Euro-Dollar: Ein Lehrstück in Sachen Marktpositionierungen

23. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Michael, dem „Düsseldorfer“) Seit Wochen machten wir verstärkt in den Metallwochen Podcasts darauf aufmerksam, dass die Positionierung der Spekulanten im Euro an der CME (Chicago Mercantlie Exchange) auf Rekordhöhen liegt. Die Gegenseite bildeten die kommerziellen Händler. Geht jetzt die Post ab…?

Während viele auf einen weiteren, kurzfristigen und drastischen Einbruch des Euros auf die $1.2000 wetteten, hielten die kommerziellen Händler stoisch dagegen. Das folgende Bild über die Positionierung vom 17.01.2012 spricht für sich selbst.


Zerohedge hat heute einen sehr schönen Artikel dazu gebracht, der erneut sehr klar deutlich macht, wie gewisse „Analysteneinschätzungen“ zu werten sind. Die Verkaufsempfehlung auf den Euro kam von einem Goldman Sachs FX(Devisen) „Strategen“ zu einem Zeitpunkt, wo die Positionierung schon extreme Niveaus erreicht hatte. Er schrieb am 06. Januar 2012:

„With considerable downside risk in the short term, within our regular 3-month forecasting horizon, the key questions are about the speed and magnitude of the initial sell-off. If we had to publish forecasts on a 1- and 2-month horizon, we could see EUR/$ reach 1.20. In other words, we expect the EUR/$ sell-off to continue for now as risk premia have to rise initially.“

Wie Zerohedge damals auf die Meldung mit dem kurzfristigen Kursziel von $1.20 durch Goldman Sachs sehr zutreffend schrieb:

„Mit anderen Worten, wenn es ein klareres Signal geben kann, den EURUSD jetzt taktisch long zu handeln (zu kaufen) als diese Aussage, wissen wir nicht, was dies sein sollte. Wir würden unser erstes Ziel deshalb bei $1.3000 auf EURUSD ansiedeln“ [frei übersetzt, M.]

Heute berichtet Zerohedge, dass sie den Trade mit einem Profit von 317Pips geschlossen haben, was sich für ein Devisengeschäft sehr wohl sehen lassen kann.

Doch darum soll es nicht gehen. Die Botschaft zielt auf einseitige Marktpositionierung von Spekulanten. Wer nicht um die Dinge hinter gewissen „Meldungen“ oder „Analystenmeinungen“ Bescheid weiß, wird immer wieder (durchaus auch bewusst…) auf die falsche Fährte gelockt.

Auch hier gilt: There is no free lunch“.

Das Chartbild von Zerohedge zum angesprochenen Trade


In diesem Sinne, viel Erfolg!
wünscht Michael der „Düsseldorfer“


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Ein Kommentar auf "Euro-Dollar: Ein Lehrstück in Sachen Marktpositionierungen"

  1. crunchy sagt:

    Hi, ich hatte die 1,26 erwartet und bin schon seit Montag vergangener Woche long €. Silber hatte ich zu 100% schon am 30.12. zurückgekauft. Beim Euro kann ich mir vorstellen, dass er sich genauso wie die EM langsam hochhangeln (immer wieder in sich konsolidierend) wird. Man hat mal eben vergessen, dass auch der Dollar so seine Problemchen hat. Eines ist die Wahl, die einen schwachen Dollar als Exportmotor braucht.Doch mein Focus liegt auf physischem Silber und da bleibt er noch lange liegen…!

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