EU prahlt – Deutschland zahlt

10. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Alter Grieche! Das Griechenland-Rettungspaket feierte noch nicht mal den ersten Geburtstag, schon ist es wieder leer wie eine zu schnell geplünderte Pralinenschachtel. Was zu erwarten war. Wie hoch darf der Nachschlag sein? Wie teuer sind die Folgen?

 

 

Macht auf Eure Truhen,
gebt her Euer Geld,
wir retten die Griechen,
wir retten die Welt!

(Peter Espenhain, Kollege bei n-tv)

Griechenland hat seine Sparziele nicht geschafft, wovon auszugehen war. Wen wundert es, dass derzeit um einen Nachschlag von 30 Milliarden Euro diskutiert wird? Doch EU sei Dank, ab 2013 nimmt der „dauerhafte Rettungsfonds“ seine Arbeit auf und kümmert sich und die Umverteilung der Gelder – weg vom bürgenden Bürger zu Bankern und Politikern – fest institutionalisiert und auch manifestiert. Am Vormittag war die Rede von jetzt 60 Milliarden Euro für 2012 und 2013, was natürlich umgehend dementiert und damit vielleicht bestätigt wurde. Trotz aller öffentlichen Empörung steht „Mister Eurobond“ bald schon bereit – ein leicht umgewandelten Prinzip der edlen Musketiere:

Einer für alle, alles für einen.

Positiv für alle Agierenden dürfte zu Buche schlagen, dass das Thema sowieso kaum einer versteht und auch nicht interessiert. Doch es bleibt ein Gefühl, getäuscht worden zu sein wie schlechtes Aufstoßen aus der Magengegend nach einem schlechten Essen.

Die bisherigen Milliardentransfers waren eine Sache der Täuschung und des politischen Willens – gegen jegliche Logik. Seit wann agiert die Politik logisch, wenn es um Geld geht? Man verkauft die Rettung der Banken als Schutz des Euro und Stärkung Europas. Dass dabei Verträge gebrochen werden, interessiert weniger, auch wenn das der eine oder andere inzwischen zugibt. Der Zweck heiligt die Mittel.

„Das sind aber alles Gesetzesbrüche“, argumentierte ich in einem Interview mit Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank Norbert Walter. (Link)

„Ich bin mir dessen bewusst.“,

so seine Antwort.

„Es könnte sein, dass wir weiter solche Dinge tun, aber nur, wenn die Begründung dafür auch vermittelt wird, damit die Bevölkerung nicht weiter unnötig und mit schlechten Gründen unruhig wird.“

Ist das nicht wirklich fürsorglich? Es muss halt dem Bürger nur richtig erklärt werden. Norbert Walter scheint zumindest dem Chef der Eurogruppe bereits vor Jahren gut zugehört zu haben… (Seite 2)

 

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34 Kommentare auf "EU prahlt – Deutschland zahlt"

  1. samy sagt:

    Jup, toller Artikel.

    Alles hat einen Preis. Wir zahlen jetzt den Preis dafür, dass uns, dem Wähler, Brüssel doch bisher immer schnurz egal war. Ich hab das nicht anders gesehen. Brüssel? Ach lass die mal machen, die mit ihrem Riesenparlament und x Amtssprachen, was können die den schon entscheiden?

    Die einzigen die diesen Prozeß jetzt noch beenden können, sind die Griechen selbst, wenn sie die Politiker in Athen aus ihren Ämtern jagen, wenn es einfach nicht mehr anders geht.

    Nur, dann will ich nicht dort sein.

    VG

  2. Holla sagt:

    Es kann einem Angst und Bange werden. Ich für meinen Teil sage , Tierpark mit Pandas, Koalas und den kreischenden Kookaburras füllen und auf das sie viel Nachwuchs bekommen.

    Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf.
    Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
    Berthold Brecht

    In diesem Sinne
    schöne Grüße aus Sachsen

  3. JayJay sagt:

    Da laut der neuen Steuerschätzung,ca. 150 Milliarden bis 2015 mehr in Germany eingenommen werden, ist doch das Geld da,um die Griechen ggf. auch ein bisschen Irland, ihren Haushalt zu finanzieren. (Ironie aus)

    Griechenland ist nicht mehr zu Retten, nur sehen es die Herren/Damen Volksvertreter nicht ein.

    Die halbwegs solventen EU-Staaten (zu 90% Deutschland) werden wohl auf ewig, die PIIGS finanzieren, solange bis wir auch über die Wupper springen.

    Aber was solls, Geld ist da, werden halt ein bisschen die Steuern & Abgaben erhöht bzw. ggf. auch Renten gekürzt und andere Sozialleistungen. Aber dafür ist der Euro “erstmal“ gerettet.

    Armes Deutschland
    Gold & Silber Ahoi

  4. retracement sagt:

    Man täuscht sich glaube ich doch in der ganzen Sache. Von mir aus müsste es die Coba etc. nicht mehr geben. Es traut sich halt keiner kausal ran. Warum garantiert der Staat nicht die Einlagen und wickelt den Rest ab? Weil es die dummen Wurstjungen geschafft haben untereinander so komplexe Verbindungen aufzubauen, dass sich da halt keiner rantraut. So wäre es ja auch in 2008 für Amerika monetär ein leichtes gewesen einen staatlich garantierten Hauspreis festzulegen und am Ende damit billiger davonzukommen. Aber auch dort hat man es ja geschafft die Regierung glauben zu machen, dass man schon irgendwie die Verluste exportiert hat, anstatt sich endlich mal um den eigenen Laden zu kümmern.
    Man sollte doch besser Griechenland etc. in Ruhe lassen. Wie ging es denen eigentlich vor dem Euro? Selbst in Deutschland wird doch schon seit ner Ewigkeit von Ba-Wü, Bayern und Hessen nach Norden und Osten verteilt. Und ja, das geile ist doch, daß es am Ende genau diese drei Bundesländer sind, an denen am Ende halb Europa hängen soll. O.K. ich vergaß das gesamtdeutsche Volksvermögen von ca. 4 Billionen in die Wagschale zu werfen. Täglich schrumpfend . . . .

  5. Sitges sagt:

    Wie sonst sollte das Ponzi-System am Laufen gehalten werden? Schulden können nur mit neuen Schulden beglichen werden.

    Damit ist klar, dass wir bis zum Sankt-Nimmerleinstag neue Schulden aufnehmen müssen und auch werden. Natürlich erhält man diese Kredite nur, wenn man sich weiter einschränkt (höhere Steuern zahlt, mehr Schlaglöcher in Kauf nimmt usw).

    Kein Politiker würde sich trauen, zu sagen, wir beenden dieses Schneeballsystem und steigen aus.

    Kann nur zustimmen: Lass die EuLITEN das Spiel weiter spielen, wer es durchschaut verzichtet eh auf die Verrechnungseinheit Euro/Dollar und erfreut sich am Glanz von echtem Geld und dankt den Manipulateuren, dass es zur Zeit mehr Geld pro Verrechnungseinheit gibt 🙂

  6. Rainer sagt:

    So ist es, und damit bei uns keiner eine Wut bekommt und es wagt, den Rasen zu betreten (demonstrieren), bekommen wir die Olympischen Winterspiele 2018 und freuen uns, wetten.

  7. rolandus sagt:

    Gewohnte geniale Klasse! …die Tasten haben bestimmt geglimmt ,-)))

    @Rainer, nicht vergessen auch Euro Song Contest und Lena werden es mit dem Geschrei schaffen die Massen so zu beschallen, dass das alles gar nicht so auffällt…bis zu dem Zeitpunkt wo die Ohrgeschädigten endlich auf diesen Blog stoßen.

