkeiten. Sie müssen Urlaube unterbrechen, durch die Gegend reisen und viel telefonieren….

Politiker haben es nicht einfach. Während sie die Waggons dieses Zuges mit dem Namen „Eurozone“ während der Fahrt auf maroden Gleisen anstreichen und ausbessern, müssen sie ihn als als einen ICE der neuen Bauart verkaufen. Dabei steht dieser Zug vielleicht sogar kurz vor der Entgleisung.

Welchen Vorteil hat eigentlich der Euro gebracht? Lassen Sie mich mal überlegen…

So, ich bin wieder da. Es hat etwas gedauert. Früher musste man Geld umtauschen, um woanders in Europa etwas kaufen zu können. Das war wirklich eine große Errungenschaft, als es den Euro gab. An den Grenzen werde ich seitdem nicht mehr kontrolliert. Darunter habe ich früher auch nicht gelitten. Und als Börsenreporter muss man nicht ständig Kurse umrechnen.

Oh, und die Zinsen sind gefallen. Kredite wurden billiger. Verschuldung machte richtig Spaß, sagten die südländischen Staaten und griffen beherzt zu. Der Rest steht in den Zeitungen. Danke, EZB!

Die restlichen Vorteile habe ich auf die Schnelle nicht parat, dafür aber die vielen Leitsätze aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die gebetsmühlenartig aus Radios, Fernsehgeräten und Zeitungen schäumen. Eine Halbwahrheit, wenn man sie oft genug wiederholt, wird zwar nicht wahrer, brennt sich aber hinter den Hirnlappen ein wie Lötkolben in Zinnlot. Auch meine Nachbarin weiß da wohl mit zu reden und drückt dann ihre Repeat-Taste und quasselt weiter. Neulich war ihr Gerät ausgefallen, als es auf das Thema kam.

Sind die Leute mit dem Euro glücklicher geworden? Ich weiß es nicht. Woran könnte ich das merken? Die einst gefeierte Gießkannenwährung hat inzwischen die Dinge in Europa durcheinander gebracht und sorgt jetzt auch noch für Unordnung im Portemonnaie. Für eine gewisse Zeit ging es dem Süden viel besser als vorher. Sie merken schon, ich suche immer noch den Vorteil des Euro für den Norden des Kontinents.

Vorwärts immer!

Europa war und ist ein politisches Projekt, eine Umsetzung von großen Träumen von Leuten, die ihre Rechnungen ohne ökonomischen Verstand machen. Die meisten der damaligen Akteure sind heute im Ruhestand oder halten für teueres Geld Vorträge, auf denen sie sich dann rechtfertigen und erklären, warum ihre Idee nicht so funktioniert hat wie gedacht.

Ich bin demnächst auf eine Veranstaltung mit Ex-Finanzminister Waigel eingeladen. Soll ich hin gehen? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich werde ich mir etwas Geschichte anhören und mich in Erinnerungen wähnen, als ob ich im alten Tagebuch herum wühle und mir die verflossenen Liebschaften in Erinnerung bringe..

Krisengrüße aus Paris

In Paris war ein weiteres Krisentreffen angesetzt, während in Deutschland eine Debatte über Eurobonds los gebrochen war. So fuhr ich gestern fast in eine Leitplanke, als ein früherer Finanzpolitiker im Radio vom „Eurobong“ redete. Euro-BongBong? BongaBonga? Es erinnert mich an Süßigkeiten. Die Finanzmärkte sähen Eurobonds gerne. Schließlich muss man die Rechnung für diese Party der Schulden an jemanden verschicken können. Geduld! (Seite 2)

 

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29 Kommentare auf "Akrobatik mit Luftblasen"

  1. mfabian sagt:

    Was ich nicht verstehe:
    Die Argumentation, dass der Euro ein Fehler war, weil man nicht zusammenführen kann, was nicht zusammen gehört (Prof. W. Hankel), leuchtet mir ein.
    Andererseits ist die Menschheit 5000 Jahre lang mit einer globalen Hartwährung recht gut klargekommen. Es funktioniert also offenbar sogar eine Währung, die über alle Grenzen hinaus geht!

