Eine Wanne voller Geld…

6. März 2009 | Kategorie: Kommentare

Es ist wie im Fernsehen, wenn in der Nacht nackte Frauen auftreten und die Zuschauer Automarken mit einem „A“ raten lassen. Sie müssen nur anrufen! Rufen Sie jetzt an! Seien Sie dabei! Ab in die Leitung! Die Leitungen sind jetzt frei…! Wir spielen Bank of England…

Ein kleiner Unterschied zwischen einem Telefonquiz und der britischen Notenbank sollte nicht unerwähnt bleiben: Die Anrufe sind kostenlos und jeder gewinnt. Heute werden 75 Milliarden ausgespielt, morgen wird eine Null angehängt. Kein Wunder, dass man mit dem Pfund nicht mehr wuchern kann und eine Unze Gold immer mehr von diesem bedruckten Zeug kostet.

Die britische Notenbank hat die Zinsen auf 0,5% gesenkt. Kennen Sie das Geräusch, wenn Schweine gefüttert werden? Iiiiiiiiiiiiiiiiik…! Iiiiiiiiiiiiiiiiiik…! Und schauen Sie, wer in der ersten Reihe die Schnauze in die Tröge taucht. Gleichzeitig erklärt die BoE, was sie unter unkonventionellen Maßnahmen versteht. Das klingt netter, als dem geneigten Publikum eine Druckerpresse zu erklären. Der verbeulte Wagen wird jetzt mit einem Panzer aus dem Dreck gezogen. Und will der Schmutz nicht weichen, dann muss man eben streichen. Und so eilt die Notenbank jetzt dem Staat zu Hilfe, so dass dieser Feuerwehr spielen kann. Mann, Maus, und Hof versucht man zu retten, vor allem aber die Banken, deren Pferde, Boote und die Autos vor der Tür.

Der Staat macht neue Schulden und begibt Anleihen. Diese verkauft er normalerweise an Hinz, Kunz und andere Investoren. Doch Hinz und Kunz haben aber kein Geld. Die anderen Investoren verschmähen britische Anleihen und auch sonst fehlen die Dummköpfe, die der britischen Regierung das nötige Geld borgen. In den Zeitungen steht ja, wie sie mit Geld umgeht. Doch ein paar Dummköpfe gibt es noch, die Kumpels in der britischen Notenbank. Sie sitzen an den Tastaturen, geben ein paar Zahlen ein, fügen ein paar Nullen an und drücken Enter. Damit ist der Aufkauf getätigt. Prima! BoE-live auf allen Kanälen…

Zugleich kostet Geld nicht mehr als ein paar gebackene Bohnen. Die Banken leihen es praktisch für Umme aus, zahlen ihren Pensionären Boni und verleihen den Rest für teuer Geld an Leute, denen man keines mehr leihen sollte. Doch die britische Notenbank ist nicht der einzige Dummkopf und Retter in der Not. Die Amerikaner haben das auch schon angekündigt. Die EZB müsste dazu erst ihre Statuten ändern. Wie wäre es mit einem Termin an einem Sonntag im Morgengrauen?

Wir blättern in den Archiven. Immer wenn das passierte, verdünnte sich die die Geldsuppe. Zum Schluss war sie so wässrig, dass man auf den Grund schauen konnte. Und dann wundern sich die Leute, wenn sie schlürfen und schlürfen und davon nicht satt werden.

BoE-live – Jetzt täglich und garantiert nackt… Iiiiiiiiiiiiiiiiik…. Iiiiiiiiiiiiiiiiik!

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