    Einen besonderen Gruß ins Ried/ Plauen
    rolandus

    • Frank Meyer sagt:

      Es sind ja nur 10.000 Leser, die jeden Tag hier vorbei kommen, also eine ganz kleine Gemeinde – in etwa der Größe dieser Stadt, in der ich wohne, und deren Symbol die Eule ist. Übrigens sind diese Eulen auch auf der Rückseite der griechischen Münzen. Zufall? Die Götter haben einen seltsamen Witz! Grüße in den Norden!

  8. Leuchtturmwaerter sagt:

    Moin Kinners,
    und wieder ein Baustein. Ich leg ihn zu den anderen. Manchmal mag man das alles gar nicht mehr lesen. Unsere Zukunft wird, denke ich, für uns nicht allzuviel Gutes bereithalten. Es ist wirklich zum heulen.
    @ Frank: Wenn Du von manifestieren und „überholen ohne einzuholen“ schreibst, zucke ich unwillkürlich zusammen. Ich glaub, ich werde diese Reflexe nie mehr loswerden.
    Gruß aus der norddeutschen Tiefebene

    • Frank Meyer sagt:

      @Leuchttumwärter

      Mir geht es ebenso. Deshalb wiederhole ich diese Worte, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Aber vielleicht werden sie ja bald so zum Sprachalltag gehören wie „alternativlos“ und positiv“.

      Manchmal frage ich mich, wieviele Bausteine man eigentlich braucht, um ein Gebäude entstehen zu lassen – bzw. das as solches zu erkennen. Wahrscheinlich würden die meisten nicht mal die Cheopspyramide erkennen, selbst wenn sie vor ihrer Nase stünde.

      Viele Grüße in die norddeutsche Tiefebene

  9. Reiner Vogels sagt:

    Solange die Deutschen in ihrer Mehrheit immer noch in der Wahlkabine ihr Kreuz bei einer der Einheitsparteien (CDUCSU,SPD,FDP,Grüne, Linke) machen, die allesamt darin übereinstimmen, dass sie das bankrotte Eurosystem um jeden Preis (den natürlich wir, unsere Kinder und Enkelkinder zu bezahlen haben werden) mit immer neuen Krediten am Leben halten wollen, solange wird sich am Weg in den totalen Bankrott des Staates und der Verarmung immer weiterer Kreise der Bevölkerung nichts ändern.

    Solange es noch bürgliche Wähler gibt,die CDUCSU und FDP für bürgerliche Parteien halten, solange es noch Arbeiter gibt, die meinen, dass die SPD die Interessen der Arbeitnehmer vertritt, solange Leute, die von Naturwissenschaften keine Ahnung haben, meinen, die Grünen schützen die Umwelt, solange werden die hochmütigen Führungszirkel der Parteien weiterhin machen, was sie wollen und die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen stellen. Was wir brauchen, ist eine Tea-Party-Bewegung nach US-Vorbild.

  10. Johannes sagt:

    Wie immer, toller Artikel!

    Was mir aber immer wieder fehlt ist ein Alternativszenario, eine akzeptable Lösung des PIGS- Problems.

    Natürlich ist das alles Wert, kritisiert zu werden! Nur, was wäre besser als das, was gemacht wird?

    Der Haircut und der Ausschluss GR aus dem Euro wird als Alternative gerne präsentiert.

    Ist es das wirklich? Ich für meinen Teil muss gestehen, Nein.

    Die restlichen PIGS wären schneller bankrott, wahrscheinlich würde sich dann gleich auch Belgien und Italien dazugesellen, bei einem solchen „Vertrauensbruch“!

    Quasi halb Europa wäre bankrott, eher ganz Europa.

    Sieht mir auch nicht nach einer akzeptablen Lösung aus.

    Warum nur wird niemals darüber diskutiert, dass die „Zahlerländer“, wie D, A, NL etc. aus dem Euro aussteigen sollen und gründen einen „Neuro“ ? Wäre das nicht die bessere Lösung für alle?

    Kann es nicht sein, dass gerade das geplant wird? Die PIGS zu Strukturreformen zwingen, was bekanntlich nur unter Druck möglich ist und sobald das abgeschlossen ist, treten die Zahlerländer aus und „schenken“ so den PIGS Wettbewerbsfähigkeit, dank abgewertetem Euro.

