Epochale Umbrüche zeichnen sich ab

11. November 2013 | Kategorie: Gäste

von Claus Vogt

Nach meiner spontan erfolgten Kündigung bei dem Verlag, für den ich sieben Jahre lang einen sehr erfolgreichen Börsenbrief geschrieben habe, stand ich vor der Frage, wie es an dieser Stelle sinnvollerweise weitergehen soll…

Ganz mit dem Schreiben aufhören und mich ausschließlich auf meine anderen Aktivitäten konzentrieren?  Oder gemeinsam mit Roland Leuschel endlich das schon länger geplante dritte Buch in Angriff nehmen?

Während der Gespräche, die ich mit dem über der gemeinsamen Arbeit zum Freund gewordenen Roland Leuschel über diese Fragen führte, bot sich uns eine andere Chance: die eines gemeinsam geschriebenen Börsenbriefs. Die Zeit dafür könnte besser kaum sein. Warum?

Epochale Umbrüche zeichnen sich ab

Das Finanzsystem befindet sich in einer epochalen Umbruchphase. Die Schuldenorgien der vergangenen Jahre und Jahrzehnte steuern ebenso auf ihren dramatischen Endpunkt zu wie das untrennbar damit verbundene Weltwährungssystem beliebig vermehrbarer Gelder. Darüber hinaus erleben wir an den Finanzmärkten gerade die dritte Spekulationsblase innerhalb von 15 Jahren.

Und diese dritte Blase hat es in sich. Sie ist die mit Abstand größte und gefährlichste, weil in ihrem Zentrum die Anleihemärkte stehen. Deren volkswirtschaftliche Bedeutung ist um ein Vielfaches größer als die der Aktien- oder Immobilienmärkte. Denn der Zins, der ja nichts anderes ist als der Preis für Geld und Kapital, ist der mit Abstand wichtigste Preis einer modernen Volkswirtschaft. Verzerrungen dieses Preises betreffen alle Bereiche der Wirtschaft und stellen eine systematische Fehlsteuerung dar. Je länger diese Verzerrungen anhalten und je stärker sie sind, desto größer werden die sich zwingend ergebenden Fehlentwicklungen, Fehlinvestitionen und Ungleichgewichte. Erst wenn die Blase platzt, wird das ganze Ausmaß dieser Fehlentwicklungen sichtbar.

Je schwerer die Krise, desto größer die Chancen

Wenn diese allumfassende Spekulationsblase platzt, dann werden Sie an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft Dinge erleben, die alles bisher Gesehene weit in den Schatten stellen werden. Ich betrachte es als große Herausforderung, diese Entwicklungen auch künftig zu begleiten und Ihnen dabei zu helfen, Ihr Vermögen zu bewahren.

Aber ich weiß auch, dass große Krisen stets mit großen Chancen einhergehen. Diese Tatsache ist sicherlich eine der versöhnlichsten und motivierendsten Erkenntnisse der Finanzmarktgeschichte. Mich zumindest motiviert sie ungemein – gerade weil mir der so offensichtliche geld- und staatsschuldenpolitische Unsinn der vergangenen Jahre, der unweigerlich in einer Katastrophe enden wird, stark unter die Haut geht und mir gelegentlich sogar den Schlaf raubt. Ein rundum positives und ermutigendes Gegengewicht zu den zurzeit leider nicht gerade heiteren Ergebnissen meiner makroökonomischen Analysen stellt das Wissen über die gewaltigen Chancen der Zukunft dar. Ich werde mein Bestes tun und Sie dabei unterstützen, diese großen Chancen der Zukunft zu gegebener Zeit beherzt zu ergreifen.

ECRI bleibt dabei: In den USA hat eine Rezession begonnen

Das Economic Cycle Research Institute (ECRI) ist ein unabhängiges US-Wirtschaftsforschungsinstitut. Seine Analysten haben sich in der Vergangenheit schon mehrmals mit mutigen und treffsicheren Rezessionsprognosen hervorgetan.
Da sich viele Menschen sehr schwer tun, zwischen dem Überbringer schlechter Nachrichten und dem Inhalt der Nachricht zu unterscheiden, ist die Rezessionsprognose ein undankbares Geschäft. Deshalb gilt mein ganz besonderer Respekt der oft unpopulären Arbeit des ECRI.

Lakshman Achuthan, der Chefanalyst des ECRI, vertritt bereits seit geraumer Zeit die Meinung, dass sich die US-Wirtschaft bereits seit Ende 2012 in einer Rezession befinde. Am Dienstag, den 5. November 2013, hat er diese Lagebeurteilung erneut in aller Deutlichkeit bekräftigt. Die von ihm verwendeten realwirtschaftlichen Indikatoren ließen keine andere Einschätzung zu.

Wahrscheinlich sehe man die Lage in der US-Zentralbank Fed ähnlich. Anders lasse sich das Festhalten an Quantitative Easing und Nullzinspolitik wohl kaum erklären. Anzeichen eines baldigen Aufschwungs kann Achuthan nicht erkennen. Die interessante Frage, ob er eine Beschleunigung nach untern erwartet, hat er leider nicht thematisiert.

Allerdings ist der vom ECRI veröffentlichte Frühindikator von seinem Anfang Mai erreichten Zwischenhoch von 7,4% auf nur noch 1,7% gefallen. Soviel ist klar: Ein Aufschwung kündigt sich so nicht an.

Wie lange werden sich die Aktienmärkte noch von der realwirtschaftlichen Realität abkoppeln können? Und was wird geschehen, wenn diese Blase platzt? Es gibt viele gute Gründe zu der Annahme, dass das Krisenjahr 2008 nur ein Vorspiel dessen war, was dann geschehen wird.

Ihr
Claus Vogt

Ab sofort können Sie sich für den neuen Börsenbrief anmelden, den ich künftig gemeinsam mit dem bekannten Finanzmarktexperten und Koautor meiner Bücher, Roland Leuschel, schreiben werde: KRISENSICHER INVESTIEREN. Unter www.krisensicherinvestieren.com können Sie sich über diesen kostenpflichtigen neuen Dienst ausführlich informieren. Die 12-seitige Erstausgabe von Krisensicher Investieren ist soeben erschienen, zusammen mit einem 16-seitigen Einführungsdossier und einer ebenfalls 12-seitigen Themenschwerpunkt-Ausgabe „Börsenpsychologie und Behavioral Finance“.

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