Endlich Klarheit: Alle Bankguthaben sind gefährdet…

3. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Andreas Hoose – Am Karfreitag, pünktlich zur österlichen Ruhe, wurde die Katze aus dem Sack gelassen. Die Restrukturierung der europäischen Banken wird nun doch nach dem Vorbild Zyperns erfolgen. Alle Bank-Guthaben werden künftig durch die Europäische Zentralbank (EZB) enteignet, falls notwendig. Dies erklärte EZB-Direktoriumsmitglied Klaas Knot… 

Der Mann ist gleichzeitig Präsident der niederländischen Zentralbank und sagte gegenüber Reuters, die Enteignung von privaten Bank-Guthaben werde künftig ein wichtiger Teil der „europäischen Liquidierungs-Politik“ sein. Um auch wirklich sicher zu gehen, hatte die Nachrichtenagentur eigens noch einmal nachgefragt…

Man kann ja kaum glauben, was dort jetzt geäußert wird. Soll der Euro vorsätzlich gesprengt werden? Niederländer, Finnen, Österreicher und Deutsche gegen den Rest der Eurozone? Kommt demnächst der Nordeuro? Oder ist das Ganze ein Testballon, um zu sehen, wie weit man gehen kann, bis Panik ausbricht?

Tatsache ist: Das in der vergangenen Woche durch Eurogruppenchef Jeroem Dijsselbloem vorgetragene Dementi, Zypern sei, anders als zuvor verkündet, nun doch keine Blaubause für den Rest der Eurozone, ist nur Schall und Rauch. Nichts weiter als eine dreiste Lüge, wie so vieles in diesen Tagen…

Die Konsequenzen für Sparer und Anleger:

Endlich haben wir Klarheit, was an sich ja eine tolle Sache ist. Und wer immer noch geglaubt hatte, Geldvermögen und Sparbücher bei einer Bank in Europa seien „sicher“, der weiß es jetzt besser.

Geld vom Konto abheben und selbst aufbewahren lautet deshalb das Gebot der Stunde. Auch in Deutschland. Denn sollte eine „systemrelevante“ Bank stürzen, dann ist die auf dem Papier stehende Einlagensicherung ebenfalls nur Schall und Rauch. Einlagensicherung, das hat selbst Finanzminister Wolfgang Schäuble kürzlich eingestanden, kann es nur geben, solange der Staat zahlungsfähig ist. Hier hat er ausnahmsweise die Wahrheit gesagt. Und mit dem Blick nach Italien, Spanien und Frankreich ist schon heute absehbar, dass ganz andere Probleme als Zypern unmittelbar vor unserer Tür stehen…

Die Konsequenzen für institutionelle Investoren:

Sie sollten um europäische Staatsanleihen künftig einen großen Bogen machen. Raus aus Europa muss ab sofort das Motto für Großanleger lauten, denn nach derart eindeutigen Äußerungen muss klar sein, dass die Eurozone auf längere Sicht kein Hort der Stabilität mehr sein kann… (Seite 2)

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17 Kommentare auf "Endlich Klarheit: Alle Bankguthaben sind gefährdet…"

  1. EuroTanic sagt:

    Die Apokalyptiker haben alles richtig gemacht. Auf der Titanic herrscht Ruhe. Alles geht seinen Gang. Doch die EuroTanic, wird wie beabsichtigt untergehen. Ein geplanter Versicherungsbetrug. Die Passagiere der unterern Decks werdens zahlen. Die Erbauer haben sich abgesichert, sind schon unmerksam von Bord, nur noch ein paar Beschwichtiger und Vernebler sind noch an Bord, und gehen solidarisch mit unter.
    Der Untergang der Titanic, soll angeblich ein Versicherungsbetrug gewesen sein. Der Versichungsprämienbegünstigte, J.P. Morgan. Na dann.

  2. Chantal_N sagt:

    Hallo!

    Mal eine Frage zum Abheben des Geldes und zum Selbstverwahren: In Zypern hätte ich damit – hätte die Ursprungsregelung gegriffen – ja Glück gehabt, weil man mir mein Guthaben nicht nach Gutdünken hätte kappen können.

    Wie ist es aber im Falle des Übergangs des derzeitigen Gemeinschaftseuros beispielsweise in einen „Nord“- und einen „Südeuro“? Nach welchen regionalen(!) Kriterien würden meine physischen(!) „Alteuro“-Scheine denn dann wohl in Nordeuro umgetauscht? Sinn der ganzen Aktion müsste im Interesse der Staaten ja wohl sein, dass die „Südstaaten“ dann auch einen schwächeren Südeuro mit schlechterem Umtauschkurs bekommen und der „Nordeuro“ aufwertet.

