Kurz notiert fürs Stützungstagebuch – Februar 2012

28. Februar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bankhaus Rott) Im Jahr vier des akuten Subventionszeitalters trennen sich vielerorts Vermögen und Unvermögen. Letzteres findet sich vor allem bei überforderten Abgeordneten jeglicher Färbung. Statt uns aber den täglichenen Schlachtreden zu widmen, werfen wir heute einen Blick zurück. Vor einiger Zeit rief eine deutsche Gazette eine Aktion zum Kauf griechischer Anleihen ins Leben. Ein geradezu umwerfender Erfolg …

Unter dem Titel „Wir kaufen griechische Staatsanleihen!“ veröffentlichte die Zeitung im Mai 2010 die Texte einiger frisch geworbener Käufer griechischer Anleihen. Für die gern beschworene Investmentkultur in Deutschland war dies ein ähnlicher Bärendienst wie der Börsengang der Telekom. Für den Humor war beides ein Gewinn.

Die teils unsäglich schwülstigen Begründungen der Teilnehmer wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Besonders dämlich ist der stets mit viel Pathos vorgebrachte Begriff „Solidarität“. Was am Kauf einer Anleihe am Sekundärmarkt solidarisch sein könnte, bleibt im Nebel. Möglicherweise war es aber die Stützung des Verkäufers – vielleicht eines deutschen Finanzinstitutes oder einer Lebensversicherung – der der Nutzen dieser segensbringenden Geldanlage zugedacht war. Generell darf man schon die Stirn runzeln, wenn ein Zeitschrift, die sich zumindest selbst eine Wirtschaftskompetenz zuschreibt, eine Investition aus derartigen Gründen forciert.

Der Artikel beginnt mit einem Pamphlet des Chefredakteurs des Handelsblattes. Herr Steingart äußerte sich aus einem inneren Selbstverständnis heraus gleich einmal im Namen aller Bürger und lässt das Kleckern bleiben. Es wird großhistorisch geklotzt, wie es sich für einen Leitartikel gehört.

Wir wissen: Die europäische Einigung ist der beste Teil unserer deutschen Geschichte. Die Vision einer Wirtschafts- und Währungsunion ist größer als die aktuellen Probleme in Griechenland.

Wer ist „Wir“? Das Ehepaar Steingart, die Ultras vom Olympiakos Piräus oder der „Business Club für Investmentfonds-Werbebudgets“?

Mit dem beschlossenen Sparprogramm hat die Regierung in Athen ein Zeichen gesetzt, das Respekt verdient. Die Griechen sind Sünder, aber sie sind reuige Sünder.

Soll hier in einer Anmaßung göttlicher Gnade auf dem kurzen Dienstweg den irre gegangenen Schafen Absolution erteilt werden? Der Fehler eine Ankündigung mit einer erfolgreich umgesetzten Maßnahme zu verwechseln ist offensichtlich nicht nur in der Politik weit verbreitet.

Doch Staaten allein können Griechenland nicht retten. Die Stabilisierung der Lage kann nur gelingen, wenn sich das Land am freien Kapitalmarkt finanzieren kann. Gefragt ist ein Beitrag der großen Banken. Gefragt ist aber auch ein Europa der Bürger, das den Griechen einen Vorschuss gewährt, einen Vorschuss vor allem an Vertrauen. Darauf zielt unsere Aktion „Ich kaufe griechische Staatsanleihen“. Es geht um ein Zeichen der Mitverantwortung.

Die angesprochene Verantwortung soll sich offensichtlich vor allem pekuniär ausdrücken. Kein schöner Zug ist es, zu unterschlagen, dass der so eiskalte und unsolidarische Bürger für jede leichtfertig verschenkte Garantie des Bundes im Feuer steht. Der Staat selbst hat bekanntlich kein Geld. Er nimmt es an einer Stelle weg, gibt es an anderer Stelle aus und verursacht dabei immense Reibungskosten. Der Staat selbst zahlt nichts.

