Eine verhängnisvolle Entwicklung

28. August 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare

von Bill Bonner  Wenn ich den Stand in den USA heute mit dem von 1950 vergleiche, dann kann ich sehen, dass ein durchschnittlicher Arbeiter heute doppelt soviel Anteil seines Einkommens für den Kauf eines Neuwagens ausgeben muss. 1950 war dafür das Einkommen eines halben Jahres notwendig, heute braucht er dafür ein ganzes Jahreseinkommen… 

Die Auswirkungen höherer Steuern, Krankenversicherung und Ausgaben für Bildung sind dabei sogar unberücksichtigt. Wie konnten die amerikanischen Arbeiter überleben, mit niedrigeren Reallöhnen und höheren Lebenshaltungskosten?

Zunächst einmal haben sie begonnen, länger zu arbeiten. Und die Ehefrauen gingen auch arbeiten. Die Ehemänner arbeiteten zusätzlich in einem Zweitjob. Jetzt arbeiten die Amerikaner mehr Stunden pro Wochen als jede andere Gruppe.

Dann – aus meiner Sicht noch wichtiger: Die Amerikaner begannen sich Geld zu leihen. Das wurde noch unterstützt durch die Politik des leichten Geldes der Fed…weshalb sich die Amerikaner stark verschuldeten, um ihren eigenen Lebensstandard halten zu können.

Fast jeder versteht nicht, warum. Die denken, Deregulierungen ermöglichten es den Kapitalisten, mehr Geld vom Proletariat wegzunehmen. Oder dass „die Reichen“ plötzlich gieriger bekommen wären. Ich denke, die Reichen waren immer gierig – genau wie die Armen. Und mir fällt auf, dass die Menge der Regulierungen im untersuchten Zeitraum zugenommen hat. Sehen Sie sich nur die Steuerregeln an. Es gibt heute erheblich mehr als 1950.

Irgendetwas anderes passierte auch noch … etwas subtiles. Hier Bloomberg mit Hinweisen:

„Die Quote der Hausbesitzer in den USA, welche 2004 ein Rekordhoch von 69,2% erreichte, ist wieder da, wo sie vor zwei Jahrzehnten war, als die Immobilienblase begann, welche nach ihrem Platzen mehr als 7 Millionen Amerikaner um ihre Häuser brachte.“

Und weiter: „Die Quote der Hausbesitzer liegt bei 65% und die Immobilienpreise steigen (wieder), die Immobilienindustrie und Konsumentengruppen drängen den Gesetzgeber, den amerikanischen Traum zu erleichtern, indem neue Hypothekenregeln eingeführt werden, welche einen weiteren Crash verhindern sollen und sicherstellen, dass mehr Familien von der Erholung profitieren können.“

„Die Regulierungsbehörden stehen kurz davor, eine erleichterte Version der Regel zu restellen, dass Banken einen Anteil an den Hypotheken selber behalten müssen, laut fünf Experten, welche sich mit der Diskussion auskennen.“

Wie funktioniert das? Leichte Kredite? Aber nicht riskant? Mehr Gesetze? Viel Glück damit!

Der amerikanische Traum zerbrach nicht, weil die Gesetzgeber und die Kreditindustrie nicht clever genug waren. Präsident Obama verspricht jetzt, die Mittelklasse zu retten. Aber er und die Bundesregierung und die Fed sind der Grund dafür, dass die Mittelklasse leidet. Die haben ein Geldsystem erschaffen, welches reales Kapital geraubt hat…und den Arbeitern Billionen Dollar Einkommen geraubt hat.

Die Volkswirte messen Quantität. Aber im Leben ist nicht alles quantifizierbar. Was wirklich zählt ist Qualität.

Derzeit wollen Fed und Regierung die Preise kontrollieren. Aber Preise sind nur ein Teil des Bildes. Wenn es um Kunst geht, um Architektur, Musik, Welpen und Frauen, dann ist das, was die Sinne beeindruckt, entscheidend – was man sieht, hört und fühlt. Aber wenn es um Geld geht, dann ist das, was man sieht, nicht unbedingt das, was man bekommt. Der Preis sagt etwas. Aber er sagt nicht alles, was man wissen muss.

Warum? Als Geld eingeführt wurde, sah die Regierung schnell das Potenzial. Kontrolliere das Geld, und man kontrolliert die Menschen. Man kontrolliert deren Vermögen. Deren Lebenshaltungskosten. Deren Zeit.

In der Antike bedeutete die Kontrolle des Geldes, dass man die Menschen direkt kaufen konnte. Man konnte Kriegsgefangene kaufen. Diejenigen, welche ihre Schulden nicht bezahlen konnten, verkauften oft ihre Kinder in die Sklaverei. Oder sie selbst wurden dazu gezwungen. Der älteste Gesetzestext der Welt, der des Babyloniers Hammurabi, vor 4.000 Jahren geschrieben, sagt, dass die Kinder von Schuldnern für drei Jahre in der Sklaverei gehalten werden können. Im vierten Jahr müssen sie freigelassen werden.

Stellen Sie sich das vor. Die Jugend Amerikas, welche 16,7 Billionen Staatsschulden geerbt hat, wird erheblich länger in der Knechtschaft bleiben. Vielleicht ihre ganzen Leben lang!

Als dann Gold als Geld genutzt wurde, war das eine neue Entwicklung. Das betrügen wurde schwerer. Man musste sich nicht fragen, ob die Familie ehrlich oder solvent war. Man musste nicht warten, ob man etwas im Gegenzug erhielt. Stattdessen erhielt man einfach ein kleines Stück Gold oder Silber und das war es.

Aber die Leute, welche das Geld kontrollierten, konnten immer noch beschwindeln. Und die Geschichte der Zentralbanken ist eine Geschichte des Beschwindelns. Papiergeld war eine spätere Innovation. Das funktionierte gut – solange das Papier durch Gold gedeckt war. Aber es bot weitere Möglichkeiten für Betrug.

Und das tun die Regierungen immer noch – angeführt durch die Vereinigten Staaten von Amerika… (Seite 2)

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