Esel streck dich!

30. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Egon Wolfgang Kreutzer

Der Goldesel wirft vorne und hinten Goldstücke aus, wenn man ihn auf ein Tuch stellt und „Bricklebrit“ zu ihm sagt. Erinnert an die EZB, auch wenn diese statt Gold nur Giralgeld produziert, dafür allerdings in erheblich größeren Mengen…

60 Milliarden pro Monat sind nicht genug. Der Euro ist trotzdem wieder gestiegen (die Zinsen auch!), also muss noch mehr rausgehauen werden, von jenem Lügengespinst, das den Namen Euro trägt. Die Begründung: Weil in den Ferienmonaten weniger gehandelt wird, müsse man den Märkten schon jetzt mehr von dem geben, wonach sie verlangen. Dreister und dümmer geht’s nimmer!

Wenn stimmt, was die Deutschen Wirtschaftsnachrichten veröffentlichten, muss auf Druck der USA neues Geld für Griechenland bereitgestellt werden – und Angela Merkel ist dabei, möglichen Widerstand in der eigenen Partei in „Sonderbehandlungen“ potentieller Abweichler in der CDU schon im Vorfeld zu brechen.

Der Druck, der ganz offensichtlich – auch unter Mithilfe der Wahrheitspresse – aufgebaut wurde, um Merkel zu demontieren, sollte sie weiter versuchen, einen eigenen europäischen Weg einzuschlagen und sich damit gegen die Interessen der USA zu stellen, scheint Wirkung zu zeigen. Schluss mit dem Gerede um einen GREXIT, Schluss mit eigenmächtiger französisch-deutscher Russland- und Ukraine-Diplomatie. Jetzt ist Einknicken angesagt – und die EZB muss schon wieder liefern. Dabei ist eines überdeutlich:

Die EU ist vollständig bankrott.

Jedes privatwirtschaftliche Unternehmen, dessen Bilanz auch nur annähernd an jene Büchse der Pandora herankäme, die von der EU nur noch mühsam unter Verschluss gehalten werden kann, hätte schon vor Jahren ein Verfahren wegen betrügerischen Bankrotts am Halse gehabt und seine verantwortlichen Manager wären für viele Jahre hinter schwedischen Gardinen verschwunden.

Die EU ist vollständig bankrott – aber zahlungsfähig.

Jeder Steuerprüfer, der die Bücher eines Unternehmens analysiert, das seit langer Zeit weit mehr ausgibt als es einnimmt, hätte den Laden wegen des dringenden und begründeten Verdachts auf Geldwäsche oder Falschmünzerei längst zur Anzeige gebracht und sein Verdacht hätte sich bestätigt.

Die EU ist vollständig bankrott – feiert aber mit dem anderen großen Bankrotteur dieser Welt ein rauschendes Fest nach dem anderen.

Geld spielt keine Rolle. Die EZB hat’s ja.

Falsch! Völlig falsch! Irrsinnig falsch! Zu glauben, die EZB habe Geld, ist ungefähr ebenso verrückt, wie zu glauben, wir lebten im Inneren einer Hohlkugel, in deren Zentrum eine sich langsam drehende, halb helle, halb schwarze Sonne scheint.

Die EZB hat überhaupt kein Geld! Nichts. Nicht den Hauch eines anrüchigen Furzes von Geld.

Sie glauben, die Euro-Mitgliedsstaaten hätten Einlagen bei der EZB?

Sie glauben ernsthaft, aus diesen Einlagen ließen sich schnell mal 1,x Billionen Euro liquide machen, um Staatsanleihen aufzukaufen?

Das Eigenkapital der EZB beläuft sich auf lächerliche 10 Milliarden Euro, und die sind noch nicht einmal vollständig einbezahlt! Die EZB finanziert sich nicht über Einlagen und Einzahlungen, ihr Geschäft ist das immerwährende und nimmermüde Auszahlen, das so lange fortgesetzt werden kann, bis niemand auf dieser Welt mehr bereit ist, einen Euro als Zahlungsmittel anzunehmen.

Das Geschäftsmodell normaler Geldinstitute, nämlich Kredite zu vergeben, für die sie keine Deckung haben, wird dadurch in Balance gehalten, dass Kreditausfälle die Gewinne der Banken belasten und ggfs. das Eigenkapital aufzehren, so dass ihnen die Insolvenz droht.