    Wer hilft mir weiter?

    • Avantgarde sagt:

      „Andererseits ist die Menschheit 5000 Jahre lang mit einer globalen Hartwährung recht gut klargekommen.“

      Nun ja – das ist ein etwas verklärender Blick auf das Gold.
      Gold wurde zwar immer wieder zu Geld – war es aber nicht durchgehend.

      Und es stimmt auch nicht, daß das immer die guten und wohlhabenden Zeiten der Menschheit waren.

      Was glaubst Du wohl mit was das britische Empire lange Zeit regiert wurde?
      Nein nicht mit Gold sondern mit Holz – mit Kerbhölzern – den Tally Sticks.
      Diese wurden erst Anfang des 19. Jahrh. abgeschafft.

      Holz, Papier, Metall, Muscheln – eigentlich egal was als Geld angesehen wird.
      Wichtig ist eigentlich lediglich der richtige Umgang damit.

      • mfabian sagt:

        Es ist mir schon klar, dass der Weg auch mit Gold steinig war 😉
        Immerhin haben die USA unter einem Goldstandard das ganze Land kolonialisiert, Eisenbahnen gebaut und Industrie aufgebaut. Im letzten Jh. gab es unter Goldstandard bis zum 1. Wk keinerlei Inflation und die Wirtschaft boomte.
        Die Amis haben von 1776 bis 1971 gebraucht, um die erste Billion Schulden zu machen. Für die letzte Billion haben sie 4-1/2 Monate gebraucht. Fiat-money ist also kurz vor Game Over.
        s. hierzu auch Chris Martenson: http://www.chrismartenson.com/crashcourse/chapter-9-brief-history-us-money

        • Avantgarde sagt:

          Ich kenne seine Ansichten und habe durchaus Respekt vor dem was Chris Martenson sagt und beschreibt.

          Mir geht es nur darum auch mal die andere Seite der Münze zu zeigen.
          Denn ich finde es wird oft ein etwas falscher Eindruck von Goldgeld verbreitet – für meinen Geschmack viel zu positiv.
          Die Geschichte des Geldes ist sehr wechselhaft.

          Ich denke eine besseres und überlegteres Vorgehen der Notenbanken im Sinne der Mehrheit des Volkes wäre sehr viel sinnvoller als Goldgeld.
          Aber ausschließen kann man in diesen Zeiten wirklich nichts mehr.

          Guck Dir mal das hier an:

    • Robert sagt:

      mfabian: was man heute QE oder Eurobond nennt, hieß früher Münzverschlechterung.

    • auroria sagt:

      Ich stimme Robert zu und empfehle dringend das Buch „Das Silberkomplott“, auch regelmäßig in den Metallwoche Podcasts verlinkt.
      Dort ist die Geldgeschichte und die diversen Manipulationen, die es auch bei Goldwährungen gab schön beschrieben.

      Heute kann man die Menschen nicht mehr so einfach veräppeln, wie damals bei den Römern. Einfache Münzverschlechterungen würden schnell bemerkt und kommuniziert. Aber da heute fast alles elektronisch funktioniert, gibt es auch ganz neue Möglichkeiten der Manipulation.

      Wenn man ein neues Goldgedecktes Währungssystem macht, ist es nur dann etwas wert, wenn alle Details davon rund um die Uhr von allen Bürgern überwacht und geprüft werden können.
      Schaut man sich aber die Antworten der Bundesbank auf die Frage wo unser Gold eigentlich lagert und in welcher Form, oder die Jahrzehntelangen Versuche mal die Barren der Amerikaner nachzuzählen an, dann weiss man wie es um die Offenheit bestellt ist …

  2. King Balance sagt:

    Spiegel meldet: Merkel und Sarkozy planen Wirtschaftsregierung für Europa

    „Deutschland und Frankreich gehen voran: Um die Euro-Krise wirksam zu bekämpfen, wollen Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy eine Wirtschaftsregierung für die Euro-Zone schaffen – unter Vorsitz von Herman Van Rompuy“.

    Mit mehr Bürokratie soll also jetzt Europa wieder ins Lot kommen?