    Die Zahlerländer mit dem „Neuro“ werten dementsprechend auf und reduzieren somit auch Ihre „Euro- Schulden“ und stärken die Binnenkonjunktur.

    Bankguthaben/Bankschulden werden mit einer bestimmten Quote in den „Neuro“ getauscht und somit auch gleichzeitig Banken saniert.

    Wäre doch vorstellbar und weil so gar nicht thematisiert für mich die wahrscheinlichste Lösung.

  11. Herzog.Waydelich sagt:

    Wann verseht man es endlich: Wir zahlen nicht für die Griechen, wir zahlen nicht für Banken, wir zahlen Arbeitslosengeld II nach!

    Was wäre denn die letzten 15 Jahre gewesen, wenn unsere PIIGS-US-Freunde nicht auf Teufel komm raus neue Schulden gemacht hätten? Wäre dann das BIP in Deutschland gewachsen? Hätten wir dann heute 3 Mio Arbeitslose? NEIN, wir hätten wahrscheinlich mehr als 10 Mio. Erwerbslose, und das schon sein Jahren. Die Städte wären verslumt, Berlin wohl ein anarchistisches Gebiet, regiert von Freikorps.

    Der Wirtschaftserfolg der letzten Jahre – ja eigentlich schon seit der Ölkrise – war nur eine gigantische Show, verbreitet durch unsere Qualitätsmedien.

    Warum wegen Griechenland aufregen? Wir Deutschen werden unsere jetztigen Staatsschulden auch nicht zurück zahlen, also kann man ruhig hunderte Milliarden drauf packen. Es ist ja eh nur eine papierlose Forderung von Gläubigern an den Staat und nicht unmittelbar gegen den Steuerzahler.

    Wer heute noch die Mehrheit seines Vermögens in Form eines privatrechtlichen Darlehens (umgangssprachlich als Bankguthaben tituliert) führt, hat es am Ende nicht besser verdient. Das Mindeste worauf man setzen sollte ist eine Schuldscheinforderung gegen die EZB (umgangssprachlich Geldschein). Dieses kann man auch von einem Dienstleister verwahren lassen (Schließfach). Gut bedient ist, wer reale Werte sein Eigen nennt wie Gold und Silber.

    Aber eines geht heute nicht mehr: Am Tag X sich in der Fussgängerzone vor die Kameras stellen und behaupten, man habe von allem nichts gewußt.

    • Frank Meyer sagt:

      Willkommen Herzog!

      Es ist ja eh nur eine papierlose Forderung von Gläubigern an den Staat und nicht unmittelbar gegen den Steuerzahler.

      Volle Zustimmung zum ersten, dritten und vierten Teil.
      Die für mich interessanteste Frage aber für mich ist (Vorsicht, Du bist ein Gelber und von daher wissend, was läuft)
      Welche Rolle spielt der Steuerzahler? Seine Steuern und Abgaben sind meines Erachtens die Grundlage für die noch vorhandene Solvenz des Staates,
      damit dieser überhaupt Garantien herausgeben kann? Irre ich?

      • Herzog.Waydelich sagt:

        Den Durchgriff auf den Steuerzahler versteht man wohl als Faustpfand. Jedoch sehen wir bei Griechenland (und ganz aktuell bei Spanien), dass dies auch nur eine theoretische Sicherheit ist. Geht es wirtschaftlich bergab, dann blüht die Schwarzarbeit und die Steuereinnahmen (direkte wie indirekte) nehmen deutlich ab.Fass doch mal einem nackten Mann in die Tasche. Und im Falle einer Rezession sind dann nicht nur Banken und Staaten nackt, sondern auch der allerletzte Garant: Der Steuerzahler

    • Frank Meyer sagt:

      Nein, sich hinzustellen und zu sagen, man wusste von allem nichts, geht definitiv nicht mehr. Aber man wird es machen – aus Scham und aus Angst. Und dann kommt die Sache mit dem Vergeben, der Absolution und dem Glauben an das Gute im Menschen. Es gibt dann nicht so viel Sand, in den man den Kopf stecken könnte.

