Entlang auf der Gewinnerstraße

26. Juli 2010 | Kategorie: Kommentare

von Frank Meyer

Der arme Stefan Ortseifen… Er war Chef der IKB, bis diese ins Trudeln kam und mit Milliarden der Steuerzahler gestützt werden musste. Ortseifen wurde fristlos entlassen und zog sich in seine Dienstvilla zurück. Dort wohnt er noch heute, was der Bank aber nicht gefällt. Dennoch – es muss ein herrliches Gefühl sein…

Seine Bank musste und muss mit Milliarden gestützt werden, nachdem er, sicherlich arglos zugeschaut hat, wie sich die IKB mit Giftpapieren aus dem US-Kreditbereich vollgesogen hat. Alle machten das damals. Und dann fielen auf einmal die amerikanischen Kreditnehmer aus, rein zufällig. Zuvor hat die Bank noch 120.000 Euro springen lassen, dass sich der Bankchef ganz zu Hause fühlen konnte. Bewilligt werden solche Kleinigkeiten von Vorständen, liest man. So wurde die Küche renoviert, der Wintergarten vergrößert, das Grundstück eingefriedet (nettes Wort) und ein paar edle Lautsprecher-Boxen installiert. Vielleicht ist Ostseifen im Moment etwas einsam, das aber in noblem Ambiente, und vor allem, ohne Miete zu zahlen.

Wegen der Rückstände habe die Bank eine Räumungsklage beim Amtsgericht Neuss eingereicht, bestätigte eine Sprecherin. „Er ist der Ansicht, dass sein Dienstverhältnis zu Unrecht gekündigt wurde und verrechnet seine Forderungen mit der Miete.“

Es ist großartig. Bis zur Klärung dauert es etwas. Aber Vertrag ist Vertrag. Vielleicht hat Ortseifen auch mit Georg Funke, dem früheren Chef der Hypo Real Estate telefoniert. Er steckt in einer ähnlichen Situation und will Bares sehen. Auch Funke fordert die Erfüllung des Vertrages ein, anders ausgedrückt, Millionenzahlungen, Pensionen und wer weiß noch was.

Beide Namen stehen für den Typ Manager, über die sich der Bürger aufregt. Im Hintergrund geht das Spiel mit anderen Personen weiter. Ein Börsianer sagte, dass französischen Bauern diese Geschichte viel schneller klären würden, als die deutschen Gerichte. Sie würden den Traktor anwerfen, ein Fass mit Gülle anhängen und dann losfahren…

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