Eine Vision von scheinbarem Wirtschaftswachstum

5. August 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Die Europäer versuchen, einen Ausweg aus der Schuldenkrise zu finden. Auch die Amerikaner versuchen das mit ihrem Schuldenproblem. Währenddessen scheinen die Chinesen ihre Bäume nach Moos zu untersuchen, mit Schulden hat China jedenfalls kein Problem…von Bill Bonner

Die Politiker haben sich verlaufen. Sie sind in einen Sumpf gegangen, und haben vergessen, Brotkrümel auf den Weg zu streuen, um den Rückweg zu finden. Die armen kleinen Lämmer. Was können wir tun, um ihnen zu helfen?

Heute morgen hatte ich die Illusion, dass ich alles verstehe. Für einen kurzen Moment dachte ich, ich könnte alles sehen, was vor sich geht. Zum Nutzen der Zentralbanker, Politiker und Leser hier das, was ich gesehen habe:

Es sah ein bisschen wie ein Rhinozeros aus. Aber in einem pinken Abendkleid. Es hatte wohl zu viel getrunken. Oder vielleicht war es nur dumm. Denn jedes Mal, wenn es näher trat, sagte es: „Steck den Hasen zurück in die Box.“

Was bedeutet diese merkwürdige Vision? Nun, es ist offensichtlich, oder?

Lassen Sie mich erklären.

Im 18. Jahrhundert begann ein Teil der Welt einen epischen Wachstumsspurt – ermöglicht größtenteils durch das Nutzen von Energie, die in Jahrhunderten in Form von Kohle und Öl gespeichert worden war. Aber gegen Ende des 20. Jahrhunderts hatten die entwickelten Volkswirtschaften einen gewaltigen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt erreicht. Aber das war gleichzeitig der Punkt, von dem aus kein großes Wachstums mehr erreicht werden konnte. Zunächst einmal ging der Grenznutzen vom zusätzlichen Einsatz von Energie zurück. Diese wurde auch immer teurer.

Dann, nach den Krisen der 1970er, verschuldeten sich private und öffentliche Haushalte immer stärker, um ihren Konsum weiter steigern zu können. Deswegen wechselten sie zur Schuldenfinanzierung, und im Endeffekt konsumierten sie Güter und Dienstleistungen, die zukünftigen Generationen gehörten. 1949 – als die Schuldenexpansion in den USA begann – gab es im privaten Sektor für jeden Dollar Bruttoinlandsprodukt ca. 30 Cents Schulden. Bis 2007 war dieser Wert auf 2,60 Dollar Schulden je Dollar Bruttoinlandsprodukt gestiegen.

Für jeden zusätzlichen Dollar Bruttoinlandsprodukt wurden jetzt 5 Dollar neue Schulden aufgenommen. Mit anderen Worten: Der Grenznutzen von weiterem Wirtschaftswachstum wurde dadurch arg relativiert. Bis zu dem Punkt, an dem mehr Schulden sowohl unwillkommen als auch ineffektiv waren… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Eine Vision von scheinbarem Wirtschaftswachstum"

  1. Oddo Wolf sagt:

    Wenn man nur diese drei Schuldner nimmt, dann sieht man schon, dass diese in rund 5 Jahren rund 3,5 Billionen Dollar neue Schulden gemacht haben. Und das ist nur ein Teil des Gesamtbildes.
    Nun, welche Rendite brachte dann dieses Investment?

    Bei einem Zinssatz von 1%?
    35 Milliarden

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