Es werde Licht…

21. März 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

„Die Wahrheit ist immer nur eine Tochter der Zeit!“ Diese Erkenntnis des Universalgenies Leonardo da Vinci ist heute aktueller denn je…

Haben Sie am Freitagmittag auch die Sonnenfinsternis beobachtet? Ein nettes Spektakel, dem sogar der Börsensender n-tv seine allumfassende Aufmerksamkeit widmete: Wo sonst Reporter Frank Meyer mit seinen Kollegen Börsenkurse und DAX-Rekorde erklärt, da flimmerte jetzt eine vom Mond verdeckte Sonne über den Bildschirm.

Wie erhellend, als der Mondschatten unsere Sonne wieder freigab und sich die plötzliche Kältewelle über Deutschland um die Mittagszeit verflüchtigte. Es wurde Licht, im schönsten und im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Analogie zu den Ereignissen in unserem Wirtschafts- und Finanzsystem sind nicht zu übersehen: Wer Augen im Kopf hat, der erkennt, dass in diesen Tagen überall um uns herum das Licht in Gestalt der Wahrheit die Dunkelheit in Form der Lüge verdrängt:

Dass die Börsenkurse nur noch steigen, weil Aktien wegen der fortwährenden Zinsmanipulationen der Notenbanken immer „alternativloser“ werden, spricht sich allmählich ebenso herum, wie deutlich wird, dass die allgegenwärtigen Diskussionen um Zinserhöhungen in den USA ein reines Scheingefecht sind. Beispielhaft zeigte das die Wortakrobatik auf der Sitzung der US-Notenbank von dieser Woche. Kollege Ronald Gehrt hatte das Thema im folgenden Beitrag aufgegriffen. Gleiches gilt für die angebliche „Rettung“ des Euro. Doch dazu später.

Fragen wir uns zunächst, was von den hartnäckig kolportierten Zinsanhebungs-phantasien der Fed zu halten ist:

Zunächst wäre da der US-Dollar: Wegen der anhaltenden Dollar-Stärke dürften die Gewinne vieler US-Unternehmen im ersten Quartal 2015 massiv eingebrochen sein. Die in Kürze einsetzende US-Berichtssaison wird das zeigen. US-Aktien aber sind immer noch deutlich teuer als ihre europäischen Pendants. Würde die US-Notenbank in einem solchen Umfeld den Dollar durch Zinsanhebungen weiter beflügeln, droht ein Desaster in Form eines Crashs an den US-Börsen.

Gar nicht zu reden von der desolaten Lage auf dem Arbeits- wie auch auf dem Immobilienmarkt in den Vereinigten Staaten. Wenn schon rekordtiefe Zinsen den Immobilienmarkt in den USA über Jahre hinweg nicht beleben können, dann ist das Gerede von Zinsanhebungen bei Licht (!) besehen eine reine Lachnummer. Und für die frisierten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt interessieren sich ohnehin nur noch naive Kleingeister.

Oder nehmen wir die Staats- und Unternehmensanleihen. Während die Renditen für deutsche Schuldpapiere bereits negativ sind, bekommen Anleger in den USA wegen der Erwartung steigender Zinsen immer noch ordentliche Renditen. Hebt die Notenbank die Zinsen jedoch an, würden die Renditen in den USA weiter zulegen – was amerikanische Staatsanleihen noch attraktiver machen würde.

In der Folge würde Kapital insbesondere aus den Schwellenländern in die USA zurückkehren. Dieser Prozess hat bereits eingesetzt, und würde sich im Falle steigender US-Zinsen noch beschleunigen. Dann drohen Staatspleiten in aufstrebenden Volkswirtschaften wie Brasilien, Thailand oder Indonesien, was wiederum einen Tsunami an den weltweiten Finanzmärkten auslösen könnte.