      • Johannes sagt:

        „Nein, sich hinzustellen und zu sagen, man wusste von allem nichts, geht definitiv nicht mehr.“

        Das geht für Dich nicht, für Deine 10.000 Leser nicht, aber für mindestens 90% der Bevölkerung geht das ohne Probleme, weil die das wirklich nicht wissen.

        • Frank Meyer sagt:

          noch…
          Aber vor zwei Jahren waren es 99%.
          Mit 90% vermute ich eine eher optimistisch/realistische Sichtweise.
          Ab unter 49% gnade uns Gott.

          • Johannes sagt:

            Ich versuche jetzt schon seit 2 Jahren das System zu verstehen und schätze mich selbst mal als durchschnittlich intelligent ein.

            Das System ist derart komplex und verworren, dass man nur schwer von einem „verstehen“ sprechen kann.

            Leider wird es wieder so kommen, wie es immer in der Geschichte war, es wird der Masse ein Sündenbock präsentiert werden. Ein Sündenbock, der einfach zu „verstehen“ ist, einfacher als der Debitismus, einfacher als das Zinseszinssystem und ja, einfacher als Geld an sich.

            Die Masse wird sich mit der einfachen Antwort zufrieden geben und dementsprechend handeln.

  12. Griechenland, der Euro, der Austritt…

    In einer Geheimsitzung versucht Griechenland die Währungsunion und möglicherweise auch die EU zu verlassen, aber soweit ist es noch nicht. Ein Austritt ist faktisch eine Bankrotterklärung von Griechenland.   Nun ist der Fall eingetr…

  13. EU prahlt. Deutschland zahlt sagt:

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  14. retracement sagt:

    Ach, der Herzog der feine Herr. Auf dem Gelben bist ja auch nur noch selten vertreten . . . Hoffe Dich öfter hier zu lesen 🙂

    Wollte grade noch mal mein eigenes Geschwurbel vom Volksvermögen weiter oben korrigieren. Soweit ich informiert bin stehen permanent 60% oder mehr aller Girokonten auf oder um das monatliche Einkommen herum.
    Es gibt daher kein Volksvermögen.

    Es gibt Volk und Vermögen.

    • Frank Meyer sagt:

      Eine Frage der Verteilung und der Definition „Volk“

      • Stuelpner sagt:

        Oh Gott Frank bitte keine Definitionen, die werfen immer wieder neue Fragen auf.

        Da gabs mal welche die haben so was auf der Straße rumgeschrien ohne zu wissen was die Bedeutung und Stellung des Volkes im goldenem System ist. Erst denken dann handeln, aber nun ist es zu spät. Einzelfälle ausgenommen ;-), aber wenn diese Einzelfälle so zufrieden mit dem Erreichten sind, warum sind sie dann als Erwecker (was weis ich wie man so was nun wieder korrekt nennt) unterwegs sind.

        Volk:
        …Menschen mit gleicher Sprache, Kultur oder ethnischer Verwandtschaft Volk genannt.
        Demzufolge Unvolk:
        …Menschen mit ungleicher Sprache, Kultur oder unethnischer Verwandtschaft Volk genannt.
        Zustand in Deutschland, Volk oder Unvolk? (das ist von Wikip, also keine Sprüche vonwegen rechts und braun oder sonstige Weisheiten)

        Dann fragen sich wieder alle, warum steht in meinem Betriebsausweis bei Staatszugehörigkeit deutsch und nicht der Name des Staates zu dem ich mich zugehörig fühle.

  15. Stuelpner sagt:

    Der Finne hat es mit seinem Zweizeiler wirklich gut getroffen.
    “Diese Bailouts sind offenkundig schlecht für Europa, schlecht für Finnland und schlecht für die Länder, die gezwungen wurden, die Hilfe zu akzeptieren”
    Ersetzen wir mal Europa mit Deutschland, dann wirds genauer.