Der Autor schloss mit den Worten, er habe für 5.000 Euro griechische Staatsanleihen geordert. Ob der Kauf wirklich ausgeführt wurde, erfährt der Leser leider nicht.

Herr Eichel, die Nummer zwei in der Reihe, sagte, er habe zum ersten Mal überhaupt in seinem Leben Anleihen gekauft und zwar griechische. Interessant, diese Aussage stärkt sicher das Werbekonzept der deutschen Finanzagentur um die Geldkröte „Günther Schild.“ Angesichts des vermutlich traurigen Anlageerfolges lässt sich der Minister a.D. vermutlich mit dem nächsten Kauf etwas Zeit. Wie wäre es mit portugiesischen Papieren, verdienen die Menschen an der Algarve etwa nicht die alternativlose Solidarität ehemaliger Amtsträger? Wahrscheinlich vertraut man zukünftig aber allein auf die Rürup- und Riester-Subventionsrenten für Fondsgesellschaften…
Einer der Namensgeber dieser Staatsrenten, Bert Rürup, kaufte seinerzeit ebenfalls die Hellas-Papiere.

Ich habe Anfang des Jahres griechische Staatsanleihen gekauft und werde im Vertrauen auf das Greifen der Unterstützungsmaßnahmen weiterhin griechische Bonds kaufen. Es war ein Fehler von historischem Ausmaß, Lehman-Brothers im September 2008 in den Konkurs zu schicken. Die griechische Bevölkerung muss schwere Opfer bringen, daran führt kein Weg vorbei. Wir sollten uns solidarisch zeigen.“
 

Ein schöner Einblick in das ökonomische Verständnis eines ehemaligen Regierungsberaters. Man hat Lehman „in die Insolvenz geschickt“, so Herr Rürup. Offensichtlich leidet hier jemand an einer tiefsitzenden Planwirtschaftspsychose, denn Lehman musste niemand in die Pleite schicken. Die Bank war schlichtweg bankrott. So etwas soll in einer Marktwirtschaft durchaus schon mal vorkommen. Auch der wissenschaftliche Direktor des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung, ein Herr Horn, hatte es zumindest damals nicht so mit den grundlegenden Konzepten der Wirtschaft.

Ich habe griechische Anleihen gekauft, weil ich als Bürger eines europäischen Staates das Schicksal unserer Währung nicht in den Händen von Spekulanten lassen kann. Die Idee eines gemeinsamen Europas basiert auf der gemeinsamen Verantwortung und der Solidarität aller seiner Bürger.
 

Angebot und Nachfrage – nie gehört, was ist denn das für ein neoliberales Zeug? Keiner will die Anleihen eines Pleitelandes kaufen? Da müssen schäbige Spekulanten ihr Unwesen treiben! Wobei die Definition der Boshaftigkeit hier eine neue Dimension annimmt, Inaktivität ist nun ebenfalls böse. Wer keine Anleihen kauft, ist ein Spekulant, eine vollkommen neuartige Einsicht in das Wesen der Märkte, es wird wohl bald die Zeit der monatlichen Zwangskauforder kommen. Ach, wir vergaßen, das wird bereits jetzt durch die „mündelsicheren“ Riester-Fonds zuverlässig erledigt. So wird garantiert, dass wirklich jeder seinen Anteil am Schlamassel abbekommt, selbst die, die schlau genug waren, keine Kapitallebensversicherung abzuschließen. Das ist gelebte Solidarität im frischen Jahrtausend!

Herr Grossmann von RWE sagte nicht allzu viel, kaufte aber gleich mal für 100.000 Euro ein. Auch der damalige Vorstand der Asstel Lebensversicherungen sagte, er habe „dem griechischen Staat Geld geliehen.“ Offenbar hat er als Privatanleger an einer Neuemission griechischer Bonds teilgenommen, denn wer am Sekundärmarkt kauft, verleiht bekanntlich kein Geld, sondern kauft handelbare Schuldtitel. Manfred Lahnstein, ehemaliger Bundesfinanzminister und Unternehmensberater war „bereit, griechische Staatsanleihen in einem angemessenen Betrag zu kaufen.“ Dazu sagte er:

Ich tue das, weil ich der Kreditwürdigkeit Griechenlands sowie der Festigkeit der europäischen und internationalen Garantien vertraue. Ich tue es aber auch, um ein kleines Zeichen gegen den Hochmut und die Unbedachtheit zu setzen, mit denen Teile von Politik und Medien in Deutschland unseren griechischen Partnern begegnen.“
 

Famos: „Unbedachtheit“. Der stellvertretende Chefredakteur des Handelsblattes orientierte sich wie es sich gehört am qua Hierarchie vorgegebenen Kurs.

