Euro-bond-age! Und später was auf den Hintern.

28. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Zinsen sind eine fesselnde Angelegenheit. Kredite auch. Wenn dann Not auf Elend trifft, sind die Notenbanken auch nicht weit weg. Bald könnten sie die bösen Zinsen nach Belieben festbinden oder auch Zinsbänder anlegen. Genießen Sie die Zeit bis dahin und auch darüber hinaus. Willkommen im Zinssozialismus! Da ist für jeden was dabei…

The Age of Bond Controll – ist so etwas wie Euro-Bondage oder Eurobonds festgezurrt und zinsmäßig verklebt. Genaues weiß man noch nicht. Aber da könnte etwas kommen. Dann heißt es angekommen im Zeitalter kontrollierter Zinsen. Du willst es doch auch, Genosse…

Die Sache mit festen und zu niedrigen Zinsen hat sich in der Geschichte als gefährliche Angelegenheit heraus gestellt. Nach einer gewissen Zeit sind die Leute früher oder später verrückt geworden. Und das Geld auch. Zum Glück aber vergisst der Mensch und fragt dann später, wie es dazu hat kommen können.

Um in den Genuss dieser Sache zu kommen, setzen Sie am besten eine rosarote Brille auf und schalten das Hirn ab. Lassen Sie sich vom Aufschwung auf Kredit mitziehen. Nachdenken verhindert nur, im Strom der Masse mitgespült werden zu können – synchronisiert, da alle das wollen und eifrig ans Werk gehen.

Feste Zinsen, derb ausgeteilt…

Ach wie herrlich! Kredite werden planbar und vor allem erschwinglich, auch für alle, die gar nichts haben. Warum erst jetzt? Zukunft kann so einfach sein. Voraussetzung ist, jemand kümmert sich um die tiefen Zinsen des Glücks in freundlicher Absicht und mit südländischer Manier. In der EZB wurden neulich erst neue Mitarbeiter eingestellt. Vermutlich liegen dort die Pläne für Zinsobergrenzen längst in den Schubladen, womit man allerhand anstellen kann: Finanzierung staatlicher Schuldenorgien und Befeuerung von privaten Konsum auf Pump. Und bist Du zu teuer, dann greife ich ein.

Wenn aus Währungshütern Zinshüter werden

Zwischen Währungshütern und Hütchenspieler ist der Unterschied inzwischen gar nicht mehr so groß. Nur Hütchenspieler reden nicht so viel. Beide wollen nur das Beste. Was für eine großartige Idee, die Märkte auszuschalten, waren diese doch meist nur lästig und in der Umsetzung der politischen Ideen hinderlich. Sämtliches Flehen, doch endlich vernünftig zu sein, wurde von ihnen ignoriert und die Märkte blieben böse. Die bisher willkürliche aber ökonomisch einleuchtende Festsetzung von Kosten über den Leitzins für Kredite an Banken war gestern. Bald könnten schon Zinsgrenzen als Waffe aus dem Klempnerkoffer der Notenbanken springen. Es trifft ja nur die bösen Spekulanten, also diejenigen, die Pleitiers kein Geld leihen wollen, zumindest nicht für aktuelle Zinssätze bei steigenden Schuldenbergen und entsprechend größerem Risiko. Diese graue Theorie des Marktes sollte ausgedient haben. Italienische Kurzläufer für 0,5 Prozent haben was. Alles, was über gewisse Schwellen hinaus geht, wird von der EZB und den angeschlossenen Organen EFSF und ESM weg gekauft. Die Börse freut`s. Die Preise auch.

Was bedeutet für den Alltag?

Vermutlich wird Geld kaum mehr etwas kosten – und das dauerhaft. Wer am nahesten am Geldtopf der Notenbank steht, bekommt am meisten ab. Daher wohl auch der Spruch, dass der Teufel immer auf den größten Haufen macht. Und es ist schon ein Unterschied, ob ein Staat mit zwei Billionen Euro Schulden wie Deutschland bei einem Prozent mehr oder weniger Zins 20 Milliarden Euro mehr oder weniger zahlt. Im Moment noch bekommt der Finanzminister Geld für Umme. Wie soll das Italien stemmen? Mit einem italienischen EZB-Chef ginge das auch für Europa. Je niedriger die Finanzierungskosten sind, desto mehr bleibt für die Bürger übrig. Kleiner Scherz.

Doch auch das Glück der Bürger könnte größer werden, wenn auch Dispozinsen und Kreditkosten gedeckelt werden. Solche Leute, die das fordern, wählt man doch gerne. Und die Diskussionen ist nicht neu. Wenn Banken dennoch keine Kredite vergeben, ist es lange nicht ausgeschlossen, dass das der Staat auch noch übernimmt. Nein, jetzt komme ich aber ins Schwärmen… (Seite 2)

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