    „Auf der Suche nach dem Richtigen kann man viel Spaß mit dem Falschen haben“.

    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht. LoL! Herman Van Rompuy!

  3. Waldfee sagt:

    Bitte bitte bitte lieber Herr Meyer,

    nehmen Sie an der Veranstaltung teil und berichten hier…

    Viele Grüße

  4. daedalus67 sagt:

    Ach Frank…

    das mit der Bong war schon richtig….

    So sieht sie aus: http://www.ariva.de/bong_and__bongs_a236456
    mit dem Unterschied dass da nun die € durch geraucht werden.

    Gibts bald wieder Tastaturen ohne € im E?

  5. Badener sagt:

    Danke Frank für deine unermüdliche Arbeit und die deiner Mitschreiber.

    Der Artikel bringt es genau auf den Punkt.

    Es ist zum aus der Haut fahren, wenn ich sehe, wie wenige sich in meinem Umfeld dafür interessieren, geschweige denn verstehen, was hier passiert oder aufgegeben wird. (Demokratie, Freiheit usw.)

    Was ich nicht verstehe, ist, warum sind die großen Medien so wenig kritisch?

    Diese müssten doch auch eine gewisse Verantwortung haben!

    PS: Dein Blog ist schon großartig, hoffentlich erreicht er noch die breite Masse bevor es zu spät ist.

    Viele Grüße

    • konnt_ja_keiner_ahnen sagt:

      Dem schließe ich mich in allen Teilen und vollinhaltlich an!

    • clakiep sagt:

      Aus Paris hört man man werde ungeahnte Wege gehen….hmm. Was könnte das wohl sein ? Wie boxt man sich aus einer ausweglosen Verschuldungs-Situation ? Ein Teil der Schulden muss weg. Ein Insolvenzrecht für Staaten gibt es eigentlich auch schon, es heisst nur anders, Moratorium.

      Überführt man die Staatsschulden aller Euroländer in Eurobonds, muss ganz Europa Moratorium erklären. Aber wenn nicht ? Dann kann man dafür sorgen dass die grossen und solventeren Länder für eine Weile keine neuen Kredite von dem privaten Kapitalmarkt brauchen – Sparpakete – dann erklärt ein kleineres und hoffnungslos verschuldetes Land Moratorium. Dieses wird mit EZB Krediten – Stabilitäts Mechanismus – erstmal überwasser gehalten.

      So, dann ist erstmal Pause, den der private Kapitalmarkt zu nutzen genötigt sein wird, um auf sich auf ein vernünftiges Mass gesundzuschrumpfen. Hat man aber Eusobonds gibts diese Option nicht mehr. Selbst die Deutsche Bank ist gegen Eurobonds. Vielleicht weil sie ihre Giechenschen Staatanleihen schon weitgehend entsorgt hat ?

  6. Munnie sagt:

    Also irgendwie kommt mir diese „Nicht“-Lösung der aktuellen Krise durch Merkel und Sarkozy komisch vor. Sie reagieren doch damit in keinster Weise auf die aktuelle Lage, sondern schieben alles weit, weit in die Zukunft. Und dann auch noch mit „Sollte“, Müsste“ usw.
    Eigentlich tun doch Merkel und Sarkozy alles, damit die EWU nicht funktionieren kann – alles auf später schieben –
    Selbst der EFSF kann ja frühestens im Herbst funktionieren, Finanztransaktionssteuer, die die europäischen Börsen lahm legt, Schuldenbremse, die frühestens im nächsten Sommer greifen könnte, Wirtschaftsregierung (was soll die eigentlich bewirken können? Sind unsere Parlamente damit überflüssig?) und dann auch noch van Rompuy (Bilderberger !!) als Oberboss, das kann ja eigentlich nur schief gehen.
    Kann es sein, dass dahinter ganz andere Ziele stecken? Dass das, was viele, viele Menschen nur einfach für Unfähigkeit halten, eine Taktik beinhaltet, von der wir nichts wissen, dass man einfach nur noch ein bißchen Zeit gewinnen möchte, um ganz andere Sachen durchsetzen zu können?
    Ich denke da in erster Linie an einen zwar gewollten Austritt von Frankreich und Deutschland aus dem Euro, den man sich aber nicht erlauben kann, sondern lieber dafür sorgt, dass die Südländer pleite gehen und man somit alles Scheitern auf sie schieben kann.