Ich kaufe Griechenland-Anleihen, weil der Euro das beste europapolitische Projekt seit dem Zweiten Weltkrieg ist.
 

Ein in der Tat fast schon unüberschaubarer Zeitraum, der hier genannt wurde. Vermutlich werden die paar Jahrzehnte einst als Guido-Knopp-Äon in die Geschichte eingehen. Das Geschichtsverständnis scheint sich zunehmend der wirtschaftlichen Sichtweise auf Quartalsbasis anzupassen.

Und weil die vorübergehende Schwäche eines Mitgliedslands das Euro-System nicht dazu verleiten darf, die historische Bedeutung der gemeinsamen Währung aus den Augen zu verlieren. Griechenland gehört dazu, Griechenland wird zu einer angemessenen Budgetpolitik zurückkehren.
 

Temporary dislocations – this time it’s different. Ein weiterer stellvertretender Chefredakteur des Handelblattes, ein Herr Peter Brors, fasste das Ganze Spektakel mit der nichtssagenden Kurzatmigkeit von TV-Einblendungen schnell, sicher und falsch zusammen:

2500 Euro für Athen und eine erstklassige Rendite für mich.
 

Ein Mann für seriöse Sendungen, wie wäre es beispielsweise mit „Reich mit Knock-Out-Zertifikaten für jedermann“ um 14:15 auf Super RTL? Die online-Redaktion des Handelsblattes war schon damals einen Schritt weiter und hatte sich für kommende undemokratische Zeiten verbal schon bestens gerüstet. Man erkannte ein „überragendes Interesse“, was auch immer man darunter verstehen soll. Auch für die Verwendung des unwürdigen Begriffes „alternativlos“ war sich der Chefredakteur nicht zu schade.

Ich kaufe Griechenland-Anleihen, weil Deutschland ein überragendes Interesse an einer stabilen Europäischen Union hat. Deswegen sind auch die Hilfen für Griechenland alternativlos.
 

Brüder zur Sonne, zur Freiheit. Es gab aber auch zwei lesenswerte Bemerkungen im traurigen Reigen der Handelsblatt-Aktion. Wundervoll und eines der beiden Glanzlichter in der Galerie ist der Kommentar eines Spiegel-Redakteurs, der an die Tipps des Handelsblatt-Chefredakteurs aus der Vergangenheit erinnerte.

Vor zehn Jahren habe ich meinen Freund Gabor Steingart mal um einen Anlagetipp gebeten: Er empfahl mir Aktien von AOL, weil die gerade mit Time Warner zusammengegangen waren. Er sagte, dass sei jetzt eine „Familienaktie“, ein wenig langweilig, aber sicher. Ich glaube, kein Großunternehmen der Welt hat jemals so schnell an Wert verloren wie AOL, ich habe also meine Erfahrungen mit Kapitalschnitten gemacht. Schlimmer kann es diesmal auch nicht kommen: 1000 Euro für Griechenland!
 

Neben der spitzen Feder offenbart der Autor die in der Ökonomie wichtige Lernfähigkeit, beschränkt er doch seinen Beitrag auf die Mindeststückelung. Immerhin wurde auch der Kommentar von Hans-Werner Sinn nicht gelöscht, der bereits damals allen Vorschreibern widersprach, weil er die Augen vor dem nackten Kaiser nicht verschloss.

