Warnung vor elektrischem Strom

18. August 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer 

Stromrechnungen sind inzwischen so gefährlich wie der Strom selbst. In dieser Woche gab es einen weiteren Stromschlag vom Stromversorger. Er hebt seine Preise auf 30 Cents pro Kilowattstunde. Hey! Das sind 56 politisch unkorrekte Pfennige!

Wohin fließt das Geld? Bei den Versorgern kommt es jedenfalls nicht mehr in der Menge an wie früher. Im Gegenteil. Sie leiden am Strompreisverfall und an den Folgekosten ihrer überteuerten Übernahmen ohne Sinn und Verstand aus der Vergangenheit. Da bleibt nicht mal viel Geld für die Infrastruktur übrig. Aktionäre möchten auch etwas abhaben.

Ihre Lizenz zum Gelddrucken hat Schaden genommen wie die Kurse von E.ON und RWE. Was für ein Schlachtfest! Seit ihrem Hoch vor fünf Jahren ging es um 70 Prozent abwärts.

In der gleichen Zeit wurde mein Strom doppelt so teuer. Eine Menge davon ist Steuer, die den Namen gar nicht verdient. Ein weiterer Teil wird zu den Betreibern von Windmühlen und Sonnenkraftwerken umgelenkt, was die Sache richtig teuer macht. Das Klima sollte es uns wert sein, heißt es überall.

Je heller die Sonne und je stürmischer das Wetter, desto teurer wird Strom.

Wäre ich Großabnehmer, müsste ich gar keine Energieumlage zahlen. Dabei bin ich doch Großabnehmer! Im letzten Jahr habe ich 2.900 KWh verbraucht. Wie ich mich jetzt schäme und Eisbären betrauere, die ich auf dem Gewissen habe. Doch es kommt noch besser: Mein Stromversorger schreibt mir, es wäre „fantastisch“, wenn ich doch nur ein Drittel verbrauchen würde. Das ist so verrückt wie Warnungen von Obstverkäufern vor Obst – gehört aber zur Moderne in unserem Nanny-Land.

Freuen wir uns jetzt auf die wahlkampftechnische Strompreisbremse! Die Kurspreisbremse bei den Versorgern wirkt schon sehr lange. RWE ist an der Börse noch 17 Milliarden und E.ON 25 Milliarden Euro wert. Beide haben einen Schuldenberg von jeweils 33 Milliarden Euro. Ist das problematisch? Ach was! Notfalls werden wir Steuerzahler diese Unternehmen übernehmen – samt ihrer Schuldenberge und maroder Infrastruktur. Oder wollen Sie abends im Dunkeln sitzen?

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten


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4 Kommentare auf "Warnung vor elektrischem Strom"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Es ist prinzipiell, nämlich aus technisch-physikalischen Gründen, unmöglich, eine sichere und frequenzstabile Stromversorgung auf der Basis von Zufallskraftwerken wie Windrädern und Solardächern zu gewährleisten.

    Man muss also auf jeden Fall für den gesamten Strombedarf, und zwar für die möglichen Nachfragespitzen zuzüglich Sicherheitspuffer, einen kompletten zweiten Kraftwerkspark aus steuerbaren konventionellen Kraftwerken auf Abruf bereithalten. Das kostet Geld. Ein doppelter Kraftwerkpark verursacht notwendig doppelte und vollkommen überflüssige Kosten.

    Hinzu kommt, dass den Betreibern der Zufallskraftwerke Verkaufspreise für ihren unzuverlässigen Strom per Gesetz garantiert werden, die weit über den Marktpreisen für konventionelle Krafwerke liegen.

    Die „Energiewende“ führt also zwangsläufig zu einer Explosion der Strompreise.

    Wenn das nicht sofort gestoppt wird, werden wir alle arm. Außerdem werden weite Teile der deutschen Industrie ihre Konkurrenzfähigkeit verlieren und durch Produktionsstätten im weniger energieidiotischen Ausland ersetzt werden.

    Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben diesen Wahnsinn zu verantworten. Jetzt beginnt endlich die AfD, bei diesem Thema neben der Eurorettung den Kampf aufzunehmen. Herr Lucke hat gestern bei einer Demonstration in Hamburg – siehe http://www.welt.de/politik/deutschland/article119123922/Gegen-Ja-Sager-Abnicker-Diaetenkassierer.html – gefordert, dass der Anteil der „erneuerbaren“ Energieen eingefroren wird. Das ist immerhin ein Anfang.