    Oder vielleicht auf was ganz anderes……

    Übrigens: diese Wirtschaftsregierung wurde schon im Frühjahr letzten Jahres als ultimative Lösung angekündigt. Passiert ist aber seither nichts dergleichen. Vielleicht wieder viel heiße Luft, um alle zu beruhigen und ihnen zu versichern, dass man was tut, um der Krise Herr zu werden?

  7. clakiep sagt:

    Wenn ein Staat aus dem Euro-Währungsraum, dass den Euro benutzt, Moratorium erklärt, muss es deswegen keineswegs aus dem Währungs-Verband austreten.

  8. Avantgarde sagt:

    „Das mit dem Vorhaben, eine Finanztransaktionssteuer zu etablieren, ist eine gute Idee, aber eine schlechte Nachricht für die Börsen. Dass würde die Gewinne der „Daddelmaschinen, die in Frankfurt inzwischen 40 Prozent des Umsatzes ausmachen, verdampfen lassen. “

    Ganz genau – auch einer der wirklich guten Ideen, die in der Schublade verstauben.
    Das Problem daran ist, daß die „Schaufelverkäufer“ weniger verdienen würden.

    Das Primat der Politik ist passé – ein mehr als überdeutliches Beispiel.

  9. chinese sagt:

    Das treffen gestern in Paris macht schon Sinn aus der Sicht von Frau Merkel. Hier wurde das Fundament für die Eurobonds gelegt. Die werden unweigerlich kommen, bzw. Eigentlich sind diese schon im „Keller“ da. Wenn die EZB Anleihen kauft ist doch die Risikoverteilung und Haftung für alle Miteigentümer der EZB schon da.

    Wird man nicht mehr aufhalten können diese Eurobonds, schöneres Wort währe aber Haftungsbonds.

    Chinese

  10. Johannes sagt:

    Bin mir sicher, dass die Eurobonds kommen werden, ziemlich sicher sogar.

    Wenn man das Finanzsystem weiterhin aufrecht erhalten will, werden sie ganz einfach kommen müssen, insbesondere, wenn Länder wie Italien, Spanien und Frankreich in den Fokus geraten.

    Ein Zahlungsausfall eines solchen Staates würde Lehmann/Subprime etc. wie einen Fliegenschiss auf der Sonne wirken lassen.

    Ich weiß schon, anonym in Foren und Blogs lässt es sich leicht darüber philosophieren, was man tun würde, könnte man entscheiden. Aber Politiker haben keinen Konjunktiv und keine Anonymität in Ihren Entscheidungen, sondern beeinflussen die Realität.

    Und wer würde sich wirklich hin stellen und das Finanzsystem an die Wand fahren lassen, hätte er die Entscheidungsbefugnis dafür? Wer würde sich wirklich vor die Kameras stellen und sagen, Game Over?

    Wer würde die Verantwortung für Hunger, Tot, Revolten, evt. Krieg wirklich übernehmen?

    Wer will in die Geschichte als derjeniger eingehen, der Leid und Elend gebracht hat?

    Ich bin der festen Überzeugung, dass das kein derzeitiger und zukünftiger Politiker machen wird, solange noch irgendein Spielraum vorhanden ist.

    Und zu diesem Spielraum gehören auch die Eurobonds.

    Das Marketing für diese Eurobonds beginnt bereits und erste Berichte, wie das verkauft werden soll, findet man schon in diversen Massenmedien.

    Gerade heute habe ich auf standard.at einen solchen Artikel gelesen, schön und positiv erklärt für das dumme Volk, das von Geld und dem Geldsystem keine Ahnung hat.

    Eurobonds werden in Gute und Schlechte unterteilt, in schönen Farben, wie blau für die guten und Rot für die bösen Eurobonds.

    Leicht verständlich und ganz sicher und überhaupt ein ganz starkes Signal für die Finanzmärkte.