    Irgendwo hatte ich mal einen Kommentar gelesen, da stand:
    Die Deutschen sind so heiß aufs Arbeiten, das sie sogar noch Geld mitbringen, um arbeiten zu dürfen.
    Was ist dieser ganze Rettungsschnulli und Bailouts und bla bla … anderes als mit seinen eigenen Steuern für seine Arbeit zu bezahlen. Wie krank ist denn so was, vorallem wie lange soll das noch gehen. Ich lese hier Zahlen wie 2013 und 2018, so als wüßte jemand ungefähr wo wie uns dann befinden???
    „Ab unter 49% gnade uns Gott.“ Diese 49% erreichen wir hoffentlich noch vor 2018 und auch vor 2013, diese Zeitschinderei muß doch nun langsam mal ein Ende finden. Spätestens wenn die sozial Ausgaben weiter gekürzt werden, wird die Erkenntniskurve steiler ansteigen.
    Wenn man jetzt liest in Spanien bekommen (1,4Mio. ??) Leute schon kein Sozialgeld mehr, von was sollen die Leben in dieser achso sozialen Marktwirtschaft und der errungenen Demokratie.
    Speziell im Osten werden viele, hoffentlich, aufwecken und sehen wo sie jetzt w i r k l i c h sind, falls nicht dann haben sie es nicht anders verdient.

  16. retracement sagt:

    @Herzog

    Bitte nicht Arbeit und Einkommen bzw. Wohlstand in einen Topf werfen.
    Genau auf das Gehackte hat man uns ja so fein seit den 80ern getrimmt.
    Die Welt ist voll von Leuten die gedemütigt dahinschleichen, weil sie nicht dem Dogma entsprechen dürfen oder können. Das erwerbslose Grundeinkommen ist bei uns schon lange Realität. Und es versteckt sich schon lange auch in und hinter Berufen die keine Sau auch nur im Mindesten in einer gesunden Gesellschaft wirklich brauchen würde.
    ———————————————————————–
    Was wäre denn die letzten 15 Jahre gewesen, wenn unsere PIIGS-US-Freunde nicht auf Teufel komm raus neue Schulden gemacht hätten? Wäre dann das BIP in Deutschland gewachsen? Hätten wir dann heute 3 Mio Arbeitslose? NEIN, wir hätten wahrscheinlich mehr als 10 Mio. Erwerbslose, und das schon sein Jahren. Die Städte wären verslumt, Berlin wohl ein anarchistisches Gebiet, regiert von Freikorps.

  17. samy sagt:

    Hallo und guten Morgen,

    zum Thema (virtuellen) Volksvermögen, da gibt es immer wieder mal diese Allianz-Studien, die dann auch durch die Medien geistert:

    https://www.allianz.com/de/presse/news/geschaeftsfelder_news/vermoegen/news_2011-01-07a.html

    Dort sind die Formen aufgeführt.

    Hier steht u.a.: „Geldvermögen der Deutschen steigt auf 4,88 Billionen Euro. Zuwachs um 4,7 Prozent im Jahr 2010 dank hoher Ersparnis und guter Börsenentwicklung“

    Ja, Herr im Himmel, wo soll es denn sonst sein, bei der ganzen mit Schulden finanzierten Liquidität? War doch Sinn und Zweck der Übung.
    Und womit werden die Schulden finanziert werden? Steuern und Kürzungen der Sozialtransfers, also wir alle zahlen für diesen „Volksvermögenserhalt“ und das ohne zu wissen wohin die Reise geht.

