Endspiel in down under

16. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow, Zeitlos

Die kürzlich veröffentlichten Daten der australischen Zentralbank passen in das Bild einer Ökonomie, die ihren Zenit vorerst überschritten hat. Ein vergleichsweise kleiner Sektor – der Bergbau mit seiner überbordenden medialen Präsenz  – mag optische Strahlkraft haben. Er allein kann eine Volkswirtschaft aber nicht tragen…

 

von Bankhaus Rott

Die aktuelle Volatilität vieler Rohstoffe zeigt zudem, wie schnell es heißen kann „wie gewonnen, so zerronnen“. Nimmt man die bizarren Verhältnisse der Besicherung chinesischer Kredite mit Kupfer in die Betrachtung auf, so findet man ein weiteres Risiko für kommende Turbulenzen bei den Commoditites.

Alle anderen Sektoren in Australien schnuppern bereits seit einiger Zeit an einer deutlichen Schrumpfung, wir haben dies ja schon das ein oder andere Mal thematisiert. Die aktuellen Daten zum Einzelhandel bestätigen den sich verstetigenden Trend, der bald in einem Rückkgang münden sollte.

Die Wachstumrate der Händler nähert sich der magischen Schwelle von 0%. Die Dynamik der Vorkrise bis in das Jahr 2007 wurde auch im globalen, schuldenfinanzierten Nachfrageanstieg der temporären Erholung nicht wieder erreicht. Mit dem Rückgang gehen logischerweise ein Anstieg der Sparquote und eine nachlassende Vergabe von Konsumentenkrediten einher. Einen Kreditimpuls sollte angesichts der massiven Verschuldung der australischen Haushalte hier vorerst niemand erwarten. Vermutlich stehen erst einmal einige Jahre Sendepause auf dem Programm.

Die Zinsanhebungen der Zentralbank tragen ihr Scherflein zur Bremsung bei. Ganz nebenbei beginnt der zinssensitive Sektor schlechthin – der Immobilienmarkt –zu bröseln. Die Vergabe neuer Hypothekenkredite hat ihre Dynamik ebenso verloren wie das Wachstum der Neubaubeginne. Der Markt ist voll, die „for sale“ Schilder wachsen in den Himmel wie einst die neuen condominiums.

Vor allem die Preise in den teils absurd hoch bewerteten Teilmärkten der bekannten Großstädte stehen wohl vor einem deutlichen Preisrückgang. Wie die Erfahrung zeigt, ist man mit Verlusten von 30% noch gut bedient. Bei vielen nach dem Prinzip der heißen Kartoffel oder des größten Dummkopfs hochgepeitschten Anwesen sollte sich locker auch eine Halbierung erreichen lassen. Schlecht für die Banken und schlecht für die Bürger, denn der Anteil des Vermögens, den die Australier in Immobilien angelegt haben ist bemerkenswert. Zu bedenken ist, dass bei einem Hauspreisrückgang die Kredite leider nicht mitschrumpfen. Hier ein Blick auf die Vermögen der Haushalte… (—> Seite 2)

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2 Kommentare auf "Endspiel in down under"

  1. Kleine Presseschau vom 16. Mai 2011 | Die Börsenblogger sagt:

    […] Rott & Meyer: Endspiel in down under […]

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