Dieser Rückkoppelungseffekt gewährleistet immer noch, dass der Kreditvergabe und damit der Geldschöpfung aus dem Nichts eine Bonitätsprüfung und Risikoabwägung vorausgeht.

Die Finanzkrise hat uns zwar gelehrt, dass auch dieses Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert und sich auch Geschäftsbanken darauf verlassen, am Ende doch nicht in die Verantwortung genommen zu werden sondern unter einen flugs bereitgestellten Rettungsschirm flüchten zu können, doch ist es nach wie vor die einzige Rechtfertigung des Fiat-Money-Systems, der man endlich wieder mehr Beachtung schenken sollte.



Doch wie soll das gehen, wenn es ein Institut gibt, das sich erklärtermaßen nicht an diese Geschäftsgrundlage halten will.

Ein Institut, das eben nicht – wie ein Mitgliedsstaat – zahlungsunfähig werden kann, sondern immer und bei jeder Gelegenheit und zu jedem Zweck neues Geld aus dem Hut zaubern kann, und das in unbegrenzter Menge, widerspricht den Grundregeln von Physik und Logik, es ist zutiefst irrational und zersetzt wie eine ätzende Lauge Moral und Recht, vernichtet gleichermaßen Vertrauen und Eigentum, und zerstört jegliche gewachsene Gemeinschaft indem es einen erbarmungslosen Kampf ums nackte Überleben, jeder gegen jeden auslöst.

Den Arzt, der einem Gesunden eine Chemotherapie verordnet, nur weil dessen krebskranker Gegenspieler ebenfalls eine Chemo ausprobiert, würde als Scharlatan verurteilt und verlöre weit mehr als nur seine Approbation, zumal die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass selbst ein Gesunder eine Chemo nicht überlebt.

053057866062Die Torheit, das Quantitativ Easing der Fed ohne wirkliche Not auf die Euro-Zone zu übertragen, deren Mitgliedsländer vor der Euro-Einführung allesamt mit ihren Finanzen halbwegs klargekommen sind, und damit alle einst wohlweislich selbstgesetzten Schranken zu durchbrechen, kann nur als schizophren bezeichnet werden. Jener Zustand des Spaltungs-Irreseins, bei dem der eine Teil der gespaltenen Persönlicheit sehr wohl weiß, wohin der Wahnsinn führt, und sich mit aller Macht dagegen stemmt, während er andere Teil sich haltlos an der Droge „unendliche Liquidität“ berauscht und den eigenen Untergang als Erlösung herbeisehnt, ist unschwer zu diagnostizieren.

Dabei wäre auch hier der gordische Knoten leicht zu durchschlagen, würde man nur endlich begreifen, dass es vollkommen unmöglich ist, ein durch und durch irrationales System nach den Regeln der Logik und Rationalität zu steuern und zu beherrschen.

Irrationale Systeme werden durch die Erkenntnis beendet, dass es sich um solche handelt.

Würde sich endlich die Erkenntnis durchsetzen, dass es niemals gelingen kann, sämtliche Schulden zu tilgen, ohne auch sämtliche Geldvermögen aufzulösen und jegliche Liquidität aus dem Markt zu nehmen, würde sich die Erkenntnis durchsetzen, dass sehr große Vermögen bereits weit in den Bereich der Irrationalität hineinragen, da sie aus nichts anderem mehr bestehen, als aus wenigen Bits und Bytes in Computersystemen von Banken, die sich auf diesem Planeten nie und nimmer in reale Werte umwandeln lassen. Es bedürfte nicht mehr als des politischen Willens und eines sanften Mausklicks, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Die Frage, ob Millionen von Menschen in Armut und Not getrieben werden müssen, nur um den Anschein aufrecht zu erhalten, die dreizehnte und vierzehnte oder gar fünfzehnte Null vor dem Komma auf dem Gemeinschaftskonto der versammelten Multimilliardäre dieser Welt stelle noch einen realen Wert dar, wird eines Tages, wenn die Vernunft wieder Oberhand genommen hat, ganz klar mit „nein“ beantwortet werden.

Hoffen wir, dass es nicht mehr allzulange dauern wird, bis eine wirksame Therapie gegen diese Form der Schizophrenie gefunden wird.

Doch solange die USA fordert, die EU müsse mit der unendlichen Geschiche der Rettung Griechenlands und des Euros ihre geostrategischen Interessen stützen, und solange die Forderungen der USA für die Europäer höchste Priorität haben, wird eine solche Therapie auf sich warten lassen.

© Egon Wolfgang Kreutzer – Homepage


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