Es ist angegrillt!

25. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Mit diesem Wochenende ist die Grillsaison eröffnet. Die EZB hat schon im Dezember damit begonnen und verschüttete etliche Flaschen Spiritus. Schon explodierten DAX, Benzin- und Hauspreise. Wer kann dazu schon nein sagen? Es ist unterhaltsam zuzuschauen, wo sich das Geld sammelt und gierig wird…

Die Leute beginnen sich dann zu benehmen wie auf einer Party zu später Stunde. Es schmerzt, wenn man nicht eingeladen wurde, bis man über den Gartenzaun steigt. Grillpartys gehören zum öffentlichen Spektakel, mit billigem Geld die Märkte zu garen wie Truthähne im Backofen.

Das Finanzsystem steht unter Drogen, sagt der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark und warnt vor Inflation. Er kann es einschätzen, hatte er doch lange Zeit mit den Drogenlieferanten der Zentralbank zu tun. Von dort kommt der Nachschub für die Preisparty. Billiges Geld produziert auch nervende Weltverbesserer und Krisenmanager, die Krisen managen und allerhand Schlagzeilen von sich geben. Nein, ich lese das alles nicht, es sei denn, ich möchte lachen.

Billiges Geld führt zu verrückten Dinge: Kredite aufzunehmen, übergroße Häuser zu finanzieren und sinnlose Investitionen zu tätigen. Nichts geht schief. Es wirkt wie Zunder, an dem man sich erst die Hände wärmt und dann verbrennt. Es ist Konsum aus der Zukunft, von der man annimmt, sie sei unendlich. Aber es scheint unter den Grillmeistern auch Schäden anzurichten. So sagt EZB-Direktoriumsmitglied José Manuel González-Páramo, man müsse glauben, was Politiker sagen. Wenn das kein guter Grund ist, die Zinsen schnell wieder anzuheben und das Feuer zu löschen, bevor der Grill explodiert.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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Ein Kommentar auf "Es ist angegrillt!"

  1. crunchy sagt:

    Hoffentlich grillt niemand in der Nähe des Euro-Tower, wenn der nämlich Feuer fängt, wird die Frankfurter Feuerwehr vielleicht in die Analen der Geldgeschichte eingehen: Feuer nicht löschbar, Inflation erkaltet!

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