    Aber lest es einfach selber, man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, Marketing in Reinstform:

    http://derstandard.at/1313024380213/Gemeinsame-Staatsanleihen-Eurobonds-waeren-ein-starkes-Signal-an-die-Finanzmaerkte

  11. crunchy sagt:

    Rotkäppchen und der Gendarm vom Elysee
    gegen
    die Wahren Finnen!:
    http://www.sueddeutsche.de/geld/schuldenstaat-garantiert-kreditrueckzahlung-finnlands-eiskalter-griechen-deal-1.1132072

    Scharfe Franzosenartihmetik+
    Deutsche Bescheidenheit+
    Griechische Besonnenheit=
    Rauche, was Du willst!

    Sozial, assozial: Scheißegal!

    High on Emotion!

  12. EuroTanic sagt:

    Wenn unsere EUlite nicht total verblödet ist muss man davon ausgehen, dass dies alles einem Plan folgt. Und dieser Plan kann nur das Ziel der völligen Enteignung der Massen mit anschliessender Versklavung sein. Eine Grundlage für diese Mutmassung ist die Theorie der Psychopathie und politischen Ponerologie (z.Bsp.
    http://allahopp72.files.wordpress.com/2011/06/politische-ponerologie.pdf)
    Kurz und knapp gesagt ist das die Wissenschaft über die Natur des Bösen. Unsere EUliten wollen uns zerstören, das ist ihre Natur. Sie müssen uns zerstören, denn sie leben von dem Gefühl der Macht und der Angst die sie in uns erzeugen. Nimmt man noch die apokalytische veranlagte angloa-amerikanische Führung hinzu muss man befürchten dass uns ein Amagaddon bevorsteht bei der es dieser Psychokratie nicht auf ein paar Millionen oder gar Milliarden Tote ankommt.

  13. Fnord23 sagt:

    Ich vermute man will Zeit erkaufen. Ist ja nun alles keine Lösung der grundlegenden Ursachen.

    Ich erinnere mich an eine kurze Schlagzeile im Ticker von n-tv im ?Februar? dieses Jahres:

    ++++++++++Finanzminister Wolfgang Schäuble arbeitet an weltweiter Währungsreform+++++++++

    Vielleicht dafür?

    VG aus Sachsen

  14. Alternativlos sagt:

    Guten Morgen lieber Frank, guten Morgen liebe Blog-Gemeinde,

    nun, nennen wir es doch beim Namen. Unsere Politiker gleich ob aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien (oder sonst woher) demonstrieren in letzter Zeit kein „gutes Händchen“ für die Situation.

    Dies kann aus meiner Sicht nur zwei Ursachen haben:

    1. Eigene Interessen:
    Die Politik hat aufgrund von Verquickungen von Amt und eigenem wirtschaftlichem Engagement ein eigenes Interesse (Cui bono?). Beratertätigkeiten, Gastauftritte, Aufsichtsratsmandate und sonstige Devisen bringende Tätigkeiten sind natürlich auch kein schlechtes Zubrot das so manchem Abgeordneten, Staatsekretär oder Ex-Minister/Kanzler eine auskömmliche Altersversorgung gewährleistet.

    oder

    2. Eigene Dummheit:
    Nirgendwo scheint der Tätigkeits- und Fähigkeitswechsel so schnell möglich wie in der Politik. Kein Bäcker käme auf die Idee ab morgen Herzoperationen durchzuführen. In der Politik ist das aber scheinbar problemlos möglich. Wer gestern Familienpolitik gemacht hat, ist morgen auch gut in der Verteidigung. Da ist es nicht verwunderlich, dass manch „Experte für Finanzpolitik“, eigentlich kein großes Fachwissen darüber hat, was er oder sie da treibt.

    Das Ergebnis dieser mangelnden Qualifikation sehen wir jetzt in Zeiten in denen Fachwissen und langjährige Erfahrung notwendig sind um die Tragweite von Entschlüssen und Statements abschätzen zu können.

