Es wird eng beim Palladium

22. Mai 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Der Palladiummarkt steuert auf das größte Angebotsdefizit seit 40 Jahren zu. Während die generell sinkende weltweite Förderung und Streiks bei südafrikanischen Minen medial im Fokus stehen, sanktioniert sich die EU beim weltweit größten Förderer Russland ganz nebenbei selbst ins Abseits…

Die Verknappung der Metalle Palladium und Platin hat sich in den letzten Monaten verschärft. Die teils von großer Brutalität begleiteten Streiks im ach so stabilen Südafrika sorgen, so lange sie ungelöst sind, für sinkende Fördermengen. Wenn sie gelöst sind, werden die Kosten gestiegen sein. Die Förderung in Russland ist seit Jahren rückläufig. Vor allem auf Grund sinkender Erzgrade bedurfte es in den vergangenen Jahren des Öfteren einer zusätzlich auf den Markt gebrachten Menge aus den russischen Reserven, über deren verbliebene Menge es leider mehr Schätzungen als Fakten gibt.

Trotz ihres noch relativ geringen Anteils am weltweiten Umsatz finden auch die Investmentvehikel langsam aber sicher ihren Platz in der Statistik. So erreichten die Bestände der Palladium ETFs in den vergangenen Monaten regelmäßig neue Rekordstände. Gleiches gilt für die Bestände der Platin ETFs, die seit Mitte 2013 stetig zulegen.

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Angesichts der tapsigen außenpolitischen Gehversuche deutscher und europäischer Politiker darf auch der Blick auf die Herkunftsländer des Rohstoffs nicht fehlen. Größter Anbieter ist und bleibt Russland. Darauf folgt Südafrika, ein Land das viele wohl für politisch stabiler halten als es ist.

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Während man sich in Nordamerika zum Teil noch eigenständig versorgen kann, schaut der Rest beim Katalysatorbau in die Röhre. Aber nach vielen Jahren unter dem Einfluss verhinderter Theaterwissenschaftler in deutschen Parlamenten wird sicher schon bald der „Rohstoff Bildung“ nicht nur zum gasfreien Heizen im Winter sondern auch in der Katalysatortechnik nutzbar gemacht. Man muss nur fest dran glauben …


Beim Spezialisten Johnson Matthey hörte sich das Wort zur Versorgungslage zum Jahresende 2013 folgendermaßen an.

(Johnson Matthey, Platinum Interim Review 2013) In 2014, primary palladium supplies are likely to fall for the third year running. South African production is expected to be flat; in Russia, output of palladium has been drifting lower over the past several years, due to declining grades at Norilsk Nickel, and we expect this trend to continue. It is not possible to rule out further small sales of palladium from Russian government controlled inventories, but we do not believe that any further shipments are planned at present. With stocks now minimal this source of metal will no longer play any significant role in determining the overall market balance.

Man darf bezweifeln, dass die erwähnten Vorräte im aktuellen Umfeld bevorzugt an europäische Hersteller verkauft werden. Aber Frank Walter, der sich einst nur Frank nannte, wird den Mangel schon niederschreien. Da die schlimmen Deutschen ohnehin zuviel produzieren und exportieren kann man durch die Verlagerung der Autoherstellung nach Frankreich gleich einen Teil des Mangels solidarisch an die europäischen Brüder abgeben.

Die Daten per Ende 2013 stellen sich wie folgt dar.

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Bester Laune zeigt sich folgerichtig auch das Palladium/Gold-Ratio, das unlängst ein Mehrjahreshoch markierte.

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Angesichts eines wohl auch bei einer Beendigung der Streiks in Südafrika anhaltenden massiven Nachfrageüberhangs wird sich es wohl noch nicht das letzte Hoch gewesen sein.

 


 

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2 Kommentare auf "Es wird eng beim Palladium"

  1. samy sagt:

    N’Abend,

    das hat jetzt nicht mit Palladium zu tun, aber das Bankhaus berichtet ja auch mal über Fracking.

    Einen satten Schätzfehler nenne ich das:

    „http://www.focus.de/finanzen/news/drastische-fehlschaetzung-kalifornien-hat-96-prozent-weniger-oel-als-erwartet_id_3864229.html“

    VG

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