Es wird etwas passieren

6. März 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die 1000er Marken beim Dow Jones fallen nach oben immer schneller. Niemand kommt auf die Idee, dass Börsen auch mal fallen können in Zeiten der angeblich alternativlosen Aktien. Zeit zum Anschnallen?

In den letzten 102 Tagen stieg die US-Börse an 96 Tagen, an sechs Tagen fiel sie. Kennen Sie den Grund dafür? Das ist die längste Gewinnstrecke für den Dow Jones seit 1987. Auch damals war die Stimmung der Investoren und Börsenbriefschreiber so überschäumend gut wie heute. Dann aber krachte es, natürlich vollkommen unerwartet. Heute ist das ja ausgeschlossen, denn diesmal ist wieder alles anders.

Vielleicht steigt der Dow Jones noch auf 30.000 Punkte? Dorthin wird er ohne mich klettern müssen. Die Nerven habe ich nicht! Und wenn er fällt, wie weit?

Schaut man auf die Fakten, ist der US-Aktienmarkt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29,9 fast doppelt so teuer wie im langjährigen Durchschnitt. Nur 1929, 1999 und 2007 war er teurer. Dabei sinken die Gewinne der Unternehmen seit vier Jahren.

Sie aber kaufen inzwischen mehr eigene Aktien auf als sie für Dividenden, Forschung und Entwicklung ausgeben. Zudem sind Aktienkäufe auf Pump mit 513 Milliarden US-Dollar auf Rekordniveau in Zeiten, in denen Geld nichts kostet. Am Donnerstag ging Snapchat an die Börse. Mit 405 Millionen Umsatz im letzten Jahr und 515 Millionen US-Dollar Verlust beträgt sein Börsenwert gigantische 31 Milliarden US-Dollar. 

Haben Sie Lust auf ein kleines Spektakel? Am 15. März erreichen die USA die Schuldenobergrenze von 20 Billionen US-Dollar. Wie will Trump dann sein Ausgabenprogramm bezahlen, auf das die Wall Street setzt? Wäre das der Hebel für eine Art von „Konterrevolution“ des alten Establishments gegen den neuen Präsidenten?

Die USA machen jeden Tag 2,5 Milliarden US-Dollar neue Schulden. Unter Präsident Obama hat sich der Schuldenstand verdoppelt. Er machte mehr Schulden als seine Vorgänger zusammen. Für Trump leuchtet derzeit die Ampel knallrot. Und die US-Notenbank will die Zinsen anheben. Wir wünschen viel Spaß! Und viel Glück!

Steckt der Aktienmarkt in einer Blase? Wahrscheinlich, aber diese kann noch viel größer werden. Klar ist, auch diese Blase findet irgendwann ihre Nadel.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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4 Kommentare auf "Es wird etwas passieren"

  1. Argonautiker sagt:

    „Wäre das der Hebel für eine Art von „Konterrevolution“ des alten Establishments gegen den neuen Präsidenten?“

    Ja, das halte ich auch durchaus für möglich. Ob diese gelingt, ist natürlich eine andere Sache. Aber das ist eben auch nicht das Entscheidenste. Das Erzeugen von Unruhen im Land bringt jedenfalls jeglicher Regierung die scheinbare Berechtigung, sich mehr Befugnisse zuzuteilen.

    Unsere Regierung dürfte sich über Erdogans Wahn doch auch freuen. Wenn es ihnen gelingt Deutschland damit noch ein bisschen mehr zu spalten, dann werden hier zum Schutze der Demokratie auch bald noch weitere diktatorische Maßregelungen vollkommen plausibel erscheinen. Bis es dann final irgendwann wieder heißt, Du wirst zum Schutze unserer Demokratie töten gehen, oder wir werden Dich töten.

    Mit den Aktien ist das so eine Sache. Sollten sie fallen, dann ist das, so reguliert wie dieser Markt durch das billige Geld derzeit ist, auch so gewollt. Wenn das so gewollt ist, dann hat das auch einen Zweck, und der dürfte für den Normalbürger alles andere als erfreulich sein, sondern ihn dann eben auch zum Bürgen machen.

    Ich tippe auch darauf, daß es in Kürze einen größeren Einbruch an der Börse geben wird. Vielleicht um ein Fünftel.

  2. Avantgarde sagt:

    Aktien sind zu teuer – im Prinzip ja aber….

    Ich schau aktuell auf Anleihen in D – Negativverzinsung auf 8 Jahre, CH 10 Jahre, NL 7 Jahre, A 6 Jahre, FI 6 Jahre DK 5 Jahre, SE 5 Jahre, BE 5 Jahre, F 5 Jahre, IRE 3 Jahre, I 1 Jahr……soll ich noch weiter suchen?

    • Skyjumper sagt:

      @Avantgarde
      Ich soll jetzt hoffentlich aber nicht vermuten, dass Sie zu Hause auch immer die Haus-/Wohnungstür offen stehen lassen weil die Einbrecher ja soviel kaputt machten wenn man abschließen würde?

      Wie wärs denn einfach mal mit Nichtstun? Das kostet zwar auch, aber wenigsten „nur“ die Inflation und nicht noch zusätzlichen Schaden.

      • Avantgarde sagt:

        Nee 🙂
        Ich tu doch gar nix.
        Bewertungen bei diesem Umfeld sind halt schwierig – mehr will ich gar nicht gesagt haben.
        Ich halte mich da gerade zurück mit zu teuer oder günstig – ich weiß es schlicht nicht.

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