(Hans-Werner Sinn) Ich finde es gut, für Griechenland Partei zu ergreifen. Aber den Kauf griechischer Staatsanleihen kann ich nicht guten Gewissens empfehlen. Stattdessen empfehle ich, in Griechenland Urlaub zu machen. Da weiß man, dass man etwas für sein Geld kriegt.
 

Wohl wahr. In diesem Sinne, mit solidarischen und alternativlosen Grüßen! ****** P.S. Das erschreckende an der oben erwähnten Aktion ist in unseren Augen nicht die Tatsache, dass jemand damals meinte, Griechenland-Bonds kaufen zu müssen. Jeder soll kaufen, was er für richtig hält. Unverantwortlich und keineswegs förderlich für das Verständnis der Wirtschaft und Finanzmärkte ist es jedoch, einem breiten Publikum Finanzanlagen mit absurden Begründungen nahezulegen. Eine Finanzanlage wird getätigt, weil der Investor damit einen Profit erzielen will. Wer seiner Solidarität Ausdruck verleihen will, kann spenden. [Link zum HB Artikel]

 

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22 Kommentare auf "Kurz notiert fürs Stützungstagebuch – Februar 2012"

  1. FDominicus sagt:

    Nun zumindest eines kann man den Leuten anrechnen, sie haben zumindest etwas gekauft. Was wohl mit der Zeitgenosse http://fdominicus.blogspot.com/2011/06/entlarvende-sprache.html Ich finde das noch etwas verschärfter, einreden man müsste helfen und dann selber gar nichts machen.

  2. Besorgter Familienvater sagt:

    Eurer Blog ist einfach nur gut.
    Ich hab auch noch etwas für euch:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/im-gespraech-asoka-woehrmann-dws-wir-kaufen-griechische-staatsanleihen-1236265.html

    ….und dieser smarte, braungebrannte Krawattenträger hat etwas mehr gekauft.

    Ist auch nicht sein Geld!

  3. FMSignals sagt:

    „Save The Best 4 Last …“
    Eine Finanzanlage wird getätigt, weil der Investor damit einen Profit erzielen will. Wer seiner Solidarität Ausdruck verleihen will, kann spenden

    … & genau das ist der Punkt (Wechselkurspaar = PolitischeSemantik / EigenkapitalInteressen), somit wird eben aus einem monetären Problem, ein wirtschaftliches Problem, ein politisches Problem – nur weil man eben damals ausgesprochen nicht Mann genug war 😉

    Erfrischender Artikel
    – wir (alle die direkt oder indirekt mit den FinanzMärkten zu tun haben) brauchen einfach mal alle Urlaub – HitzeFrei 😉 … doch eins haben die FinanzMärkte nicht – Zeit …

  4. wolfswurt sagt:

    Liebes Bankhaus Rott,

    in einem Zeitalter in welchem jeder Vorstandsvorsitzende der großen Aktiengesellschaften bei „Fratzebuch“ einen Account hat und von seinen Kindern die Anfrage „Willst du mein Freund sein?“ erhält, ist es vergeblich an den gesunden Menschenverstand zu appelieren.

    Das Ende dieser Desorientierung/Verwirrung wird in der Auffassung enden: Genossen, wer uns verlassen will wird erschossen.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo wolfswurt,

      immerhin ist der Humor noch steuerfrei – genießen wir es 🙂

      Beste Grüße an die Leserschaft,
      Bankhaus Rott

      • wolfswurt sagt:

        Humor genießen ist die eine Sache.

        Zustände und Entwicklungen humorvoll zu betrachten und in der Öffentlichkeit zu äußern eine andere.
        Die Erträglichkeit derer die an einer Erkrankung des Großhirns leiden hat Grenzen.
        Diese Grenzen sind um so geringer je höher die Machtpositionen.
        Erinnert sei an die Zustände in der DDR.
        Die Entwicklung geht strammen Schrittes in diese Richtung.

        Nicht das ich den Humor auf dieser Seite nicht genießen würde aber sagt der Lateiner nicht „bedenke das Ende“?

        Steuerfreier Humor könnte in Zukunft zu steuerfreier Kost und Logie führen…

        Nichts ist jeder Obrigkeit widerlicher, wenn sich das Volk spöttich und belustigt ihrer Dämlichkeiten annimmt.

