Erdgas: Pumpen bis nix mehr kommt!

11. Dezember 2013 | Kategorie: RottMeyer, Zeitlos

von Bankhaus Rott

Seit einigen Jahren wird die „Fracking-Sau“ durchs globale Dorf getrieben. Vom ewig billigen Gas ist die Rede, mit dessen Hilfe die USA günstig reindustrialisert werden sollen. Nebenbei entmachtet man noch die OPEC, wie praktisch…

Es klingt zu schön um war zu sein und schon lassen sich einige europäische Konzerne in die USA locken. Dabei handelt es sich wohl eher um einen Hype als um die Lösung der Energiefrage …

Was durfte man in den letzten Jahren nicht alles vom neuen Energiewunder in den Staaten hören. Endlich, Fracking sei dank, habe man nun für „fast 100 Jahre“ (US-Präsident Obama) billige Energie. Der ehemalige Chef und Gründer des Gasunternehmens Cheasapeake ließ sich nicht lumpen und verglich den Effekt des Shale Gas in Ohio gar mit der Erfindung des Pflugs. Er war sich der Sache so sicher, dass er Pressemitteilungen zufolge gleich die Fördereinrichtungen des Unternehmens als Sicherheiten für seine privaten Kredite einsetzte. Den Job war er danach zwar los, die Überzeugung hat er sich scheinbar erhalten.

Als Beweis für den Erfolg der neuen Förderung wird auf die sehr niedrigen Gaspreise in den Vereinigten Staaten hingewiesen. Drei Jahre genügen der Analystengemeinde in der Regel zur Ableitung einer hundertjährigen Prognose. Im Vergleich zu den Preisen andernorts sind die Preise in den Staaten seit einigen Jahren tatsächlich extrem niedrig. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung im Vergleich zum Gas in Großbritannien.

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Wenn Preise sich derart entkoppeln, lohnt sich der Blick hinter die Kulissen. Sollte der vorherrschende Optimismus unberechtigt sein, hätte dies langfristig deutliche Konsequenzen. Zum einen sollte man sich über die Wirtschaftlichkeit der von europäischen Unternehmen in den USA neu aufgebauten Produktionsstätten Gedanken machen. Wer mit Vertretern der Industrie spricht, ist oft überrascht, wie kritiklos der vermeintliche Boom hingenommen wird. Ungeachtet ungekärter Fragen, etwa zu den ökologischen Folgen, scheint sich auch niemand zu fragen, ob die Förderung auf den aktuellen Niveaus wirtschaftlich ist. Sie ist es nicht…

Um das herauszufinden genügt ein Blick in die Unternehmensberichte der beteiligten Firmen. Da die Kosten sogar noch steigen, sollte die Frage erlaubt sein, warum man davon ausgehen sollte, dass jemand dauerhaft unter seinen Kosten verkauft. Da muss wohl Nächstenliebe im Spiel sein … (Seite 2)

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