    Bei einem Bankguthaben habe ich ein Konto in Deutschland, da entfällt der Nachweis des regionalen Elements, und es dürfte wohl klar sein, dass mein Konto einfach auf „Nordeuro“ umgestellt wird. Mit den Kontoinhabern in den Südstaaten vermutlich genauso, nur dass sie automatisch auf Südeuro konvertiert werden.

    Aber meine selbst aufbewahrten Euroscheine? Würden die in den Südstaaten in „Südeuro“ und in den Nordländern in „Nordeuro“ umgetauscht? Da wir in der EU ja (noch) die Reisefreiheit haben, könnten also Südstaatler mit ihren Euroscheinen nach D fahren und sie hier in „Nordeuros“ umtauschen?

    Da das natürlich jeder machen würde, der sich noch halbwegs bewegen kann, müsste genau das von staatlicher Seite unterbunden werden, weil es logischerweise genau das ist, was die Nordstaaten natürlich NICHT wollen.

    Und nun? „Nordische“ Staatsangehörigkeit als Voraussetzung für den Alteuroumtausch in Nordeuros wäre nicht praktikabel, denn dann könnte man sein Geld ja von Bekannten mit deutschem Pass in D umtauschen lassen. Also müssten irgendwelche anderen Reglementierungen greifen.

    Vielleicht handele ich mir mit meinem Bargeldhorten in einem solchen Krisenfall genau das Gegenteil von dem ein, was ich bezwecke oder was mir Ratgeber wie Herr Hoose einreden wollen:

    Am Ende sind meine Euros möglicherweise nicht vor gar nicht stattfindenden Bankenpleiten oder vor einer ebensowenig stattfindenden Teilenteignung sicher, sondern ich habe als Bargeldhorter dann den Schwarzen Peter, wenn es heißt, dass zwar „Nord“-Bankguthaben zu irgendeinem vertretbaren Kurs in „Nordeuro“ umgetauscht werden, Bargeld aber beispielsweise zum viel schlechteren Kurs der Südschiene?!

    Die „wirtschaftliche“ Herkunft der Euroscheine ist ja nicht zu klären (ich meine nicht die herstellungs-/drucktechnische Herkunft der Scheine – man komme mir jetzt nicht mit dem Blödsinn mit den „X“ oder „S“-Scheinen, die in Deutschland oder Italien oder sonstwo gedruckt wurden und im Krisenfall willkürlich ungültig werden, wenn man das Pech hat, dass die eigenen Schein zufällig in Griechenland gedruckt wurden…).

    Wenn die „wirtschaftliche“ Herkunft des Bargelds aber nicht nachweisbar ist oder man auch keine Zuordnung treffen WILL (schließlich ist es ja noch eine Gemeinschaftswährung), dann müsste man Alteuro-BARGELD ja konsequenterweise pauschal nach dem schlechten Südstaaten-Umrechnungskurs umtauschen.

    Genau solche Fallstricke fallen mir immer dann ein, wenn mir Strategien vorgesetzt werden, die klüger sein sollen als diejenigen „des Restes der Welt“. Mit meinem persönlichen Goldeinstieg bin ich auch schön auf den Bauch gefallen, weil ich klüger sein wollte – am Ende war ich zu dumm war und kam dadurch zu spät, aber der Effekt ist mir noch sehr gut in Erinnerung.

    Irgendwelche plausiblen Erklärungen oder Meinungen zum Thema „Bargeldhortung und ihre speziellen Risiken im Krisenfall“?

    Schonmal danke!

    Grüße von
    Chantal

    • Bummbumm sagt:

      #Die “wirtschaftliche” Herkunft der Euroscheine ist ja nicht zu klären (ich meine nicht die herstellungs-/drucktechnische Herkunft der Scheine – man komme mir jetzt nicht mit dem Blödsinn mit den “X” oder “S”-Scheinen, die in Deutschland oder Italien oder sonstwo gedruckt wurden und im Krisenfall willkürlich ungültig werden, wenn man das Pech hat, dass die eigenen Schein zufällig in Griechenland gedruckt wurden…).#

      Wieso ist das Blödsinn? Jede Nationalbank hat einen Anteil zu den Euro-Bargeldbeständen beizubringen. Das Verhältnis wurde bei der EZB festgelegt. Gemäß diesem Anteil sind die Griechischen Scheine tatsächlich der Anteil der griechischen Nationalbank also griechische Euro. Es handelt sich nicht um ein Zeichen für die Prägeanstalt, wie bei den Münzen.

