Amerika zecht – Europa plecht….

12. Februar 2009 | Kategorie: Kommentare

Während die USA mit Billionen Dollar den Banken und der Wirtschaft unter die Arme greift, ist Europa etwas „zimperlich“. In den USA gibt es Geld fast kostenlos für die Banken, in Europa dagegen hält man sich mit einer Nullzins-Politik etwas zurück. Die Konjunkturpakete fallen in Amerika wesentlich größer aus als bei uns, obwohl Europa mindestens genau soviel Einwohner hat. Da steckt doch mehr dahinter….!

Es ist kein Geheimnis, dass die Amerikaner auf Geldzuflüsse aus dem Ausland angewiesen sind. Bislang haben das die Japaner und vor allem in den letzten Jahren die Chinesen bewerkstelligt. Die Japaner haben aus den „geschaffenen“ Zinsgefällen ihr Geld in die USA geschickt, während die Chinesen ihre Sachen in die USA exportieren und dafür grüne Scheine erhielten, die sie in amerikanischen Staatsanleihen anlegten.

Wer aber soll dem amerikanischen Empire zukünftig die Gelder überweisen? Werden wir Europäer das sein? Es wäre jedenfalls eine Überlegung wert.

Die Zinsfutures in den USA sehen so aus, als ob es in den kommenden Monaten einen Zinsschritt nach oben geben wird. Wohin sollen die Zinsen sonst laufen, wenn sie gerade bei Null sind? In der Zwischenzeit hat sich die Wirtschaftskrise in Europa wie in Japan damals zu einem Desaster entwickelt. Die Euro-Zinsen werden wohl gegen Null tendieren, während die USA langsam die Zinsschraube nach oben drehen könnte. Das würde den Dollar aus der Sicht der Zinsdifferenz stärken, obwohl der ja eigentlich schon längst tot ist. Doch spielen wir den Gedanken weiter….

Die Europäer bleiben bei niedrigsten Zinsen, und schon hat der Amerikaner zwei Vorteile. Er kann sich einerseits Geld in Euro leihen und das nach Amerika schicken. Das wäre die Geburtsstunde des Euro-Dollar-Carry-Trades und würde funktionieren wie der Yen-Carry-Trade, der den Wohlstand der restlichen Welt und vor allem den der Amerikaner finanzierte. Dass der Euro als Kunstwährung Mitglieder hat, die die Gemeinschaftswährung aufweichen, steht inzwischen in allen Zeitungen. Vielleicht ist das sogar gewollt, aber vor allem die Amerikaner hätten einen Vorteil daran. Geld würde permanent aus dem Euro herausfließen, und aufgenommene EUR-Kredite durch die zu erwartende Euroschwäche attraktiv machen.

Die Schlendriane aus dem Süden werden wohl kaum aus dem Euro aussteigen. Im Gegenteil. Immer mehr schwache und den Euro schwächende Staaten könnten der Eurowährung beitreten. Vielleicht ist das kranke Empire Großbritannien bald mit dabei. Oder wie wäre es mit Island, der Ukraine oder den anderen nahe am Kollaps stehenden Oststaaten?

In der Zwischenzeit dreht Amerika eine Runde der Inflationierung, während das in Europa wie damals in Japan nicht gelingen will. Die Amerikaner könnten mit ihrem stärkeren Dollar sogar Europa in seinen Bestandteilen aufkaufen. Die Globalisierung macht es doch möglich.

Und dann bleibt es dabei. Amerika regiert, der Rest der West finanziert. Der Kreis hätte sich für ein paar Jahre geschlossen und der Tag der Abrechnung wäre verschoben. Wenn da nur nicht der Chinese wäre. Doch ich wette, dafür gibt es auch schon eine Idee. Wieso sollte man dem Reispreis nicht ein paar Flügel wachsen lassen können?
Doch manche Rechnungen werden ohne den Wirt gemacht…

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