    Das Problem ist dabei nur, dass die entscheidenden Stellen eben nicht mit Experten besetzt sind. So kommt es eben vor, dass ein allzu junger Wirtschaftsminister (der gefühlt gestern noch Gesundheitsminister war und niemals eine volks- oder betriebswirtschaftliche Ausbildung genossen hat) sich vertut, verhaspelt und von etwas redet von dem er nachweislich keinerlei Ahnung hat.

    Wirtschaftspolitische Themen die gestern noch mit Eloquenz und schneidigem Auftreten problemlos zu erledigen waren, können heute nicht mehr auf die selbe Weise „weg geredet“ werden.

    Die Folgen dieser Defizite erleben wir nun.

    In diesem Sinne können wir über unsere Politiker nur sagen:

    „Herr vergibt Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“

    • auroria sagt:

      Politiker sind nicht dumm! Wer das glaubt, ist nur auf die 2. Verteidigungslinie der Politiker reingefallen. Politiker erwecken diesen Eindruck gerne um zu verschleiern, warum sie wirklich bestimmte Dinge tun oder entscheiden.

      Dass Politiker oft keine Ahnung haben von den Dingen worüber sie reden, ist normal. Aber ein Minister hat ein ganzes Ministerium hinter sich, die die eigentliche Arbeit machen.

      Warum die EU in der Sache so chaotisch wirkt?
      – Ziemlich sicher gibt es sehr unterschiedliche Interessen von Geber- und Nehmerländern und man will das Ausmaß an Streit nicht offen zur Schau stellen. Auch Deutschland und Frankreich sind sich scheinbar alles andere as einig.
      – Man will Eurobonds u.ä. einführen, wo man weiss, dass breite Teile der Bevölkerung dagegen sind. Deswegen muss man immer drumherumreden und öffentlich das Gegenteil sagen von dem was man bespricht.
      – Womöglich laufen noch ganz andere Kämpfe im Hintergrund (Man will €Länder austreten, selbst austreten oder arbeitet an Nord€ oder sonstwas).

    • Fnord23 sagt:

      ….Wer gestern Familienpolitik gemacht hat, ist morgen auch gut in der Verteidigung. Da ist es nicht verwunderlich, dass manch “Experte für Finanzpolitik”, eigentlich kein großes Fachwissen darüber hat, was er oder sie da treibt. …….

      Da das doch eh nur Politikdarsteller sind….

      Wie Schauspieler. Der spielt heute einen Hausmeister und morgen einen Schönheitschirurgen.

      Die Fragen sind doch: Wer schreibt das Drehbuch? Wer ist für die Rollenbesetzung verantwortlich?

      Als im Juni die Chinesische Regierung in D zu Besuch war, dachte ich so bei mir:
      Was günstig, dass wir einen Wirtschaftsminister haben, der seinen asiatische Herkunft nicht verleugnen kann. Da fühlt man sich doch gleich wie zu hause als Chinese.:-)

      VG

      aus Sachsen

  15. Werner Popken sagt:

    Der Beitrag ist sarkastisch und teilweise witzig, aber leider total inhaltsleer. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, weiß der Volksmund, aber die Spötter brauchen ja weder die Verantwortung zu tragen noch müssen sie den Schaden beseitigen. Sie brauchen sich nur das Maul zu zerreißen, und das ist ziemlich billig.

    Man hätte noch gerne gewusst, was der kluge Kommentator mit diesen Euro-Zug anfangen würde. Was soll nun geschehen? Was würde er tun, wenn er Bundeskanzler wäre? Na? Kommt da was? Ist überhaupt irgendetwas in Ansätzen zu erkennen, was der Kommentator nun tun würde?

    Es ist müßig zu fragen, was er damals getan hätte, und selbst wenn er die Einführung des Euro verhindert hätte, müsste der Zustand unseres Staates heute nicht notwendigerweise besser sein. Es geht immer nur um die Gegenwart und eine mögliche Zukunft; die Vergangenheit kann nicht geändert werden. Wie soll die mögliche Zukunft des Kommentators aussehen? Nicht einmal dazu macht er Andeutungen.