      • Chantal_N sagt:

        Für „Blödsinn“ halte ich den Gedanken des schlichten Für-ungültig-Erklärens der Banknoten bestimmter „Provenienzen“ (z. B. der „griechischen Euro-Noten“), SOFERN den betroffenen (zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens zufälligen) Banknotenbesitzern kein Tauschrecht in „gültige Euros“ eingeräumt wird. Denn das würde aufgrund der innereuropäischen Freizügigkeit der Banknoten ja zu einem riesengroßen willkürlichen Enteignungs-Lotteriespiel führen und vermutlich (endlich?) auch in militante Zustände münden.

        Wobei die Formulierung „Blödsinn“ wohl ungünstig ist, wo wir doch gerade beobachten, dass auf EU- und EZB-Ebene offenbar ALLES möglich ist, und künftig noch viel mehr.

        Wichtiger ist mir allerdings die Beantwortung meiner eigentlichen Frage: Ist das stoffliche Horten der derzeit aktuellen Gemeinschafts-Euro-Banknoten bspw. im Szenario einer möglichen Aufspaltung in einen Nord- und Süd-Euro eventuell aufgrund der skizzierten möglichen nachteiligen Umtausch-Modalitäten mit einem speziellen Risiko verbunden? Oder was ist Eure Fiktion für diesen besonderen „Krisenfall“?

        Grüße, Chantal

        • Bummbumm sagt:

          # Ist das stoffliche Horten der derzeit aktuellen Gemeinschafts-Euro-Banknoten bspw. im Szenario einer möglichen Aufspaltung in einen Nord- und Süd-Euro eventuell aufgrund der skizzierten möglichen nachteiligen Umtausch-Modalitäten mit einem speziellen Risiko verbunden? #

          Alles ist mit einem Risiko verbunden. Deshalb: Die Eier in mehrere Körbe verteilen. Also sowohl stoffliche Banknoten, als auch was Immobiles, als auch Gold, als auch …

          • Chantal_N sagt:

            Danke! Angesichts meiner nicht mehr so überragenden Ressourcen werde ich mich bei den „Sachwerten“ dann jetzt wohl auch an Alkohol und Nylonstrümpfe halten. Und vielleicht noch ein paar Silver Eagle, die finde ich auch optisch sehr schön.

            Grüße
            Chantal

    • Skyjumper sagt:

      Ich würde vermuten (und vermuten ist natürlich nicht wissen, dass man es ähnlich wie bei der letzten Währungsreform in DE versuchen würde.

      Bargeldbestände sind auf ein extra dafür eingerichtetes Konto bei der Landeszentralbank einzuzahlen. Dort harren sie dann der genauen Umtauschbedingungen in die neue Währung.

      Um einem Euro-Tourismus von Süd nach Nord vorzubeugen könnte ich mir vorstellen, dass die Nationalität/Wohnort des Einzahlers berücksichtigt werden. In DE bei der BuBa könnten demnach nur Deutsche, oder in DE wohnhafte Personen einzahlen. Dem Schwarztausch wäre damit natürlich immer noch nicht Einhalt geboten, aber das ist alles eine Frage von gesperrten Grenzen, Kapitalverkehrskontrollen und anderer freiheitlich-demokratisch völlig legitimierter Schweinereien.

      • Chantal_N sagt:

        Danke für die Einschätzung!

        Das heißt, ich kann abheben gehen?

        • Skyjumper sagt:

          Sie wissen schon: Vermutung, Schätzung, usw. usf.

          Aber ja, bei dem von Ihnen beschriebenen Szenario würde ICH da keine Gefahr sehen und habe längst entsprechend gehandelt.
          Wenn das Krisenszenario noch weiter geht hilft das jedoch auch nicht, dann müssten Sie übergehen zu Zigaretten, Alkohol, Nylonstrümpfen, Klopapier, Gold, Silber, Ravioli usw.

          2 der genannten Artikel habe ich heute gerade ein wenig aufgestockt 😉

          • Chantal_N sagt:

            Also Alkohol und Nylonstrümpfe. Sehr kluge Kombination: Zur Betäubung und für den einzig sinnvollen Kontakt mit Banken: Ba-ba-Banküberfall…. 😉

            Nochmals vielen Dank und
            schon mal ein schönes Wochenende!

  3. Bummbumm sagt:

    Als geübter Verschwörungstheoretiker sehe ich, was die Aktion in Zypern bewirkt hat, und vermute zuerst, dass das auch so gewollt war.

    Wer will jetzt noch Anleihen aus Euroland halten? Oder Aktien, deren Unternehmen über Sichteinlagen enteignet werden können?

