Einige Überlegungen zur Höhe des Goldpreises

26. Oktober 2013 | Kategorie: Gäste

„Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen.“
Alan Greenspan

von Prof. Thorsten Polleit

Die Einschätzungen über die weitere Entwicklung des Goldpreises sind derzeit nach wie vor höchst unterschiedlich. Der Goldpreis werde weiter fallen, so sagen die einen, die Preiskorrektur sei also noch nicht abgeschlossen.

Andere sehen künftig einen (deutlich) höheren Preis und halten den aktuellen Goldpreis bereits für „zu tief“. Welche Anhaltspunkte lassen sich finden, um die Angemessenheit des Goldpreises (näherungsweise) zu bestimmen?

Die Zukunft lässt sich bekanntlich zwar nicht aus der Vergangenheit ableiten. Um jedoch zu verstehen, wohin der Goldpreis sich entwickeln könnte, mag sich ein Blick in die jüngste Entwicklung dennoch als hilfreich erweisen.

Seit dem Jahr 2000 ist die Goldpreisentwicklung merklich moderater verlaufen als die Preisentwicklung im (übrigen) Rohstoffmarkt: Der „Boom“ im Rohstoffmarkt verlief deutlich hitziger als im Goldmarkt.

So blieb der Goldpreisanstieg von etwa 2007 bis etwa Mitte September 2008 (als die US-Investmentbank Lehman Brothers unterging) deutlich hinter dem Preisauftrieb der Rohstoffe zurück.

tp-101In der Zeit von September 2008 bis etwa Anfang 2009 fiel der Preisrückgang beim Gold deutlich geringer aus als der Preisverfall auf dem Rohstoffmarkt insgesamt.

Mit Beginn 2011 setzte ein Preisrückgang der Rohstoffpreise ein. Der Goldpreis stieg jedoch zunächst weiter an und erreichte Anfang September 2011 sein bisheriges Hoch von 1.900 USD/oz, erst danach fiel der Goldpreis.

Mittlerweile ist der Goldpreis sogar leicht unter das Rohstoffpreisniveau gesunken. Mit Blick auf die Preisentwicklung der Rohstoffe insgesamt zeigt der Goldpreis also derzeit zumindest keine „auffällige Abweichung“.

Von Interesse ist nun jedoch vor allem die Beziehung zwischen der Geldmenge und dem Goldpreis. Denn der Goldpreis wird – zumindest langfristig – maßgeblich von der Geldmengenausweitung (mit-)bestimmt… (Seite 2)

 

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Ein Kommentar auf "Einige Überlegungen zur Höhe des Goldpreises"

  1. Michael sagt:

    Danke für die Einschätzung.

    Auf lange Sicht sehe ich etwas anderes

    In den 50ern wurde verkauft mit Werbung
    In den 60ern eher der Fokus auf den Gebrauchswert
    in den 70ern und 80ern Gebrauchswert verpackt in viel Tamtam
    seit den 90ern viel Tamtam und seit dieser Zeit – Relevanter Vorteil
    2k Stieg der Anteil der Illusion ins unermessliche – das Produkt trat in den Hintergrund und die Illusion macht den Großteil des Produktpreises. (Allein die Marke zählt)
    10er Jahren – Illusion und Angst als Treiber …
    (selbstverständlich überlagert)

    Deulichein der Autozeitschrift. Hersteller: Wir sehen nicht nur das Internet als Teil des Autos, sondern das Auto als Teil des Internets. – Apokalyptischer Wahn.

    D.h. in den Folgejahren – der Konsument kauft apokalyptische Wahnvorstellungen von Marketingexperten und selbstverständlich Angst.

    Ich machte mir weniger Sorgen um die technischen Parameter auf lange Sicht. Die Deckung von Papiergeld wird entweder zusammen mit der Moral verrotten oder man kauft mit Papiergeld substanzlose Illusion – wäre dann aber auch wieder ein gerechter Tausch. Für Substanz ist weit zuviel Geldmenge in Umlauf, für Illusion nie genug.

    Jetzt die Frage: Wenn der Einzugsbereich einer Zentralbank ein gemeinsames Werte- und Glaubenssystem bedingt, damit ähnliche Illusion an Nachfrage kann durch bestehende und zukünftige Product Mixes kann generiert werden damit die verbreitete Geldmenge irgendwie gerechtfertigt bleibt, was deckt die Geldmenge?

    Ich denke es ist ein technisches Randargument, dass die U.S. im Übermaß importiert, selbst eine wirtschaftliche starke exportierende U.S. und auch der Westen stehen am Ende, da der Blick in die U.S. genügt um zu wissen welche Nachricht der Dollar als Bote des FED Systems überbringt.

    Wir sind in 30 Jahren von einer Fokusierung von Gebrauchswert übergegangen zu Verkauf von Illusion getrieben durch Angst egal welches Produkt (bis auf wenige Ausnahmen) … Was wird in 30 Jahren verkauft … Vermutlich eine Zwangsmitgliedschaft in der Endzeitsekte ForEverDead oder was auch immer…

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