Ähnlich aussichtslos ist die Lage bei den sogenannten Junk-Bonds. Steigen in den USA die Zinsen, dann werden auch die Zinslasten in diesem Segment immer drückender. Davon betroffen wären insbesondere US-Firmen mit geringer Bonität. Namentlich die US-amerikanische Fracking-Industrie hat sich über Junk-Bonds finanziert. Die Branche leidet derzeit massiv unter dem niedrigen Ölpreis. Steigende Zinsen könnten einen Crash bei diesen Junk-Bonds auslösen. In der Folge würden auch die US-Aktienmärkte in die Tiefe taumeln.

Nicht zuletzt können sich die den USA allein schon wegen ihrer horrenden Staatsverschuldung überhaupt keine höheren Zinsen leisten.

Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang mit welchen Wortspielereien die US-Notenbank diese Tatsachen verschleiert, als sie in dieser Woche (wieder einmal) von steigenden Zinsen fabulierte. Das Handelsblatt formulierte daraufhin: Yellen verspricht eine Zinserhöhung, die keine ist und kommt zu einem bemerkenswerten Fazit:

„Eigentlich müssten die USA die Zinsen senken. Wenn sie denn könnten“. Mit einer Zinserhöhung, die keine ist, hält Fed-Chefin Janet Yellen die Anleger weiter bei Laune… Wie man es auch dreht und wendet, es bleibt eine Erkenntnis:

Zinserhöhungen in den USA wird es bis auf Weiteres nicht geben. Es sei denn, die Fed legt es ganz gezielt darauf an, die Märkte damit über die Klippen zu stoßen. Wer „unsere Freunde“ im historischen Kontext genauer betrachtet, der muss leider konstatieren, dass auch so etwas nicht ausgeschlossen werden kann.

Dass es auf dieser Ebene noch viel mehr Dinge zu entdecken gibt, die eigentlich unglaublich sind, das macht das folgende Video deutlich. Stratfor-Gründer George Friedman erläutert darin die geopolitischen Absichten der Vereinigten Staaten. Nicht nur mit Blick auf die Lage in der Ukraine ist der Beitrag von seltener Eindeutigkeit:

Oder nehmen wir die Eurokrise: Derzeit heißt es, die Griechen würden angeblich „niemals“ aus der Währungsgemeinschaft entlassen werden. Auch das ist eine grandiose Verdummungskampagne. In Wahrheit deutet schon heute alles auf einen „Grexit“ hin, da können die Mainstream-Medien so viele Beruhigungspillen verteilen, wie sie wollen.

Dass im Zuge all dieser Entwicklungen die Leser- und Zuschauerzahlen bei ARD, ZDF, Spiegel und Konsorten mit zunehmener Geschwindigkeit einbrechen, ist ein deutliches Indiz dafür, dass die Lügenbolde in den Medienanstalten endlich enttarnt werden. Oder haben Sie irgendwo in diesen Medien in den vergangenen Monaten den Versuch gesehen, endlich die Fakten über den Absturz von MH17 auf den Tisch zu legen?

DAS sind die Wahrheiten, die allmählich immer mehr Menschen erkennen: All die Lügengebäude fallen in sich zusammen, weil das Licht die Dunkelheit verdrängt. Ein Grund zum Feiern, gar keine Frage…

© Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief



 

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4 Kommentare auf "Es werde Licht…"

  1. Argonautiker sagt:

    Aufschlußreicher Artikel.

    „die allgegenwärtigen Diskussionen um Zinserhöhungen in den USA ein reines Scheingefecht sind“

    Das mag zutreffen, daß es derzeit Scheingefechte sind. Finanzpolitische Manöver und Drohgebärden, allerdings ist es eben die Kunst, das System so fragil zu halten, daß man immer die Potenz hat, Druck auszuüben. Ich stimme zu, daß es unzweifelhaft so ist, das wenn man die Leitzinsen anheben würde, dies einiges in Bewegung bringen würde, um nicht zu sagen, das System zusammenbrechen würde.