    Stimmt man mit mir überein, dass mit der Aktion der Euro auf Talfahrt geschickt werden sollte?

  4. Chantal_N sagt:

    Noch eine Frage…

    Seht Ihr für den Fall des Scheiterns des Euros Sicherheits-Vorteile für AUSLÄNDISCHE Banknoten, z. B. Kanada-Dollar oder irgendeinen Mix, gegenüber Euro-Noten?

    Im „Teil-GAU“-Szenario mag es dann phasenweise schwierig sein, seine Kanada-Dollars zu tauschen, aber längerfristig?

    Wären da noch die Wechselkursrisiken. Und natürlich die Umtauschgebühren der Geldhändler.

    Grüße, Chantal

    • FDominicus sagt:

      Ich denke CAD ist problematischer als USD. Nein ich bin kein Fand von beidem aber im Falle des Eurokippens dürfte USD „sicherer“ sein.

      Aber hier hat ja jemand anders schon geschrieben. Im Endeffekt werden Edelmetalle alles Andere „toppen“.

      Von jedem etwas scheint eine „gute“ Idee zu sein.
      – Euros zu Hause
      – andere Währungen zu Hause.
      – Edelmetall im In/Ausland
      – und ganz wichtig (IMHO) mehr als ein Konto und auf jeden Fall mindestens 1 außerhalb der Eurozone ansonsten -> Zypern…

    • Skyjumper sagt:

      Dat sind Fragen 😉

      Also im Gegensatz zu FDominicus würde ich USD-Noten als Ersatz für Euro-Noten eher nicht empfehlen. Der USD krankt im Grundsatz noch mehr als der Euro. Ich schätze niemand kann heute sagen ob der $ nicht sogar noch vorm € abbuddelt oder ihn ggf. nur um einige Wochen überlebt.

      Wenn ich phy. Auslandsnoten in Betracht ziehen würde, dann am ehesten Schweizer Franken (wegen der räumlichen Nähe und des zig Jahrzehnte langen „save-haven“- Nimbus der Währung), oder Norwegische Krone wegen der halbwegs komfortablen Deckung der Währung mit Öl und Gas.

  5. FDominicus sagt:

    „Der USD krankt im Grundsatz noch mehr als der Euro. Ich schätze niemand kann heute sagen ob der $ nicht sogar noch vorm € abbuddelt oder ihn ggf. nur um einige Wochen überlebt.“

    Tja und dann gibt es die Frage nach dem nächsten Tag (wenn entweder Euro oder USD Geschichte werden), kein Block wird den Ausfall so einfach „wegstecken“ können. CHF wäre ok aber ob die Schweizer schneller Geld drucken können als die geballte EU oder gar USA 😉

    Ich denke ein bisschen von jedem wäre kein Fehler, vielleicht aber einfach auch nur etwas was „anstelle“ Geld als Tauschmittel wird dienen können. Da kann ich mir Konserven als eine gute Sicherheit vorstellen…

  6. Chantal_N sagt:

    Vielen Dank für die Einschätzungen!

    (Aber seit der Sendung von Maybrit Illner mit dem Auftritt des CDU-Schwamms und des Sparkassenverbandspräsidenten [und Ex-Bayern-Ministers, herrlich…] bin ich ja völlig beruhigt, was die Sicherheit unserer Spareinlagen angeht… Wenn nur nicht immer diese Frau Wagenknecht dagegenstänkern würde und auch noch plausibel klingt, was sie so sagt… Übrigens wurden in der Sendung auch die Matratzen mit eingebautem Mini-Safe gezeigt, die jetzt in Spanien auf den Markt kommen…)

  7. samy sagt:

    N’Abend,

    eben im Gelben einen Link gefunden und dem mal nachgegangen.

    Unterstellt man Weidmann keinen unachtsamen „Erklärungsirrtum“, dann sind auch die Einlagen unter 100 000 € nicht unantastbar.

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/2065339/

    Weidmann (Zitat): „… Und dass erst ganz am Schluss die Einleger beispielsweise stehen und die Einlagen, die unter 100.000 Euro fallen – also die durch die Einlagensicherung nach den EU-Regeln auch geschützt sind – möglichst nicht angetastet werden. …“

    Möglichst? So so …

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass in der EU Geld vom Tisch genommen werden soll, indem man es durch Bankpleite und Abwicklung verbrennt. Das ist das Deflationszenario.

    Rettung der Banken mit neuen durch Schulden finanzierten Steuergeldern würden mehr Geld auf den Tisch bedeuten.

    Das wäre das Inflationszenario.

    Schaun mir mal …

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