    Zum Thema Griechenland vielleicht noch einmal, da geisterten gestern diverse Kommentare im Net, die französischen Banken würden bei einer Umschuldung oder einem Austritt heftig durchgerüttelt (SocGen und Cr. Agri.), weil sie griechische Tochterbanken haben.
    Heute lese ich in der FTD:
    „Frankreich schließt Griechenland-Umschuldung absolut aus.
    Deutliche Worte der französischen Finanzministerin: Das hochverschuldete Griechenland bleibt in der Eurozone, eine Umschuldung lehnt sie kategorisch ab. „

    Quelle:http://www.ftd.de/politik/europa/:drohender-staatsbankrott-frankreich-schliesst-griechenland-umschuldung-absolut-aus/60050467.html

    Nachtigal, ik hör dir trapsen. Wer vertritt eigentlich noch unsere Interessen?
    Banken und Volksvermögen. Brechen die Banken zusammen, weil das Vermögen auf den Märkten verbrennt, dann war es das. Dann kollabiert das System.

    VG

  18. DCWorld sagt:

    Wieder einmal ein guter Artikel.

    Das Besondere ist diese Illusion: Alle wissen das das Ende übel ausgehen wird und wir alle rennen trotzdem ins Verderben ohne etwas dagegen tun zu können.

    Die Anleihebesitzer wissen das die Lunte brennt, doch sie „müssen“ investieren sagen sie. Die EU weiss, dass das Licht bereits ausgeschaltet ist und sie versucht im Dunkeln immernoch zu kaschieren was nicht mehr zu kaschieren ist.

    Und doch meiden Medien und Beteiligte die ausweglose Lage. Niemals würde man bei „heute“ oder der „tageschschau“ ein Wort über die Zahlungsunfähigkeit eines Landes hören.

    Das Ende wird unangenehm und dann sind möglicherweise wieder alle Beteiligten verwundert wie soetwas passieren konnte. Huch, das hat man nicht kommen sehen.

    So werden sie es formulieren, bei der Immobilienkrise wollte auch niemand Warnungen hören.

    Wir werden sehen. Wir sind Zeitzeugen.

  19. quest sagt:

    Wer erklärt mir „Wirtschaft“? Mein Wissensstand ist: Wirtschaft muss sein, damit Finanzwirtschaft am Laufen bleibt. Durch Finanzwirtschaft wird das Geld oben in Schulden unten verwandelt und dadurch mehr. Das Meer verdunstet nach oben. In seinen Wellen badet der Grieche. Weiß jemand darüber mehr?

  20. […] viaEU prahlt – Deutschland zahlt » Rott & Meyer. Share| Mai 11, 2011 at 3:32 pm by admin Category: Deutschland, EU-Wahnsinn, PIIGS/PIBS […]

  21. rolandus sagt:

    Na jetzt wird mir klar warum der Umzug von FFM notwendig war, denn wo des Athehne Eule (nicht zwingend Athens!,-) wacht, da ist natürlich auch das Zustandekommen eines solchen Blogs nicht mehr verwunderlich.

    Schön Gruß und Gurrr Gurr an die Eulen im Ried auf das sie weiter im Dunkeln sehen mögen/können.

    rolandus

  22. EuroTanic sagt:

    Ich hätte nichts dagegen unverschuldet ins Straucheln geratenen Menschen zu helfen, europaweit und auch weltweit. Aber von den Milliarden an Rettungspaketen haben die gewöhnlichen Menschen nichts, im Gegenteil. Die Gelder wandern von den Armen der sogenannten reichen Ländern in die Taschen der Reichen in den armen und reichen Ländern. Es ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben. So etwas unterstütze ich nicht, ebensowenig wie Kriege die durch Steuergelder gezahlt werden, etc.. Grob gesagt, ich bin ein Steuerzahlverweigerer des Systems. Ich weiss, dass sich viele darüber aufregen mögen, wenn man nicht wie unsere Väter brav für das System malocht, und durch HartzIV oder andere Transferleistungen vom System lebt. Aber da arbeite ich doch lieber ehrenamtlich beim Caritas und der Tafel vor Ort. Ich bin der Meinung, dass nur so ein Ende des Systems schneller herbeizuführen ist. Die Alternative wäre eine aktive Rebellion mit Gewalt. Und aktive Gewalt lehne ich ab.

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