Enzyme: Komponisten des Stoffwechsels

20. August 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Zeitlos

von Hans-Jörg Müllenmeister

Zuhauf entlässt die Gesundheitsindustrie ein „Pillenheer“ von Kunst-Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sind bekannt wie bunte Hunde: die gepriesenen Schutzbegleiter unseres Wohlergehens. Vom Olymp der Pharmagötter tönt das profitable Echo bis in die Niederungen der Weißkittelzunft. Stiefmütterlich behandelt ist die Vermarktung der Enzyme, erst recht die Kenntnis über diese wahren Arbeitstiere unserer Gesundheit. All das hat seinen Grund…

Fakten und Erfahrungsberichte über Enzyme sind wenig bekannt. Statt Informationen, verbreiten die Pharmagewaltigen Nebelkerzen. Man könnte ins Grübeln geraten und seinen Lebensstil in Richtung Rohkost ändern – der Gesundheit zuliebe!

Sie leisten Großartiges, die Kobolde des Stoffwechsels

Während die Fabrikation von Chemieprodukten mit viel Getöse bei hoher Temperatur und gewaltigem Energieverbrauch einher geht, arbeiten die Enzyme ruhig, ausdauernd, selektiv und konsequent, und zwar bei Körpertemperatur. Hut ab vor diesen hochaktiven Biokatalysatoren! In diesen winzigen Proteinen sind teilweise Metallkomplexe oder organische Cofaktoren angelagert. Diese „einverleibten“ Cofaktoren sind Moleküle, die bei biochemischen Reaktionen Elektronen beisteuern, z.B. Metallionen.

Betrachten wir die Fähigkeiten der Kobolde in unserem Stoffwechsel: Sie spalten große Moleküle in kleinere „Häppchen“ auf, fügen anderseits kleinere zusammen, können Fette, Eiweiße und Stärke auseinander klauben. Gezielt wirken sie auf bestimmte Molekülgruppen, die sie an bestimmten Stellen in charakteristischer Weise aufschneiden oder ändern. Man sagt, Enzym und „Substrat“ passen zueinander wie der Schlüssel ins Schloss. Bei all dem beschleunigen sie „lahmarschige“ biochemische Reaktionen um das Millionenfache. Um gleiches mit der üblichen Chemie zu erreichen, bedarf es eines enormen Aufwands. So aber genügen bereits winzige Enzymmengen bei Körpertemperatur, um chemische Reaktionen zu bewirken. Es genügen z.B. 30 Gramm Rein-Pepsin, um innerhalb weniger Stunden mehr als eine Tonne Hühnereiweiß zu spalten.

Enzyme, die Allesbewirker

Enzyme benötigen wir nicht allein um Nährstoffe zu verdauen, sondern auch zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Atmen, und um uns zu bewegen. Kurz: um zu leben. Bei Gefäßerkrankungen und Durchblutungsstörungen leisten Enzyme Erstaunliches. Infektionen jeglicher Art sowie Autoimmunerkrankungen sprechen sehr gut auf hochaktive Enzyme an. Bekannte Beispiele für die Enzymtätigkeit sind der Glycolyse- und Citrat-Zyklus. Laut Nomenklatur enden Enzyme auf -ase und die Zuckerarten auf -ose. Vorangestellt ist der Name des Zuckers, etwa Fructose, Glucose, Lactose bzw. der Name des Stoffs, den das Enzym verändert, z.B. Lactase spaltet Lactose, also den Milchzucker. Die Oxidoreduktasen ermöglichen z.B. die biologische Oxidation und Reduktion. Oder die Ligasen, die unter Energieverbrauch chemische Verbindungen aufbauen all die -ase’s wollen wir nicht durchdeklinieren. Das alles klingt wissenschaftlich, vielmehr wollen wir Wesentliches über Enzyme für die Lebenspraxis erkennen und besprechen.

Körperenzyme: Lebenserhalter im Stoffwechsel

Können Sie erklären, warum durch etwas Wasser und Sonnenlicht beim Hülsenfrüchtler der Luzerne sein Nährwert bis zu 800 Prozent anwächst? Mit Recht heißt der Luzernen-Samen „Alfalfa“. Das bedeutet „Vater aller Nahrung“. Woher kommen all diese Nährstoffe? Können wir das erklären? Die Antwort darauf: es sind effiziente Enzyme am Werke!
Jede Stoffwechselfunktion – jede chemische Reaktion im Körper –, die uns am Leben erhält, wird angetrieben, überwacht und unterstützt durch Enzyme. Ohne sie gibt es kein Leben. Nur sehr wenige chemische Stoffwechsel-Funktionen kämen zustande, und dann nur sehr ineffizient. Enzyme müssen deshalb im Körper vorhanden sein, und zwar in vielen Arten.

Einige davon speichert der Körper für lange Zeit. Andere entstehen spontan, wenn sie gerade gefragt sind. Viele Stoffwechselenzyme stellt der Körper selber her; sie wirken als Spezialisten im jeweiligen Organ. Ist die Anzahl bestimmter Enzyme im Blut erhöht oder erniedrigt, lassen sich Rückschlüsse auf die Funktion oder den Zustand eines Organs ziehen. Man findet sie in dieser Form nicht in der Nahrung, dafür gibt es keine äusseren Quellen. Zeitlebens verbraucht der Körper Enzyme, benutzt sie, um das Leben zu erhalten. Diese Lebensgeister müssen ersetzt werden. Aus einer toten denaturierten Quelle von aussen entsteht aber nichts Lebendiges, nur aus lebendiger Zufuhr. Das sind Roh-Enzyme aus lebendiger Nahrung, nämlich Pflanzenenzyme… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Enzyme: Komponisten des Stoffwechsels"

  1. rolandus sagt:

    ab in die Ablage: nicht vergessen. Vielen Dank Herr Müllermeiester .

    Können Sie auch etwas schreiben zu dem Verhältnis zwischen feingemahlener Rohkost und Serotoninproduktion und in wie weit dazu die Enzyme eine Rolle spielen?

    Vielen Dank im Voraus
    rolandus

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