  2. Quax-v-Baden sagt:

    Ein großes Problem ist die Speicherung vom überschüssig produzierten Strom. Eine mögliche Lösung wäre – anstatt den Strom zu exportieren und dafür auch nocht zu bezhalen – mit diesem Strom Wasserstoff herzustellen. Der Wasserstoff kann dann bei Bedarf wieder in Energie umgewandelt werden.
    Und noch etwas. Um die Kosten für Strom vergleichbar zu machen sollte man auch die Folgekosten, z.Bsp. Renaturierung, Luftreinerhaltung, Endlagerung, etc., oder die Folgekosten ala Fukushima, mit in die Betrachtung einbeziehen. Erst dann kann man ermessen wie teuer uns der Strom aus Kraftwerken kommen wird.
    Aber diese Kosten werden verschleiert und durch intensive Lobbyarbeit der Energierzeuger auf den Steuerzahler abgewälzt.

    • Reiner Vogels sagt:

      @ Quax-von-Baden

      Laut Wikipedia – siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas – gehen bei der Speicherung in Form von Wasserstoff/Methan am Ende 2/3 der Energie verloren. Da die Gewinnungskosten für CO2 bei der Methanisierung noch nicht berücksichtigt sind, dürfte der tatsächliche Energieverlust noch wesentlich größer sein.

      Aber bleiben wir bei einem Drittel. Das bedeutet, dass man, um eine kwh am Ende zu bekommen, 3 kwh in den Speicher stecken muss. Der Strom wird also drei Mal so teuer. Hinzu kommen die Kosten für den Betrieb und die Abschreibung der Anlage und für den Gewinn des Betreibers. Die kwh, für die der Solardachbesitzer vielleicht 30 Cent bekommt, kostet dann nach Speicherung wohl weit über 1 Euro. (Zum Vergleich: Braunkohlestrom kostet am Kraftwerk etwa 5 Cent.)

      Kosten für Verteilung (Netz), Steuern und Abgaben kommen natürlich dann wie bei konventionell erzeugtem Strom noch hinzu. Der Endpreis dürfte in der Gegend von 1,50 Euro pro kwh liegen. Ich wage die Prognose, dass niemand bereit und in der Lage sein wird, diesen Preis zu bezahlen.

  3. Burattino sagt:

    Lieber Herr Meyer, der T€uro/DM – Kurs ist 1 Euro = 1,95583 DM, wonach nach Adam Ries die 30 Cent nicht nur 56 Pfennige, sondern 58,67 Pfennige – kaufmännisch gerundet also 59 Pfennige wären.

    Ja, und was den Sozialismus angeht, schon im Jahre 2000 war ich aufgrund von Abwesenheit aus Arbeitsgründen derart sparsam was den Strom betrifft, dass ich den Mindermengenpreis (!) von ca. 50 Pfennigen/KWh zu zahlen hatte. Bei nur viellt. 400KWh/Jahr. Der Normalpreis lag weit unter der Hälfte. Stromsparen war also kontraproduktiv.

    Und weiter, es ist mittlerweile so schlimm, dass z.B. Bäcker ihre Butter und ihren Zucker, selbst Mehl, – so sie den von den Bäckergroßhändlern wie BÄKO und dgl. beziehen (müssen vertragl.), diese „Großhandelspreise“ teilweise weit über 10% über den Einzelhandelspreisen der Supermärkte liegen. Kein Wunder also, da die Bäcker ja auch leben müssen, Kredite haben, Personal usw., dass das Brot und die Brötchen doppelt soviel wie vor 10 Jahren kosten.

    Das ist beim Fassbier ja auch nicht anders. Größere Verkaufseinheit -teurer als abgefüllte Flaschenplärre – paradox!

    Mit den Energiepreisen ist das ebenso, sie potenzieren sich mit der Anzahl der Produktionsschritte und spiegeln sich nicht nur auf der Stromrechnung, sondern in jedem Produkt wieder.

    Widersprüche wohin man sieht. Markt? Kapitalismus?

    Für die Monopole, Oligopole und Großkonzerne -ja.

    Der Rest wird verbolschewisiert.

    Zu den EEG-Fragen kann ich das Blog Science-Sceptical nur wärmstens empfehlen. Für die die es eher ein wenig ruppiger haben,ist auch EIKE eine sehr gute Adresse.

    http://www.science-skeptical.de/
    http://www.eike-klima-energie.eu/

    In diesem Sinne, verzweifeln gilt nicht, – weitermachen!

    Beste Grüße,
    Burattino

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