        • Bankhaus Rott sagt:

          Hallo wolfswurt,

          ja, bitte nicht falsch verstehen. Die Auflösung demokratischer Grundstukturen ist alles andere als lustig. Das Verhalten zahlreicher Parlamentarier, die sogar die Äußerung anderer Meinungen im Parlament verhindern wollen, zeugt von einer Gesinnung, die mit Demokratie so wenig zu tun hat wie der herrschende Lobbyfilz mit Marktwirtschaft.

          Bemerkenswert ist diesbezüglich, wie sehr die Anwendung der ohnehin sehr beliebten Ausrede der „Fraktionsdisziplin“ zugenommen hat. Mal sehen, wie der Versuch der baldigen Abschaffung des Haushaltsrechtes des Bundestages vom Staatsrundfunkt verkauft wird.

          Beste Grüße
          Bankhaus Rott

        • Frank Meyer sagt:

          Ich teile dann rechtzeitig meine neue Adresse mit 🙂
          Doch wie schon mal geschrieben, ich komme aus der Zukunft, aus der DDR. Wenn ich „das Ende bedenke“ dann bleibt nur die Erkenntnis
          dass weder Ochs noch Esel etwas aufhalten können. Auch diese Zeilen nicht.

          • Johannes sagt:

            „…..ich komme aus der Zukunft, aus der DDR“ – GENIAL !!!! *michabhau*

            Hast da ein Copyright drauf, ich meine so wie z.B. Apple, denen die runden Ecken gehören?

            Jetzt versteht ich auch, warum Du so einen Minitank (40Liter?) bei Deinem Auto hast, entweder ein De Lorian oder Trabi. *fg*

            Gruß

            Johannes

  5. gilga sagt:

    Wie immer ein toller Beitrag vom Bankhaus Rott (seit ich den Namen verstehe ist’s umso lustiger)!

    Ja, die bösen Spekulanten und Ihre Beurteilung der Lage… warum sollte man auch auf den Gedanken kommen das Griechenland pleite und der Euro in Summe gefährdet ist? Wieso nur investieren, Entschuldigung wetten, diese „Finanzterroristen“ nur immer gegen die Überzeugung der Europavisionäre? Und überhaupt… diese gefühlskalten Finanzhaie, immer nur auf Ihren eigenen Vorteil bedacht. Gewinn, Rendite, Sicherheit… wo ist da denn die Moral? Wenn die nicht bald spuren wird die „Moralabgabe“ für Gewinne aus Wertpapiergeschäften von 25% auf 80% erhöht! Die Politik will doch für alle nur das Beste!

  6. beccon sagt:

    Das darf man nicht so ernst nehmen. Die Aktuelle Kamera des DDR-Fernsehens und olle Kalle von Schnitz hatte damals auch niemand ernst genommen.

    Wir leben in der DDR 2.0 – das wird jedes Mal deutlicher, wenn man solche gekünstelten „Bekenntnisse“ hört. Es war ein Wesen der DDR Medien, daß man den Leuten in Interviews etc. angemerkt hatte, daß das nicht deren eigene Worte sondern die der Boardei waren. Offenbar ist es jetzt wieder soweit.

    Der Unterschied zu damals: Heute werden solche Sachen von mehr Leuten geglaubt. Oder?

  7. ontherock sagt:

    Und nu‘ kann man das Zeug nur noch von außen an die EZB nageln… hat ja auch was… nicht, daß etwa das Zeug anderer auch nur einen Pfenning mehr Wert wäre; aber wegen dem rating und der Sicherheit(en) darf das die liebe EZB noch nich‘ wissen!
    caw

  8. crunchy sagt:

    Bürger Hans Eichel ist Nordhesse, da liegt auch Schilda.
    Gelernt ist gelernt!
    Bürger Theo Waigel ist Bayer und bayerisch war auch das griechische
    Königshaus.
    Hat einer da eine Theorie?

    Haben die Griechen vielleicht doch recht und die Alemannen wollen erst sie und dann Rest Europas vereinnahmen?