    Nein, dieser Artikel kann mir gar nicht gefallen. So witzig ist er nun auch nicht. Dabei gibt es ja durchaus belastbare Vorschläge, wie man aus der verfahrenen Situation herauskommen könnte. Auch der Kommentator könnte davon wissen.

    Wenn auch die Europäische Union keine Demokratie ist, so ist doch unser Staat eine Demokratie, das heißt die Wahlen entscheiden über die Zusammensetzung der Regierung, die dann wiederum über die Gesetze – unter anderem Steuergesetze – die Spielregeln festlegt, nach denen in diesem Lande verfahren wird.

    Mit anderen Worten: Es gibt keinen Weg außer über Parteien und Wahlen, wenn man nicht die Demokratie als solche in Frage stellen will.

    Also muss man sich bei den Parteien umschauen; man braucht nicht lange um einzusehen, dass die bisher in den Parlamenten vertretenen Parteien nicht in der Lage sind, die anstehenden Probleme zu lösen. Manche Leute hören hier schon auf nachzudenken und zu forschen; denn Kleinparteien sind für die nicht diskutabel. Dabei hat jede Partei einmal klein angefangen, obwohl nur die wenigsten es bis in die Parlamente geschafft haben.

    Zugegeben, den meisten Kleinparteien sind wirklich indiskutabel. Was aber, wenn eine von diesen wirklich den Stein der Weisen gefunden hätte, das Ei des Kolumbus, und den gordischen Knoten zerschlagen könnte? Und keiner weiß etwas davon! Schlimmer noch: Keiner will etwas davon wissen!

    Eine Partei wird dann diskutabel, wenn sie ein ernstzunehmendes Programm hat und auf alle wichtigen Fragen belastbare Antworten geben kann. Bei der Deutschen Demokratischen Partei ddp ist dies der Fall; der Kern ist die Wirtschaftspolitik, die vom Kopf auf die Füße gestellt wird und weder kapitalistisch noch kommunistisch genannt werden kann.

    Ein dritter Weg, ein Weg aus der Misere, ein Weg aus der Sackgasse. Den suchen doch angeblich alle so verzweifelt. Das Bandbreitenmodell, wie dieses Wirtschaftsmodell genannt wird, wurde bereits 2006 in einem Buch vorgestellt.

    Diese Wirtschaftspolitik wird mit lediglich zwei Gesetzen gestaltet, Steuergesetze nämlich, die nicht nur die Arbeitsplatzproblematik ein für alle Mal beseitigen, sondern auch die Rentenprobleme lösen und vor allem die Kapitalisierung des Staates revolutionieren wird. Die Staatsverschuldung kann abgebaut werden, der Staat wird durch eine reichliche Finanzausstattung in die Lage versetzt, seinen eigentlichen Aufgaben nachzukommen.

    Das alles kann durch demokratische Mittel innerhalb kürzester Zeit erreicht werden. Die Lösung unserer Probleme muss bekannt gemacht werden, und dazu lade ich den Kommentator sehr herzlich ein. Als Wirtschaftsfachmann wird er dazu etwas sagen können. Ich bin gespannt auf seine kritischen Kommentare und vor allem darauf, ob er dieses Modell widerlegen kann. Bis heute konnte das nämlich keiner.

    Dann müssen die Wähler sich mit dem sehr ungewohnten Gedanken vertraut machen, dass sie ihre Hoffnungslosigkeit fahren lassen können, dass es eine Zukunft gibt für sie selbst und ihre Kinder, eine glorreiche Zukunft, eine Zukunft, wie es sie noch nie gegeben hat.

    Und schließlich müssen die Wähler die Deutsche Demokratische Partei und eventuell andere Parteien, die dieses Wirtschaftsmodell ebenfalls übernehmen – denn es ist keineswegs Eigentum der ddp -, in die Regierungsverantwortung wählen. Dann dauert es nur kurze Zeit, ein paar Monate, und die Welt sieht ganz anders aus.