    Man ist also derzeit in der Situation, durch dieses Damoklesschwert, das zu fordern, beziehungsweise sich zu Positionieren, wie man es möchte. Und dies ist ja kein Einzelfall, man setzt seine Bedingungen, durch einen angedrohten Genozid der Märkte, ja schon lange auf diese Weise gegen die Regierungen durch.

    Das heißt ihr nächster Schlüsselsatz, ist wirklich gar nicht so unwahrscheinlich.

    „Es sei denn, die Fed legt es ganz gezielt darauf an, die Märkte damit über die Klippen zu stoßen.“

    Die sich mir daraus stellende Frage ist nun folgende. Die Regierenden sind entweder dumm, was ich nicht glaube, oder man hat sie in der Hand, und zwingt sie durch uns unbekannte, jedoch brisante Dinge, nicht wirklich einzugreifen. Denn selbstverständlich könnte man auch global so handeln wie Island, und die Finanzverantwortlichen, zur Strecke bringen. Denn hat man die Gesetze nicht, um dies zu tun, dann schafft man sie eben, dafür ist man Gesetzgeber.

    Da dies nicht getan wird, legt das die Schußfolgerung nahe, das man eben durch irgend etwas erpreßbar ist, oder das dieser Kampf eben auch hier nur ein Scheinbarer ist. Letzteres wäre jedoch nichts anderes, als Faschismus. Das hieße sämtliche derzeitigen Führungskräfte, sowohl seitens der Finanz wie auch der Regierung, hätten sich in einem kommenden Nürnberger Prozess 2.0, wegen Untreu zum Volk, zu verantworten.

    Schönen Gruß aus Bremen

  2. HamburgerMH sagt:

    Sehr geehrter Herr Hoose,

    herzlichen Dank für Ihren optimistisch stimmenden Beitrag in dunklen Zeiten.

    Ob ich mich für den Link zu Herrn Friedman bedanken soll …..? Heute ist ein schöner sonniger Sonntag und mit Grauen erkenne ich mehr und mehr, von welch menschenverachtenden psychopathischen Monstern diese Welt „geführt“, manipuliert und indoktriniert wird. Ist diesem Monster und Vater von vier Kindern eigentlich klar, dass es lapidar den Mord an zigtausenden Menschen zum Weitererhalt der Hegemonialmacht USA und eines kranken Systems billigend in Kauf nimmt?

    Ich frage mich, ob es angesichts solcher „Eliten“ nicht schöner ist, einfach weiterzuschlafen. Aber Weiterschlafen funktioniert nicht mehr. Mehr Konsum wirkt nicht mehr, die Mainstreambetäubung versagt. Ich komme um das endgültige Aufwachen, auch dank Ihres Beitrags, wohl nicht herum.

    In der Hoffnung, dass viele aufwachen: bitte weitermachen! Aber was passiert, wenn alle wach sind?

  3. Argonautiker sagt:

    Interessant an diesem Standbild des Stratfor Videos ist auch der Hintergrund. Wenn man bedenkt, daß große Teiles dieses Mists, mit den Chicago Boys um Milton Friedmann begonnen hat, ist das schon bemerkenswert. Allerdings sind Milton und George wohl keine nahen Blutsverwandte. Im Geiste und im Namen wohl schon. Allerdings gibt es weitere Ähnlichkeiten, die eine weit verzweigte Verwandtschaft zu mindest nicht ausschließen, denn Beide sind ungarischer Herkunft, und ein und desselben Glaubens, den ich mal unerwähnt lasse, um den Inhalt nicht in eine religiöse Richtung zu lenken. Chicago scheint mir jedenfalls irgendwie eine Keimzelle für solcher Art Gedanken zu sein.

  4. bluestar sagt:

    „In der Hoffnung, dass viele aufwachen: bitte weitermachen! Aber was passiert, wenn alle wach sind? “
    Dann würde man die ganzen Schmarotzer und Oligarchen der Finanzindustrie als Kriminelle enteignen und die US-Kriegstreiber als Verbrecher auf die Anklagebank bringen.
    Aber das ist nur Theorie und wird niemals passieren.

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