Eine unbequeme Ironie: QE bevorzugt die Reichen

11. Juni 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner Aktien und Gold können sich nicht entscheiden, wo sie hinwollen. Hier gibt es etwas Wichtigeres aus dem Economist… Die jüngsten Zahlen zeigen, dass die Top 10% der Haushalte (in den USA) ungefähr 91,4% der Aktien und Fonds halten, verglichen mit 84,5% im Jahr 2001. Die reichsten 1% besitzen fast die Hälfte aller Aktien und Fonds…

Kein Wunder, dass der jüngste Anstieg des Verbrauchervertrauens, welcher von der University of Michigan gemessen wurde, von den Besserverdienenden angeführt wurde; die Haushalte mit höherem Einkommen (das obere Drittel) verzeichneten eine Stimmungsverbesserung um 15 Punkte, während der Anstieg der restlichen zwei Drittel nur 5 Punkte betrug.

Mist! Aber machen Sie sich keine Sorgen. Wenn Sie zu den Reichen gehören, dann werden sie auch noch die restlichen 8,6% der Aktien und Fonds erhalten.

Denn Ben Bernanke nimmt sich der Sache an, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Sie 100% des Aktienmarktes der USA besitzen. (Natürlich werden Sie auch in einen Zombie verwandelt werden, sofern Sie reicher Amerikaner sind.)

Aber Sie fragen sich wahrscheinlich: Wie funktioniert das nochmal? Einfach. Stellen Sie sich das so vor: QE und ZIRP sind im Grunde neue Formen des Reichtums. Wer auch immer den Reichtum zuerst erhält, wird reicher. Und jeder andere wird, relativ gesehen, ärmer.

Haben Sie dieses neue Geld erhalten, liebe Leser? Das könnte der Fall sein, ohne dass sie es realisiert haben. Es füttert Unternehmensgewinne und Aktienkurse. Das neue Geld ist nicht designt worden, um Reichtum zu schaffen. Es transferiert nur mehr Ressourcen zu reichen Menschen.

Kleine Unternehmen schaffen neue Arbeitsplätze und neuen Reichtum. Aber kleine Unternehmen können sich nicht zu den heutigen niedrigen Zinsen verschulden. Die sind froh, wenn sie überhaupt Geld leihen können. Stattdessen gehen fast alle neuen Kredite an die Banken, die Großunternehmen und die Regierung.

Normalerweise gewinnt man beim investieren etwas und verliert etwas. Das hält die Reichen davon ab, immer reicher zu werden. Der Reichtum geht in beide Richtungen. Aber nun kommt die Fed unter Ben Bernanke und verleiht zu praktisch Null Zinsen Geld…und selbst schlechte Unternehmen können ihre Fehler refinanzieren. Sie müssen nur groß genug sein.

Deshalb endet man mit einer Volkswirtschaft, welche von großen Zombies bevölkert wird – geschützt von der Regierung, genährt von der Fed.

Das Wall Street Journal dazu: Unternehmen schaffen weniger schnell neue Arbeitsplätze, selbst in guten Zeiten. Die Investieren stecken weniger Geld in neue Projekte. Und, allgemein gesprochen, starten die Amerikaner weniger neue Geschäfte und sie sind weniger bereit, den Arbeitsplatz zu wechseln und hin zu neuen Chancen zu gehen.

Die Zombies sind überall. Und sie werden die ganze Zeit reicher. (Seite 2)

 

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4 Kommentare auf "Eine unbequeme Ironie: QE bevorzugt die Reichen"

  1. 4fairconomy sagt:

    Die Situation im Gesundheitswesen ist eine Katastrophe, so lange die Forschung hauptsächlich von der Pharmaindustrie gesteuert und finanziert wird. Weil diese kein Interesse hat an möglichst günstigen, wirksamen Therapien sondern nach patentierbaren Substanzen sucht. Dies bewirkt eine echten Fortschritt hemmende Entwicklung.

