Europäische Union – Neu im Kino

21. Februar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

„Neu im Kino“ ist Regierungspropaganda eigentlich nicht, wie der Suchgigant Google auf die Stichworte „Kino“ + „Propaganda“ aus dunklen Tagen zu berichten weiß. Jetzt ist es mal wieder so weit. Vor dem Hauptfilm wird den Zuschauern seit letzter Woche flächendeckend ein Filmchen mit dem Titel „Eine Geschichte – eine Zukunft – unser Europa“ zugemutet… (vom Smart Investor)

Genau, „unser Europa“, wie der Brüsseler Apparat in feinstem Neusprech künftig genannt werden will, und seine düstere Einheitszukunft. Das Ganze ist nicht nur ärgerlich, weil das Filmchen mit 50 Sekunden für einen Toilettengang zu kurz ist, für den schnellen Brechreiz am Platz reicht es aber allemal.

Geradezu abstoßend ist nämlich die Art, wie wieder einmal die Jüngsten für staatliche Propagandazwecke instrumentalisiert, um nicht zu sagen missbraucht werden: Zu sehen sind drei Kinder beim Besuch einer als Museum getarnten Umerziehungseinrichtung – eine geradezu unfreiwillige Ehrlichkeit. Kinder und Propaganda, auch das ist eine Kombination, die Diktaturen besser ansteht als Demokratien.

Gegen Ende (00:40) darf dann aber doch noch gelacht werden: Die Einblendung „Friedensnobelpreis / 2012“ wird mit der gleichen ungelenken Ästhetik vorgenommen, wie in kommerziellen Spots ein „DLG-prämiert“ erscheint. Finanziert werden solche Peinlichkeiten „aus Mitteln der Europäischen Union“ – also auf gut Deutsch von jenen Steuerzahlern, die mit dieser Propaganda manipuliert werden sollen. (Aus Löcher in der Matrix)

„Alter Fuchs liebt Ketchup“

Oder: Warum Warren Buffett jetzt auch noch zum Ketchup-König wird Kauflaune in Omaha

Es war die Meldung der vergangenen Woche: Warren Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway will zusammen mit dem Private-Equity-Haus 3G Capital den traditionsreichen Lebensmittelkonzern H.J. Heinzübernehmen. Dabei ist den beiden potenziellen neuen Eigentümern das vor allem für sein Ketchup bekannte Unternehmen rund 23 Mrd. USD wert. Der Übernahme liegt eine Bewertung zum zweifachen Jahresumsatz und dem etwa zwanzigfachen des für das Geschäftsjahr 2012/13 erwarteten Gewinns zu Grunde. Nach einem echten Value-Geheimtip klingt dies zugegeben nicht. Auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis von stolzen 8(!) dürfte echten Value-Anlegern schlaflose Nächte bereiten, zumal in der Heinz-Bilanz noch über 3 Mrd. USD an Goodwill – also immateriellen Firmenwerten – schlummern. Doch warum kauft sich der alte Fuchs Buffett dann hier ein?

Auch wenn Buffett vermutlich so gut wie niemand sonst weiß, dass bei einem Investment ein wesentlicher Teil des Gewinns bereits im günstigen Einkauf liegt, so ist er doch kein Verfechter eines beinharten Value-Paradigmas. Für ihn sind die kontinuierliche Weiterentwicklung eines Unternehmens, ein hoher Bekanntheitsgrad sowie stetige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn von ebenso hoher Wichtigkeit.

Buffett liebt Konzerne, die über Markt- und Preissetzungsmacht verfügen. Vor diesem Hintergrund ist auch der Heinz-Kauf zu verstehen. Die Marke „Heinz“ kennt nicht nur in den USA jedes Kind. Mit Genugtuung verweist zudem Konzernchef William R. Johnson auf den seit inzwischen 30 Quartalen anhaltenden Wachstumskurs des Ketchup-Herstellers. Mit einer Nettomarge von in diesem Jahr voraussichtlich ca. 10% zählt Heinz zu den profitabelsten Nahrungsmittelkonzernen. All dies sind Argumente, die aus Sicht von Buffett für ein solches Investment sprechen.

Eher Antizykliker als dogmatischer Value-Verfechter

„Price is what you pay, value is what you get“ („Preis ist, was man bezahlt, Wert ist, was man bekommt.“) ist ein Motto, das Warren Buffett geradezu schlafwandlerisch beherzigt. Seine finanzielle Stärke gepaart mit über einem halben Jahrhundert Börsenerfahrung erlaubt es ihm, nicht gleich bei jeder Kursbewegung in Aktionismus zu verfallen. Stattdessen baut er seine Positionen wie Wal-Mart, IBM oder Wells Fargo über einen Zeitraum von mehreren Jahren auf.

Im Falle von IBM – die sich auch im Smart Investor Musterdepot befinden – erfolgte der Einstieg vor knapp zwei Jahren. Aus ursprünglich 4,5 Mio. Aktien wurden bis zum Ende 2012 rund 68,1 Mio. Anteile. Dabei ist Buffett auch bereit umzudenken und seine Meinung über ein Unternehmen und dessen Aktien wenn nötig zu ändern. So bewegte ihn erst IBMs Wandel vom Hardware-Hersteller zu einem global aufgestellten IT- und Service-Konzern zum Kauf weiterer großer Aktienpakete…(Seite 2)

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