    Für Spötter und Besserwisser ist das allerdings kein gutes Thema – für die ist ja per se alles immer schlecht. Man muss sich der Sorgen der Mitmenschen wirklich annehmen und nach einer Lösung suchen. Dazu gehört natürlich auch, dass eine präsentierte Lösung – und das Bandbreitenmodell ist eine, um es noch einmal deutlich zu sagen – nach Strich und Faden untersucht wird, dass sie jedem denkbaren Belastungstest unterzogen wird.

    Schließlich wollen wir nicht, dass wie beim Euro nach 10 Jahren die Menschen sagen müssen: Gut gemeint, aber schlecht gelaufen. In diesem Sinne: Auf zur fröhlichen Jagd nach Fehlern! Aber bitte mit Fairness: Wer Kritik anbringen möchte, sollte sich zunächst einmal ernsthaft mit der Sache selbst beschäftigen. Das muss man wohl verlangen dürfen, alles andere kann keine ernstzunehmende Kritik sein.

    Ach ja, die ddp hat auch etwas zum Euro zu sagen. Einfach mal schlau machen. Google fragen.

    • gilga sagt:

      Man sollte im Blog schon ein wenig häufiger vorbeischauen… Hier geht es nicht (immer) darum Lösungen aufzuzeigen sondern (meist) darum die Leser zu eigenen Gedanken anzuregen. Zumindest verstehe ich diesen Blog und die Einträge darauf so. Dazu gehören dann auch mal etwas satirische Artikel. Was bleibt denn sonst auch in diesen Tagen… jedenfalls sonst nicht viel zu lachen.

      Ich vermute sogar dass der Autor dieses Artikels momentan schon wieder ganz schön am Schwitzen ist ob der Stimmung auf dem Parkett in Frankfurt…

      Es kommen aber oft genug Leute zu Wort die tatsächlich Lösungsvorschläge haben oder zumindest aufzeigen wo denn der Hebel anzusetzen wäre (bspw. Hankel). Ob man damit konform geht muss der mündige Leser selbst entscheiden. Und darum geht es hier primär… mündige Menschen informieren bzw. zum eigene Gedanken machen und mit anderen Austauschen anregen.

  16. Alternativlos sagt:

    Sehr geehrter Herr Popken, es ist recht interessant, dass Sie sich neben der Kunst (google gefragt) nun auch noch der Wahlwerbung für die ddp widmen.

    Nichts desto trotz ist festzustellen, dass Sie sich nicht oder noch nicht umfänglich mit dem Inhalt dieses Blogs befasst haben und stattdessen Ihre Kritik auf einen einzelnen Artikel fokussieren.

    Letztlich bleibt trotz Ihrer ganzen fast literarischen Arbeit doch zu Fragen wie Sie sich die Lösung dieser, unserer Währungskrise vorstellen und welche praktikablen Schritte (außer der Wahl der ddb – Wahlen sind erst 2013 –> zu spät!) vorstellen?

  17. rolandus sagt:

    Super Text

    @Frank: Die Einladung zum Waigel solltest Du auf jeden Fall annehmen, wenigstens einer, der ihm Fragen stellt, dass er zumindest mal stottert. Wahrscheinlich werden wir nämlich sonst gar nichts mitbekommen, wie der D Mark Mörder sich versucht aus seiner Schlinge zu ziehen (die hoffentlich bald festgezurrt wird…äh ich meine natürlich die Krawatte)

    Und zu der Zug Analogie: Könnte es nicht sein, das wir zwar durch den Tunnel durch sind, aber dafür kurz vor dem Sackbahnhof stehen und deswegen so ein Bohei um Stuttgart 21 gemacht wird ,-))) ?

    Schön Gruß ins Ried
    rolandus

  18. rolandus sagt:

    @ Popken : Den Autor dieses blogs der „Billigkeit“ zu bezichtigen und dann noch Wahlwerbung incl „Heile Welt Lösung“ zu verbreiten läßt recht klar erkennen, dass Sie sich hier bestimmt verirrt haben. Wäre facebook vielleicht das bessere Forum für Sie?

    Ansonsten schließe ich mich Gilga an mit der Ergänzung, dass hier die Kunst zwischen den Zeilen lesen zu können, durchaus einen nicht zu unterschätzenden Vorteil hat.

    „Gute Besserung“
    rolandus

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