    Mir sind dutzende überaus vielversprechende therapeutische Ansätze bekannt, welche ein Nischendasein fristen und keine Chance haben zu einem echten Durchbruch zu gelangen, weil man damit keine patentierbaren Medikamente herstellen können wird oder noch schlimmer, den Markt für patentierbare Substanzen gefährden könnte! (Entsprechend gibt es viele Gesetze welche „alternative“ Therapieansätze erschweren bzw. verhindern!)

    Gerade z.B. Infektionskrankheiten: Aetherische Öle im Kampf gegen Bakterien, Viren und Pilzen (Thymian, Curcumin, Eukalyptus, Zimt, Niaouli u.a.). Siehe z.B.

    http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_883_etherische-le-gegen-antibiotika-resistente-bakterien.html

    Das Potential wäre bei entsprechender Forschung riesig. Wo bleibt aber die Forschung, wie man sie sonst kennt für patentierbare Substanzen? Der Grundsatz sollte gelten, wer Medikamente herstellt forscht nicht und umgekehrt. Forscher und Hersteller sollten möglichst gut zusammenarbeiten aber gegenseitig auch unabhängig sein.

    Eine weiteres Beispiel einer Substanz, welche unglaublich viel bewirken könnte, wie ich selbst mehrfach beobachten durfte, aber ein Nischendasein fristet: Strophantin (siehe z.B. http://www.strophanthin.com/). Die Strophantus-Tinktur ist eine der vielversprechendsten Pflanzentinkturen, welche völlig neue Dimensionen der Therapiemöglichkeiten von Herzerkrankungen eröffnen könnte und viele teuren Abklärungen und Therapien (eben!) überflüssig werden lassen könnte. Natürlich bräuchte es dafür noch viel seriöse, ergebnisoffene (!) Forschung.

  2. 4fairconomy sagt:

    Also Gelddrucken gegen die Inflation oder den drohenden Kollaps des Finanzsystems nützt vor allem einer reichen Minderheit, während die Mehrheit die Folgen zu tragen haben wird (Kaufkraftverlust, hohe Staatsverschuldung u.a.). Das mindeste wäre, die vermehrte Beteiligung der Reichen an den Folgekosten der Krise, z.B. durch eine progressive Erbschaftssteuer. Am besten mit Obergrenze für ein Erbe: kein Mensch sollte mehr erben können als z.B. das 2-Fache eines Lebensgehalts von 40 Jahren des bestbezahlten Staatsangestellten. Dies auch zum Schutz der Demokratie vor ökonomischer Machtkonzentration über Generationen.
    Ebenfalls wichtig sind Alternativen zum Gelddrucken gegen die Deflation : z.B. ein Negativzins auf Liquidität.

    • FDominicus sagt:

      „Am besten mit Obergrenze für ein Erbe: kein Mensch sollte mehr erben können als z.B. das 2-Fache eines Lebensgehalts von 40 Jahren des bestbezahlten Staatsangestellten.“

      Sie lassen wirklich keine Gemeinheit und kein Verbrechen aus. Diebstahl durch Schwundgeld: top. Enteignung: top.

      Offensichtlich haben Sie es nicht so mit andere Leute Eigentum. Ich wünsche Ihnen für Mi den Lottogewinn von ein paar Millionen. Dann können Sie ja mal zeigen, wie ernst Sie es damit meinen.

      • 4fairconomy sagt:

        Der zu verteilende Kuchen ist nun mal begrenzt: je höher der Anteil ist, welcher wenigen zu gute kommt, und dies erst noch leistungslos, desto weniger bleibt für die anderen, die Leistungsträger, übrig. Ist das keine Gemeinheit?

        Das umlaufende Geld muss in seiner Menge begrenzt bleiben, damit es seine Kaufkraft beibehält. Auch hier: wer viel davon hortet, zwingt entweder zur Geldmengenausweitung oder fördert die Deflation, d.h. verursacht auf die eine oder andere Weise Leid. Ist das keine Gemeinheit?

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