    Solch wirre Gedanken müssen einem ja kommen, wenn man sieht, was um
    uns herum so alles geschieht!

    Sei´s drum: Danke für den klasse Artikel.

  9. samy sagt:

    Jup, danke für die spaßige Kurzweile beim lesen. Kann nicht Schaden, den „Experten“ den Spiegel vorzuhalten.

    Nichts ist vergessen.

    VG

  10. samy sagt:

    Hallo,

    eine Frage an die Runde, gerne auch an das Banhaus Rott. Wie ist der „selective Default“ zu werten, den S&P zu Griechenland ausruft.

    Halb schwanger? CDS?

    VG

  11. HermannLoens sagt:

    Manfred Krug sagt ja angeblich auch, er behalte seine Telekom-Aktien, um sich selbst zu bestrafen.

  12. samy sagt:

    Einen habe ich noch … weil es so schön passt … und aus dem Handelsblatt ist 😉 … und wir die CDS-ISDA Problematik auf dem Blog-Radar hatten …

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/athener-schuldenschnitt-unsicherheitsfaktor-ausfallversicherung/6263942.html
    Hieraus:

    „… In welche Richtung die Entscheidung der ISDA gehen könnte, hat deren Chefjurist bereits im vergangenen Herbst angedeutet: Da die Gläubiger den Schuldenschnitt freiwillig mitmachten, trete wohl kein Kreditereignis ein, sagte er damals. Die Frage ist, ob dies immer noch gilt, wenn Griechenland die Gläubiger durch sogenannte Collective Action Clauses (CAC) zum Forderungsverzicht zwingen sollte. Zum diesem Mittel will die Regierung in Athen greifen, wenn weniger als 75 Prozent der Gläubiger dem Schuldenschnitt zustimmmen sollten. In dem Fall bliebe dem Derivate-Verband wohl nichts anderes übrig, als die Pleite festzustellen und die CDS auszulösen. Oder er müsste sich eine gute Erklärung einfallen lassen, warum immer noch kein Kreditereignis vorliegt. …“

    gutes Nächtle.

  13. gilga sagt:

    Soweit ich auf dem Laufenden bin kommt es zunächst darauf an, ob tatsächlich jmnd. zum Verzicht gezwungen wird (und sich auch beschwert bzw. nicht „freiwillig“ einverstanden ist). Hab den Termin nicht im Kopf aber ist noch etwas hin. Erst dann steht überhaupt eine Entscheidung der ISDA zur Debatte.

    Und u.A. Jim Sinclair hat das ja vor einiger Zeit (und auch dieser Tage erst wieder auf KingWorldNews) dargelegt, wie hier die Interessen verteil sind. Interessanter wird aus meiner Sicht langfristig aber, wie sich das auf die wahren(!) Preise/Zinsen für Staatsanleihen auswirken wird. Wenn man sich nicht mehr versichern kann, trägt man mehr Risiko und will dafür auch mehr Rendite…

    Aber Du hast schon recht, es bleibt spannend. Nun steht aber erstmal LTRO2 auf der Agenda…

  14. Lickneeson sagt:

    Grossartig!

    Wieder mal ein fundierter Artikel, der Häme und Spott mit dem Miststreuer auf dem Finanzacker verteilt.

    Grosshirn – Strong Buy!

  15. Nordlicht sagt:

    lt. einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung hat Eichel keine Griechenland-Anleihen gekauft und der Chefredakteur hat seine Anleihen längst verkauft !
    http://www.sueddeutsche.de/geld/schuldenkrise-in-griechenland-laute-toene-leise-rueckzieher-1.1113065

    Interessant sind auch die Leserkommentare im Handelsblatt Aufruf. Kein Leser hat die Aktion vom Handelsblatt positiv bewertet. Der normale Bürger ist nicht so verblendet, wie unsere „Elite“ !

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Nordlicht,

      leider hat es das Handelsblatt versäumt, seine Leser über die Verkäufe zu informieren – so sind sie halt, die Solidarischen 🙂

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

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